Archiv der Kategorie: Fantasy

Aus der Geschichte Rakshazars I

Heute möchte ich euch ein paar Ausschnitte aus der Geschichte Rakshazars präsentieren, die von unserem Barbarengentleman geschrieben wird. Das Word-Dokument, an dem er gerade schriebt, ist schon über 120 Seiten dick. Respekt! Quasi unser pendat zur Historica Aventurica. In besser 🙂

Achtung! Spoiler und Meisterinfo! Weiterlesen

Blog-O-Quest, Follow Friday und Rollenspielerkarneval

Doctore Domani organisiert diesen Monat den Blog-O Queste unter dem Thema „Über den Tellerrand“. Mit Lückenfragen. Na toll. Wenn ich etwas Hasse, dann Lückenfragen. Nun, ok, treten wir die Fragen in die Tonne (Scusi, Doctore, es liegt nicht an Dir, es liegt am mir) und blicken ein wenig über den Tellerrand und plaudern aus dem Nähkästchen.

Der letzte große Blick über den Tellerrand war für mich vor ein paar Wochen bei der Überarbeitung des „König der Huren“. Ich war gerade dabei zu überlegen, wie ich das Abenteuer… kontroverser machen konnte. Kontrovers ist es, es hat immerhin zwei Andeutungen von…last euch überraschen. Ich hatte Angst, dass es in der Zensur gleich durchfliegt. Also habe ich nach etwas gesucht, was die Geschichte einerseits etwas abmildert (und besonders der EMMA-Fraktion den Wind aus den Segeln nimmt) andererseits eine neue Schärfe ins Spiel bringt. Kurz, ich wollte das Abenteuer gendern (wenn Du, geneigter Leser, jetzt aufschreist und hier kommentieren willst, dann habe ich es genau für Dich getan). Darum habe ich mich an einen ehemaligen Schüler gewannt, einen Transgender, der heute in Berlin studiert. Er hat mir die Augen geöffnet und mich in die Welt des genderns eingeführt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar und seither versuche ich alles, was ich hier so an Abenteuer online stelle, zu gendern. Nebenbei, ich suche noch Rollenspielerinnen, die mir mein Abenteuer lektorieren und dadurch mein Trojanisches Pferd noch… trojanischer(?) machen.

Bevor hier jemand „Buuh, SJW!“ schreit: Geschlechter- und Sexualspezifische Themen interessieren mich schon eine ganze Weile. Homosexualität gehört für mich spätestens seit meiner Ausbildung vor 20 Jahren zum normalen Leben dazu, einer meiner Chefs war ein Homosexueller. Ich habe auch kein Problem damit, in Schwulenclubs zu gehen, tatsächlich trauern meine Frau und ich dem Isey in Straubing nach. Das Lokal gehörte einem Frauen meiner Frau und dessen Partner und dort konnte man richtig tolle Partys feiern. Aber Tansgender oder das Gendern waren für mich Neuland. Nach der Zusammenarbeit und einem Telefonat bin ich auf die Welt da draußen neugierig geworden und ich werde sie mir erschließen.

Die zweite Frage der Blog-O-Queste ist schon interessanter. Zur Zeit lese ich „Der Schwalbenturm“. Eine Ausnahme, denn normalerweise lese ich eher keine Fantasy-Literatur. Ich bin eher Fan von guten Krimis (bitte keine Thriller mit Serienmörder oder so einem Gedöns. Mein Geschmack geht eher in Richtung des Klassischen Ermittlers. Das spiegelt sich auch in den Krimmiserien wieder, die ich mir gern anschaue: Lewis, Death in Paradise, Inspector Barnaby, Wilsberg und der Tatort aus Münster (beste Folge: Sag nichts) oder Historisches, wie zum Beispiel „Die Reise mit der Snark“, die als Ferienlektüre auf meinem Stapel liegt, gleich neben einem Pater-Brown-Roman (womit ich den aktuellen Follow Friday erschlagen habe). Ich find Fantasy-Literatur teilweise ermüdend, weil leider zu oft das Klischee von Elfen Zwergen und den Rest wiederkaut wird. Ich lebe jetzt 23 Jahre mit DSA und anderen Fantasy-Settings, ich habe da jetzt schon so viel gesehen, da gibt mir Fantasy nichts mehr.

Wo wir gerade bei Fantay-Settings und Fantasy-Systeme sind: Ich bliche da auch gerne über meinen DAS/Rakshazar-Tellerrand. Weniger die Systeme, ich bin kein Regel-Fuzzy, sondern viel lieber Settings und Abenteuer. Grad heute habe ich „Beutelschneider“ runtergeladen und gelesen und finde dieses System erfrischend anders und für mich neu. Der Blick ins „Iron Gods“ hat mich ja auch zu weitreichenden Überlegungen veranlasst und meine Einstellung zu SyFi in Fantasy-Settings grundsätzlich geändert. Das Fate-Setting mit den Tschernobyl-Tieren hat mich an „Ratten!“ erinnert, einem Setting, von dem ich ebenfalls Begeistert war. Tiere als Helden… ich liebe es und warte schon jetzt ungeduldig auf „Die Schwarze Katze“. Gefallen gefunden habe ich auch an Pathfinder und Splittermond, letzteres dürfte ich ja im Rahmen meiner Feenwelt-Recherche genauer lesen und auch die Wandernde-Stadt-Geschichte hat mich dazu gebracht, mich mit Splittermond auseinanderzusetzen. Wohlgemerkt mit dem Setting, nicht mit der Systemmechanik. Das einzige Rollenspiel außer DAS, bei dem ich mich tatsächlich in die Regeln eingelesen habe, war die 3te Edition von Shadowrun. Ich bin damals nicht mit dem System warm geworden, das lag vor allem daran, wie das Hacken dargestellt wurde. Das Setting war auch eher… Geschmacksache. Später habe ich den berühmtesten Cyberpunk-Roman gelesen, der hat mich auch nicht so recht vom Hocker gehauen, was durchaus komisch ist, SiFy-Filme liegen mir nämlich.

Über den Tellerrand meiner Ausbildung schaue ich auch gern, wenn es um Tema Rollenspiel im täglichen Leben geht (ich bin studierter Wirtschaftspädagoge mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik). Ich liebe nämlich die Pressemitteilungen von Archäologen, Paläontologen und Biologen. Neu entdeckte Arten, frisch ausgegrabene, untergegangene Städte, neueste Erkenntnisse über den Stammbaum des Menschen… gnau mei Weda, wie man hier in Bayern sagt. Besonders der Stammbaum der Menschen wurde ja in den letzten Monaten ordentlich durcheinandergewirbelt. Imho schreiben die Natur und die Geschichte die besten Quellbücher, die Natur die Bestiarien, die Geschichte die Hintergrundbeschreibung. Schaut euch z.B. diese drei Videos an. Großartig!

 

Karneval der Rollenspielblogs: Ruinen – Von einer aufstrebenden Kleinstadt zur Geisterstadt- ein Szenario für Old Slayerhand und andere Western-Rollenspiele nach einer wahren Begebenheit

Heute Morgen bin ich über einen Wikipedia-Artikel gestolpert, der super zum diesmonatigen Karneval der Rollenspielblogs passt. Es geht um Singapore, Michigans vielleicht berühmteste Geisterstadt.

Wenn man sich mit der Geschichte der Stadt befasst, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Die Stadt, bestehend aus zwei Sägemühlen einer normalen Mühle, zwei Banken, zwei Hotels, einigen General Stores und weiteren Gebäuden (insgesamt 23 Gebäude) hat es in nur 29 Jahren ihres Bestehens geschafft, einen veritablen Bankenskandal zu produzieren, einen 40 Tage andauernden Blizzard zu überstehen, im Anschluss Strandpiraterie zu betreiben, auf die Grundmauern abgebrannt und zum Schluss von eine Sandsturm verschluckt zu werden. Bravo. Andere Orte brachen dafür Jahrhunderte.

Ein ganz kurzer geschichtlicher Abriss für alle, die den Wikipedia-Eintrag nicht lesen wollen:

1829 wurde Singapore an der Mündung des Kalamanzoo Rivers am Lake Michigan von einem gewissen Oshea Wilder gegründet. Die beiden Sägemühlen verraten, dass es bei der Stadtgründung vor allem um die Ausbeutung der Wälder ging, das Holz sollte vor allem nach Chicago verschifft werden (1848 wurde dafür sogar ein Dreimast-Schoner, die Octavia, gebaut).

1838 gab es zwei Banken in der Stadt. Da es zwischen 1816 und 1863 keine Bankenaufsicht in Amerika gab, waren das eher zwielichtige Institutionen, die ihre eigenen Dollar-Noten druckten. 1838 waren so rund 50.000 $ im Umlauf, teilweise vom Präsidenten oder autorisierten Repräsentanten der Bank unterzeichnet, teilweise ohne jede Unterschrift. Wenn man bedenkt, dass 1 USD von damals einer Kaufkraft von etwa 3,125 heutigen Dollar entspricht… 1838 war sowieso ein interessantes Jahr, Michigan war damals gerade mal ein Jahr Teil der Vereinigten Staaten, drei Jahre zuvor hatte man sich noch einen Krieg mit Ohio um die Grenzen geliefert und man stecke gerade in einer Bankenkriese, die noch bis 1842 dauern sollte. 1865 gab es ein Gesetz zur Regulierung von Banken, danach sollten Banken 1/3 der ausgegebenen Geldnoten in Goldmünzen vorrätig zu haben. Davon waren die beiden Banken meilenweit entfernt. Also taten sich die beiden Geldhäuser zusammen, legten ihre Goldmünzen zusammen, zeigten den Goldschatz den angereisten Inspektoren in der einen Bank, lenkten die Inspektoren ab, brachten die Münzen quer durch die Stadt zur anderen Bank und zeigten dort die Münzen nochmals den Inspektoren. Als Wirtschaftswissenschaftler kann ich nur sagen: Respekt, die Herren von der Bank hatten Cojones!

1842 gab es einen Blizzard, der 40 Tage andauerte und die Nahrungsmittel in der Kleinstadt knapp werden ließ. Glücklicherweise war das Schiffswrack der Milwaukie, das da vor der Küste lag. Die hungernde Bevölkerung hat sich dann wohl an die alte Regel erinnert, dass Strandgut dem Finder gehört und das Wrack geplündert.

1846 wurde die Stadt verkauft. Der 8. Oktober 1871 war wohl ein Schicksalstag in der Geschichte des nördlichen Mittleren Westens. Chicago, Peshtigo, Holland und Mainstee brannten und auch Singapore ging an diesem Tag in Rauch auf. Der enorme Holzbedarf für den Wiederaufbau von fünf Städten führte zur Abholzung der ganzen Gegend, Singapore verlor dadurch seinen natürlichen Schutz vor Stürmen. Diese Stürme wirbelten den Sand auf (der Boden der Gegend ist reinster Sandboden, abgelagert durch die Großen Seen) und begrub dann 1875 den Ort komplett unter sich.

 

So, und was kann man mit solchen Infos anfangen? Das Städtchen eignet sich ideal für eine Kleine Sandbox. Die Anzahl der wirklich wichtigen Orte und NSCs ist überschaubar, die Sandbox aht fixe Eckdaten für einen Plot und ein fixes Ende (imho bracht auch eine Sandbox einen gewissen Plot oder zumindest zwei Fixpunkte (Anfang und Ende).  Ohne das würde es mir als Spieler schnell langweilig werden. Das sich der Sandbox-Plot in Singapore (die Helden erleben Aufstieg und Niedergang einer Stadt mit und bestimmen deren Geschick an neuralgischen Punkten) über 29 Jahre hinzieht, ist nicht schlimm, wenn quasi im Zeitraffer gespielt wird. Ich hatte ja schon mal eine ähnliche Konstellation über 49 Jahre.

Mir fallen auf Anhieb drei Abenteuerideen ein:

 

Vierzig Tage Hunger (im Jahr 1842)

Nach dem verheerenden Blizzard machen sich einige Bewohner Singapores auf den Weg, um das gestrandete Schiff Milwaukie zu plündern. Ihnen stehen die Matrosen des Schiffes und deren Kapitän, James Smith, entgegen.

Die Helden_innen sind entweder Bürger aus Singapore, die unbedingt die Fracht der Milwaukie, Reis, Kartoffeln, Konserven und Medizin, erobern wollen oder aber Teil der Besatzung, die eben jenes verhindern müssen. Bei letzterem schwingt so ein bisschen Zombie-Feeling mit, wenn ausgemergelte, hungrige Gestalten sich durch Eis und Schnee kämpfen und versuchen, an Bord zu kommen. Je nachdem, wie die Helden_innen agieren, kommt es zu einem Shoot Out oder zu Verhandlungen mit der anderen Seite, bei der dann frischgedruckte Singapore-Dollar den Besitzer wechseln…

 

Stopp! Bundesagenten! (im Jahr 1865)

Die Helden_innen werden vom Bankdirektor der Bank of Singapore, Jacob Miller angeheuert. In einem Telegramm wurde er unterrichtet, dass Bundesagenten aus Washington DC auf dem Weg sind, die Banken Singapores auf deren Golddeckung zu prüfen. Nur wenn beide Banken ihre Münzen zusammenlegen würden, wäre genug Geld da, um die größere der Banken, die Bank of Singapore, vor dem sofortigen Bankrott zu retten. Die Helden_innen müssen am Tag der Inspektion also zuerst die Goldmünzen von der Bank of Allegan zur Bank of Singapore schaffen, dort, als Bankangestellte getarnt, die Münzen zählen lassen und dann die Münzen der Bank of Allegan mit ein paar tausend Golddollar der Bank of Singapore wieder in den Tesor der Bank of Allegan schaffen, ohne dass die Bundesagenten, deren Spitzel oder ein paar ortsansässige Personen mit zweifelhaften Leumund davon Wind bekommen…

 

Gelegenheit macht Diebe (im Jahr 1865)

Der Goldtransport quer durch die Stadt ist für den Bankdirektor der Bank of Allegan, Jeremia Springfield, der ideale Moment um sich abzusetzen. Zusammen mit den Golddollas seiner Bank und den Tausend Dollar der Bank of Singapore möchte sich der Bankpräsident auf dem Schoner Chicago nach Sault Ste. Marie in Kanada absetzen. Unterstützt wird der Bankdirektor von drei Outlaws, denen er einen Teil der Beute versprochen hat. Die Helden_innen bemerken den Diebstahl und nehmen die Verfolgung des Flüchtigen auf.

Ich finde diese Idee schreit nahezu nach einer Seeschlacht auf dem Lake Michigan, bringt also Piraten-und Freibeutermotive ins Western-Szenario ein (das erinnert mich ein bischen an Kapitän Kaiman von May). Schafft der Banker den Grenzübertritt, kommt ein zweiter Twist zur geschichte hinzu. Dann kann er nämlich ganz offiziell um den Schutz der örtlichen Polizei bitten, dir Helden_innen würden dann von gesetzestreuen Bürgern, die einem flüchtigen Dieb hinterherhetzten, zu Outlaws, die einen reichen Reisenden überfallen wollen…

Karneval der Rollenspielblogs: Ruinen – Urban Exploration, der Dungeoncrawl in RealLife

An alle Urban Explorer_innen, die per Zufall auf dieser Seite gelandet sind: Haidiho, ihr seid hier auf einem Fantasy-Rollenspielblog. Schaut euch um, nehmt ruhig was mit und hinterlasst viele Kommentare.

 

An meine üblichen Verdächtigen: Seit ein paar Jahrzehnten gibt es die Möglichkeit, das, was wir in unseren Köpfen oder am PC erleben, auch im RealLife mitzumachen. Urban Exploration nennt sich die ganze Sache. Ganz ehrlich, ich kann die Urbexer verstehen, die ihre Expeditionen nach deren Credo (Nimm nichts mit außer Bilder und hinterlasse nichts außer Fußspuren) durchführen. So ein verfallenes Gemäuer, etwa eine alte Stahlgießerei, außer Dienst gestellte Gasometer, oder gar komplette Geisterstädte wie Bodie oder Tschernobyl, das üb schon einen gewissen Reiz aus. Vergänglichkeit durchweht die Räume, Fragen nach dem eigenen Ende und danach, was von einem bleibt, wenn „[der] Wind darüber fährt, ist er dahin, und seine Stätte […]nicht mehr von ihm [weiß]“ (Psalm 103,Vers 16).

Andererseits bin ich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr, wenn die Expedition schief läuft, weil jemand durch einen morschen Fußboden kracht oder Gott Vulkan geopfert wird. Und da wäre noch der rechtliche Aspekt

 

Wie kann ich jetzt eine Urban Exploration fürs Rollenspiel nutzen?

Als Rahmenhandlung für Abenteuer, die im Horror-Genre spielen, naheliegemderweise. Aber auch für Detektiv-Settings, Cyberpunk-, Steampunk-, Gaslight-Settngs wäre so ein altes, verlassenes Gemäuer von höchstem Interesse.

Hier mal auf die Schnelle ein Paar Ideen…

Urban Exploration (1W20)
1-3 Die Urbexer_innen folgen einer Fußspur im Staub. Die Spur endet plötzlich mitten ni einem Raum.
4-6 Eine alte Pupe wird gefunden. Die Urbexer_innen können glockenhelles Kinderlachen hören, obwohl sie allein im Raum sind.
7-9 Die Eurbexer_innen stoßen auf die mumifizierte Leiche eines_einer Sandler_in, die mumifizierte Leiche seines Hundes liegt direkt daneben. Es sieht so aus, als würde der Hund darauf warten, dass sein Herrchen bzw. Frauchen aufwacht.
10-12 Die Urbexer werden Zeuge, wie die örtliche Mafia ein paar korrupte Polizisten_innen besticht und ihnen Anweisungen gibt, einen_eine Zeugen_in verschwinden zu lassen.
13-15 Eine Bombe geht hoch.
16-18 Drogen! Zentnerweise Drogen! Ob Harald Weiß es gutfindet, wenn man sein Meth-Labor findet?
19-20 Von wegen nur Grafitti! Die Urbexer_innen stoßen auf einen Raum voll mit Runen, seltsamen Symbolen und uralten Beschwörungsformeln. Die Farbe (so sie denn nur Farbe ist) ist noch frisch. Immer wieder taucht der Name Saint Toad auf.

 

 

 

Exitors Note: Ich scheine es momentan mit Tabellen zu haben…

 

Apropos Urbexer_innen…. Liebe Urbexer_innen, könnt Ihr uns Rollenspieler von eurem schrägsten, mysteriösesten, ängstigsten Erlebnis auf euren Expeditionen erzählen? Danke!

Masters of Umdaar – Sie-Ra und Er-Mann lassen grüßen

Nachdem ich über Eagle Eye so hergezogen bin, einmal ein positiver Bericht zu einem Fate-Setting. Ich finde, dass Masters of Umdaar eine durchweg gelungene Setting-Beschreibung ist.

Aber von Vorn. Das Setting wird ja als SciFi-Fantasy Setting im Stile von John Carter of Mars, Flash Gordon, He-Man, She-Ra und Thundercats angepriesen. Flash Gordon, He-Man, She-Ra und Thundercats? Das sind die Serien meiner Jugend! Die hab ich noch auf einem Röhrenfernseher über Antenne auf Tele5 geschaut (incl. Schneegriesel auf dem Bildschirm)! Man, bin ich alt! Nur… ich würde nicht soweit gehen, und das ganze Scifi nennen. Es ist Fantasy, nur halt mit ein paar „moderneren“ Elementen.

So, dann schaun wir mal, was uns so geboten wird:

  1. Ein zufallsbestimmtes Fate-Würfel-System, mit dem man eine Vielzahl von Charakteren erschaffen kann, wie Roboter, Mutanten,Cimären usw. Das finde ich genial. So einen Generator kann ich gut für meinen Rakshazar/Alien-Mix brauchen. Auch wenn viele Tiere, mit denen die Chimären gebildet werden, irdische Vorbilder Haben, der Mix machts.
  2. Charakterklassen, die auf Turbo-Fate basieren, mit einer Vielzahl von Optionen. finde ich in Ordnung. Ich muss mich aber, um das besser bewerten zu können, in die Regeln einarbeiten. Hab ich schon mal gesagt, dass ich kein Regelfuchs bin und mich in Regelwerken meist nr der Fluff interessiert?
  3. Neue Regeln für Cliffhanger mit Regeln, die den Einsatz verschiedener Lösungen fördern. Ich entfinde das als ein großes Plus des Systems. Weg von „Der Dieb öffnet das schloss und entschärft die Falle“ zu „Ihr sitzt alle in der Scheiße, was machst DU um da wieder rauszukommen?“
  4. Eine Vielzahl von Werkzeugen: darunter ein Monstergenerator, Richtlinien für Fallen und Beispielartefakte. Ganz nützlich
  5. Das Beispielabenteuer: Die Sternenklingen von Su’ul. Oh neee, jetzt muss ich schon wieder auf Eagle Eyes rumtrampeln, obwohl ich die Idee hinter dem Settingband gut finde. Aber ein gut ausgearbeitetes, vollständiges Beispielabenteuer hat mir dort gefehlt, hier habe ich es.

Alles in allem bin ich mit dem Settingband sehr zufieden. Das war diesesmal ein Kauf, der sich gelohnt hat.

Karneval der Rollenspielblogs: Wo wohnst Du? Und warum?

Welchen Vorteil bringt es den Helden, eine eigene Heimatbasis zu haben?

Ressourcen.

Normalerweise steht die Unterkunft der Helden in irgendeiner Struktur. Ein Dorf oder eine Stadt, ein paar Bauernhöfe, eine Burg. Selten wird die Behausung der Helden irgendwo in der Wildnis stehen. Gemeinschaftliche Strukturen bringen halt viele Vorteile. Zum Beispiel Zugang zu einem Waffenschmied, einem Heiler, einem Plattner, einem Händler, den Nachbarn…

Das gilt für ein Fantasy-Setting DSA genauso wie für Shadowrun und die Megastädte des 21 Jahrhunderts.

Wenn man es besieht, öffnet man hier eine Sandbox mit viel Detailarbeit für den Spielleiter. Da stellt sich doch die Frage, was bringt es dem Spiel und rentiert es sich?

Es bringt dem Spiel eine zusätzliche Tiefe und rentiert sich, wenn die Helden längere Zeit in einer Region / in einer Stadt verbringen.

Zu meinen Liebligsregionen in Aventurien gehört des Svelltland. Wild, ursprünglich, orkverseucht, genau mein Ding! Die ideale Stadt für eine Heimatbasis in dieser Region ist in meinen Augen nicht Lowangen, sondern das etwas kleinere Tiefhusen. Die Stadt ist in meine Augen ideal: Hesinde-Tempel, Rahja-Tempel, ein Königshof (wichtig für Belohnungen. Helden wollen halt gern mit Adelstiteln bedacht werden…), an einer Handelsstraße im Herzen des Städtebundes gelegen… und ein 140 m² Haus ist hier schon relativ günstig zu haben.

Ich hätte da auch schon einen Plan für eine Regionalkampagne, die Suma sumarum 46 Jahre in der Region spielt. Die Helden würden als Anfang 20jährige beginnen und in den späten 60gern enden. Natürlich dürften dann die Helden auch die Auswirkungen der Alterung treffen. Die Kampagnie sähe wie folgt aus:

Im Zeichen der Kröte  (993 BF)

Xeledons Rache (1008 BF)

Die Hütte im Sumpf (Splittermond, aber super zum umschreiben..Tolles Abenteuer und , neben Xeledons Rache, das zweite, in dem magische Bilder eine Rolle spielen)

Fuchsspur (1009 BF)

Das Tal der Tausend Blumen (1010 BF (Nettes Abenteuer mit den ersten friedlichen Orks in der Kampagne. Ich hab das Abeteuer schon drei mal gemeistert und es zählt zu meinen Lieblingen))

Eine Meute für Tiefhusen (1010 BF (Obwohl nur ein kleies Szenario im Orkland-Abenteuerband, ist es das stärkste Abenteuer in dem Geheft)

Das Levthansband (1022 BF)

Das Vergessene Volk (1026 BF (War ein schönes Abenteuer für jemand, der schon mal im Orkenhort war. Back to the Roots. und der Namenlose lässt zum zweiten mal in der Kapangnenreihe grüßen))

Orkengold (1032 BF)

Königsspiel (1035 BF)

Firuns Flüstern  (1038/39 BF (Helden hier Starten lassen macht mehr Sinn als der Prolog in Weiden. Vielleicht reisen die Helden als Teil der Orkgruppe ins Abenteuer))

Zerstörung (1039 BF)

 

Zeitraum zum Spielen: 46 Jahre. Wenn ein junger Held mit Anfang 20 in die Kampagnie einsteigt, kommt er als alter Recke mit über 60 Jahren raus: Zipperleintabelle aus DSA 3, Zerstörung des Lebenswerks, Drama!

 

Update 26.05.2017: Firuns Füstern und Im Zeichen der Kröte sind eine gute Kombi. Im erstenen Abenteuer bringt man zuende, was man vor 46 Jahren begonnen hat. Was will man eigentlich mehr 🙂

Karneval der Rollenspielblogs: Wo wohnst Du – Wie sieht mein Haus aus?

Wie sieht ein Haus in Thorwal aus? Wie eine Mietskaserne in Brabak und wie die Kate eines Bauern im Bornland? All die schönen Gebäude findet man in „Tempel, Turme und Tavernen“ (DS! 1-3) und  „Ritterburgen und Spielunken“ (DSA 4). In beiden Büchern findet man Grundrisspläne entsprechender Häuser und Burgen. Gut, das meiste Zeug war irgendwo schon einmal veröffentlicht oder wurde in anderen Werken wiederverwendet. Gut finde ich an beiden Büchern so einiges, wobei das neuere „Ritterburgen und Spilunken“ das deutlich bessere Werk ist. Gut finde ich z.B. den Lindwurmhof in Trobrien, da dessen Geschichte auch im „Die Schattenlande“ weitergesponnen wurde (es geht um eine Schwangerschaft, die weeeeeeit über die Zeit ging), die Schildburg Scharfenstein (Geister auf der Mauer einer absolut nutzlosen Festung, eine tragische Liebesgeschichte) und die Casa Misera, die auch ohne Probleme in Myranor übernommen werden kann. Gut ist auch der Baukasten zum Bau von Häusern.

Frei nach Polt stellt sich die Frage: Bracht man das? Die Antwort ist: Jein. Gebäudeplane sind für den Meister hilfreich. Aber in dieser Form würde ich das Buch heute so nicht veröffentlichen. Ich würde jedes Gebäude in ein PDF packen und für 1 € je Gebäude zum Download im Shop anbieten. Achja, und ich würde zu den Gebäuden immer den Maßstab angeben, der fehlt in den Büchern und DAS nervt als Meister.

 

 

So, und jetzt bauen wir uns ein Haus für Helden in Tiefhusen.

Wir nehmen an, das Haus hat eine Grundfläche von 70 m² bzw. Reichsschritt. In Tiefhusen kostet der Reichsschritt irgenwas zwischen 40 und 100 Silbertaler. Nehmen wir 70 Silbertaler. Also 4.900 Silbertaler Grundfläche. Das Haus soll zweistöckig werden, die Grundfläche aus Stein für je 75 Silbertaler je Reichsschritt, das Obergeschoss ein Fachwerkbau für 40 Silberlinge je Reichsschritt, macht 8.050 Silberlinge. Keller? Kann nicht schaden, kostet 100 Silbertaler pro Reichsschritt extra, der Keller muss ja nicht so groß sein, da reichen 50 Reichsschritt, also 5.000 Silbertaler. Zei Erker aus Fachwerk für insgesamt 180 Silbertaler. Macht für das Häuschen 18.130 Silbertaler Baukosten.Der Innenausbau und Möbel kostet das Gleiche, macht insgesamt 36.260 Silbertaler oder 3.626 Dukaten. Eine stolze Summe! Die Miete kostet laut Türme, Tempel und Tavernen 1/20 des Gesamtwerts jährlich, macht 1.813 Silbertaler im Jahr und  etwa 151 Silbertaler im Monat. Die Helden brauchen also einen Nebenjob zum Mörderhobodasein, um sich in DAS ein Häuschen in der Stadt leisten zu können…