Rezension: Abenteuer. #8 – Ein OSR-Fanzine der Extraklasse

Zunächst mal der formal wichtige Teil: Fickt euch! Ich bekomme kein Geld für diese Rezension, noch irgendwelche Belegexemplare oder andere Vergünstigungen. Ich hab mir den Abenteuerpunkt von meinem eigenen Geld gekauft, ich hab nichts zurückbekommen, ich will nichts zurückbekommen. Meine Rezension spiegelt nur meine eigene Meinung wieder.

Und jetzt zur Rezension. Über den Abenteuer. bin ich dank des zock-bock-radio gestolpert. Die Leute des Radios und der PESA machen da schon seit einiger Zeit ein kleines, feines Fanzine für OSR-Spiele. Da seit den letzten Folgen des eskapodcast Fanzine verstärkt ins Rampenlicht treten, und ich in der Memoria Myrana selber Sachen für Tharun, Myranor und Rakshazar veröffentliche, dachte ich mir, schnappste dir mal die neueste Ausgabe des Abenteuer. und schaust, was die Konkurrenz so macht.

Die Ausgabe 8 ist eine besondere Ausgabe, denn diese ist die erste internationale Ausgabe des Magazins. Autoren aus USA, Ungarn und Bulgarien haben diesmal hier veröffentlicht. Insgesamt isnd es 4 Artikel geworden, 5, wenn man den Auszug aus einem Spielendentagebuch dazurechnet.

Fangen wir mit dem ersten Artikel an. Das Froschgottkloster von Gábor Lux, übersetzt von Settembrini. Hey, das ist mal ein Klotz. Ein komplettes OSR-Abenteuer auf 47 Seiten, inklusive extra beiliegende Karten! Das Abenteuer umfasst eine Reise durch deinen Sumpf, Interaktion mit verschiedenen NSCs im Sumpf und dann die Infiltrierung des Froschgottklosters. Alls wegen etwas Gold und Schmalze für ein Goldidol eines Gottes, der mindestens genauso fragwürdig ist wie jener Götze, der im Froschgottkloster verehrt wird. Das Koster selber ist auch was ganz besonderes, im Grunde sind es sogar zwei Dungeons (neues Kloster und altes Kloster). Noch was… Chaotisch Böse Charaktere, vor allem Kleriker, haben in diesem Modul einen deutlichen Vorteil! Ganz klar ist dieses Froschgottkloster das Highlight dieser Ausgabe. Nochwas… die Übersetzung ist bis auf eine Stelle gut (Letters als Briefe übersetzt statt mit Buchstaben, S34 DL1E. Währe nicht so schlimm, wenn die nicht in den Boden geschnitzt wären 😉).

Dundagel ist der zweite Dungeon in dieser Ausgabe. Wobei… das ist kein ganzer Dungeon, das ist nur die erste Ebene eines Megadungeonsungeons, den Jeff Rietens (Übersetzter Gemüseghul) als Tunierdungeon geschrieben hat und nun schon öfter leiten durfte. Der Dungeon ist interessant, weil er keinen unberührten Dungeon zeigt, sondern einen Dungeon, durch den schon ein paar Gruppen durchmarschiert sind. Man findet Nachrichten und Überreste der vorausgegangenen Gruppen, Fallen wurden teilweise ausgelöst. Sehr interessant und inspirierend. Cool fand ich die Idee mit der (Achtung, Spoiler) untoten Gegnergruppe rund um einen Skelett-Barden, der mit seiner Klampfe die anderen Skelette wiederbelebt und puscht.

Artikel 3, Nahkampf von Asen, übersetzt von Settimbrini, dreht sich um die spannendere Ausgestaltung von Nahkämpfen, mit besonderen Bezug auf MMA-Fights (Arsen ist da ziemlich bewandert darin). Die Idee mit den neutralen Trefferzonen, wo Treffer keine Schaden verursachen, fand ich spannend. Ich hab das in Seas of Blood schon gelesen und im König der Piraten auch selber verwendet, allerdings im narrativen Ramen eines Solo-Abenteuers. Im Gruppenabenteuer kam mir so was noch nicht unter, wäre aber sicher was für ein Gladiatoren-Abenteuer. Ich glaub, ich muss da noch für einen Memoria Myrana Arikel was abändern… Als Lösungsansatz für einen spannenden Faustkampf werden übrigens verschiedene Kampfstilschulen angeboten (eine Idee, die auch DSA schon hatte).

Ebenfalls ein Lichtpunkt in der Ausgabe ist der Trankautomat von Jeff Rietens, auch vom Gemüseghul übersetzt. Das ding ist ein Getränkeautomat, der, wenn man ihn mit Platinmünzen füttert, Zaubertränke (Trank-Cola entspricht einem Heiltrank, Lymon Lem einem Verkleinerungstrank usw.) auswirft. Der Automat kann auch ganz schön garstig werden, wenn man ihn mit Tritten und Schlägen traktiert.

Der letzte Artikel ist eigentlich kein Artikel, sondern ein Hex-Kartenausschnitt mit ein paar Tagebucheinträgen darunter. Trotzdem… Gedankenfutter und Ideenspender.

Die Ausgabe 8 des Abenteuer. hat mir sehr gefallen. Die Aufmachung ist professionell, die Printausgabe, die über Ungarn bezogen werden kann, ist von hoher Qualität (hier geht es zum PDF). Dieses Fanzine kann ich nur empfehlen, wobei mein Lieblingsbeitrag ganz klar das zum ersten mal vollständige und zum ersten mal auf Deutsch erschienene Froschgottkloster ist, dicht gefolgt vom Trankautomaten!

4 Gedanken zu „Rezension: Abenteuer. #8 – Ein OSR-Fanzine der Extraklasse

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