Karneval der Rollenspielerblogs Juni 2018: First Contact oder vom Einsteige(r)abenteuer – Der Abschlussbeitrag

So, der Monat ist um, Zeit, um nachzusehen, was so zum Thema geschrieben wurde.

Den Anfang habe ich gemacht. Ich habe mir das Abenteuer „Die Höhle des Seeogers“ vorgenommen. Für mich ist es das beste Einsteigerabenteuer für DSA, sowohl für Meisterinnen als auch Spielerinnen. Nebenbei: ich habe da eine kleine Kontroverse bezüglich des Gendern angestoßen. Anscheinend schadet das Gendern der Lesbarkeit. Nun, ich habe den Beitrag bearbeitet und nutze nun das generische Femininum. An die, die sich dadurch angepisst fühlen: You’r welcomme!

Auch der Schwarzwaldschrat hat sich ein Einsteigerabenteuer vorgenommen und rezensiert. Day of the Oktopus für Marvel Super Heroes von 1984. Ich bin dadurch so richtig neugierig auf das System geworden und hab mir gleich mal frei verfügbaren Bücher besorgt. Da Superheldenrollenspiele gerade ein Ding zu sein scheinen, sollte ich da mal ein Auge reinwerfen…

Seanchui goes Rlyeh rezensiert ein Einsteigerabenteuer für CTHULHU. Nachts im Schwarzwald war auch mein erstens CTHULHU-Abenteuer. Ich erinnere mich noch mit Grauen daran. Was mir damals negativ aufgestoßen ist: Ich hab irgendwie den Plot nicht verstanden. Der Bus bleibt liegen, wir latschen zu dem Gasthaus, werden auf unsern Zimmern eingestellt, brechen aus, das Gasthaus brennt ab und wir lernen im nächsten Ort, dass das alles vor 40 Jahren passiert ist? Wirr, aber nicht wirr genug. Für mich waren das zu viele Plotlöcher. Apropos Plotlöcher… dazu gibt es hier einen tollen Podcast.

Auch blut_und-glas auf d6idears liefert mit seinem Karneval der Archive einen Überblick über ein paar ganz besondere Einsteige(r)abenteuer. Wobei die Drachenhöhle imho eher ein Einsteigeabenteuer als ein Einsteigerabenteuer handelt. Da braucht man schon etwas mehr Erfahrung, um so was spielen oder meistern zu können.

Zwar offiziell nicht Teil des Karnevals, aber vom Thema her passend ist der Beitrag von den Teilzeithelden. Die haben nämlich die ersten vier DSA-Abenteuer überhaupt rezensiert, und zwar als Teil der Kaiser-Retro-Box. Aus heutiger Sicht passen die Abenteuer teilweise nicht mehr nach Aventurien. Als Einstieg ins Rollenspiel waren sie aber vor 34 Jahren wichtig und es ist toll, sie in neu bearbeiteter Form wieder zu entdecken.

Nerds-gegen-Stephan hat sich „Im Rücken des Feindes“ für Splittermond vorgeknöpft. Das Abenteuer ist Teil der Mondsplitter-Reihe, einer Reihe von Einsteigerabenteuer für die gelungene Splittermond-Einsteigerbox. Das Fazit zitiere ich hier mal schnell:

Fazit: Das fünfte „Mondsplitter“-Heftchen „Splittermond: Im Rücken des Feindes“ (Link) bietet ein gelungenes, abwechslungsreiches OneShot-Abenteuer. Selbst EinsteigerspielleiterInnen sollten es hiermit problemlos schaffen, eine Heldengruppe einen Spieleabend lang hervorragend zu unterhalten :-)

Mich hat ja bisher so ein bischen das Cover abgeschreckt, mir mal das Abenteuer zu Gemüte zu führen. Nach dieser Rezension und den euphorischen Bemerkungen von Tagschatten, der aus dem Abenteuer eine Queste für eine Fantasy-SciFi-Post-und-Prä-Endzeitkampagne machen will, muss ich mir das Abenteuer doch mal genauer ansehen.

Bei Engors Dereblick ging es um das erste Abenteuer, das ich spielte und gemeistert habe: Der Schwarze Turn aus dem Buch der Abenteuer, dem Einsteiger-Abeneiersammlung der 3. DSA-Version. Mit mir als Meister haben das Abenteuer damals, vor 23 Jahren, mein Bruder und meine Eltern. Das hatte dann später zwei riesen Vorteile: mit  meinen Bruder hätte ich schon einen Mitspieler gefunden (Timor, den Streuner) und meine Eltern waren ganz froh, dass ich ein kreatives Hobby gefunden hätte, bei dem ich nicht vor dem C64, dem Fernseher oder der Bierflasche versumpft bin. Das Abenteuer hab ich dann insgesamt fünf mal geleitet. Was mich aus heutiger Sicht an dem Abenteuer stört ist der unendliche Strom an Skelettkriegern und das unbesiegbare Monster, dass dann saublöderweise im unterirdischen Fluss vergeht.

Blutiger Tribut war das erste Abenteuer für Rakshazar ever. Geschrieben wurde es von unserem Yanken, einem Riesländer der ersten Stunde. Hier habe ich es nochmal angeschaut.

Gleich drei Einsteigerabenteuer zu Herr der Ringe nach dem CODA-System bespricht Spiele im Kopf. Schade, das Deciper damals nicht mehr Erfolg beschienen war. Von den drei Szenarien sind zwei etwas problematisch, beim einen kämpft ein NAC den Endkampf, das andere ist total unspannend. Die beste Kritik bekommt das bodenständige „Jäger aus dem Osten“. Auch für Star Trek gibt es hier drei Einstiegsabenteuer zu bewundern. Meins ist ja DS9. Der letzte Beitrag dreht sich um Munchkin D20. Ich kannte das Kartenspiel, dass es das auch als Rollenspiel gab, war mir nicht bewusst. Macht aber Sinn. Passend zum Thema Powergaming (Munchkin war für mich immer eine Parodie auf Powergamer): der neue Eskapodkast.

Wenn du meist, es geht nicht mehr, kommt noch d6idears her und zaubert mal locker flockig, mit Hilfe der sechs Fragen zur Juni-Blog-O-Queste ein Einsteigerabenteuer her.

Ich hab ein wenig in den Kellern des Internets gestöbert. Roacheware hat 2013 mal einen Beitrag gepostet, der hier auch passen könnte. Zeit, die Colts rauszuholen und den Zug gen Santa Fe zu nehmen.


Fate ist Scheiße, weil für die einzelnen, ziemlich guten, Settings (Bergungskreuter Möve, Masters of Umdaar, Die Geheime Welt der Katzen) nur Einsteigerabenteuer und ein paar Settings nichts weiterführendes gibt. Da ist nach dem Einstieg schon Schluss. Warum sollte ich das dann überhaupt spielen?

Es ist doch immer gut, einen Karneval mit einer provokanten These zu beginnen. Timberwere hat gleich darauf die passende Antwort parat. Anscheinend bietet Fate doch genügend Stoff für Kampagnien, die über die mitgelieferten Einsteigesettings hinausgehen, besonders wenn Serien oder Bücher die Vorlage liefern. Apropos Vorlage… Timberwere, hast Du meinen Beitrag zum (un)toten Cowboy schon gelesen? Wäre der was fürs nächste Monster-of-the-Weak?

Natürlich musste ich meine These auch weiter ausführen. Als echter Troll bin ich natürlich stolz für die Prügel, die ich für meinen, zugegeben, frechen Artikel bezogen habe. Aber immerhin habe ich auch etwas gelernt:

  1.  Es gibt sowohl Fate-Settings, in denen es Folgeabenteuer gibt (Eis & Dampf sowie Malmsturm)
  2. Es gibt anscheinend auch Einsteigermeisterinnen, die von Anfang an alle Abenteuer selber schreiben.
  3. Es gibt mittlerweile so viele Fate-Settings, dass Fans locker mal ein Abenteuer für ein bestimmtes Setting (z.B. Scherbenlande) schreiben könnten.

Meine kontroverse These nahm der FateCast zum Anlass, die Produktpolitik von Evil Hat unter die Lupe zu nehmen.

In letzter Minute kam der wohl beste Beitrag zu diesem Thema rein. Endlich hat es jemand geschaft, die Idee hinter Fate kurz und knackig zu formulieren und damit ohne lange Worte und endlose Schachtelsätze, wie sie mir manchmal zu Eigen sind, meine These gekonnt zu wiederlegen.

Spieler und Leitung sind proaktiv und kollektiv bei der Welterschaffung und können jederzeit über Aspekte, welche immer wahr sind, diese gemeinsame Welt ändern – wenn es sein muss auch, in ihren Grundfesten. [Das typische „Meine Gruppe hat Kaiser Hall getötet“ Problem von DSA. Anm. d. Trolls][…]

Fate ist ein Spiel, welches darauf setzt, dass alle am Tisch die Welt aktiv formen und sich nicht jeden Grashalm vorkauen lassen, dementsprechend sind typische Fatewelten eher als Spielwiese für eigene Ideen innerhalb dieser als denn als in Stein gemeißelte Bollwerke der Autoren geschrieben und zu betrachten.

Danke, Niniane, fürs Einstellen und Danke Hell van Singen für diesen augenöffnenden Beitrag!


Auch zu Einsteigeabenteuer in neue Regionen habe ich was anzubieten. Hier geht es sogar um ein Abenteuer, dass es so noch gar nicht gibt: „Gunnarmädchen weinen nicht“ wird Bestandteil einer Abenteuersammlung fürs Tal der Klagen. Da der Riesländer, der Autor des Abenteuers, ein langjähriger Freund ist und mit mir gemeinsam an mehreren Abenteuern geschrieben hat. Klar, dass hier die Rezension subjektiv ist.


Fazit: Im Vergleich zu meinem ersten Karneval im Februar sind diesmal richtig viele Beiträge dabei herausgekommen. Das freut mich. Mein kleiner Diskussionsbeitrag zu Fate hat wohl die heftigsten Reaktionen ausgelöst, was zu erwarten und einkalkuliert war. Kurz: ich bin zufrieden.

6 Gedanken zu „Karneval der Rollenspielerblogs Juni 2018: First Contact oder vom Einsteige(r)abenteuer – Der Abschlussbeitrag

  1. schwarzwaldschrat

    >Ich bin dadurch so richtig neugierig auf das System geworden und hab mir gleich mal frei verfügbaren Bücher besorgt.

    Freut mich zu lesen! Meine persönliche Empfehlung ist, sich auf die Original-Basic-Bücher aus der ursprünglichen gelben Box (Campaign Book, Battle Book, Day of the Octopus) zu beschränken. Diese basieren auf Jeff Grubbs eigener Superheldenkampagne und wurden über Jahre ausgiebig spielgetestet, und dampfen alles für klassische Superhelden-RPGs notwendige auf wenige Dutzend Seten ein.

    An Advanced MSH und Revised Basic MSH war Jeff Grubb nicht mehr direkt involviert, und diese Editionen liefern vor allem unnötige Verschlimmbesserungen auf der Basis von Zuschriften, denen das ursprüngliche MSH zu „unrealistisch“ war. Die späteren Editionen liefern zwar einiges an klauenswertem zusätzlichem Material in Form von zusätzlichen Superkräften, Talenten, Ausrüstung, Subsystemen (z.B. Bau von Superhelden-HQs), NSC-Statblöcken und brauchbare Alternativregeln für Resources und Magic, aber die grundsätzlichen neuen Regeln haben den Quark eher breit als stark getreten.

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.