Archiv der Kategorie: Fantasy

Kopfkino: Tommy can’t sleep

because of RATS!

Bei mir rattert gerade das Kopfkino los. Der Kurzfilm ist ne tolle Vorlage für ein Horror-RPG! Wie eigentlich alles von DIE ANTWOORD. Ist zwar jetzt nicht genau mein Musikgeschmack, aber ich find die Band klasse!

 

Advertisements

Karneval der Rollenspielblogs: Stadt-Land-Dungeon: Meine persönlichen Favoriten

Es wird an der Zeit, mal meine persönlichen Top-Abenteuer vorzustellen, die sich grob in das Raster Stadt-Land-Dungeon einteilen lassen. Beginnen wir mit…

Stadt

  • Die Herren von Chorhop: Ich fand es sehr erfrischend, in diesem Abenteuer die Rolle von Ordnungskräften zu Übernehmen und eine Stadt am Laufen zu halten. Oft genug sind ja die Helden auf der anderen Seite unterwegs. Der Staatsbesuch aus Al’Anfa am Ende rundet das Abenteuer ab.
  • Rabenblut: Noch so ein Abenteuer aus dem Tiefen Süden. Hier mochte ich das Fraktions-Interaktions-System, das ich prompt für Gefangen in den Nebelauen… geliehen habe. Mein Highlight: Zornbrechts versuch einer feindlichen Übernahme des Helden_innen-Anwesens.
  • Die wandelnde Stadt: Klar, die Stadt wandelt durch die Wildnis Rakshazars, aber die Helden_innen leben die meiste Zeit in den Zelten der Stadt und versuchen, den Machtkampf zweier fanatischer Gruppen zu überleben. Von meinem Kumpel, dem Riesländer. Check it Out!
  • Tödlicher Wein: Havena, ganz früh in der Geschichte des Rollenspiels DSA. Meiner Meinung nach funktioniert das Abenteuer am besten mit einer moralisch fragwürdigen Gruppe, die werden am Ende den jugendlichen Drogenpantscher wohl nicht an die Obrigkeit ausliefern.
  • Schatten über Riva : Was habe ich als Jugendlicher nicht Zeit in dieser Stadt verbracht. Ich kannte jede Gasse, Jedes dreckige Geheimnis. Ich watete durch die Kanalisation, kämpfte gegen necromantische, Hestehot beschwörende Druiden, gegen Orks und Larven… und war etwas enttäuscht, dass in der Riva-Karte der Orkland-Box das Hohlberker-Viertel keine Rolle mehr spielte. Was ist denn nochmal aus der Bevölkerung geworden?

Land

  •  Tore im Eis / Ingerimms Rache: Ja, ich gebe es zu, als Autor bin ich hier befangen. Hier steckt halt mein Herzblut drin.
  •  Wildermark-Kampagne: Kriegskampagnen gehören für mich zum Thema Land. Und diese Kampage gehört für mich zu den besten, weil abwechslungsreichsten Kampagnen.Und weil man da geradewegs in die Hölle gehen kann… im wahrsten Sinn des Wortes 🙂
  • In Liskas Fängen: DAS perfekte Wildnis-Abenteuer. Nur das Ende fand ich doof. Ich Darf den Schatzhort des Riesenlindwurms nicht bis zur letzten Dukate plündern weil sonst der Hausherr kommt und mein Helden_innenleben beendet? MEISTERWILLKUR!
  • Das Lied des Lor: Mal ein Abenteuer aus Myranor. Die Helden_innen verhindern durch ihr Handeln, dass ein Feenwesen aufhört, ihr Liedlein zu spielen und… ach, ich hätte eine Spoilerwarnung vorwegschicken sollen? Na, egal. Der Hauptdarsteller des Abenteuers ist das Land am Lor, dass die Helden hier bereisen. Toll!
  • Unsterbliche Gier / Bastubuns Bann: Ich gehöre ja zu der erlesenen Elite, die die 7G noch im Original, in DSA3 gezockt haben. Zwei Bände sind mir dabei im Gedächtnis geblieben: Unsterbliche Gier, in dem sich die Helden_innen als Vampirjäger betätigen (mit einem Goblin-Vampir als Gegner) und Bastrubuns Bann, in dem man die Tulamidenlande bereist, um hinweise auf einen Uralten Echsenbannfluch zu finden.

Dungeon

Im Unterschied zu Stadt und Land tauchen hier gleich drei Abenteuer auf, die nichts mit DSA, Myranor oder Rakshazar zu tun haben.

  • Iron Gods (Pathfinder), vor allem Fires Of Creation und The Divinity Drive halte ich für eine Offenbarung, wenn es um die Vereinbarkeit von Laser und Morgenstern geht. Im Blog hab ich dem Ganzen hier eine ganze Reihe gewidmet.
  • Ravenloft: Auf dieses Abenteuer hat mich Tagschatten gebracht. Ich habe zwar selber noch kein D&D gespielt, aber das einmalige an diesem Dungeoncrawler fällt ins Auge. Gleich am Anfang legt eine Wahrsagerin den Helden_innen die Karten und verrät, wo sich die Waffe gegen den Endboss, den Erzobervampir, finden lässt. Und dann geht es hinein ins Schloss… bereitete euch auf einen Guppen-Wipe-Out vor. Der passiert.. oft!
  • Last but not least:Die Hütte im Sumpf (Splittermond). Ist ein Dorf im Sumpf ein Dungeon? Ja, wenn dieses Dorf in einem Bild existiert, in Zonen unterteilt ist, in denen die Geschichte bei verlassen neu gestartet wird und die Helden_innen drei Herzen zerstören müssen, um wieder aus dem Bild voll blutrünstiger Dörfler, untoten Mädchen und Kleksmoster zu entfliehen… Habe ich schon erwähnt, dass das eigentlich eine Rettungsmision sein soll? Das Abenteuer ist zwar ein Fan-Abenteuer, aber eines von hoher Qualität.

Kommen wir nun zu den aventurischen Vertretern des gepflegten Dungeoncrawls.

  • Der Krieg der Magier: Der Dungeon war eigentlich nicht besonders schwer. Der Reiz des Dungeons war es vielmehr, mal MTV-Crips beim größten aventurischen Schwarzmagier aller Zeiten zu spielen und zu sehen, was Bombarad so alles in seiner Hütte hat. Unser Gruppenmagier damals war grün vor Neid!
  • Unheil über Arivor: Das erste Abenteuer hier in der Aufzählung, dass nach DSA5-Regeln geschrieben wurde. Nicht, dass die anderen Abenteuer nicht ebenfalls tolle Dungeons hätten, nein, ich habe dieses gewählt, weil ich Avior liebte und nun eine Stadt in Trümmern und voller verschütteter, durch den gefallenen Stern freigelegter,Dungeons habe. Mein Highlight: Der Dungeon unter dem Theater mit dem Kor-Tempel.

 

Natürlich ist die Aufzählung rein subjektiv. Aber ich würde mich freuen, Eure Meinung und Eure Best-Of zu lesen.

Karneval der Rollenspielblogs: Stadt-Land-Dungeon: Gibt es ein Spielen außen im Dungeon?

Ich habe ja hier die steile These aufgestellt, dass es außer Dungeoncrals keine ordentlichen Abenteuer gibt. Heute wollte ich meine These widerlegen und aufdröseln, welche Region für welche Abenteuer steht. Nun… ich war zu langsam.Auf Gedankenkompost ist genau der Post, den ich auch schreiben wollte.

Bleibt mir nur zu sagen, dass

  1. Die Kombination Stadt-Land Dungeon entsprechend der Helden_innengruppe gewählt werden soll und die Art der Abenteuer determiniert, die gespielt werden können.
  2. Land auch für Krieg zwischen Königreichen oder Räubergeschichten stehen kann, weil Kriege und Überfälle  in der Weite des Landes passieren. Robin Hood ist z.B. ohne die Wildnis des Sherwood Forest nicht vorstellbar.
  3. Auch Seefahrtszenarien in die Kategorie Land fallen.
  4. Sich der Karneval zum Thema Western genau mit der Idee Stadt = 100% Bevölkerung = Law and Order und Land = Wildnis = Outlaws auseinandersetzt.
  5. Der Gilgamesch Epos (Tafel I und II), die Geschichte von Kain und Abel und ein paar andere uralte Überlieferungen thematisieren eine Auseinandersetztung zwischen Stadt )Ordnung) und Land (Wildnis). Sie Eignen sich als Ideenfundgrube für Abenteuer.

 

Karneval der Rollenspielblogs: Stadt-Land-Dungeon oder Einstieg, Steigerung und Höhepunkt

Im Einstiegspost zum Karneval wird das Dreigestirn Stadt-Land-Dungeon als klassischer Dreiklang in Fantasy-Abenteuer beschrieben. Man beginnt in der Stadt, wo sich die Helden_innen treffen, kennenlernen, eine Queste erhalten, sich Ausrüsten und dann am Stadttor ins Land hinausgehen.

Wenn man das mit dem Spannungsbogen vergleicht, ist das der Einstieg in die Geschichte.

Das Land entspricht der Steigerung, soll Spannung aufbauen, Konflikte vorbereiten, die Helden_innen in ihrem Ziel motivieren oder einen roten Hering auslegen, den die Spieler_innen mit ihren Figuren zumindest eine Zeitlang nachjagen, ohne das Ziel des Abenteuers aus den Augen zu verlieren.

Der Dungeon steht für den Höhepunkt, den Moment, in dem die Helden_innen den Oberschurken in dessen Versteck auffinden, die Dämonenbeschwörung verhindern und den Jüngling bzw. die Jungfer fein retten.

Mein Lektor wirft mir ja immer wieder vor, dass ich in meinen Abenteuern viel zu schnell in medias res gehe und Einstieg und Spannungsaufbau vernachlässige. Schuldig im Sinne der Anklage. Ich habe aber auch gute Gründe dafür.

  • Jede Helden_innen-Gruppe ist individuell. Es ist Aufgabe des Meisters, den Einstieg so zu gestalten, dass es für die Spieler_innen / Helden_innen plausiebel ist, genau in dieses Abenteuer einzusteigen.

Ein Beispiel: Die Dreisten Drei (ein im Mittelreich gesuchter Giftmischer, ein Fassadenkletterer und ein zwielichtiger novadischer Händler) sollen „Tötlicher Wein“ spielen. Die Gruppe braucht eine total andere Motivation, um sich auf die Suche nach dem Giftmischer zu Machen und nicht in einer Nacht-und-Nebelaktion aus Havena zu fliehen als eine Gruppe aus einer weidener Ritterin, einem garether Weißmagier und einer horasischen Adeligen. Als Abenteuerschreiberling kann ich mir unmöglich Gedanken über alle möglichen Einstiege machen

  • Ich unterstütze die Idee einer festen Stadt als Ausgangsbasis von regionalen Heldengruppen. Das heißt, dass in die Stadt auch viel mehr Arbeit fließen muss, um diese wirklich gut darzustellen. Die Stadt als Sandbox, das will ausgenutzt / benutzt werden. Die Schmiedin, die den Helden_innen das neue Schwert schmiedet, der verschrobene Magier, der die Artefakte analysiert. Der_die Herbergswirt_in, der_die Kredithai… Als Abenteuerschreiber kann ich eine Stadt nur oberflächlich beschreiben, vielleicht das Wirtshaus, in dem sich die Helden_innen treffen und die gute Stube des Auftraggebers, einen Tempel noch und das war es (auch platztechnisch) schon. Damit lande ich zwangsläufig beim gesichtslosen Gliche-Wirt, der gedungen und mit Schmeerbauch hinter der Tresen steht. Damit tue ich der Fantasy_Welt unrecht und wahrscheinlich auch Roger, dem schlanken, hohlwangigen und untätowierte Wirt der Fliegenden Flunder in Kuslik.
  • Wozu brauche ich eigentlich das Land? Wenn es nur die Distanz zwischen Stadt und Dungeon ist, dann kann ich mir das auch sparen und die Schnellreisetaste drücken. Besonders nerven mich als Spieler irgendwelche Zufallsereignisse.

Bsp.: „Ihr verlast Tiefhusen gen Efferd, hin zur Stelle, die euch der sterbende Diener des Namenlosen gewiesen hat.  Auf dem Weg dorthin geschieht folgendes:…“ Der Meister würfelt hinter seinem Meisterschirm, verzieht die Mine, würfelt erneut, kramt das Bestiarum raus und erzählt dann weiter: „Über euch hört ihr ein Brüllen, ein Schatten fällt über euch. Ein Riesenlindwurm greift euch an!“

Na Danke, darauf kann ich verzichten. Ich hasse übrigens ebenso die ganzen Zufallsereignisse auf Schiffsfahrten. Matrose Hein ist in Kapitänin Ursa Blau verliebt und bittet die Helden um Hilfe und so ein Kram. Darum habe ich bei meinem „Tor der Welten“ die Möglichkeit gelassen, in Riva ins Abenteuer einzusteigen und die nervige Passage von Chorchop nach Riva zu überspringen.

Versteht mich nicht falsch, Land ist wichtig, wenn es richtig eingesetzt wird. Land wird richtig eingesetzt, wenn es etwas zur Geschichte beizutragen hat.

Bsp.: „Die Helden_innen erreichen Tristram, ein kleines Dorf nahe des Klosters der Verdammnis. Seit Wochen schon verströmt die Pforte in die Hölle ihren fauligen Atem in die Welt. In dem Wald vor dem Dorf begegnen den Helden…“ der Meister würfelt „…Kühe. Nur.. die sehen irgendwie krank aus. Verkehrt. Falsch. Ein kleiner Junge melkt gerade die kranken Viecher. Was wollt ihr tun?“ „Wir sprechen ihn an.“

Aus dieser Szene am Tisch kann sich viel entwickeln. Der Junge könnte erzählen, dass die Kühe ihre Ernährung auf Fleisch umgestellt haben, dass seine Schwester verschwunden ist, dass die Milch der Kühe Kopfschmerzen verursacht und Dinge sehen lässt, die nicht da sind usw. Hier wird das Land, das Leiden des Landes, zum Teil der Geschichte und trägt zur Atmosphäre der Geschichte bei.

Was bleibt, ist der Dungeon. Der Kern der Geschichte. Die große Konfrontation. Das Problem. Die (Er)Lösung. Wird dadurch letztlich alles zum Dungeon-Crawl? Sind alle Rollen-Spiel-Momente für die Tonne, wenn die Rolle nicht in das klassische Gruppenschema Krieger-Dieb-Magier-Plänkler passt (ich denke da an die von Mhaire Stritter gerade lieb gewonnenen Schelme)? Gibt es überhaupt eine Welt außerhalb der Schiene Stadt-Land-Dungencrawl? Alles Fragen für das nächste mal.

 

 

 

Karneval der Rollenspielblogs und Corlys Themenwoche 69: Der Troll und das ewige Leben.

Ich bin drüben bei Corlys Blog auf ein interessantes Thema gestoßen, dass wunderbar auch in unseren diesmonatigen Karneval passt: Das ewige Leben. Immerhin versprechen ja Religionen im Allgemeinen (bis auf die Ausnahme des Buddhismus) eben jenes ihren Anhängern. Zeit also, sich hier einmal damit auseinanderzusetzen.

Was haltet ihr vom ewigen Leben?

Boah, gute Frage. Als Christ freue ich mich auf ein ewiges Leben bei Gott, wobei ich gerne noch 50, 60 Jahre in diesem irdischen Jammertal leben möchte. Anders gesagt: mir gefällt das sterbliche Leben samt seinen Genüssen einfach viel zu gut.

Als Rollenspieler, Bayer, Gamer und Leseratte weiß ich, dass ewiges Leben meist einen Haken hat. Ewiges Leben bedeutet eben nicht zwangsläufig ewige Jugend und ewige Schönheit. Ewiges Leben bedeutet auch, dass man jeden, den man irgendwann liebt, zu Grabe tragen muss. Ewiges Leben bedeutet, dass man Königreiche erschafft und dabei zusehen muss, wie sie wieder vor die Hunde gehen. Ewiges Leben bedeutet, dass man zu einem Zeitpunkt wirklich alles, was es auf dieser Welt gibt, gesehen und getan hat. Es bedeutet das Ende allen Genusses, weil der Genuss endlos ist. Endloses Leben wäre unter diesem Gesichtspunkt eine endlose Strafe.

Welche Bücher, Filme, Serien kennt ihr zum Thema ewiges Leben?

Ahh, jetzt wird so richtig interessant!

Bücher:

Dead Man River (Vampire), Chroniken der Unsterblichen (da steht es ja fast schon im Namen, ebenfalls Vampire), Das Bildnis des Dorian Grey (ein Bild sichert hier ewiges Leben)

Filme:

So ziemlich jeden Vampirfilm der je gedreht wurde, vor allem Interview mit einem Vampir und  Dracula, Skelleton Key und Seelen (obwohl der eine Horror und der andere Sci-Fi ist, behandeln beide doch das gleiche Grundthema: Unsterblichkeit durch eine wandernde Seele (bzw. körperwechselnden Außerirdischen. Hmmm, dann müsste Stargate noch dazu), Das Bildnis des Dorian Grey (again)

Serien

Highlander!

 

Theaterstücke:

Als Baier ein Muss: Brandner Kasper und das ewige Leben (zwei Mal ganz toll verfilmt, einmal mit dem genialen Gustl Bayerhammer als Petrus, einmal mit Bully als Boandlkrammer. Für mich gehört es zu Fronleichnam dazu, einen der beiden Filme zu sehen)

 

Wie seht ihr ewiges Leben aus kirchlicher Sicht?

Ich zitiere hier man den Katechismus:

ARTIKEL 12

„ICH GLAUBE DAS EWIGE LEBEN

1020 Der Christ, der sein Sterben mit dem Sterben Jesu vereint, versteht den Tod als ein Kommen zu Jesus und als Eintritt in das ewige Leben. Wenn die Kirche über den sterbenden Christen zum letzten Mal im Namen Christi die Lossprechungsworte gesprochen, ihn zum letzten Mal mit einer stärkenden Salbung besiegelt und ihm in der Wegzehrung Christus als Nahrung für die Reise gespendet hat, sagt sie zu ihm mit sanfter Bestimmtheit:

Mache dich auf den Weg, Bruder (Schwester) in Christus, im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des Heiligen Geistes, der über dich ausgegossen worden ist. Heute noch sei dir im Frieden deine Stätte bereitet, deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion, mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem heiligen Josef und mit allen Engeln und Heiligen Gottes … Kehre heim zu deinem Schöpfer, der dich aus dem Staub der Erde gebildet hat. Wenn du aus diesem Leben scheidest, eile Maria dir entgegen mit allen Engeln und Heiligen … Deinen Erlöser sollst du sehen von Angesicht zu Angesicht . . .„ (Sterbegebet, „Commendatio animæ“).

Der Himmel

1023 Die in der Gnade und Freundschaft Gottes sterben und völlig geläutert sind, leben für immer mit Christus. Sie sind für immer Gott ähnlich, denn sie sehen ihn, „wie er ist“ (1 Joh 3,2), von Angesicht zu Angesicht [Vgl. 1 Kor 13,12; Offb 22,4].

„Wir definieren kraft Apostolischer Autorität, daß nach allgemeiner Anordnung Gottes die Seelen aller Heiligen … und anderer Gläubigen, die nach der von ihnen empfangenen heiligen Taufe Christi verstorben sind, in denen es nichts zu reinigen gab, als sie dahinschieden, … oder wenn es in ebendiesen damals etwas zu reinigen gab oder geben wird, wenn sie nach ihrem Tod gereinigt wurden, auch vor der Wiederannahme ihrer Leiber und dem allgemeinen Gericht nach dem Aufstieg unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus in den Himmel, das Himmelreich und das himmlische Paradies mit Christus in der Gemeinschaft der heiligen Engel versammelt waren, sind und sein werden, und nach dem Leiden und Tod des Herrn Jesus Christus das göttliche Wesen in einer unmittelbaren Schau und auch von Angesicht zu Angesicht geschaut haben und schauen – ohne Vermittlung eines Geschöpfes“ (Benedikt XII.: DS 1000) [Vgl. LG 49].

1024 Dieses vollkommene Leben mit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, diese Lebens- und Liebesgemeinschaft mit ihr, mit der Jungfrau Maria, den Engeln und allen Seligen wird „der Himmelgenannt. Der Himmel ist das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks.

1027 Dieses Mysterium der seligen Gemeinschaft mit Gott und all denen, die in Christus sind, geht über jedes Verständnis und jede Vorstellung hinaus. Die Schrift spricht zu uns davon in Bildern, wie Leben, Licht, Frieden, festliches Hochzeitsmahl, Wein des Reiches, Haus des Vaters, himmlisches Jerusalem und Paradies: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist; das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1 Kor 2,9).

1029 In der Herrlichkeit des Himmels erfüllen die Seligen weiterhin mit Freude den Willen Gottes. Sie tun dies auch in bezug auf die anderen Menschen und die gesamte Schöpfung, indem sie mit Christus herrschen; mit ihm werden sie „herrschen in alle Ewigkeit“ (Offb 22,5) [Vgl. Mt 25,21.23].

VI Die Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde

1042 Am Ende der Zeiten wird das Reich Gottes vollendet sein. Nach dem allgemeinen Gericht werden die Gerechten, an Leib und Seele verherrlicht, für immer mit Christus herrschen, und auch das Weltall wird erneuert werden.

„Die Kirche … wird erst in der himmlischen Herrlichkeit vollendet werden wenn zusammen mit dem Menschengeschlecht auch die gesamte Welt, die mit dem Menschen innigst verbunden ist und durch ihn auf ihr Ziel zugeht, vollkommen in Christus erneuert werden wird“ (LG 48).

1043 Die Schrift bezeichnet diese geheimnisvolle Erneuerung, die Menschheit und die Welt umgestalten wird, als „neuen Himmel und neue Erde“ (2 Petr 3,13) [Vgl. Offb 21,1]. Der Ratschluß Gottes, „das All in Christus wieder unter ein Haupt zu fassen, alles, was im Himmel und auf Erden ist“ (Eph 1,10), wird sich dann endgültig verwirklichen.

1044 Wenn Gott „alles neumacht (Offb 21,5), im himmlischen Jerusalem, wird er seine Wohnung unter den Menschen haben. „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,4) [Vgl. Offb 21,27].

1045 Für den Menschen wird in dieser Vollendung voll und ganz die Einheit des Menschengeschlechtes hergestellt sein, die von Gott seit der Welterschaffung gewollt wurde und deren „Sakramentgleichsam die pilgernde Kirche war (LG 1). Die mit Christus Vereinten werden die Gemeinschaft der Erlösten bilden, „die heilige Stadt“ (Offb 21,2) Gottes, „die Frau des Lammes“ (Offb 21,9). Diese wird nicht mehr unter der Sünde, den Unreinheiten [Vgl. Offb 21,27.], der Eigenliebe, die irdische Gemeinschaft der Menschen zerstören oder verwunden, zu leiden haben. Die beseligende Schau, in der sich Gott den Auserwählten unerschöpflich öffnet, wird die nie versiegende Quelle von Glück, Frieden und Gemeinschaft sein.

1051 In seiner unsterblichen Seele erhält jeder Mensch gleich nach dem Tod durch Christus den Richter der Lebenden und der Toten in einem besonderen Gericht feine ewige Vergeltung.

1052 Wir glauben daß die Seelen aller die in der Gnade Christi sterben das Volk Gottes bilden nach dem Tod der am Tag der Auftrstehung da die Seelen mit ihren Leibern wieder vereinigt werden endgültig besiegt wird“ (SPF 28).

1053 Wir glauben daß die große Schar derer die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind die himmlische Kirche bildet Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott so wie er ist Dort sind sie auch verschieden dem Grad und der Art nach Teilhaber jener göttlichen Herrschaft die der verherrlichte Christus ausübt zusammen mit den heiligen Engeln. Sie legen für uns Fürsprache ein und helfen uns in unserer Schwachheit durch ihre brüderliche Sorge (SPF 29).

1056 Dem Beispiel Christi folgend macht die Kirche die Gläubigen auf die „traurige, beklagenswerte Wirklichkeit des ewigen Todes“ (DCG 69) aufmerksam, die man auch „Höllenennt.

1057 Die schlimmste Qual der Hölle besteht im ewigen Getrenntsein von Gott Einzig in Gott kann ja der Mensch das Leben und das Gluck finden. Dafür ist er geschaffen und das ist seine Sehnsucht.

1059 Die hochheilige Römische Kirche glaubt fest und behauptet fest daß am Tage des Gerichtes alle Menschen mit ihren Leibern vor dem Richterstuhl Christi erscheinen werden um über ihre Taten Rechenschaft abzulegen (DS 859) [Vgl. DS 1549]

1060 Am Ende der Zeiten wird das Reich Gottes zu seiner Vollendung gelangen Dann werden die Gerechten an Leib und Seele verherrlicht für immer mit Christus herrschen und auch das materielle Universum wird umgestaltet weiden Gott wird dann im ewigen Leben alles in allen sein (1 Kor 15 28).

Quelle: Vatikan

 

Wenn ewiges Leben möglich wäre würdet ihr es wollen?

Ewiges Leben im Diesseits? Verlockend. Zumindest die ersten 100 Jahre. Danach, glaube ich, wäre es die Hölle auf Erden. Also: All good things must end, but give me atleast 100 jears.

Wie stellt ihr euch das ewige Leben vor?

Irdisch? Horror. Nach 150 Jahren hat man alle seine direkten Angehörigen begraben. Mit Pech ist die ganze Familie ausgestorben. Freunde? Trifft man auf dem Friedhof wieder. Politik? Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Eine Generation vorher waren die Vereinigungskriege… und nun… Krieg gegen den Terror, Krieg gegen Nordkorea?

Religiös? Da hab ich ehrlich gesagt Probleme, mir die körperliche Auferstehung von den Toten und das Ewige Leben auf einer neuen Erde vorzustellen. Ich glaube eher an ein Aufgehen in Gott. Ewige Glückseligkeit in der direkten Gottesschau. Puh, echt schwer, das zu beschreiben.

Forschung auf ewiges Leben? Was meint ihr dazu?

Ja, nützlich. Da wird zum Zelltod geforscht, was man für den Kampf gegen Krebs brachen kann, zur biologischen Uhr, zu Genen und Krankheiten… der Traum von der Unsterblichkeit ist, ähnlich dem Traum vom All, ein Pfad, an dessen Rand allerlei nützliche Kräuter wachsen.

 

Und nun zur Brücke mit dem Rollenspielkarneval

Religionen versprechen Unsterblichkeit oder Ewiges Leben (ich bin der Meinung, dass man hier ein bisschen schärfer Differenzierung, als das Corly getan hat. Unsterblichkeit heißt, dass man keines natürlichen Todes sterben kann, Ewiges Leben erlangt man durch die Hilfe eines Gottes (vorzugsweise des richtigen Gottes) nach dem Tod als Dankeschön für die Mitgliedschaft im Verein und ein gutes (heiliges) Leben)

Die Helden_innen sind Teil einer Religion. Ihr geistiges Oberhaupt hat ein Ritual gefunden, mit dem man unsterblich wird. Die Helden_innen müssen eine Queste durchführen um die Paraphelia für das Ritual zu besorgen. Dafür wird ihnen eine Teilnahme am Ritual angeboten. Erst im letzten Moment erkennen sie, dass das Ritual sie in Vampire verwandeln wird…

Die Helden_innen sind Teil einer Religion, die ihren Schäfchen Ablässe verkauft, um schneller und vor allem Sündenfrei ins Ewige Leben zu kommen. Die Helden_innen können entweder auf seiten der Religion stehen und den Handel unterstützen (und davon profitieren, immerhin ist da eine „Vermittlergebühr“ drin) oder gegen die Schergen der Religion ins Feld gehen (jaaaa, das Lutherszenario). Was ist, wenn die Gottheit der Religion sich plötzlich manifestiert und das Geschäft stören will? Kann man einen Gott töten?

Die Helden_innen werden in eine entlegene Region des Reiches geschickt, um für die Kirche Nachforschungen zu betreiben. Angeblich sollen dort Verstorbene aus ihren Gräbern auferstanden sein und wie in ihrem früheren Leben unter den Menschen wandeln. Eine Zombie-Apokalypse oder der Beginn des Himmelreichs auf Erden?

Karneval der Rollenspielerblogs: Religion – Woran glaubt der Troll

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, / und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. / Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben. / Amen.

Credo der katholischen Kirche

Ich bin gläubiger Katholik. Ich weiß, dass es Gott gibt, denn ich selber wurde Gegenstand und Zeuge seiner Gnade.

Ich wurde mit einer Saugglocke auf die Welt gezogen (ich hatte wohl schon damals einen großen Kopf. Heute habe ich Hutgröße 60). Die Stelle, an der die Glocke angesetzt wurde, entzündete und Eiter bildete sich. Die Ärzte gaben mir damals eine Fifty-Fifty Chance. Entweder stürbe ich oder bliebe an Körper und Geist beeinträchtigt. Meine Mutter versprach damals, im Falle meiner Genesung, jedes Jahr nach Altötting zu pilgern. Nun, ich lebe, bin körperlich so fit wie man ohne regelmäßigen Sport so fit sein kann und ich würde nicht behaupten, dass ich geistig beeinträchtigt bin. Einzig eine Narbe am Kopf erinnert an diese Zeit. Meine Frau war übrigens entsetzt, als sie mir vor 17 Jahren zum ersten Mal durch meine damalige Lockenpracht fuhr und die Narbe ertastete. Ich hatte vergessen, sie vorzuwarnen, die Narbe gehört für mich zu meinem Körper und ist für mich absolut … normal.

Das Gelöbnis zur Gottesmutter wird von meinen Eltern immer noch eingehalten. Zur Schwarzen Madonna gibt es von meiner Seite der Familie aus noch einen weiteren Bezug: vor gut 70 Jahren verunglückte mein Großvater mit dem Traktor. Er kam von der Straße ab und stürzte eine Böschung hinunter. Der Traktor, ein Hanomag, überschlug sich ein paar Mal, schleuderte meinen Großvater auf die Wiese unterhalb der Böschung und kam einen Schritt vor ihm zu liegen. Er blieb, bis auf ein paar blaue Flecken, unverletzt. Damals stiftete er eine Votivtafel, die heute noch in der Gnadenkapelle hängt.

Im Gegensatz zu manch großem Künstler oder armen Ministranten erlebte ich Religion auch nie als Fessel, Bürde oder Gefängnis. Als Kind liebte ich die Maiandachten, die Prozessionen, das ganze feierliche und mystische der katholischen Kirche. Das befreiende Gefühl nach der Beichte, wenn man wusste, dass, egal welchen Scheiß man gebaut hatte, der Chef da oben verziehen hatte. Die Evangelien, besonders das von Zachäus, Lazarus, dem Hauptmann von Kafarnaum und dem mit Jesus im Tempel, wo er so richtig den Punk raushängen lässt und die ganzen Händler aus dem Tempel wirft (katholische Hybris: wenn wir in Altötting waren, gehörte ein Besuch bei den Devotionalienhändlern dazu, geweiht wird und wurde im Bruder Konrad und St. Magdalena im Halbstundentakt). Bei meiner Hochzeit war meiner Frau und mir die Ausgestaltung des Gottesdienstes wichtiger als das Festmahl im Anschluss (wir hatten extra Lieder gewählt, die unsere Gäste kannten und mitsingen konnten, ohne den ganzen Klassik-Klimborium, der damals so modern war). Heute gehe ich mit meiner Familie zum Gottesdienst. Der gehört für mich immer noch zum Sonntag, genauso wie ein Sonntagsbraten, dazu.

Mir ist durchaus klar, dass mein Heiliges Buch nicht unbedingt wörtlich genommen werden darf (sieben Tage vs. 4,5 Milliarden Jahre für die Schaffung der Erde), dass die religiösen Gesetze und Moralvorstellungen für eine patriarchalische, bronzezeitliche Kultur bestimmt waren und mit heutigen Vorstellungen nur schwer in Einklang zu bringen sind (man denke an die Homosexuellenrechte. Ich feiere ja innerlich die Ehe für alle ab und bejahe die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare). Dennoch… für mich existiert Gott, ich glaube an ihn, ich glaube an Jesus, ich glaube an den Heiligen Geist und ich verehre die Gottesmutter und die Heiligen Florian, Sebastian, Hubertus, Eustachius, Kunigunde, Elisabeth, Barbara,….

 

Religion im Rollenspiel: Gibt es da einen Unterschied zum realen Leben?

Eine der Prämissen des diesmonatigen Karnevals war es ja, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Realität – in der ja behauptet wird, Gott sei tot – und diversen Fantasywelten, wo Götter als existent angesehen werden, wo Priester in deren Namen Wunder wirken (mit entsprechenden Geweihtenregeln) oder die Götter gar direkt in die Welt eingreifen.

Ich denke, die Prämisse hinkt, und zwar gewaltig. Denn für eine_n Gläubige_n in der Realwelt (Christ_in, Muslim_a, Judentum,  Hinduist_in…) existiert der jeweilige Gott, seine Priester_innen erbeten Wunder und erteilen Segnungen und ihr Gott greift aktiv ins Weltgeschehen ein (oder lässt es als Strafe bleiben). Gläubige in der Realwelt würden sich in einer Fantasywelt genauso verhalten. Es gibt sowohl in der Realwelt wie auch in einer Fantasywelt religiöse Extremisten_innen. Es gibt in beiden Welten das Böse, dem man, wenn man verderbt genug ist, auch huldigen kann, sogar durch Mord (und in beiden Welten muss man die Konsequenzen tragen, sei es Gefängnis oder eine Helden_innengruppe, die einen den Gar ausmacht). In beiden Welten erfahren Gläubige Wunder, Entrückung und die Nähe ihrer Gottheit. In beiden Welten erfahren sie auch Enttäuschung, Gottesferne und fallen vom Glauben ab. Der Unterschied zwischen Realwelt und Fantasywelt ist nur, dass im Fantasyrollenspiel ein Spieler-in einen Charakter in einer Fantasywelt spielt und dafür die Regeln des Rollenspielsystems nutzt.

 

Ich glaube nicht an die Zwölfe! – Atheismus im Rollenspiel

Was ist mit den Atheisten in Fantasywelten? Meiner Meinung nach genau das gleiche wie mit den Gläubigen, mit ein, zwei Besonderheiten. Zunächst… ich habe nichts gegen Atheisten_innen. Ich verstehe, dass man Gott aus logisch-wissenschaftlichen, geschichtlichen, philosophischen oder persönlichen Gründen ablehnt. Ich versteh auch, dass man sich mit Gläubigen darüber streitet, sie für Deppen, gefährliche Fanatiker_innen oder, im besten Fall, für Schafe hält. Damit kann ich leben. Die müssen halt damit leben, dass ich sie für Deppen, Fanatiker_innen oder bestenfalls verlorene Seelen halte und über meinen Glauben rede.

Atheisten_innen in einer Fantasywelt haben es genauso schwer wie die Atheisten_innen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Sie werden von den jeweiligen Gläubigen für ihre Ideen angefeindet, verfolgt und getötet. Unglücke werden ihnen angelastet und wenns einen von Ihnen erwischt, wünscht man demjenigen viel Spaß mit dem Teufel und einer Annanas in den feurigen Tiefen (siebter Kreis) der Hölle. Es gibt jedoch Unterschiede zwischen Atheisten im Realleben und Rollenspiel.

  • Für den Spieler ist Atheismus im Rollenspiel nicht nachvollziehbar. Der_die Spieler_in kennt die Regeln der Welt. Er weiß, wenn sein Charakter an diesen Gott glaubt und dessen Geboten folgt, erhält er diese Vorteile, wenn er jenen Gott glaubt, jene Vorteile, wenn er gar mit dem Bösen paktiert, diese schwarzen Gaben. Für eine_n Spieler_in macht es gar keinen Sinn, jemanden zu spielen, der aus philosophischen Gründen alle Götter einer Fantasywelt ablehnt. Dafür gibt es keine Boni, manchmal gibt es dafür sogar Mali.
  • In den meisten Fantasywelten gibt es Magie, die ähnliche Wirkung wie göttliche Wunder erzielt. In DSA5 wurden sogar die Geweihtenregeln den Magieregeln angepasst. Warum also eine_n Atheisten_in spielen, wenn ich auch eine_n egozentrischen, narzisstischen Magier_in spielen kann, der_die sich gegen die Gebote einer Religion aufbäumt, weil er sich ungerecht behandelt fühlt, sie seiner persönlichen Freiheit zuwider laufen oder ihn in der Forschung einschränken?

 

Religion im Rollenspiel – Fazit

Ich glaube, dass die Prämisse, Religion, Glaube und Atheismus im Rollenspiel unterscheide sich von der Realwelt, weil die Charaktäre wissen, dass es die Götter gibt, zumindest für in der Realwelt gläubige Spieler_innen nicht zutrifft. Gläubige Spieler_innen können ihre Realwelt-Erfahrung is Rollenspiel hineinnehmen und auf noch so obskure und fremde Götzen übertragen. Ich als Meister merke es am Metaphern, die ich im Rollenspiel vor allem mit Neulingen nutze: Da vergleiche ich schon mal die Stadt des Lichts mit dem Vatikan und die Spieler_innen können mit diesem Bild etwas anfangen.

Für alle nichtgläubigen Spieler_innen hätte ich da noch einen Tipp für die nächste Kampagne, in der Religion eine Rolle spielt: Geht in ein Gotteshaus eurer Wahl. Geht dann hin, wenn gerade kultische Handlungen (vulgo: Gottesdienst) durchgeführt werden und schaut euch die Leute an. Wer sitzt da? Warum sitzt die Person da, was macht sie? Was macht der Priester? Wie alt ist er und was mag ihn zu seiner Berufung geführt haben (Bonus für die Besucher_innen eines katholischen Gottesdienst: Könnte ich mein Leben ausschließlich einem Gott weihen und auf Sexualität verzichten? Auf Familie?)? Besucht Ausstellungen zum Thema Sakralkunst und überlegt, was die Menschen von 100, 200, 1000 Jahren gebracht hat, Statuen zu Schnitzen, viel Geld für Sakralbauten zu sammeln und noch mehr Zeit als heute auf den Knien zu verbringen. Wenn du Antworten für diese Fragen gefunden hast, dann kannst du ermessen, was Religion in einer Welt bedeuten mag, in der tatsächlich ab und an mal ein Drache übers Dorf fliegt oder ein Kraken im Auftrag eines Gottes eine Stadt terrorisiert.

Ein paar Gedanken zu Fantasy

Ich greife mal die abgelaufene Themenwoche von Corlys Leseblog auf: Fantasy. Eine Steilvorlage für einen Fantasyblogger. Na, dann wollen wir mal

Mögt ihr Fantasy oder nicht und wieso mögt ihr es?

Hmmm, schwere Frage, schwerer als sie auf den ersten Blick scheint. Ich mag Fantasy, aber nicht jede. DSA finde ich super, mit dieser Welt bin ich groß geworden und habe sie lieben gelernt. Die Welt der Orks-Reihe hat mich nicht so geflascht. Das Setting von Iron God: Genial. Myranor: Super! Eagle Eyes: Mäh. Cthulhu: kommt drauf an (ich hab da schon soviel schlechte Fiktion gelesen…). Cyberpunk: erstaunlicherweise gar nicht. Obwohl ich Informatiker bin (oder gerade deshalb…)

Welche Fantasybücher/Fantasyserien/Fantasyfilme sind eure Lieblinge, welche mögt ihr nicht so?

Bücher: Die Stadt der träumenden Bücher, American Gods

Fantasyserien: GoT

Fantasyfilme: Conan der Barbar, HdR und Fluch der Karibik 

Welche Fantasywesen sind eure Lieblinge oder wieso könnt ihr nichts mit ihnen anfangen? Welche Fantasywelten mögt ihr und welche nicht so und wieso?

Einhörner. Mit Einhörnern kann ich momentan nichts anfangen, weil ich als Vater von zwei Mädchen gerade von Einhörnern geflutet werde. Mögen… ich fand die Bücnerlinge super! Goblins (in DSA) haben potential. Und der Puck der Norddeutschen Sagen, der der nur verkauft werden kann und bei dem man zur Hölle fährt, wenn man ihn nicht vor seinem Tod losgeworden ist.

Was haltet ihr von den ganzen Fantasyuntergenre?

Sinnvoll, auch wenn ich den Überblick verloren habe. Ich suche eher nach interessanten Settings als nach Schubladen.

Wie beeinflusst Fantasy euer Leben?

Ich spiele seit 25 Jahren DSA. Ich bin beim Raksahzar-Projekt (den neuen Riesland-Fahrern auf orkenspalter.de) seit Anfang an dabei. Ich schreibe Abenteuer, Regionalbeschreibungen und seit neuesten Kurzgeschichten. Ich blogge. Fantasy hat also mein Leben gewaltig beeinflusst.