Eine Stadt zieht um – Rezension „Die Wandelnde Stadt“

Manchmal sitze ich vom Rechner und denk mir: „Des is doch jetztad ned Dei Erst! Sachan gibt’s, die gibt’s goa ned.“ Eine solche Geschichte ist die Sache mit den ähnlichen Abenteuern „Die seidene Stadt“ und „Die wandernde Stadt“, bei der der Autor der letztgenannten auch kurz Plagiatsvorwürfe in den Raum gestellt hatte, so ähnlich waren sich, laut seiner Aussage, die beiden Abenteuer. Nun sind seit Beginn der Geschichte ein paar Monate ins Land gezogen, die wandernde Stadt wurde veröffentlicht und Beef zwischen Uhrwerkverlag und Rakshazar-Mitautor Riesländer alias Raphael Brack mit der Erkenntnis beigelegt, das zwei Autoren unabhängig voneinander ein jeweils eigenständiges und einzigartiges Abenteuer mit derselben Grundidee geschrieben haben. Zufälle gibt’s, Gott würfelt doch (mit 2W20 und der Alte bescheißt ab und zu).

Ehrlich gesagt, mich wundert es nicht, dass sowas vorkommt. In meinem Bild vom Menschen lernen wir auch durch Geschichten (klassische Märchen, Filme, Videospiele, Witze), die in unserer Kultur erzählt werden. Beide Autoren sind seit Ewigkeiten Rollenspieler, in Deutschland aufgewachsen, haben wahrscheinlich einen ähnlichen Geschmack (Musik, Kunst, Kultur) und ähnliche Inspirationsquellen. Beide sind Schreiberlinge, die sich ihre Ideen aus dem Hirn schreiben… kurz: kein Plagiat, nur zwei Herzen, die denselben Gedanken hatten… aaaahh wie süß!

Bleiben für uns Spielleiter also nur drei Fragen. Erstens; wie gut sind die Abenteuer, zweitens; welches ist besser und drittes: was soll ich mit zwei ähnlichen Abenteuern anfangen?

Zur Beantwortung der ersten Frage komme ich gleich, erst noch ein paar Worte zur Frage zwei und drei: Does it matter und Hey, du hast zwei Abenteuer rund um ein ähnliches Thema und du kommst als Spielleiter nicht auf die Idee, das was deiner Meinung nach das Beste an den jeweiligen Abenteuern ist, zu mischen? Realy??

Zur Frage Eins: Wie gut die seidene Stadt ist, kann man hier und hier nachlesen. Ich will mich nur um die wandelnde Stadt kümmern. An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass ich alles andere als objektiv bin, werde ich doch in dem Abenteuer ein paar Mal erwähnt und war Raphael mein Co-Autor bei meinem ersten Abenteuer „König der Piraten“ und ich der seinige bei der „Tochter des Kriegsherren“. Offiziell ist die wandernde Stadt auch kein offizielles Rakshazar-Abenteuer, tatsächlich ist, imho, ein Abenteuer aus unserer Feder ein offizielles Rakshazarabenteuer, auch wenns nicht im Forum Lektoriert wurde…

Kommen wir also zum A….ach ja: Die Nacht ist Dunkel und voller Spoiler!

Positiv an dem Abenteuer ist, dass es schon vorhandene Abenteuer aufgreift, zum Beispiel „Rakkaras Heulen“ und unabhängig vom System (DSA4.1, DSA5 oder Wildes Riesland) gespielt werden kann. Worum geht es? Zwischen Kurotan und dem fernen Osten, der Mauer von Kithorra, verkehrt die wandernde Stadt. Einer riesengroßen Karawane voll Händler, Handwerker und Söldner und seit kurzem auch einer Gruppe religiöser Fanatiker. Die Helden werden quasi von der Stadt aufgesogen und schließen sich einer der beiden Fraktionen an. Die Wächter wollen den Status Quo aufrechtzuerhalten und stemmen sich mit ihrer atheistischen Anführerin gegen den Mysterienkult rund um die Hohepriesterin Myra. Letztere versucht mit allen Mitteln, ihre sterbliche Göttin Navanur unsterblich zu machen (und nebenbei die Kontrolle über die Stadt an sich zu reißen). Dabei schreckt die Priesterin auch vor Nekromantie und Vampirblut zurück. Je nachdem welcher Fraktion sich die Helden anschließen endet das Abenteuer entweder in einer mittelschweren Katastrophe oder der Aufdeckung einmaliger Geheimnisse.

Ich fand das Abenteuer super. Das ist eine richtige, große, Kampagne mit vielen Sandbox-Elementen und Wahlfreiheit für die Helden, die tatsächliche Konsequenzen für die Helden hat. Ladet euch das Abenteuer runter und seht selbst.

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Ein Gedanke zu „Eine Stadt zieht um – Rezension „Die Wandelnde Stadt“

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