Loot-a-Day 17: Schätze in einem Fluß, Teich oder Tümpel: Das Rheingold

Ich bin ja ein heimlicher Fan des RollenspielsPentragon“. Arthus, Ritter Christentum vs. Heidentum… g’nau mei Weda, wie man bei mir in Bayern so schön sagt, auch wenn isch noch nie gespielt hab und wahrscheinlich so schnell auch nicht spielen werde. Und in diese Sagenwelt passt natürlich Deutschlands berühmtester Schatz im Fluss, das Rheingold.

Ok, ok, mit Arthus hat das jetzt auf den ersten Blick nicht viel zu tun, aber auch wir in Deutschland haben ja eine lange Tradition von Ritter- Feen und Minnesagen. Bei uns spuken weiße Frauen, die wilde Jagd und Zwerge nur so durch die Lande und nicht nur in Regensburg wurde der Bau von Brücken mit teuflischer Hilfe fertiggestellt. Ein Buch zu dem Thema hab ich ja schon mal empfohlen.

Das Rheingold oder der Hort der Nibelungen

Woher kommt er?

Tja, da gibt es drei Versionen.

Geschichte 1 (Edda, 1220 verfasst vom Isländer Snorri Sturluson): Die Götter Odin, Loki und Hönir erkunden die Welt. Zum Abendessen fängt Loki einen Fischotter. Den wollen sie im Haus eines Bauen braten. Der Bauer erkennt in dem Otter seinen Sohn, der Gestaltwandeln konnte und verlangt Totschlagbuße von den drei Göttern. Sie sollen den Balg mit Gold überschütten. Loki klaut dafür den Schatz des Zwergenkönig, samt Zauberring. Der Zwergenkönig verflucht den Ring. Wer immer ihn trägt, soll den Tod finden. Odin möchte den Ring zuerst behalten, der Bauer fordert aber den Ring, weil ein Barthaar des Otters noch aus dem Goldhaufen steht. Im Streit, wie der Schatz aufzuteilen sei, tötet Fafner, der dritte Sohn des Bauern seinen Vater und vertreibt den anderen Bruder, wird zum Lindwurm, der den Schatz bewacht und später von jung Sigi erschlagen wird.

Geschichte 2: Siegfried wird als Streitschlichter von den Nibelungen (Verballhornung von „König Niebeluncs Jungen) als Streitschlichter angerufen, Lohn ist im Voraus des Schwert des Königs. Die Beiden sind nicht mit Siegfrieds Lösung einverstanden, greifen ihn an und werden prompt von ihm erschlagen.

Geschichte 3: Mittlerweile gibt es eine Denkrichtung, die die ganze Geschichte als Umdichtung der Varusschlacht lesen will. Der Drache Fafner wird dann zu den Legionen des Varus, die da durch Germanien stampfen, Siegfried zu Arminius aka Hermann, der die Legionen schlägt und der Schatz sind die Schätze, die Germanenbanden tatsächlich bei gelegentlichen Überfällen links des Rheins erbeuteten (und oft in der Mitte des Flusses verloren, weil sie von Flussgaleeren der Römer aufgebracht wurden)

Was geschah damit?

Hagen riss sich laut Nibelungenlied den Schatz nach seinen Mord an Sigi unter den Nagel und versenkte ihn vor Reisebeginn zu König Etzel bei Lochheim im Rhein.

Laut der Thidreks saga jedoch liegt der Schatz im Siegfredskeller, daneben der verhungerte Etzel. Hagens Sohn habe den Hunnenkönig in den Keller gelockt, die Tür verschlossen und so seinen Vater gerecht.

Was mach ich im Rollenspiel damit?

Die Helden werden von ihrem Fürsten beauftragt, den Schatz zu finden. Hinweise auf den Schatz können im Dom zu Worms, in Xanten und in Plattling gefunden werden (Plattling in Niederbayern? Herr Dnalor, geht da der Lokalpatriotismus mit ihnen durch? Nein,im Nibelungenlied heißt es „Dort zu Pledelingen schuf man ihnen Ruh. Das Volk allerthalben ritt auf sie herzu. Man gab was sie bedurften, williglich und froh. Sie nahmen es mit Ehren, so tat man auch bald anderswo.“)

Eine Hexe in der Nähe von Lochheim verrät den Helden für einen Gefallen den Eingang zum Siegfreidskeller. Dort treffen sie dann auf verführereische nixen und auf Hagens Sohn, der sich dank des Fluchs des Ringes in einen Lindwurm verwandelt hat. Apropos Lindwurm… (Drachenkarneval!!!) Das Blut von Lindwürmern ist einigen Sagen nach höchst toxisch und schon die Berührung mit kleinsten Mengen des kochend heißen Blutes lässt den edlen Drachentöter von innen heraus verbrennen!

 

Quellen zum Rheingold, Arminius und der Römerthese, zu Lindwürmern und den Plattlinger Nibelungenfestspielen.

 

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