Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Bauerngame

Drei Verrückte spielen Karten. Sagt der erste: „Schach.“ Sagt der zweite: „Kontra!“ Da fragt der dritte: „Seit wann gibt es bei Halma Elfmeter?“

Die Drei Verrückten sind blut_und_glas, ich und Ackerknecht. Vor ein paar Tagen hab ich mein Monsterhandbuch um die Drud erweitert. Das Konzept hinter dieser alpenländischen Alptraumgestallt ist, dass ein junges Mädchen mit dem Fluch belegt wurde, des Nachts umherzugehen und Schlafenden den Atem zu rauben, was bei Kindern oder Greisen auch mal mit dem Tod enden kann. Ich schrieb damals, dass sich die Drud für einen Detektivplot eignen würde, der noch eine ordentliche Portion Damsel in Distress innehat (wegen der Fluch-Komponente). Danach erschien hier die Werte für eine Beutelschneider-Drud. Blut_und_glas war sich nicht sicher, welche Kraft er der Drud geben sollte und ich fing eine Diskussion mit ihm an. Ende vom Lied war die Idee für eine bayrisch angehauchte Beutelschneiderwelt mit einem Dörfchen, in dem zwei Druden (oder besser, eine Drud und eine Hexe) ihr Unwesen treiben. Da hatte ich schon so alte bayrische Volksstücke im Hinterkopf, Groschenromane, Großbauerntum, der arme Häusler, der Herr Pfarrer, den Dorfgendarmen… und dann kommt der Ackerknecht um die Ecke mit seinem 1W9 – Kegel-System. Kegeln und Bauerndorf-Idylle, dass passt doch wie die Faust aufs Auge… vielleicht kriege ich auch was für Fate zusammen…

Ich bräuchte also eine Sandbox. Den Lore der Welt hab ich schon (gebirgige Region, dort steht der Brückenpfeiler zur Brückenwelt, die Hauptstadt rundum nenn ich Zurbuck oder Inbruck). Das Dorf sollte mitten in einer Ebene, einer reichen Getreideregion liegen (ich orientier mich da am Gäuboden). Das Dorf soll an einer Durchgangsstraße liegen. Wir brauchen ein ordentliches Wirtshaus („Zur Post“) eine Dorfkirche (incl. Priester, Kooperator und Mesner), einen Großbauern (Vater, Mutter, erwachsener, lediger Sohn, Mägden und Knechten), einem Schweitzerhof (Viehbauern, gehören zum Großbauern, Vater, Großmutter, Mutter, fünf Kinder), Schmied (Vater, Großvater, Mutter, Tochter), der Müllerwittwe (verbittert, wurde vom Großbauern übers Ohr gehauen), dem Dorfkretin und dem armen Häusler und dessen jungfräuliches Töchterlein. Die Helden sind Bauern. Bewohner des Dorfes (Schwaig, Egging, Mulfing, Ganganhofen, Raidt…).

Jeder Bewohner des Dorfes braucht eine (verwandtschaftliche) Beziehung zu den anderen Bewohnern. Jeder braucht Geheimnisse und Motive, bestimmte andere Bewohner zu hassen. Da könnte man dann super nach der Drud suchen. Oder nach einem Basilisken (vielleicht im Dorfbrunnen. Wo kommt er her? Hat den jemand da positioniert oder ist der aus einem Hahnenei geschlüpft). Ein Räuber sucht das Dorf heim, er muss gefunden und gefangen werden… Da öffnen sich viele Abenteuerplots!

Was mich länger beschäftigt hat, ist, welches Technologielevel denn in der Welt herschen soll. Ich bin für erste Hälfte des 19. Jhdts. Irgendwo an der Schwelle zum Industriezeitalter. Dampfpflüge, Fahrräder, Dreschmaschine und Magie. Vielleicht soll die Welt aus einer Katastrophe kommen, wie etwa das Jahr ohne Sommer…

 

Jedenfalls läuft jetzt mein Kopfkino…

Ein Gedanke zu „Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Bauerngame

  1. blut_und_glas

    Den Pfeiler stelle ich mir in einer solchen Welt ja wie eine Mischung aus Neuschwanstein und einem Gründerzeitindustriegebäude vor.

    Außerdem erinnert sie mich an einen ganz alten Gedanken zu einem Heimatfilmrollenspiel. Aber die derbe Variante, Alpenwestern. Mit Wilderer und Förster, die einander aufs Korn nehmen, mit besten Freunden, von denen der eine den anderen beim Klettern wegen einer Frau abstürzen lässt, mit Mord und Totschlag, Natur und Gewalt. Zentrales Element sollte damals werden ein auf Klettern ausgelegtes Bewegungs- beziehungunsweise Verfolgungsjagdsystem.

    Zurück zum Pfeiler: Der vielleicht auch mit so einem halb verborgenen Ringen um die Macht, den Zugang, den Pfeiler an sich, zwischen den lokalen Autoritäten und „preussischen“ Beamten/Militärs/Industriellen.

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