Archiv für den Monat April 2017

Karnaval der Rollenspielblogs: Schokolade, Vanille, Karamel – Olle Karmelle

Für den diesmonatigen Rollenspielkarneval hab ich was ausgegraben was seit Dezember in meinem Blog schlummert:

Der Besitzer der Konditorei Tönner aus Straubig wurde in der Backstube erschlagen, als er den Teig für den Bernauerkuchen nach altem Geheimrezept anrühren wollte. Das Rezeptbuch der Konditorei ist verschwunden und die Helden werden als Privatermittler angeheuert, das wertvolle Büchlein zurückzubringen. War es „nur“ der langjährige Konkurrent Raupe, der das Geheimwissen rauben wollte und seit einiger Zeit mit einer billigen Kopie des Kuchens auf den Markt drängt? Was hat die Schändung des Familiengrabes auf dem Petersfriedhof damit zu tun? Stehen in dem Buch Geheimnisse der Bäckerzunft, die auf keinen Fall ans Licht der Öffentlichkeit kommen sollen? Sind die Bäcker gar schlimmer als die Illuminaten und Freimaurer zusammen? Immerhin stellen sie ja Waren her, die wir täglich konsumieren, und ein paar Bröckchen LSD…

Das Buch selber ist spiegelverkehrt, codiert und teilweise mit Geheimtinte geschrieben.

(Die orginal Agnes-Bernauer-Torte kann man sich hier bestellen. Sie besteht aus Baisse, Mandeln und Butter und Baisse und Kaffee und Butter. Hab ich die Butter schon erwähnt? Sehr lecker und sehr gehaltvoll. Ich krieg nie merh als ein Stück runter)

Ich spiele mit dem Gedanken, daraus vollwertiges Abenteuer zu machen… mit einem etwas anderen Reiseführer für meine Heimatstadt. Wird aber mindestens drei Monate dauern…

Wenn es fertig ist, gibts hier ein Update 🙂

Wenn Du in Rom bist…

Ich hab mir vor kurzem Eagle Eyes besorgt, auch, ich gebs ja zu, weil ich von der Werbung gehypt wurde. Nunja… ich bin …. enttäuscht. Nicht von Fate, auch wenn ich jetzt mit dem System selber nichts anfangen kann, auch nicht von dem Noir-Ansatz, der hier verfolgt wird. Nein, ich bin enttäscht, weil mir gut die Hälfte des Buches fehlt!

Mir fehlt nämlich eine Beschreibung Roms zur republikanischen Zeit. Oder zu jeder anderen Zeit, so wie es in den Alternativen auf S. 13 Vorgeschlagen wird. Ein Stadtplan? Such ihn Dir selbst, Meister! Eine irgendwie geartete Übersicht, welche politischen Themen, spektakulären Kriminalfällen, Kriegen oder Politiker die Zeit prägten? Fehlanzeige. Eine Liste, wann welche Provinz gegründet wurde (wichtig, wenn man einen Bürger aus der Provinz Raetia spielen will)? Nope.

Mir fehlt auch ein kleines Szenario, ein Miniabenteuer oder ähnliches. Die Ideen im Buch sind zwar nett, aber brauchen noch verdammt viel Arbeit, um bespielt werden zu können.

Alles in allem: 6,99 € (PDF) für 66 Seiten sind mir zu teuer, wenn ich mir noch X Dokus im Fernsehen ansehen sowie Geschichtsbücher und Wiki-Links lesen muss. Wäre das im Buch drin gewesen, ich würde auch 20,00 € zahlen.

Blog-O-Quest #19: Besondere Begegnungen

Neuer Monat, neue Quest, diesmal von Nerd-Gedanken.

1. Der absolut Sprache raubenster NPC, der mir jemals im RP begegnet ist, war ein Wagenlenker aud dem Hippodrom zu Punin , weil ….
Wir haben da mal eine Heldengruppe gespielt, die meist hart am Rande der Legalität arbeitete (Medicus, Novadischer Schwarzhändler, Halbelfische Sträunerin). Deswegen hatten wir in Punin ein paar… Probleme mit der Unterwelt Punins. Das ganze sollte besser werden, wenn wir ein Wagenrennen manipulieren. Unsere Idee war es, den Wagenlenker so lange zu beschäftigen, bis er das Rennen verpasst. Also zauberte die Halbelfe einen CHarismasteigerungszauber auf sich, um an der Leibwache des Wagenlenkers vorbeizukommen. Soweit, sogut. Nur wirkte der Zauber nicht mehr, als die Halbelfe zum Wagenlenker vorgelassen wurde.
Meister: Du wirst endlich von dem Dir verfallenen Diener zu Alfredo De Farra vorgelassen. Der mustert Dich von oben bis unten und sagt „Also, man hat Dich mir ja um einiges schöner beschrieben“
Spieler: … Boa! Was für ein… Boa! Also…. Boa!
Es Dauerte tatsächlich eine Stunde, bis sich der Spieler (übrigens ein Mann) soweit eingekriegt hatte und wir das Spiel vortsetzen konnten
2. Welche Begegnung möchtest Du auf Spielerseite wirklich niemals erleben und warum?
Ein Drache in der Hand eines Meisters, der weiß wie man einen fliegenden Flammenwerfer richtig spielt.
3. Als mir ein paar Goblins in Stufe 1 (DSA3-Zeiten) begegnet ist, brauchte mein Charakter verdammt viel Würfelglück, um die Sache zu überleben.
Wie immer, wenn man einen neuen Charakter hat…
4. Was hältst Du von Zufallstabellen, um Begegnungen als Spielleiter auszuwürfeln und benutzt Du selbst welche? (wenn Du selbst kein Spielleiter bist: benutzt der SL Deiner Rollenspielrunde Zufallstabellen?)
Als Spielleiter-Anfänger habe ich die noch oft genutzt, Heute nutze die nur als Überblick, was so an Begegnungen möglich ist. Dann such ich mir das Beste raus und nimm das dan her.
5. Leider ist mir in all den Abenteuern noch nie ________ begegnet, was wirklich schade ist, da ich ihn/sie/es ________ finde.
Mir ist, glaub ich schon so ziemlich alles begegnet, von A wie Assel über D wie Dämon bis Z wie Zombie.

Eine Stadt zieht um – Rezension „Die Wandelnde Stadt“

Manchmal sitze ich vom Rechner und denk mir: „Des is doch jetztad ned Dei Erst! Sachan gibt’s, die gibt’s goa ned.“ Eine solche Geschichte ist die Sache mit den ähnlichen Abenteuern „Die seidene Stadt“ und „Die wandernde Stadt“, bei der der Autor der letztgenannten auch kurz Plagiatsvorwürfe in den Raum gestellt hatte, so ähnlich waren sich, laut seiner Aussage, die beiden Abenteuer. Nun sind seit Beginn der Geschichte ein paar Monate ins Land gezogen, die wandernde Stadt wurde veröffentlicht und Beef zwischen Uhrwerkverlag und Rakshazar-Mitautor Riesländer alias Raphael Brack mit der Erkenntnis beigelegt, das zwei Autoren unabhängig voneinander ein jeweils eigenständiges und einzigartiges Abenteuer mit derselben Grundidee geschrieben haben. Zufälle gibt’s, Gott würfelt doch (mit 2W20 und der Alte bescheißt ab und zu).

Ehrlich gesagt, mich wundert es nicht, dass sowas vorkommt. In meinem Bild vom Menschen lernen wir auch durch Geschichten (klassische Märchen, Filme, Videospiele, Witze), die in unserer Kultur erzählt werden. Beide Autoren sind seit Ewigkeiten Rollenspieler, in Deutschland aufgewachsen, haben wahrscheinlich einen ähnlichen Geschmack (Musik, Kunst, Kultur) und ähnliche Inspirationsquellen. Beide sind Schreiberlinge, die sich ihre Ideen aus dem Hirn schreiben… kurz: kein Plagiat, nur zwei Herzen, die denselben Gedanken hatten… aaaahh wie süß!

Bleiben für uns Spielleiter also nur drei Fragen. Erstens; wie gut sind die Abenteuer, zweitens; welches ist besser und drittes: was soll ich mit zwei ähnlichen Abenteuern anfangen?

Zur Beantwortung der ersten Frage komme ich gleich, erst noch ein paar Worte zur Frage zwei und drei: Does it matter und Hey, du hast zwei Abenteuer rund um ein ähnliches Thema und du kommst als Spielleiter nicht auf die Idee, das was deiner Meinung nach das Beste an den jeweiligen Abenteuern ist, zu mischen? Realy??

Zur Frage Eins: Wie gut die seidene Stadt ist, kann man hier und hier nachlesen. Ich will mich nur um die wandelnde Stadt kümmern. An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass ich alles andere als objektiv bin, werde ich doch in dem Abenteuer ein paar Mal erwähnt und war Raphael mein Co-Autor bei meinem ersten Abenteuer „König der Piraten“ und ich der seinige bei der „Tochter des Kriegsherren“. Offiziell ist die wandernde Stadt auch kein offizielles Rakshazar-Abenteuer, tatsächlich ist, imho, ein Abenteuer aus unserer Feder ein offizielles Rakshazarabenteuer, auch wenns nicht im Forum Lektoriert wurde…

Kommen wir also zum A….ach ja: Die Nacht ist Dunkel und voller Spoiler!

Positiv an dem Abenteuer ist, dass es schon vorhandene Abenteuer aufgreift, zum Beispiel „Rakkaras Heulen“ und unabhängig vom System (DSA4.1, DSA5 oder Wildes Riesland) gespielt werden kann. Worum geht es? Zwischen Kurotan und dem fernen Osten, der Mauer von Kithorra, verkehrt die wandernde Stadt. Einer riesengroßen Karawane voll Händler, Handwerker und Söldner und seit kurzem auch einer Gruppe religiöser Fanatiker. Die Helden werden quasi von der Stadt aufgesogen und schließen sich einer der beiden Fraktionen an. Die Wächter wollen den Status Quo aufrechtzuerhalten und stemmen sich mit ihrer atheistischen Anführerin gegen den Mysterienkult rund um die Hohepriesterin Myra. Letztere versucht mit allen Mitteln, ihre sterbliche Göttin Navanur unsterblich zu machen (und nebenbei die Kontrolle über die Stadt an sich zu reißen). Dabei schreckt die Priesterin auch vor Nekromantie und Vampirblut zurück. Je nachdem welcher Fraktion sich die Helden anschließen endet das Abenteuer entweder in einer mittelschweren Katastrophe oder der Aufdeckung einmaliger Geheimnisse.

Ich fand das Abenteuer super. Das ist eine richtige, große, Kampagne mit vielen Sandbox-Elementen und Wahlfreiheit für die Helden, die tatsächliche Konsequenzen für die Helden hat. Ladet euch das Abenteuer runter und seht selbst.