Karneval der Rollenspielblogs: Reisen – Reisen wie einst Dracula

Für uns in der realen Welt ist eine Reise von Straubing nach Friedrichskoog kein Problem. Man steigt in ein Auto (am besten zu zweit, damit man während der Fahrt wechseln kann), schnappt sich nen Red Bull und düst dann die gut 900 km in 12 Std (incl. Pausen und Stau um Hamburg) runter.

Fantasy-Wesen, die gewissen Einschränkungen unterliegen, wie etwa Vampire, sieht die Sache schon anders aus. Tageslicht ist ja für die tödlich (zumindest in den meisten Erzählungen, mit Ausnahme von Twighlight und interessanterweise Dracula). Ein Stau auf der A2 kann da eine tödliche Gefahr werden, wenn die nächste Ausfahrt weit, das nächste Motel noch weiter und kein Sarg und menschlicher Diener zur Stelle ist. Wie Reisen also Vampire, wenn sie im Auftrag ihres Fürsten in eine andere Stadt müssen?

 

Per Schiff

Schauen wir mal in den Original-Dracula. Wie kommt der Graf aus Transsilvanien nach England? Per Schiff. Das unglückliche Schiff hört man auf den Namen Demeter. Der Graf wurde mit seinem Sarg voll Heimaterde an Bord gebracht, das Schiff wird in Whitby angespült, die Mannschaft ist verschwunden, der Kapitän tot und ans Steuerrad gebunden.

Hier taucht ein, für einen reisenden Vampir, zwei wichtige Tropes auf: Vampire müssen in ihrer Heimaterde schlafen und Vampire schlafen in Särgen. Letztes ist eine total gute Idee für alle, die nicht der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden dürfen und in einem Sarg ist auch genug Platz für Heimaterde.

In einem modernen Setting gibt es sogar etwas, was noch viel besser als ein Sarg (oder entsprechende Kiste) ist, einen Container. Darin ist sogar Platz für eine luxuriöse Einrichtung, einem ordentlichen Bett (mit einer Matratze voll Heimaterde) und einem Kühlschrank mit Blutkonserven. Die Mannschaft auszulutschen ist eine blöde Idee, da man ja am Tag die Kontrolle über das mehrere Tonnen schwere Schiff verliert.

 

Per Bahn

Im Grunde gilt das für die Reise per Schiff gesagte auf für die Bahn. Zudem könnte der Vampir von Welt ja einen eigenen Reisewagon haben, so wie es zu Kaisers Zeiten für den Adel und für Präsidenten und heute bei Diktatoren üblich ist. Diese Wagen können   sein: Gold, Edelhölzer, Leder, Seide und… ein edler Whiskey. Der König von Ägypten hatte gar eine eigene Lock, die Umgebaut wurde.

Schiene und Schiffe haben einen riesen Vorteil: Theoretisch braucht man dazu (zumindest in modernen Settings), keine Minions, die die Reise organisieren und durchführen. Vampir von Welt kann das heutzutage selbst über Internet und Speditionsunternehmen organisieren, das Verladen und den Transport übernehmen dann andere.

 

Per Auto

Siehe Oben, der Stau auf der A2. Für die Reise per Auto brächte man auf jeden Fall einen menschlichen Gehilfen, der das Auto fährt und ein Heck, dass sich komplett abdunkeln lässt. Ein Caravan oder ein Sprinter mit Ausbau wollte das Auto schon sein, es sei denn, der Vampir will in der Holzklasse reisen. Dann tuts auch ein Leichenwagen.

 

Per Flugzeug, Luftschiff und Helikopter

Schwierig, schwierig. Holzklasse, würde ich sagen. Sprich: Ein Bestattungsunternehmen müsste unseren Vampir samt speziellem Transportsarg im Frachtraum versenden. Ichhab mich noch nicht durch die Unterlagen von Lufthansa Kargo gearbeitet, aber das ist mit sicherheit ein Papierkrieg. Minions und Leichenwagen braucht man auch noch, um an Bord zu kommen. Also insgesamt sehr aufwendig. Ich glaube, wenn der reisende Vampir Zeit hat, sollte er lieber per Seefracht reisen.

 

Zu Fuß oder fliegend

Warum sollte ein Vampir, der fliegen kann (sei es von Natur aus, durch einen Vampirumhang oder in Gestalt einer Feldermaus), nicht aus eigener Kraft reisen? Wichtig bei dieser Art von Reise ist jedenfalls eine gute Planung. Wo kann ich mich den Tag über verstecken? Gibt es sichere Plätze (Burgruinen, Grüfte, Höhlen, alte, aufgegebene Gehöfte, Scheunen und alles möglichst ohne stöhrende Menschen) auf der Route? Wo kann ich jagen? Welche Gegend sollte ich meiden, weil dort Vampirjäger (oder Werwölfe) leben? Wie viel Heimaterde muss ich zum Schlafen mitnehmen (wenn es reicht, dass meine Füße mit Erde bedeckt sind, dürfte ein Rucksack voll ausreichen. Doch wie soll den eine Hufeisennasenfledermaus transportieren?)?

 

Fazit:

Als Vampir zu reisen ist echt nicht ohne. Es braucht in jedem Fall eine ordentliche Planung. Und Minnions. Gefolgsleute, die einem an den Stationen die Reise erleichtern, die sich um sichere Schlafplätze kümmern und um ausreichend Blut. Ohne die beiden Sachen müssen Vampire an dem Ort bleiben, an dem sie gerade sind. Fürs Rollenspiel ergeben sich daraus drei Abenteueransätze: Die Held*innen sind Vampire und müssen eine Reise planen, die Held*innen sind Minnions und müssen dafür sorgen, dass Vampirfürst Vlad sicher durchs Münsterland reist oder die Held*innen sind Vampirjäger und müssen dafür Sorgen, dass die aufgespürte Vampirin die Stadt nicht mehr verlassen kann.

Achja… die Jahreszeiten. Vampire sollten im Winter reisen, da hat man mehr Zeit, bevor die Sonne aufgeht.

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