Rezension: Mörk Borg- ein schwedisches, apokalyptisches ORS-Rollenspiel

Eindeutig Schuld hat ja die Würfel Zeit. Und die Pen und Paperrollenspielgruppe auf Facebook, weil dort der Link zu dem Video gepostet wurde. Nachdem ich das Video gesehen habe, war mir klar: Ich muss den Schwedenexport haben. Vorgestern hat mir der Postmann dann das Paket zugestellt und ich muss sagen, dass ich es nicht bereue, dieses Rollenspiel gekauft zu haben. Aber nun zu den Details: Das Spiel von Pelle Nilsson besitzt einen Regelteil von 71 Seiten, ein Abenteuer von 18 Seiten, vieeele gute Zufallstabellen voll Plothooks, Ideen, Schätzen und eine Seite Regelzusammenfassung. Das, was beim Betrachten des Buches sofort ins Auge springt ist das Artwork von Johan Nohr (und toten Leuten). Jede der Hochglanzseiten ist mit einem düsteren, stimmigen Artwork verziert. Meist ist dieses Artwork mit Zusatzinfos gespickt, etwa auf S. 21,

bei dem die Waffen, mit der ein armer Mann malträtiert wird, benannt und mit Schadenswürfel versehen sind. Oder S. 38, auf der die Zusatzregel Omen eingeführt wird. Mein einziger Kritikpunkt beim Artwork ist aber eine magentafarbene Schrift auf schwarzem Grund. Nix für Leute mit Augenproblemen.

Die Welt: Irgen so ein Mönch hat tief in den Katakomben einen zweiköpfigen Basilisken gefunden, der Prophezeiungen vom Weltuntergang ausspuckt, die sich dummerweise erfüllen. Auf S. 16 und 17 gibt es einen Countdown zur Apokalypse. Jeden Morgen soll der GM 2W6 würfeln, der erste Wurf gibt dem Psalm an, in dem die Katastrophe beschrieben wird, der zweite Wurf das genaue Übel.

 

The seventh Misery will always bei 7:7 [Psalm 7.7], and the world finaly dies. The seventh seal is broken fort he seventh and final time.

The game and your lives en here

Burn the Book
(Quelle: S. 16)

Interessant ist auch die Charaktererschaffung. Normalerweise fängt man ja mit den Eigenschaften an, wählt die Charakterklasse, dann die passenden Waffen und am Schluss die Ausrüstung. Mörk Borg dreht den Spieß um. Hier wird zuerst die Ausrüstung ausgewürfelt, dann geht es weiter zu den Waffen und erst am Schluss wird ermittelt, was man denn nun eigentlich spielt. Interessanter Ansatz.

Herzstück des Buches sind aber die Tabellen, auf die gewürfelt wird (oder mit dem Messer geworfen, wie auf S. 42, bei der die Hintergrundgeschichte der Gruppe ermittelt wird). Jede Tabelle sprüht von Ideen, Plothooks und Anregungen. Um nochmal auf das Video von Würfel Zeit zurückzukommen: der schlägt ja vor, dass Mörk Borg sich mit anderen Rollenspielen „paaren“ soll, vor allem auch mit DSA (ab 8:27). Dem kann ich nur zustimmen. Die Tabelle mit den okkulten Schätzen oder dem, was man so in einer Leiche findet, die kann ich 1:1 nach Rakshazar übernehmen, ohne viel daran rumschrauben zu müssen. Und das ist meiner Meinung nach die größte Stärke des Spiels. Selbst wenn ich dieses Spiel nie spielen sollte, die Tabellen sind es wert, diese Buch gegen teuer Entgeld aus Schweden zu importieren (es gibt dieses Buch auch nur in physischer Form, entweder in Englisch oder auf Schwedisch).

Noch zwei Worte zur Kreaturenauswahl, die es in dem Buch gibt: Besonders gefallen mir der Troll und der Goblin. Letzterer hat noch einen bösen Twist: die Kreatur ist verflucht. Und der Fluch ist übertragbar, allein schon dadurch, dass man von den Goblins angegriffen wird. Killt man den Angreifer nicht nach W6 Tagen, wird man selber zum Goblin.

Das Abenteuer ist ein Dungen Crawl, der das Look and Feel der Welt super rüberbringt. Der Dungeon ist mit 15 Räumen nicht groß, aber creepy und bösartig dunkel.

Meiner Meinung nach ist Mörk Borg das beste Rollenspielprodukt des Jahres und sollte dringend gekauft werden, auch wenn man mit der OSR sonst nicht so viel anfangen kann.

2 Gedanken zu „Rezension: Mörk Borg- ein schwedisches, apokalyptisches ORS-Rollenspiel

  1. ghoul

    Und welche Motivation hat eine Personnage in Mörk Borg? Ich würde mich ja gleich in mein Schwert stürzen und fertig. Ich kann mir absolut nicht vorstellen das zu spielen oder zu leiten.
    Ich will die schwedischen RPGs ja mögen, ich würde sie sogar auf schwedisch kaufen, aber bisher hat mich keines überzeugt.

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    1. rolandhofmeister1 Autor

      Das ist ein guter Punkt und imho auch DIE Schwachstelle vieler OSR Abenteuer. Warum sollen meine Held*innen das machen? Auch Mörk Borg beantwortet das nicht so richtig. Beispielsmotivation für das Einsteigerabenteuer Rotblack Sluge or The Shadow King’s Lost Heir: „You face execution for heretical theft but a masked seer, a courtier of the shadow king, offerd you a chane at life. The kings one true heir, his son Aldon, is missing […] Get im beack discreetly and wealth, life and freedom will be yours. It’s believed Aldon is imprissoned in an infamous underground locale, a place no free man would willingly go, a place callled the Accuzsed Den.“ Auf der vorletzten Seite sind dann noch 50 Abenteuerplothooks / Motivationen, z.B. „HE (der Basilisk) demands a gift. See it deivered“ oder „66 sacrefices are needed“. Ja, ne richtige Motivation im Sinne von Charakterplay ist das nicht. Auch die Gruppenhintergründe (S. 42, 43) liefern da wendig „In Massive Dept. Teg dept is being tradet to successively more ruthless groups“

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