EPIC! Trolle und Riesen als SC

Heute möchte ich mal einen besonderen Blick ins Tal der Klagen werfen und unseren rakshazarischen Oberriesen Tobias „Arantan“ Reimann hochleben lassen. Dieser Regelfuchs hat sich der Regeln für die Erschaffung von Troll_in und Riese_in angenommen und diese sowol für DSA4.1 als auch für DSA5 entworfen. Damit werden Trolle wohl zum ersten mal in deer DSA-Geschichte zu geeigneten Helden_innen-Chars. Jetzt müssen wir nur noch die entsprechenden Abenteur für die Kerlchen schreiben. Überlegungen dazu habe ich ja hier schon mal angestellt. Wer eines schreiben möchte: Geht auf orkenspalter.de, dort könnt ihr uns finden!

Und jetzt zum Regelauszug: Als Erstes geht es um die Frage, wie viel Schaden mein_e Troll_in. Nun, das Hängt davon ab, wie groß ich bin und wie groß mein Gegner.

Auswirkungen der Größenklasse im Kampf

Schaden gegen Epische Gegner:

Betrachtet man Trolle oder Riesen als Nichtspielercharaktere, fällt auf, dass diese im Vergleich etwa zu mensch­lichen Gegnern über eine ungleich höhere Lebensenergie verfügen. Um diese Spezies innerhalb der ge­wohnten Paramater des DSA-Regelsystems spielbar zu machen, wurde die Lebensenergie mit dem geschil­derten Kniff auf ein „normales“ Maß heruntergerechnet. Um dennoch zu simulieren, dass einem epischen Gegner deutlich mehr Schaden zugefügt werden muss, um ihn zu Fall zu bringen, werden die gegen einen epischen Gegner erzielten Trefferpunkte drastisch reduziert.

Nimmt ein epischer Gegner Schaden, werden zunächst die Gesamttrefferpunkte ermittelt. Dies gilt gleichermaßen für erfolgreiche, unparierte Nahkampf-, Fernkampf- und magische Angriffe, Fallschaden, Krankheitsschaden, Giftschaden, Kälte- und Hitzeschaden etc. Gesamttrefferpunkte sind die Trefferpunkte unter Berücksichtigung sämtlicher Modifikatoren, also z. B. Waffenschaden + Körper­kraftmodifikator + Ansage. Die Gesamtsum­me wird dann gemäß folgender Tabelle reduziert, wobei jeweils echt gerundet wird:

 

Verteidiger ist: Großwüchsig Hünenwüchsig Riesenwüchsig Gigantenwüchsig
Modifikation: keine Modifikation Trefferpunkte =

Gesamttrefferpunkte x 3/4

Trefferpunkte =

Gesamttrefferpunkte x 1/2

Trefferpunkte =

Gesamttrefferpunkte x 1/4

 

Die Reduktion der erzeugten Trefferpunkte simuliert nicht nur die höhere Lebens­energie eines epischen Gegners, sondern wertet in der Relation auch dessen Rüstungsschutz auf – Trolle und Riesen verfügen über eine natürliche Resistenz gegen körperliche Angriffe, die auf diese Weise Berück­sich­ti­gung findet.

Die Trefferpunktreduktion findet gleichermaßen im Kampf gegen andere Spielercharaktere wie gegen NSCs und Kreaturen statt.

 

Schaden, den ein epischer Gegner erzeugt

Betrachtet man Riesen und Trolle als Nichtspielercharaktere, so fällt auf, dass diese im Vergleich etwa zu menschengroßen Gegnern über eine ungleich höhere Körperkraft verfügen. Um diese Spezies innerhalb der gewohnten Parameter des DSA-Regelsystems spielbar zu machen, wurde ihre Körperkraft mit dem geschil­derten Kniff auf ein „normales“ Maß heruntergerechnet. Um dennoch zu simulieren, dass die körperkraft­basierten Angriffe eines solchen Gegners, also vor allem die Nahkampfangriffe, eigentlich einen wesentlich höheren Schaden erzeugen, werden die Trefferpunkte, die ein epischer Gegner auf diese Weise erzeugt, drastisch erhöht.

Bei einer erfolgreichen, unparierten Attacke eines epischen Gegners werden zunächst die Gesamttreffer­punkte ermittelt. Gesamttrefferpunkte sind die Trefferpunkte unter Berücksichtigung sämtlicher Modifika­to­ren, also z. B. Waffenschaden + Körper­kraftmodifikator + Ansage. Die Gesamtsum­me wird dann gemäß folgender Tabelle erhöht, wobei jeweils echt gerundet wird:

 

Angreifer ist: Großwüchsig Hünenwüchsig Riesenwüchsig Gigantenwüchsig
Modifikation: keine Modifikation Trefferpunkte =

Gesamttrefferpunkte x 1,5

Trefferpunkte =

Gesamttrefferpunkte x 2

Trefferpunkte =

Gesamttrefferpunkte x 2,5

Der erhöhte Schaden gilt sowohl im Kampf gegen andere Spielercharaktere wie im Kampf gegen NSCs und Kreaturen. Eine Besonderheit ergibt sich lediglich im Kampf eines epischen Angreifers gegen einen epischen Verteidiger. Hier werden zunächst die Trefferpunkte des Angreifers zunächst gemäß der zweiten Tabelle erhöht und dann gemäß der ersten Tabelle reduziert.

 

Attacke/Parademodifikation

Ein epischer Gegner bietet im Kampf eine wesentlich größere Angriffsfläche und ist daher einfacher zu tref­fen als ein Gegner von normaler Größe. Seine Gegner erhalten dadurch folgende Attackeboni im Kampf:

Verteidiger ist: Großwüchsig Hünenwüchsig Riesenwüchsig Gigantenwüchsig
Modifikation: keine Modifikation AT + 1 AT + 2 AT + 3

 

Umgekehrt fällt es einem epischen Gegner schwerer, ein kleineres und wendigeres Ziel präzise zu treffen. Er erhält somit folgende Attackemali im Kampf:

Angreifer ist: Großwüchsig Hünenwüchsig Riesenwüchsig Gigantenwüchsig
Modifikation: keine Modifikation AT – 1 AT – 2 AT – 3

 

Im Kampf zweier epischer Gegner heben sich Bonus und Malus gegeneinander auf.

Beispiel: Troll 1 kämpft gegen Troll 2. Troll 1 erhält einen Bonus von 2 auf die Attacke, weil er einen riesen­wüchsigen Gegner attackiert. Zugleich ist seine Attacke um 2 Punkte erschwert, weil er selbst ebenfalls riesenwüchsig ist. Bonus und Malus neutralisieren einander, Troll 1 attackiert Troll 2 also mit seinem nor­malen Attackwert. Ein Malus ergibt sich somit ausschließlich im Kampf gegen kleinere Gegner.

Und welche Kulturen kann ich für meinen Troll wählen? Na, wie wäre es  mit den Trollen des Westens? (Ich gebe euch erstmal nur eine Kulturbeschreibung, weil ich vorhabe, später hier einen Archetypen zu basteln.)

Trolle des Westens

Für den eiligen Leser:

Technologiestand: Späte Eisenzeit inkl. Stahlverarbeitung.

Herrschaftsform: Unter den Gamkaltor-Trollen Monarchie. Ansonsten Stammes- und Sippenverbände.

Geschätze Bevölkerung: Im Tal der Klagen mehrere tausend.

Speziesverteilung: Trolle

Wichtige Städte: Gamkaltor

Vorherrschender Glaube: Erdenmutter, Namenloser

Magie: Wenige Zauberkundige, v. a. Magiedilletanten und Pfadmagier

Helden & Heilige: Straumpff vom Stamm der Tarpatsch

 

Lebensraum: Den Trollen des Westens kann man in großen Teilen des Nordwestens Rakshazars begegnen, vor allem in den ihre Hauptstadt Gamkaltor umgebenden Gebieten: Ödland, Ödlandtwall, Tal der Klagen, Schwefelklippen und Geistersteppe, in kleinerer Zahl aber auch in weiter entfernt gelege­nen Gebieten wie den Götter- und Drachenbergen, dem westlichen Lavameer, der westlichen Aschewüste oder dem südli­chen Cromor, wo sie aufgrund der Vorherrschaft der verfeindeten Cromor-Brokthar jedoch sehr selten sind. Auch im Marhamal-Gebirge finden sich Trolle, und hier sind die kulturellen Unterschiede vielleicht am größten, schließlich war dies die letzte Station auf der langen Wande­rung der Trolle, bevor sie ihre alte Hauptstadt wieder in Besitz nahmen. Hier leben die Nachfahren jener Trolle, die einst die lange Wanderung gen Westen nicht mitgemacht haben, Trolle des Westens, die von Westen kommend hierher zurückgekehrt sind, aber auch Trolle des Ostens aus den Zentralregionen des Kontinents.

 

Lebensweise: Trolle kennen keine Tugend des Mitleids, denn sie haben im Laufe der Zeitalter so viele Spezies, Völker und Kulturen kommen und gehen sehen, dass sie nicht mehr besonders an Einzelschicksalen interes­siert sind. Weit mehr als ihre aventurischen Vettern neigen rakshazarische Trolle zu Hartherzigkeit und Grausamkeit, doch mögen manche im Laufe der Jahre ein gewisses Mit- oder Verantwortungsgefühl entwickeln. Oft haben Trolle einen derben Sinn für Humor, ihre Wankelmütigkeit ist indes gefürchtet. Manchmal reicht eine einzige falsche Bemerkung, um die Stimmung eines Trolls zu verdunklen, und ein schlecht­gelaunter Troll kann in entsetzliche Wut geraten. Im Zorn zerstört er dann oft irgendetwas, ohne dabei eine böse Absicht zu verfolgen, allein, um seinen Zorn zu kühlen. Es kommt selten vor, dass sich ein Troll im Nachhinein für einen derartigen Ausbruch entschuldigt, doch ist es den klügeren Exemplaren unter ihnen hinterher zumindest unangenehm.

 

Ein Troll, der durch ein Missgeschick beschämt wurde, kann zunächst einen erheiternden Anblick bieten, doch kann diese Scham beim geringsten Anlass in zerstörerischen Jähzorn oder gar in die „kalte Trollwut“ um­schlagen – die heftigste Form trollischen Zorns, in der sich ein Troll bewaffnet und einen regel­rechten Schlachtplan zurechtlegt, den er dann Stück für Stück in die Tat umsetzt. Es gilt gemeinhin als sicherer Weg, mit dem Leben abzuschließen, einen Bergschrat in einen solchen Zustand hasserfüllter Rachsucht zu versetzen.

Trolle gehen oft mit großer Begeisterung einer Sammelleidenschaft nach. Sie lieben Süßes, egal ob wilde Trollbienen, Torten, Baumrinde oder purer Zucker, ebenso Musik, auch wenn sie selbst in aller Regel keine Instrumente spielen, sondern sich auf kehligen Gesang beschränken. In technologischer Hinsicht sind sie im Vergleich zu anderen riesländischen Völkern sehr weit fortgeschritten. Stahlverarbeitung, Statik, Mathematik und Philo­sophie sind bei ihnen übliche und verbreitete Fertigkeiten. Oft sind Trolle so bemerkenswert gut darin, dass selbst grobe, schnell zusammengebaute Dinge fast unzerstörtbar sind und sogar Naturkatastrophen stand­halten. Trolle kennen eine Art Währung in Form von seltenen Edelsteinen, einfaches Gold und Silber indes verschmähen sie als Tauschobjekt, da es in ihren Minen in großen Mengen abgebaut wird und deshalb kein Mangel daran herrscht. Je nach deren Gütegrad betrachten sie Sklaven als begehrte Handelsware.

Die Trolle des Westens haben ganz unterschiedliche Lebensräume erschlossen. Gamkaltor-Trolle leben in der Hauptstadt oder in deren unmittelbarer Nachbarschaft und haben sich mehr als alle anderen Trolle an das Zusammenleben in einer pragmatischen Zweckgemeinschaft gewöhnt, die von einem Königshof regiert wird. Sklavenhaltertrolle besitzen meist mehrere Sklavenlager, die wiederum Minen, Landwirtschaft und andere Wirt­schaftsunternehmen für sie betreiben. Sie reisen oft rastlos zwischen den Lagern hin und her, um dort nach dem Rechten zu sehen und die Früchte der Arbeit ihrer Sklaven einzusammeln. Bergtrolle führen ein vergleichsweise einfaches Leben im Gebirge, wo sie ihr Dasein als Jäger und Sammler fristen. Sie schließen sich oft zu Zweckbünden zusammen. Die Familie ist oftmals ein solcher Bund, doch würde kein Troll zögern, sie zu verlassen, wenn sie für ihn zur Belastung wird. Die Trolle der Ebenen bewohnen das Ödland, die Geistersteppe, das Lavameer und oder die Aschewüste und neigen mehr als die anderen Trolle zum Einzelgängertum. Im Tal der Klagen wiederum ist ein buntes Sammelsurium der verschiedenen Troll­unterarten zu finden. Die Gamkaltortrolle betrachten sich als Herrscher des Tals, die Sklavenhaltertrolle verwalten ihren Besitz, Bergtrolle kommen aus den nahegelegenen Gebirgen hierher, und Trolle der Ebenen durchstreifen das Tal auf der Suche nach Beute.

Rakshazarische Trolle sprechen in aller Regel Kawash, die raue, harte Kehlsprache der Trolle, beherrschen jedoch auch ein rudimentäres Gmer. Kawash ist sehr lautmalerisch, was schnell zu Verballhornungen in an­deren Sprachen führen kann (etwa „Rabauke“, „Tollpatsch“ oder „Troll“ als Bezeichnung für jemanden, der sich nicht konstruktiv in Diskussionen einbringt). Die Sprache der Trolle ist überrascht komplex und verfügt über einen großen Wortschatz. Selbst einzelne Wörter des Trollischen können auf diese Weise sehr spezi­elle Sachverhalte bezeichnen.

Die trollische Raumbilderschrift nebst Steinkonfigurationen „verschriftlicht“ die trollische Sprache. Sie kommt im Tal der Klagen vor allem auf den Trollgräbern zum Einsatz, wo sie oft die Geschichte des Verstor­benen oder gar ganzer Sippen erzählt. Vor allem trollische Zauberwirker sind auch Schriftkundige.

 

 

Weltsicht und Glaube

Die Trolle sehen sich als die Kinder Raschtuls und Geschwister der Riesen und haben das Selbstverständnis eines Volkes, das fast von Anbeginn da war, das wiederholt von jüngeren, unreifen Spezies verdrängt wurde, dem es aber immer wieder gelang, erneut an Stärke zu gewinnen und wiederholt die Geschicke des Konti­nents zu dominieren. Sie bewahren Erinnerungen und Artefakte aus Zeiten, die für die jüngeren Spezies eine unbestimmte Vorzeit bilden. Anders als bei den jüngeren Spezies konnte auch der Kataklysmus ihr Wissen über die Vergangenheit nicht vollständig auslöschen.

Tatsächlich reicht das kollektive Gedächtnis der Trolle in der Geschichte sehr weit zurück. Sie erinnern sich sehr gut daran, dass die Unsterblichen sie wiederholt für ihre Zwecke manipuliert, ihnen ihre Unterstützung ver­wei­gert, sie bekämpft und sie verraten haben. Sie erinnern sich an das Schicksal Kerbholds, des Hohe­priesters des Namenlosen. Manche Trolle betrachten es als Mahnung, den Göttern keinen Anlass zu wei­teren Richtersprüchen zu geben, doch die Mehrheit denkt voller Zorn daran zurück. Götter unterscheiden die Trolle in Sumugeborene und Himmelsgötter. Letztere gelten ihnen als strafende und rächende Mächte, die im Zorn ihren Stammvater Raschtul und die rebellische Marhyna niederwarfen. Sumu und ihren Kindern indes sind sie eher zugeneigt, und so gibt es eine ganze Reihe von Trollen, die sich als „Begleiter der Erdenmutter“ be­trachten und glauben, dass die große, langsame Göttin gerade auf dem Weg zu ihrem Geliebten ist, der sehnsuchtsvoll auf sie wartet. Dies beinhaltet die Annahme, dass die Trolle wieder eins mit der Erdenmutter werden, wenn sie sterben, und dann wieder Teil des göttlichen Ganzen sind. Solange sie jedoch auf ihr wandeln, komme ihnen die Aufgabe zu, sie vor allem zu schützen, was sie entstellen könnte.

Doch auch der Glaube an die Erdenmutter wurde im Zehnten Zeitalter erschüttert, als die Trolle sich mehr­heitlich dem Zweiten Reich von Marhynia anschlossen und sich dem Namenlosen verschrieben. Der Kata­klysmus tötete viele Trolle und raubte ihnen das Wissen über die Trollpfade. Manche Trolle sehen dies als gerechte Strafe für ihren Frevel, andere betrachten es als feige Schandtat, die sie erst recht in die Arme des Widersachers getrieben hat. Tatsächlich hat die Verehrung des Namenlosen unter den rakshazarischen Trollen niemals eine öffentliche Ächtung erfahren und gilt daher nicht als besser oder schlechter als jede andere Form der Götterverehrung. Gemeinsam ist den Trollen das Bedürfnis, das Wissen über die Trollpfa­de zurückzuerlangen. Für die einen ist es mit dem Wunsch nach Sühne und Buße verbunden, für die ande­ren mit dem Willen, das zurückzuerlangen, was die Erdmutter ihnen zu Unrecht genommen hat. Da sich der Namenlose auch Trollen unter falscher Identität offenbart, kommt es bisweilen vor, dass Trolle einer Gott­heit Respekt zollen, hinter der sich in Wahrheit der Widersacher verbirgt, ohne Kenntnis von seiner wahren Identität zu haben.

Trolle und Brokthar verbindet ein nahezu unversöhnlicher Hass. Die Trolle haben sehr genau realisiert, dass Rondra, die strafende Himmelsgöttin, die Brokthar erschaffen hat, um gegen sie und andere riesländische Völker zu kämpfen und ihren Platz einzunehmen. Auch gelten ihnen die Brokthar als schwacher Abglanz ihrer selbst. Kaum eine Begegnung zwischen Troll und Brokthar endet nicht in Gewalt, ganz gleich, ob es sich um Cromor-Brokthar, Amhasim oder Ronthar handelt. Entsprechend gelten die Trolle den Brokthar als Feinde ihres Glaubens und werden, wo immer man ihrer habhaft wird, gejagt und getötet.

Der Sage nach werden tote Trolle bisweilen zu Stein, doch vermutlich wurden hier Rituale der trollischen Pfadmagier missverstanden. Tatsächlich gibt es steinerne Begräbnishügel, Trollgräber aus Stein, in denen Verstorbene zur letzten Ruhe gebettet werden. Im Tal der Klagen gibt es unzählige Trollgräber, die dank der Inschriften, mit denen sie versehen werden, einen beeindruckenden Blick in die trollische Historie erlauben.

Sitten und Bräuche

Viele Trolle sind Sklavenhalter, wobei die Besonderheiten gelten, die im Buch der Helden ab S. 184 für die Trollsklaven unter den Legiten geschildert sind.

Ihren Artgenossen gegenüber sind die Trolle meist sehr freundlich und friedlich gestimmt, und zwar selbst dann, wenn diese andere Überzeugungen vertreten oder einem anderen Glauben anhängen. Fremden Autoritäten beugen sie sich nur ungern, doch ist etwa unter den Gamkaltor-Trollen das Amt des Königs allgemein anerkannt. Die Trolle sind sich der Notwendigkeit, dass ein Gemeinwesen von der Größe Gamkal­tors, das außerhalb der Stadt nirgendwo sonst im Riesland vorkommt, eines ordnenden Faktors bedarf, da sonst die widerstrebenden Interessen der stark individualistisch geprägten Trolle ein zu großes Gegenein­an­der erzeugen.

Trolle neigen dazu, ihren Tagesablauf zu strukturieren und dabei festen Ritualen zu folgen. Viele von ihnen beginnen den Tag mit dem Verfassen einer Chronik des Vortages, wobei sie mittels ihrer Raumbilderschrift ihre bevorzugte Umgebung zu einer Art Tagebuch ausformen. Mittags opfern sie der Erdenmutter oder dem Namenlosen. Mit Hilfe dieser Opfer hoffen die Trolle, das Gleichgewicht der Elemente bewahren oder wiederherstellen zu können, weshalb sie in der Regel abwechselnd von jedem der sechs Elemente opfern. Als Opfer ist alles geeignet, was sich dem jeweiligen Element zuordnen lässt: Lebewesen, Edelsteine, Edel­metalle, ein großes Feuer oder ein großes Stück Eis. In der Regel hat ein Troll einen festen Platz für die Opfer, doch begnügt er sich auf Reisen auch oft mit einem improvisierten dunklen Altar. Abends räumen Trolle ihre Umgebung auf, sie ordnen das Chaos, das der Tag mit sich brachte, wie sie selber es ausdrücken.

 

Handwerkskunst

Die Trolle bewahren das Geheimnis des Stahls und hüten es eifersüchtig. Selbst ihre Sklaven dürften bei der Verhüttung und Verarbeitung von Eisenerz nicht zusehen. Innerhalb der Trollgesellschaft handelt es sich jedoch um ein offenes Geheimnis, das ohne größere Schwierigkeiten erworben werden kann.

Trolle sind an nahezu sämtlichen Rohstoffen interessiert und konkurrieren teilweise stark darum. Metalle werden zur Fertigung von Bauwerken, Rüstungen, Waffen, Werkzeugen und Kunstwerken benötigt, Steine und Lehm für Bauten und Gräber. Pflanzen und Tierhaut werden zu Stoffen, Tuchen und Leder verar­beitet. Edelsteine kommen nahezu überall als wertvolles und farbenprächtiges Zierwerk zur Anwendung.

 

Tracht und Bewaffnung

Anders als aventurische Trolle, die sich meist in Felle und Pelze kleiden und weder geschneiderte Kleidung noch Rüstungen besitzen, verfügen rakshazarische Trolle über ein weit größeres Repertoire. Vor allem wilde Bergtrolle oder Trolle der Ebenen in den Ödländern sind bisweilen nackt und tragen nur eine große Steinaxt als Bewaffnung. Die Gamkaltor-Trolle indes sind meist schwer gepanzert, schützen ihre wichtigsten Körper­partien mit Stahlplatten, tragen Stahläxte oder sogar eine Klinge, die einem Schwert ähnelt. Seine Rüstung verbrigt ein Troll unter für seine Verhältnisse fein gegerbten Fellen größerer Tiere, die auf einen Menschen dennoch grobschlächtig wirken. Solche Gewänder werden auch als Alltagskleidung getragen. Seltener sind Knochengewänder oder fein gearbeitete Ganzkörperrüstungen. Beide sind in der Regel Zierwerk oder wer­den nur zu offiziellen Anlässen getragen. Als Festgewänder kommen jedoch auch glatte Stoffgewänder zum Einsatz, welche so fein sind, dass trollische Hände sie nicht formen können – dies ist eine Arbeit für die fingerfertigsten unter den Trollsklaven. Festtagsgewänder werden meist reichhaltig mit Edelsteinen besetzt, was nicht nur den Reichtum eines Trolls symbolisiert, sondern auch seine Verbundenheit mit dem Erz zum Ausdruck bringt. Die „Gnarra-Knock“, die trollischen Pfadmagier, verzichten in der Regel auf das Tragen von Kleidung, doch tragen manche von ihnen die Schrumpfköpfe besiegter Zauberkundiger als Kette um den Hals. Erscheint ein Gnarra-Knock auf einem Fest, beschwört er dazu je einen Elementar jedes der sechs Elemente und hüllt sich darin ein. Ein aufwändiges und gefährliches Unterfangen, das dem Pfadmagier indes die volle Aufmerksamkeit der anderen Trolle sichert.

 

Magie

Die „Mondmacht“ gilt den Trollen als Gabe der frevlerischen Marhyna. Wer sie erhält, dem sind Macht und Einfluss gewiss, doch trägt er auch große Verantwortung. Dies umso mehr, als sie seit dem Kataklysmus äußerst gefährlich geworden ist. In früheren Zeitaltern haben Trolle überdurchschnittlich viele Zauberkun­dige hervorgebracht, doch in der Gegenwart sind trollische Magiebegabte selten geworden. Oft findet ein solcher Troll nicht einmal einen Lehrmeister, der mit ihm sein Wissen teilt, und dann verbreitet er allerlei Chaos in seiner Umgebung. Dazu zählt nicht nur der unkontrollierte Ausbruch magischer Kräfte, wie man ihn auch von anderen nicht ausgebildeten Magiebegabten kennt, sondern zusätzlich auch dessen Folgen in Form von Kritische Essenz-Effekten. Die Seltenheit trollischer Zauberer hatte aber immerhin den positiven Nebeneffekt, dass die Trolle den Kataklysmus einigermaßen unbeschadet überstanden haben.

Trollmagie basiert häufig auf dem Spiegelprinzip („Was wir im Außen erleben, spiegelt unser Inneres“), was wohl auch erklärt, warum trollische Zauberer, auch „Gnarra-Knock“ genannt, eine immense Begabung für Illusionsmagie zu haben scheinen und sich ebenso auf das Formen von Unbelebtem oder von Lebewesen verstehen. An magischen Knotenpunkten errichten Trollmagier bisweilen Stelen, Menhire und sogenannte Trolltische. Das Tal der Klagen ist im Umfeld Gamkaltors übersät davon, die Steinkreise in der Nähe der Nebelauen scheinen indes nicht trollischen Ursprungs zu sein.

Eine Schlüsselrolle in der Magie der Trolle nehmen Graurm (magische Artefakte) ein. Die Trolle sind – oftmals seit Jahrtausenden – ihre Hüter und Wächter und versuchen sie vor dem Missbrauch Unwür­diger zu schützen. Dies umso mehr, als der Einsatz der meisten Artefakte wegen der unberechenbaren Aus­wirkungen der Kritischen Essenz als entsetzlicher Frevel gilt, der um jeden Preis verhindert werden muss.

Trollische Pfadmagier gelten als Mittler zu den Mysterien der Geisterwelt, den Ahnen und den Elementen, vor allem zum Erz. Wenn ein Pfadmagier eines der seltenen magiebegabten Trollkinder als Schüler annimmt, ist dies für beide Seiten eine Verpflichtung, die bis an beider Lebensende gilt. Sofern der Schüler nicht ohnehin das leibliche Kind des Pfadmagiers ist, wird es rituell adoptiert und nimmt den Namen seines Lehrers an. Für die Trolle ist dies eine Versinnbildlichung unsterblichen Wissens ebenso wie unsterblicher Verantwortung, welche die gesamte Ahnenreihe umfasst. Ein Pfadmagier nimmt im Laufe seines Lebens selten mehr als einen Schüler an. Der Schüler ist dabei der wichtigere Teil, mit dem die Zukunft stirbt. Der Meister indes ist dem Wohl des Schülers mit seinem eigenen Leben verpflichtet, kann doch im Notfall selbst der Geist eines toten Lehrers weiterhin um Ausbildung gebeten werden.

Weibliche Trolle verfügen meist über etwas schwächere Magie, sind dafür aber größer an der Zahl. Sie schließen sich bisweilen zu Schwesternschaften zusammen, um gemeinsam große und langwierige magi­sche Gewerke zu spinnen.

Darstellung

Ein Troll ist eine urgewaltige Macht, wie die Riesen oft eher Teil der Landschaft als einer ihrer Bewohner. Obwohl Trolle über gewaltige Kräfte und eine daraus resultierende Zerstörungskraft verfügen, setzten sie diese recht dosiert ein, sofern sie nicht in Trollwut geraten. Sie verlassen sich lieber auf die schiere Wirkung ihrer beeindruckenden Gestalt oder bedienen sich der Instrumente der Überredungskunst oder der Mani­pulation.

Für die Vertreter kleinerer Völker ist es schwierig, einen Troll als Gefährten zu gewinnen. Trolle behandeln einen „Winzling“, der vorgibt, ein freies Individuum zu sein, meist mit schier unerträglicher Arroganz, und zwar selbst dann, wenn sie in hoher Unterzahl sind. Wenn ein Troll nicht gleich versucht, ihn zum Sklaven zu nehmen, lässt er doch in aller Regel keinen Zweifel aufkom­men, dass er den Kleinling als sein Eigentum be­trach­tet, dem er nach seinem Gutdünken Befehle erteilen kann und von dem er niemals eine Weisung entgegennehmen würde. Mit Brokthar aller Art verbindet den Troll ein unversöhnlicher Hass, doch ver­schafft ihm ein Broktharsklave hohes Ansehen, weshalb er womöglich überredet werden kann, den verhass­ten Gegner nicht sogleich zu töten. Freundschaften zwischen den beiden Spezies sind extrem selten, man kann sie im gesamten Riesland an den Fingern einer Hand abzählen.

Hat die Gruppe sich einmal der tatkräftigen Unterstützung eines Trolls versichert, so wird diese rasch unent­behrlich, und das ist etwas, das ein Troll ganz genau weiß. Insbesondere trollische Pfadmagier können für kleinere Rakshazaris zur tödlichen Bedrohung werden.

 

Typische Namen

 

Männlich: Durroklutsch, Veldarbrotsch, Galdunoblom, Verrachtom, Sinadakrosch, Terohrum, Aldbahasch, Zerdogusch, Pardiohom (Trollnamen beginnen oft mit Konsonanten und enden stets auf -sch, -um oder -om)

 

Weiblich: Trulablem, Zulinobra, Ultia, Rukmur, Pumgora, Woschra, Jonku (Trollfrauen haben kein einheitliches Namensschema, nur eine Vorliebe für die Buchstaben „o“ und „u“. Einen Kosenamen zu finden ist dagegen recht einfach: Man hängt einfach ein -schel an den Namen an).

 

 

Was denken Trolle über…

 

Riesen: „Kaum ein Riese gleicht dem anderen. Das macht den Umgang mit ihnen schwierig. Einige sind wah­re Freunde unseres Volkes, andere eine tödliche Bedrohung. Dass sie uns den Zugang zu ihrer Stadt Sumu­tul verweigern, sorgt unter den Trollen für einigen Unmut, doch lohnt es sich, im Dialog mit ihnen zu blei­ben. Im Tal der Klagen haben wir uns zum Glück recht gut mit ihnen arrangiert.“

Yetis: „Allen Riesenartigen wohnt der Humus inne. Zyklopen, Monaden und Vulkanschrate teilen sich das Feuer. Das Erz ist uns mit den Ogern gemein. Die Yetis indes sind die einzigen, die das Eis in sich tragen. Das verleiht ihnen zu große Macht und bringt das Gleichgewicht der Elemente in Gefahr.“

Menschen (ohne Nedermannen): „Erstaunliche Wesen. Sie sind nicht aus Stein geformt und sie tragen kein Fell und sind dennoch von überraschender Anmut und Schönheit. Doch fehlt es ihnen an Langlebigkeit, Zähigkeit, körperlicher Kraft und Durch­haltevermögen, weshalb sie als Sklaven nur bedingt geeignet sind. Es ist notwendig, stän­di­gen Nachschub sicherzustellen. Zum Glück sind sie recht vermehrungsfreudig.“

Nedermannen: „Hässlich, schwach und dumm – und von bitterem Geschmack. Nicht einmal als Sklaven zu ge­brau­chen.“

Gunnarmannen: „Gunnar-was? Das sind doch stinknormale Menschen, oder? Lohnt im Augenblick nicht, sie zu versklaven, das nächste Lager ist 600 Meilen entfernt.“

Orks im Allgemeinen: „Gute und zähe Arbeiter, aber mit einem rebellischen Geist verflucht. Doch wir wissen schon, wie wir sie unter Kontrolle halten.“

Weißpelzorks: „Primitive Wilde, eine Schande für das stolze Volk der Orks. Wären sie nicht so viele, würden die anderen ihnen kaum gestatten, sich zu den ihren zu zählen.“

Faulzwerge: „Körperlich zu kaum einer Arbeit zu gebrauchen. Aber unzweifelhaft mit Geist und Erfindungs­reichtum ausgestattet, und vom Bergbau verstehen sie auch etwas. Es schadet daher nicht, den einen oder anderen von ihnen unter seinen Sklaven zu haben, vorausgesetzt, man wendet ihnen nie den Rücken zu. Einige von ihnen verstehen sich auf Handel und Diplomatie, und diesen wenigen gestatten wir, nach Gam­kaltor zu kommen und Handel mit uns zu treiben.“

Donari: „Hässliche Kreaturen, die uns die Trollpfade gestohlen haben. Doch werden ihre Festungen sie auch nicht davor bewahren, dass wir zurückerobern, was uns gehört.“

Grolme: „Oh, so ein niedliches kleines Männchen. Ups, jetzt bin ich versehentlich draufgetreten. Tschuldi­gung.“

Tharai: „Ein wahres Vielzwecklebewesen. Ein zäher und ausdauernder Arbeiter, Kanonenfutter für die Schlacht, oder ein Abendessen für eine vierköpfige Familie.“

Brokthar: „Schwacher Abklatsch meines Volkes, kriechender Diener der strafenden Himmelslöwin, was bist du? Opfer oder Sklave?“

Trolle des Ostens: „Pack. Haben alles vergessen, was das Trollsein ausmacht, und führen sinnlose Ausein­an­dersetzungen mit den Orks, die für uns Sklaven sind, keine Gegner. Sollen sie bleiben, wo sie sind, unsere Aufgabe ist hier, und wir werden sie ohne ihre Hilfe erfüllen.“

Trolle des Südens: „In ihnen steckt der wahre Abenteuergeist. Sie bilden dort eine absolute Minderheit, und dennoch gelingt es ihnen, uns mit großen Mengen südländischer Sklaven zu versorgen. Das ist wahres Heldentum.“

Südländer: „Alle verrückt, egal ob Echse oder Humanoid. Haben mehr Kulte da unten als wir hier Steine.“

Wie gesagt, der Archetyp ist in der Mache und wird bald hier Hochgeladen. Stay Tuned!

Ein Gedanke zu „EPIC! Trolle und Riesen als SC

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