Blog-O-Quest #31: Schwerter und Kanonen – Der Troll zieht blank

Die aktuelle Queste kommt von runway61. Da ich im Herzen ja ein gaaanz fieser Troll bin, werde ich, in Gedenken an einen kleinen Fehler, die Fragen beantworten, ohne die jeweilige Frage zu nennen.Seit Ewigkeiten bin ich Mitglied in einem Schützenverein. Ich bin, das darf ich mit aller Bescheidenheit zugeben, nicht schlecht, was den Umgang mit einem Luftgewehr angeht. Ich war schon ein paar mal Vereinsmeister und auch schon zweimal Schützenkönig.

Das ist jetzt kein großes Wunder. Ich stamme aus einer Schützenfamilie. Mein Vater war Gründungsmitglied des örtlichen Schützenvereins, mein Bruder schießt in der A-Mannschaft Dingolfings. Bei uns hing früher an der Treppe zum Troadbon (Lagerraum für Getreide) ein Daisy-Luftgewehr,meine ersten Schießübungen hab ich mit acht (?) gemacht. Bundeswehr und Panzer und so ein Zeug waren dann in meiner Jugend aktuell, wie bei wahrscheinlich dem größten Teil der männlichen Zielgruppe in den 90gern. Ich hatte sogar das Bundeswehrmagazin im Abo.

Gedient aber habe ich nie. Im Gegenteil, ich bin stolz aus einer Familie zu stammen, die seit drei Generationen keinen Soldaten hervorgebracht hat. Nicht mal mein Großvater musste dienen. Ein Teil meiner „Waffenerziehung“ war nämlich auch der Spruch, dass man nie auf Menschen und Tiere zielt, geschweige denn schießt. In unserer Familie gibt es auch keine Jäger oder Wilderer.

Mein Interesse für Blankwaffen kam dann mit dem Rollenspiel. Ich wollte wohl schon mit 15 eine gewisse Individualität und Varietät in die Ausrüstung meiner Helden bringen.

Waffen besitze ich, wie 90% der Bevölkerung, nicht. Ich bin der Meinung, das Waffen am besten in den Waffenschränken der Schützenvereine aufgehoben sind und zuhause nichts zu suchen haben.

Ich bin DSA-Meister. War ich schon immer. Momentan bin ich aber weniger Meister sondern mehr Autor. Ich habe aber auch Shadowrun-Erfahrung (SR3), hab auch schon CoC gespielt. Aber mein Herzblut, das hängt an DSA. Trotzdem werde ich versuchen, die Fragen aus einem universaleren Blickwinkel zu betrachten.

 


Eine breite (verschiedene Waffengattungen) und tiefe (verschiedene Modelle) Waffenliste ist für mich als Spieler und Meister schon wichtig, gibt es mir doch die Möglichkeit, meinen Helden individuell auszugestalten. Dabei ist es in meinen Augen wichtig, das die Waffen verschiedene Stats haben (wie in Splittermond und in DSA5). Ist das nicht der Fall, dann läuft es über kurz oder lang darauf hinaus, dass alle Krieger mit Andergastern durch die Lande ziehen, weil die Waffe im Ernstfall einfach den meisten Durchschnittlichen Schaden austeilt. Ich hatte gaaaanz am Anfang meiner Meisterkariere mal eine Heldengruppe, die hatte zwei Vinsalter Krieger (da gabes in DSA3 die meisten Boni), die mit Andergastern durch die Gegend gezogen sind (des Schadens wegen). Andere gute Waffen oder Waffen, die zu ihrem Charakterkonzept besser passten, wurden ignoriert. Brach einmal ein Andergaster, so wurden alle Waffenhändler der Umgebung nach einem Ersatzandergaster abgegrast, auch wenn man gerade irgendwo in Brabak oder Al’Anfa war.

Wir vom Rakshazar-Projekt haben ja auch unser Waffenbüchlein herausgebracht. Da war der Ansatz ein weinig anders als bei Waffenbüchern so üblich. Normalerweise sind Waffenbücher ja so aufgebaut, das es ein Kapitel für die Nahkampfwaffen gibt (die bei dem bestem Waffenbüchlein ever, der Kaiser Retos Waffenkammer, nach Gattung unterteilt waren und nicht nach Alphabet) und eins für die Fernkampfwaffen und dann noch eins für Belagerungswaffen. Wir haben erstmal versucht, die verschiedenen Technologielevel mt Grundwaffen abzubilden (die Geröllkeuel für die Steinzeit, das Tropfenschwert für die Bronzezeit, das Eisensax für die Eisenzeit), dann haben wir für jede unserer Kulturen eigene, kulturspezifische Waffen entwickelt. Das Hat für mich als Autor und Meister durchaus Vorteile: Ich will einen Reiternomaden-NSC mit typischen Waffen ausstatten. Ich weiß, dass die Reiternomaden Rakshazars das Technologielevel Bronzezeit haben. Ich such mir also alle Bronzezeitwaffen und alle Sankritarenwaffen heraus und habe da schon eine schöne, breite Palette an Möglichkeiten, einen NSC individuell und weit weg vom Krummsäbelschwinger auszustatten. Auch Axtwedler sind da möglich.

Die optimale Waffenliste eines_r Helden_in ist drei Waffengattungen groß. Man braucht eigentlich nur einen Blick zu Spielen wie PUBG werfen, um die ideale Waffenliste zu erleben.

  1. Eine Notfallwaffe für den Nahkampf (ok. bei PUBG sind es zwei. eine Pistole und die Bratpfanne), falls die Muni für die anderen Waffen alle ist oder man ein Schwert grade nicht verwenden kann, weil man sich in einer engen Höhle befindet. Im Fantasy ist das oft ein Dolch. Ein Schlagring tut es aber auch. Die vielleicht coolste Kombination wäre ein Apatche.
  2. Die Hauptwaffe. Die Waffe, mit der man in die Endzohne einziehen will. AKM oder M16A4. Im Fantasybereich sind das Äxte, Schwerter usw.
  3. Die Distanzwaffe, mit der Gegner über große Entfernungen hinweg bekämpft werden können. Scharfschützengewehre hüben und Elfenbögen drüben.

Diese drei Waffenarten braucht imho jeder_e Held_in. Womit wir wieder beim Wüstenkrieger mit der Wikingeraxt wären.

Bei manchen wird dieser Char blankes Entsetzen hervorrufen. Das pöse pöse Wort vom Powergaming wird die Runde machen. Das ist aber als erste Reaktion nicht schlimm, in diese Fälle wäre ich fast auch gestolpert. Als zweite Reaktion sollten aber dann zwei Fragen gemeinsam mit dem_der Spieler_on geklärt werden:

  1. Warum? Geht es nur um den Schaden, den die Axt anrichtet oder steckt ein ausgeklügeltes, mir als Meister_ in noch unbekanntes Charakterkonzept dahinter? Es könnte ja sein, das der_die Spielerin das Kind eines Warägnergardisten oder eines Wikingers spielen Der in der Hafenstadt am Rande der Wüste gestrandet war. Vielleicht lässt sich der_die Spieler_in sogar auf ein paar Nachteile ein, etwa einen feuerroten Bart oder fehlende Hitzeresistenz.
  2. Stört es mich in meiner meisterlichen Interpretation der Spielwelt, dass da eine Wikingeraxt in den Händen des Wüstenkriegers ist? Wenn Ja, dann lässt sich auch dieses Delemma lösen: man erfindet halt eine entsprechende Waffe mit den Schadenswerten für diesen Kulturkreis. Das kann der überschwere Eunuchemsäbel sein oder das Henkersbeil des Sultans oder, oder oder.

Kommen wir nun zu den Schusswaffe und der, zumindest in DSA, uralten Frage: Peng  oder Ploing bzw Schusswaffen im Fantasy bzw. Fäntelalter. Warum nicht? Ich glaube, das ganze ist eher eine Frage des Balancing der Waffen. Zumindest in Teilen des DSA-Kosmusses wurden ja auch Schusswaffen eingeführt: in Myranor und Tharun gibt es Kanonen und Handbüchsen. Wenn man die Realität als Vorlage für Mittelalter-Fantasysettings zu Grunde Legt, dann sähe auch gut für die Pro-Peng-Fraktion aus. Spätestens ab 1546 gab es überall auf der Welt Arkebusen als Teil der Heere. Trotzdem wurde hauptsächlich mit Schwert, Speer und Reiterei gekämpft. Grund hierfür war, das die Dinger zwar unglaublich laut, aber auch verdammt schwer, unhandlich und ungenau waren. Über die Schussgeschwindigkeit brauchen wir keine Worte verlieren.

Einen Schritt weiter gehen übrigens Fantasysettings, die Laserwaffen, Baster und Alienwaffen in die Welt einführen. Ich hab mich ja darüber schon mal ausgelassen. Grund damals war das LetsPlay zu Borbarads Fluch, das ja jetzt wieder aufgelegt wird. In der Iron-Gods-Kampagne ist es sogar höchst wahrscheinlich, dass die Helden_innen Alientechnologie in ihre Finger bekommen.

Genau für solche Waffen, bei denen auch noch die Muni schwer zu bekommen ist, würde ich den Munitionsverbrauch mitnotieren. Bei normalen Bogenpfeilen wäre mir das Als Meister ganz ehrlich zu viel Aufwand für zu wenig Spielerlebnis.


Waffen, besonders besondere Waffen, spielen im Fantasybereich eine wichtige Rolle, und sei es als McGuffin. Hier eine Auflistung nur für den Bereich DSA:

Eine besondere Waffe hat das persönliche Schwert der Göttin Rondra, ein zweihänder 4W+12 gespielt. Den fand ich (ein Unbedarfter DSA3 Elf) mit meiner Gruppe in einem rattenverseuchten Dungeon. Das Abenteuer war sooo grottig, das ich mich entschloss, gegen den Meister zu rebellieren, selber Meister zu werden und viel besser Abenteuer zu leiten und zu schreiben.

 

 

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