Von Benjamin Blümchen, Riesen und Trollen

Mein Post zur Epic!-Erweiterung des Rieslandes lässt mich nicht mehr los. Seit gut zwei Wochen gehe ich jetzt mit dem Thema geistig schwanger und könnte gut zwölf Seiten dazu vollschreiben, allen, wer liest denn zwölf Seiten im Zeitalter des Internets und einer Aufmerksamkeitsspanne von längstens 146 Zeichen?

Also hier die komprimierten Thesen zum Thema High-Play im Rollenspiel:

1) In schöner Regelmäßigkeit wird das Spiel mit unterschiedlichen Körpergrößen im Rollenspiel verkackt. Es gibt ja in fast jedem System die klassische Rasse „Zwerg“, der in der Regel irgendwas zwischen 1,20 und 1,40 misst und damit deutlich kleiner als seine menschlichen Gefährten sein dürfte. Im Rollenspielalltag aber spielt das (außer bei ein paar witzigen Szenen und beim Einkauf von Waffen) kaum eine Rolle. Probleme mit für Menschen gemachten Hockern, auf die die Zwerge erst mal klettern müssen? Fehlanzeige. Probleme mit für normalgroße Menschen gemachte Werkzeuge? Nope. Ihr wisst, wohin die Reise geht…

2) Das Spiel mit Riesen und Trollen muss anders sein. Auch wenn man sich nicht immer darüber im Klaren ist, so ein 4 Meter Troll (Werte DSA) ist… verdammt GROSS! Die Deckenhöhe eines Zimmers liegt in der Regel bei 2,50 Metern. Unser 4 Meter Troll hätte, vorausgesetzt er wäre irgendwie ins Zimmer gekommen, wohl nur kniend Platz in der Putze. Mal abgesehen davon, dass eine typische Fantasy-Bauernkate kam höher als etwa 6 Meter sein dürfte. Ei Troll in einem Menschendorf IST ein Riese und eine Gefahr für das Dorf (zumindest für die Bausubstanz und alles kleine, was da im Dorf rumfleucht, vom Huhn bis zum Kleinkind), auch wenn er als Freund der Menschen gilt und nicht marodierend durch die Lande zieht.

3) Am besten umgesetzt haben das Spiel mit der Höhe imho die alten Hörspiele mit Benjamin Blümchen. Ok, bevor ihr mich für bekloppt haltet, hier die Erklärung. In den ersten etwa 80 Folgen wird, neben der Tatsache, dass der Elefant spricht, dessen Größe und Gewicht thematisiert.  Spontan fällt mir meine Lieblingskassette aus Kindertagen ein: Benjamin Blümchen in Afrika (von 1979). Kurz um was es geht: Benjamin möchte nach Amanidogo in Kenia reisen, um dort nach den Spuren seiner Anfang der zwanziger dort gefangenen Großeltern zu suchen. Probleme hat er bei der Buchung des Fluges (im Gepäckraum? Im Passagierraum?) und beim Bus in Afrika (der Busfahrer weigert sich, ihm mitzunehmen) wegen seiner Rasse (rollenspieltechnisch gesprochen) und deiner Körpergröße.

Aus den drei Punkten folgt: Das Spiel mit den großen Rassen erfordert ein radikales Umdenken beim Spieler und beim Spielleiter. Die Körpergröße der Spielfigur ist zentraler Teil jedes Abenteuers und muss problematisiert werden. Vor dem Abenteuer muss der Spielleiter klären, wie die Umwelt auf den Großen reagiert.

 

Nebenbei zwei Bemerkungen: Erstens fände ich ein Benjamin Blümchen/Bibi Blockberg – Rollenspiel reizvoll. Das würde ich sicher mit meinen Mädels spielen. (Magiesystem => wegen den Hexen: Check. Erzählrollenspiel => Check. Abenteuer, die kindgerecht Problematiken aufgreifen (z.B. Flüchtlinge, Ängste, Berufe…) => Check). Könnte da mal jemand von euch was Schreiben? Für z.B. Fate?

Zweitens habe ich mit „Der Axt des Kuros“ aus Versehen ein Dungeon-Abenteuer geschrieben, dass für Trolle und Yetis geeignet wäre. Darin kommen Yetis als Gegner vor, dass heißt, dass ein Paar dutzend Gänge breit- und hochgenug für Tolle und Yetis wären…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s