Karneval der Rollenspielblogs: Zufallstabellen und Rezension Dungeon Alphabet – 45 Zufallstabellen für den Dungeon Crawl

Nein, für diese Rezension bekomme ich kein Geld, keine Belegexemplare oder sonstige Vergütung. Das Buch (bzw. die PDF) hab ich mir selber gekauft und ich rezensiere, weil ich den Inhalt für das Hobby Rollenspiel und Fantastik interessant finde. Ich habe keine gewerbliche Absicht und verdiene kein Geld mit Links, die ich hier setzte.

So, nach dem ich den ganzen Influencer-Marketingscheiß geklärt habe, nun zum eigentlichen Inhalt dieses Posts. Und das ist die deutsche Übersetzung des Dungeon Alphabets von Michael Curtis aus dem Hause System Matters.

Das Buch liegt mir als PDF vor, irgendwann im Dezember soll mir dann die Totholzausgabe im Coffeetable- Format zugeschickt werden. Also bezieht sich alles, was ich jetzt schreibe, auf die PDF. Und die passt super in den Rollenspielkarneval: Zufallstabellen, weil das im Grunde 45 Zufallstabellen sind. Die Tabellen sind alphabetisch geordnet (die deutsche Übersetzung hat damit eine etwas andere Sortierung drin als das englische Original), zu manchen Buchstaben git es mehrere Einträge (bei R etwa für Räume, aber auch für Reliquien und Relikte, der Buchstabe hat also 3 Tabellen). Vor jeder Tabelle steht ein kleiner Einleitungstext und bei einigen auch ein Hinweis, wie darauf gewürfelt werden soll. Ausgerichtet ist das Ganze auf die OSR, also für AD&D, DCC und Co.

Was in den Tabellen steht, schwankt in meinen Augen stark. Manche Tabellen stecken voll verrückter Ideen und Konzepte. Etwa die Tabelle für A wie Abenteuerer, die mögliche fremde Abenteuerergruppen beschreibt, auf die die Held*innen im Dungeon treffen können. Bei einer 2 auf nem W12 steht da, dass die Abenteurer

… eine Gruppe [sind], die die SC schon einmal getroffen haben und mit denen sie eine freundschaftliche Rivalität und gegenseitige Hilfsversprechen verbindet. Unglücklicherweise sind die anderen Abenteurer einem magischen Spiegel zum Opfer gefallen, der üble Duplikate von ihnen erschaffen hat, die die Gruppe getötet haben. Die SC trifft nun auf diese bösen Zwillinge. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Abenteurer ihre Waffen in der falschen Hand halten oder ihre Kleidung spiegelverkehrt tragen

Quelle Dungeon Alphabet S. 7

Mein Favorit ist aber die

… die Nachkommen der Baumeister des Dungeons. Sie haben vor kurzem in alten Dokumenten ihre Eigentümerschaft entdeckt und sind nun hier, um die aktuellen Bewohner des Gewölbes zu vertreiben und ihr Familienerbe anzutreten. Es gefällt ihnen gar nicht, dass sich Plünderer hier in ihrem rechtmäßigen Besitz herumtreiben und sich mit dem Besitz ihrer Vorfahren aus dem Staub machen wollen. Trotz ihrer Vorbehalte gegenüber den SC sind sie sich der hiesigen Gefahren bewusst und gewillt, eine für beide Seiten annehmbare Vereinbarung auszuhandeln. Je nach Ursprung des Dungeons scheinen die Vorfahren der Abenteurergruppe nicht die Gutmütigsten gewesen zu sein, sodass die SC ihren neuen Verbündeten vielleicht nicht vollkommen vertrauen können.

Quelle Dungeon Alphabet S. 7, Ergebnis 7

Andere Tabellen dagegen sind recht bieder, wirken fast fantasielos, etwa die Tabelle für die Fallen, die auf S. 23, die 30 fiese Fallen verspricht. Ich hab vor einiger Zeit beim Schwerter & Dämonen Crowdfunding von Ulisses mitgemacht und mir Grimmzahns Fallen I und II geholt. Gut, nicht jede falle darin ist für meinen Spielstil geeignet, aber da war doch mehr an außergewöhnlichen Ideen drin als in dieser Tabelle. Da lädt die Illustration einer Falle auf S. 24 mehr zum überlegen und einbauen ein als die Würfeltabelle. Ich würde aber sagen, dass die brauchbaren, interessanten Tabellen deutlich überwiegen.

Bleibt also die Frage, ob, wann und wie ich dieses Buch als Spielleiter brauche. Meiner Meinung nach ist das Dungeon Alphabet ein super Buch, wenn man in einem OSR-Dungeon mal ein wenig Überraschung einbauen will. Es enthält viele, viele Innen, manchen Schatz, wenig Überflüssiges (… die Fallen. Davon bin ich richtig enttäuscht) und tolle Illustrationen, die das Kopfkino anwerfen.  Das Buch setzt man entweder am Spieltisch ein (vielleicht kann man es da ähnlich der Ninja-Karte machen und eine Surprise-Card entwerfen, die jeder Spielende jederzeit anspielen darf, dann muss eine Tabelle aus dem Buch benutzt werden. Das Inhaltsverzeichnis könnte man, als extreme Idee, auch in eine Zufallstabelle verwandeln) oder, wie ich es eigentlich mit allen Zufallstabellen mache, die ich so nutze, als Inspirationsgeber bei der Planung des Abenteuers.

Zum Abschluss noch ein Eintrag, den ich gut finde und so auch mal einbauen werde. Bei U wie Untote steht bei einer 6

Eine Gruppe aristokratischer und wohlgesitteter Ghule bittet die Gruppe zum Essen – als Gäste oder Speise.

Quelle Dungeon Alphabet S. 78

und bei einer 12

Eine Gruppe untoter Abenteurer setzt ihren Streifzug durch den Dungeon ohne Wissen um ihren Tod fort.

Quelle Dungeon Alphabet S. 78

Kopfkino, Kopfkino!

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