Karneval der Rollenspielblogs: This Is The End Of The World – Abschlussbericht

Der April ist rum, der Mai endlich da und… hurra, wir leben noch. Zeit, eine Bilanz des Weltuntergangs zu ziehen…

Auf die Apokalypse vorbereitet sein, das ist das Ziel, das Prepper verfolgen. Die Horten dann in ihren Bunkern Lebensmittel, Klopapier und Waffen. Im ersten Beitrag zum Karneval hab ich mich hier über dieses Verhalten… gewundert. Ich hab damals „Im Grunde gut“ von Rutger Bergman gehört. Der vertritt ein sehr humanistisches Bild des Menschen. Laut seinen Nachforschungen scheint es so zu sein, dass im Angesicht einer Katastrophe der Mensch sich eher umdreht und hilft, statt fortzurennen oder gar Fliehenden ein Bein zu stellen. Ich würde ja persönlich eher Behaupten dass eine Gesellschaft so lange nicht zusammenbricht, solange es eine funktionierende Zivilgesellschaft gibt. Auf jeden fall sollten wir das Bild einer Postapokalypse anpassen und vielleicht ist es an der Zeit, sich von Preppern und Mad Max zu verabschieden. Lasst uns Abenteuer schreiben, in denen die Held*innen auf Menschen draußen in der Postapokalypse treffen, die ihnen helfen wollen und sie nicht als Nahrungsquelle oder Gefahr betrachten. Apropos Prepper: Dank Walulis weiß ich jetzt, dass der Glööckler auch ein Prepper (allerdings eher auf einem Basic-Niveau ohne Nazi-Ideologie oder Waffen) ist. Wenn das nicht nach einen interessanten NSC-Konzept schreit 😊

 

Belchion beschreibt in seiner Post-Zauberapokalypse eine Welt, die durch den Gebrauch von Magie regelrecht zerfetzt wurde. Ihm waren Earthdawn und Desolation, die ja mit gleichen Prämissen arbeiten, zu wenig apokalyptisch. Der Satz

Die Naturgesetze gelten nur noch eingeschränkt und müssen beständig durchgesetzt werden. Rituale, die früher bloße Gewohnheit waren, werden plötzlich lebenswichtig.

aus seinem Beitrag schmeißt bei mir sofort den Kopfkino-Projektor an. Jungfrauenopfer zum Herbstfest, um im nächsten Jahr reiche Ernte zu erhalten… da kam nicht nur South Park drauf. Der Beitrag von Spiel im Kopf zu den Blutjägern geht ja ach in diese Richtung. Inspiriert durch „Apocalypto“ (einen Film, den ich empfehlen kann) und den Mayas, auf denen der Film basiert, entwirft er gleich zwei Weltuntergangsverhinderungs-Kulturen für DnD. Einmal Echsenwesen als Sonnenanbeter und einmal Jagiuarmenschen als ihr nachtaktives Pendant.

So bekommt der im Rollenspiel immer wieder herangezogene Dungeoncrawl eine zusätzliche Facette, da zum einen Fallen und andere Hindernisse überlebenswichtige Konstruktionen ihrer Bewohner sind, zum anderen aber eben diese Bewohner statt Reichtümern zu der gesuchten Beute werden.

Diese Überlegung öffnet dem Rollenspiel noch mal ganz andere Türen, da, wie im Beitrag geschrieben, die Blutjäger ja nach den Vorstellungen ihrer Kultur die Guten sind…

 

Auf Facebook bin ich dann per Zufall auf Tim Warnke gestoßen, der das Tabletop Fallout Wasteland Warfare spielt und dort ein alternatives Szenario für ein post-apokalyptisches, nukepunkiges Berlin entwickelt hat. Das Interview mit ihm hat meinen Horizont erweitert. Ich wusste gar nicht, dass es zu Fallout ein Tabletop gibt und die Miniaturen sind definitiv was fürs Kopfkino. Schade, dass die Idee eines alternativen Settings in der Szene nicht so recht Anklang findet.

Klopapier und Nudeln, DER Schatzt der Apokalypse! (C) Tim Warnke

Mein Beitrag zur Weltuntergangsmaschine hat Belchion veranlasst, mal über verschiedene Arten des Endes der Welt wie wir sie kennen nachzudenken. Von Kurz und Schmerzlos, weil die Held*innen es nicht geschafft haben, die Weltuntergangsmaschine auszuschalten, über das Dying Earth Genre und die guten alten Katastrophenfilme (schnell und unabwendbar) hin zum langsamen, aber abwendbaren Ende, das irgendwie an die Klimadebatten des letzten Jahres erinnert. Da ich gern mit Belchion Ideenpingpong spiele, musste ich darauf antworten. Die Weltuntergänge, die nicht eingetreten sind, hat der Gute nämlich übersehen. Greifenklaue schickt 10 Endzeitszenarien mit und ohne Zombies ins Rennen. Die Tenebrocalypse, also das Verlöschen der Sonne, war mal Aufhänger für ein ziemlich cooles PC-Spiel. Mein Weltuntergang der Wahl wäre aber Ragnarök!

 

Degenisis ist wieder da. Mit diesen deutschen postapokalyptischen Rollenspiel beschäftigt sich der höllische Teddybär (zwar nicht im Rahmen des Karnevals aber trotzdem passend) genauso wie der Würfelheld. Letzterer hat sein Archiv geöffnet und dort Unmengen an Rezensionen, Interviews und Ideen für uns Rollenspieler. Allein die Übersicht über Cyberpunk ist… gigantisch!

 

Niniane von :stories & characters. Hatte ja diesen Monat Angst, aus Zeitmangel nichts rechtes zu Potte zu bringen, obwohl ihr so manche Idee im Kopf rumspukte. Doch im Gegenteil: hier recycelt und überarbeitet Sie einen alten Anduin-Beitrag und hier verweist sie auf eine Liste mit Songs, die das Thema Weltuntergang haben. Der Anduin-Beitrag, die Welt ohne Netz, währe mein persönlicher Horrorfilm, die Idee, einen Pony-Express hochzuziehen, hat was. Niniane steigt übrigens auch in ihr Archiv, in dem 5 weitere Beiträge schlummern.

 

Auf Timber’s Diaries läuft ja schon seit längerem eine Supernatural-Kampagne. Dort sind es gelangweilte Engel, die, weil in der Staffel 5 der Serie die Apokalypse abgewendet wurde, einfach einen neuen Weltuntergang planen. Auf dem Blog findet sich eine Zusammenfassung der Story aus Sicht der beteiligten Chars.

 

Auch auf Anonymous Henchmen spielt die Apokalypse eine Rolle. Die Autorin JaneDoe plant mit ihren Freund*innen, sich dem großen Cthulhu im Abenteuer Oneironauten aus dem Band Apokalypsen zu stellen. Hmmm… sollte ich mir auch mal zulegen…. Vor allem, weil genau dieses Abenteuer, mit anderen weltbeendenden, cthulhuiden Abenteuern, auch auf inyo.home.blog erwähnt wird. Degenesis taucht hier übrigens auch auf und ein Homebrew-Weltuntergang.

 

Greifenklaue bringt uns einen wissenschaftlichen Blogeintrag, der die verschiedenen Enden des Universums diskutiert. Warum mit der Welt aufhören, wenns da draußen noch ein paar andere Galaxien gibt? Eine Apokalypse der Zeit gibts dort auch.

 

Meine kurze Systemvorstellung vom Mutant Crawl Classic, einer Variante von Dungeon Crawl Classic, wurde von Morten Greis Petersens Blog Stemmen fra ådalen inspiriert. Der Blogger aus Dänemark hat sich in Corona-Zeiten dieses Spiels angenommen und damit seine erste Online-Runde bestritten. An dem System finde ich interessant, dass man sich hier sehr interessante Mutanten-Held*innen bauen kann. Die Abenteuer selber jedoch sind klassische Dungeon Crawls. Also für Spieler*innen geeignet, die einerseits mal was neues ausprobieren, andererseits nicht auf die OSR und den gewohnten Crawl verzichten wollen.

 

So, das wars von dieser Stelle. Allen mitbloggenden sei hier noch mal Dank gesagt!

4 Gedanken zu „Karneval der Rollenspielblogs: This Is The End Of The World – Abschlussbericht

  1. JaneDoe

    …nur dass wir es nicht mit Cthulhu aufnehmen werden, in Oneironauten. 😉 Der Große Alte, um den es geht ist viel…interessanter. 🙂

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  2. Niniane

    Sehr schöne Zusammenfassung! Und der Pony-Express geht mir auch nicht aus dem Kopf, vielleicht mache ich da noch was mit 🙂

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