Karneval der Rollenspielblogs: Stimmung – Me? No You!

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Da bin ich wohl jemanden mit meiner Kritik an multimedialen Stimmungshilfsmitteln auf die Prinzessinenfüßchen getreten. Ich hätte die Vorteile, die die Nutzung von mehreren Sinneskanälen bringt, nicht weiterverfolgt, obwohl ich sie anfangs sogar explizit genannt habe. Mimimimi…

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But_und_Glas hat recht. Kind of. Ich habe die Vorteile nicht mehr erwähnt, weil ich zeigen wollte, dass die falsche Wahl der Medien die Vorteile wieder auffressen kann. Dass die Nutzung von mehreren Kanälen Vorteile bring, das ist unbestritten.

Für alle, die nicht wissen, über was wir beiden Rollenspieltheoretiker hier streiten, ein kleiner Exkurs, beginnend mit einem Schock: Die Realität existiert nicht! Alles, was wir als Realität wahrnehmen ist die Interpretation der Signale, die unsere Sinnesorgane empfangen. Die Interpretation findet in unserem Gehirn statt, Basis hierfür sind chemische Prozesse zwischen Zellen unterschiedlicher Hirnareale. Kanäle (ins Gehirn) sind die Sinnesorgane, Ein Medium ist ein Kommunikationsmittel, etwa Sprache oder Lichtreize eines Bildschirms.

Hauptkanal ins Gehirn dürfte das Hören sein, es sei denn, die Gruppe besteht aus Personen mit Hörbeeinträchtigungen, dann könnte das Sehen den Hauptkanal darstellen. Weitere Kanäle sind Riechen, Schmecken, und Fühlen.

Je mehr Kanäle, desto mehr kann das Gehirn an neuen Verknüpfungen erstellen desto besser bleiben Informationen im Gehirn gespeichert – das ist kurz gesagt das Credo des Lernens und abgewandelt je mehr Kanäle desto besser die von uns erschaffene Realität des Rollenspiels (vorausgesetzt, du lässt dich darauf ein, dass die Realität des Rollenspiels von deiner Standardrealität abweichtt. Solltest du annehmen, die Realität des Rollenspiels (Katzenmenschen) ist die Standardrealität… Kontaktiere dann bitte einen Psychiater).

Gehen wir nun positiv an die Sache ran und verbinden wir ein paar Kanäle. Mal schaun, was da an Stimmungvollem rauskommt.

Hören und Sehen: Mein Punkt mit der schlechten Beleuchtung war der Negativpunkt, Battlemaps sind, obwohl ich sie auch kritisiert habe, wenn sie aus zu viel Kram bestehen und den Spieltisch einnehmen, der positive Ansatz. Der Eskapodcast beschäftigt sich damit; Beistelltische sind die Lösung des Platzproblems.

Hören und Riechen: Der Schwarzwaldschrat hat darauf hingewiesen: Kerzen ziehen Sauerstoff und Sauerstoffmangel macht blöd im Kopf. Die Lösung wäre es, mit elektronischen Duftverteilen zu arbeiten. Evtl. muss man hier dann seine eigenen Duftöle mixen. Aber Achtung! Moschus empfindet 1/3 der Menschen als anregend, 1/3 kann es nicht Riechen und für den Rest riecht es nach dem, was es ist: Sackkäse eines geilen Hirschen.

Fühlen und Schmecken: Beutelschneider könnte man aufmotzen, in dem man alle Murmeln Farblos macht und mit Geschmack versieht. Statt roter Murmeln Tabaskogeschmack, grün wird zu Waldmeister, Salz statt blau, Weise Murmeln werden durch welche mit Jogurtgeschmack ersetzt und Schwarze Murmeln durch welche mit Knoblauch.

Wichtig ist, dass einerseits der Hauptkanal nicht zu stark überlagert wird (Musik und Sprache Gleichzeitig) und zweitens die Medien nicht das Spiel stören (Duftkerze mit Mumiengeruch und verrottendem Fisch in CoC. Hebt genau 3 Minuten die Stimmung, danach geht jeder zum Kotzen. Oder schlechte Beleuchtung, weil ich dann meinen Charakterbogen nicht mehr lesen kann).

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Eine Unterscheidung zwischen internen Stimmungshilfsmitteln und externen Stimmungshilfsmitteln sei auch nicht getroffen worden. Das sei ja sooo schwierig, weil es da einige Fälle gebe, die nicht Trennscharf sind…

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Die Trennung finde ich tatsächlich wirklich nicht schwer. Alles, was vom Regelsystem oder dem Abenteuer an Hilfsmittel gestellt wird (Murmeln, Handouts, Simmungshandouts, selbst erstellte Handouts) ist intern, denn es kommt aus dem Rollenspiel selber, alles was zusätzlich von der Meisterin herangezogen wird, um Stimmung zu erzeugen, wie Musik, Gerüche etc. ist extern.

Beispiel: Ein Krimmiabenteuer um die Bernauertorte: Das Rezept der Torte, das dem Spiel beiliegt, wäre intern, die Torte, die der Spielleiter beim Kaffee Krönner bestellt hat und die während des Spiels gegessen wird, wäre extern.

 

Ein Gedanke zu „Karneval der Rollenspielblogs: Stimmung – Me? No You!

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