Archiv der Kategorie: Fantasy

Karneval der Rollenspielblogs: Verschworen – Eine namenlose Verschwörung für Rakshazar

Rakshazar hat ja als Besonderheit, dass hier viele Kulturen den Namenlosen mehr oder weniger offen Verehren. Beispiele gefällig?

Die Orks (vor allem die Weißpelze des Tals der Klagen) verehren ihn als Kamesh. Bei den Sankritaren in den Stadtstaaten gibt es Namenlosenkulte, die sich als kleine okkulte Gemeinschaften tarnen. Bei den Salchkaren stehen Drachen für alles Böse, wenn man bedenkt das Pydrakor dem Gott ohne Namen diente, dann gehören auch die Phyr-sac-cor der Nagah-Kulturen hier rein. Fenthún wird von den Vaesten angebetet, auch er ist eigentlich niemand geringeres als der Namenlose höchstpersönlich. Die Trolle beten zu ihm und in der Laht kennt man den fremden Krieger, der Schuld am Tanz der Lath sein soll.

 

Eine Geheimkult möchte ich aber herausgreifen. Den habe ich schon vor Urzeiten für Rakshazar geschrieben und als Kult aller Kriegsgötter den Nagah untergeschoben. Zentrum des Kultes ist Sccri Buccan, eine kleine Festungsstadt der Nagah am Ribun, also unweit von Ribukan. Dort gibt es eine Strategonen-Schule, an der Elitekrieger ausgebildet werden (übrigens auch Schuppenlose und Marus) sowie eine Pagode des H’Shinxio, des offiziellen Kriegsgottes der Nagah. Mit ihren Göttern sind die Nagah ziemlich streng. Sie teilen die Himmlischen in drei Bereiche auf: Das wärmste Nest, dem die Hauptgötter H’Stsiva, H’Shinxio und Ssahombri zugeordnet werden, das warme Nest, in dem nützliche Götter fremder Völker leben (Suuad’Har, und der oben erwähnte Phyr-sac-cor) und das kalte Nest, dem der Namenlose und die Dämonen zugeordnet werden. Gleich neben der Pagode liegt das „Feld der Tausend Götzen“. Die vielen fremden Zöglinge der Strategonenschule brachten im Laufe der letzten Jahrhunderte ihre eigenen Kriegsgötter mit nach Sccri Buccan. Wie bei der Gründung vereinbart durften die Fremden ihren Göttern eine Stele weihen und dort Opferrituale abhalten, solange sie die Oberhoheit des H’Shinxio-Kultes anerkannten. Herrin über die gut 20 Stelen und Garant der Oberhoheit H’Shinxios ist die junge H’Shinxio-Priesterin Thin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom, die in Ribukan (und inkognito auch in Yal-Mordai) die fremden Kulte studierte.

Und genau hier ist der ideale Ankerplatz für einen Namenlosen-Geheimkult. Die Stehlen stellen meist nur grobe, abstrakte Körper da, ohne oder mit nur angedeutetem Gesicht. Und tatsächlich ist die Herrin über das Feld der Tausend Götzen eine Priesterin des Namenlosen.

hin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom (Kultistin aus Sccri Buccan)

In Yal-Mordai kam die junge Priesterin Thin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom in Kontakt mit einem Kult, der einem gesichtslosen Kriegsgott huldigte, der seinen Gläubigen Macht, Sieg und Reichtum verspricht, wenn sie ihm nur genügend unschuldiges Blut, Seelen und, als Zeichen absoluter Untergebenheit, einen Teil ihrer selbst opfern. Fasziniert von diesem Kult ließ sich die junge Nagah zur Priesterin, ja mehr noch, zur Schwertmagierin des dunklen, namenlosen Gottes weihen. Das Weiheopfer war ihre Schwanzrassel, die sie offiziell im Kampf gegen einen Blutzahn verlor. Momentan versucht die charismatische, oberflächlich zunächst freundlich erscheinende Schwertmagierin an die Spitze des Tempels aufzusteigen, um dann Sccri Buccan aus der Herrschaft Assanras herauszulösen. Mit dem Priester Fuch und dem Orkkämpen Gom hat sie bereits zwei wichtige Verbündete für ihre Pläne gefunden.

 

Der Kult ist nicht ungefährlich. Direkt neben der Pagode und unter deren Schutz macht sich da der Namenlose im warmen Nest breit, die Ideologie des Kultes wird durch die ausgebildeten Strategonen in die Armee getragen. Der eigentliche Kriegskult der Nagah ist in Gefahr, und fällt erst einmal dieser, so kann niemand mehr den Namenlosen im Reich der Nagah Paroli bieten. Strategonen, die auf Abenteuerreise gehen und später eigene Reiche gründen, tragen den Kult in die Welt hinaus.

Karneval der Rollenspielblogs: Verschworen

Die Iden des März sind grade um, also Zeit, sich mal über Verschwörungen, Geheimgesellschaften und Verschwörungstheorien zu unterhalten.

Verschworen

Ich bin ja der Meinung, dass Verschwörungen im Rollenspiel das gleiche Schicksal haben wie Detektiv-Plots: Sie sind Mist. Entweder sind die Plots zu einfach, so dass sich die Spieler fragen, warum nur sie die böse Gräfin Sinistra vom Finstermoor durchschauen und ihren Griff nach der Krone verhindern können. Oder sie sind zu undurchsichtig, dass Machiavelli seine Freude daran gehabt hätte, die Spielerinnen aber nie im Leben darauf kommen, wer den hinter dem Anschlag auf den Präsidenten steckt. Doch vielleicht irre ich mich auch und eine Verschwörung im Rollenspiel (immerhin einer der Standartplots, neben der Dämonenbeschwörung und dem Relikt im Dungeon) geht ganz einfach und ihr habt super Beispiele dafür.

Geheimgesellschaft

Meister: „So, mein lieber Troll, was braucht man für eine ordentliche Weltverschwörung?“

Troll: „Einen Bösewicht! Besser… eine Gruppe an Antagonisten! Einen Geheimbund!“

Meister: „Und wer soll dieser Geheimbund sein?“

Troll: „Die Illuminaten! Die Namenlosen! Der Vatikan! Die NWO! Die Pharmalobby! Die Homöopathen!“

Meister: „Liebe Mitblogger, kennt ihr die Puppenspieler hinter den Kulissen?“

 

Verschwörungstheorien

Also hier bin ich echt hin und hergezogen. Einerseits sind Verschwörungstheorien eine super Grundlage für Abenteuer und Filme. Iron Sky, zum Beispiel, lebt ja von der Idee, dass die Haithabu-Flugscheiben existiert haben und mit The Hollow Earth Expedition gibt es sogar ein Rollenspielsystem, dass auf dem Glauben an eine hohle Erde spielt.

Andererseits habe ich bei den meisten Verschwörungstheorien richtig Bauchweh. Da schwingt viel braune Esoterik mit. Zudem haben diese Theorien teilweise drastischere Auswirkungen als man denken konnte, wenn man das erste Mal im Internet über Typen stolpert, die glauben, Matrix (Happy Birthday, alles Gute zum 20!) sei eine Dokumentation. Die Geschichte um Pizza Gate hat ja dazu geführt, dass da einer mit ner Waffe in die Pizzeria marschiert ist, weil er gefangene Kinder retten wollte, die sich Hillary Clinton angeblich für ihre Sexspielchen bestellt habe. Von Umvolkungstheorien, Christ Church und anderen Geschichten will ich erst gar nicht reden. In jüngster Zeit gab es wegen zumindest zwei Geschichten auch bei uns Rollenspeilern für Aufregung gesorgt haben. Einmal die Idee von Midgard 1880, dass die Protokolle der Waisen von Zion echt wären. Gut, die Geschichte ist schon 24 Jahre alt… ist aber letztes Jahr zumindest auf FB nochmal hochgekocht und wurde seitenlang diskutiert. Da gab es aber auch noch die Geschichte mit Vampires V5, die sich erblödet haben, die reale Verfolgung von Homosexuellen im Kaukasus als Kabale von Vampiren darzustellen. Ging nicht so gut aus, die Geschichte. Der Verlag hat seine Eigenständigkeit eingebüßt.

Wie geht ihr mit Verschwörungstheorien um? Welche nutzt ihr? Von welchen lasst ihr die Finger? Habt ihr Spielerinnen / Meisterinnen, die im echten Leben an Chemtrails, Illuminaten, Flugscheiben oder Big Pharma anhängen? Wie geht Ihr damit um?


Mitmachen dürfen wieder alle Blogger, Podcaster, Vlogger usw. Gebt mir Bescheid, wenn ihr etwas zu diesem Thema macht. Entweder hier unten in den Kommentaren, hier im Forum oder gebt Greg, den großen Grauen bescheid, wenn er euch wieder zu seinen Experimenten abholt. Der hat nächste Woche Sprühdienst mit mir. Chemtrails… ihr wisst schon 😉

Rezension: Beutelschneider – An den Opferfelsen gekettet Edition

Ich glaub, es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass ich Fan des Beutelschneider-Regelwerks bin. Darum freut es mich besonders, dass nun eine „neue“ Version des Regelwerks draußen ist. Gut, so neu ist die Version nicht, basiert sie doch auf den Sklavenmarkt-Regeln. Aber die Erweiterungen, die hier eingeflossen sind, machen diese Version richtig stark.

Vorab aber ein kleiner Kommentar zu Layout und Illustrationen. Letzter gibt’s nicht, was mich persönlich nicht stört. Beutelschneider ist ja vor allem ein Regelwerk zur Idee der Brückenwelten un damit erst einmal ziemlich universal einsetzbar. Illus können einen also nicht auf eine falsche Fährte locken. Das Layout ist interessant. Pro Seite gibt es zwei Spalten. Die linke Spalte beinhaltet die Regeln, rechts gibt es Beispiele dazu. Dadurch wird das ganze Regelwerk viel größer als die einzelnen Teile jemals waren, es ist aber zugleich sehr übersichtlich. Das finde ich super.

Die Regeln. Ich mag die Beutelschneider-Regeln, weil sie einfach und ehrlich zufallsbasiert sind. Ich hab ja eine Zeitlang Diskussionen verfolgt, die sich damit beschäftigen, ob dieser oder jehner Würfel nun wirklich zufallsbasierte Ergebnisse liefert oder ob eine Kante, die nicht oder nicht genau entgratet wurde, ein Ergebnis verfälscht. Bei gleich großen Murmeln, blind aus einem Beutel gezogen, hast du dieses Problem nicht.

Die ersten 20 Seiten Regelwerk entsprechen in etwa dem Sklavenmarkt-Regeln. Toll an den Regeln ist die schnelle Erschaffung eines Helden. Du brauchst nur einen Beutel, 20 Murmeln, davon 5 weiße, und ein paar grüne, rote und blaue. Fertig. Du willst einen Krieger? Gib ihm 9 rote und 6 grüne Murmeln, die 5 weißen und fertig. Magier? 3 rote Murmeln 2 grüne sollten für Stärke und Geschick reichen, 10 blaue Murmeln für Intelligenz und Magie und fünf weiße, dann hat man den klassischen, schwachbrüstigen Zauberer. Name… fertig. So schnell ist nicht mal Fate mit der Charaktererstellung, von DSA will ich hier gar nicht reden. Meiner Meinung nach liegt hier eine der Stärken des Systems. Schnelle Heldenerschaffung, leichte Regeln… ideal für One-Shots zwischendurch.

Leicht verständliche Regeln? Ja. Ich zitiere mal hier das Beispiel, dass den Kampf erläutern soll:

Kämpft beispielsweise ein Legionär gegen zwei Affenmenschen, so gibt es zwei Auseinander-setzungen -einmal der Legionär gegen den einen, und dann der Legionär gegen den anderen Affenmenschen.Die Affenmenschen im Beispiel sind in der Überzahl, der Legionär jedoch besser gerüstet. Alle drei ziehen daher gleich viele Murmeln -da der Kampf auf Leben und Tod und mit äußerster Brutalität geführt wird, sind es auf beiden Seiten jeweils vier Murmeln. Im ersten Durchgang zieht der Legionär drei rote Murmeln, der Affenmensch jedoch nur eine. Zwei Murmeln aus dem Beutel des Affenmenschen müssen durch schwarze Murmeln ersetzt werden. Gegen den zweiten Affenmenschen sieht es schlechter für den Legionär aus, er zieht zwar zwei rote Murmeln, sein Gegner jedoch drei, und der Legionär erleidet eine Verletzung, die dazu führt, dass eine seiner Murmeln durch eine schwarze ausgetauscht werden muss.

Wer dieses Beispiel verstanden hat, hat alle Kampfregen kapiert. Mehr gibt es nicht. Und jetzt schaut euch die Kampfregel-Beispiel eines beliebigen anderen Rollenspiels an. Wenn es mehr Worte braucht, um einen Kampf zu beschreiben, hat es schon verloren. Dauer eines Kampfes… wenige Minuten.

Die Skalvenmarkt-Edition wird durch „Tempelschätze“, „Goldene Meister“ und „Krafttier und Medizinbeutel“ zur „In dem Armen der Tempelhure“- Edition erweitert. Diese Erweiterungen sind ziemlich interessant. Tempelschätze führt ein Ressourcensystem ein: Münzen. Die stehen für Reichtum, Schätze, Artefakte Freunde und politischen Einfluss. Bei Charaktererstellung kann man die dann farbige Murmeln gegen weiße und Münzen tauschen. Damit kann man seinen Charakter schon ganz schön pimpen. Die Münzen können dann eingesetzt werden, um sich bei bestimmten Aktionen Vorteile zu erkaufen. Sie können auch als Belohnungssystem genutzt werden. Insgesamt eine Bereicherung für das Spiel. Vom Materialaufwand… verschwindend gering, da zumindest in Deutschland noch jeder ein paar Münzen im Geldbeutel hat.

Nun folgen die Regeln für Massenschlachten und Kriegsführung. Sind wir mal ehrlich… in den meisten Rollenspielen knirscht es hier ordentlich im Gebälk. Wenn DSA schon für den Kampf Mano et Mano einen Spielabend braucht, frage nicht, wie lange der Khomkrieg dauert, bis der durchsimuliert ist (Spoiler: Ewig). Beutelschneider ist auch hier ein effizientes System. Im Grunde werden auf die gleichen Regeln wie für einzelne Heldinnen zurückgegriffen, die Murmeln werden ur ein bischen umgedeutet. Ein Trick, den ich sowohl bei den Seefahrts- wie auch den Luftschiff-Regeln schon selber genutzt habe. Der Rest der Regeln bleibt gleich. Heldinnen können übrigens ihre geschlagenen Armeen zusammenhalten und erneut in die Schlacht führen, auch hierzu gibt es eine einfache Regel, genauso wie für Versorgung, Beute und Meuterei der Truppe (wobei hier wieder die Münzen eine Rolle spielen).

Die nächsten 12 Seiten sind optionale Regeln und Regelerweiterungen, wie z.B. die aus der Sklavenmarkt-Edition bekannten stärkeren und schwächeren Gegner, die Krafttiere (Miniaturfigürchen, die für ein Totemtier und dessen Fähigkeiten stehen und einmal pro Spielsitzung genutzt werden kann, um eine Herausforderung zu beeinflussen) und die Meisterschaft. Letztere bring neue Murmeln (gelb oder golden), die wie eine rote,eine blaue und eine grüne Murmel zählen und damit fast jede Herausforderung zu Gunsten der Spielerinnen entscheiden dürfte, ins Spiel.

Zum Schluss gibt’s noch ein paar Beispielgegner. Und hier habe ich tatsächlich Kritik, denn da hätte ich mir deutlich mehr gewünscht, z.B. die Drud oder die ganzen Untoten.

 

Fazit:

Die neue Beutelschneider-Edition ist für mich sehr gelungen. 45 Seiten Regeln sind deutlich mehr als die Vorgängerversionen, aber dennoch gehört es zu den schmalsten Regelwerken, die ich kenne. Die einfachen, gut ausbalancierten Regeln sind universal einsetzbar, schnell erlernbar und daher auch für ein Zweit-, Dritt- oder gar Viertsystem ideal. Noch ein Punkt: Das System gibt es für lau, was ich persönlich für unter dem Wert verkauft halte, aber gut, ich bin auch ein Idealist, der seine Werke für lau ins Netz stellt. Besorgt es euch!

Karneval der Rollenspielblogs: Essen – Prost Mahlzeit!

Ich sitz grade bei Zwieback, Perenterol und Cola vorm Computer, mehr habtot als lebendig, und kurierte entweder eine Magen-Darm-Grippe, die grade umgeht oder eine Lebensmittelvergiftung aus (mein Verdacht. Der Camembert war scheinbar doch nicht mehr genießbar).

Zumindest kann ich jetzt meine erzwungene Pause dazu nutzen, hier mal was über Essen zu posten, das krank macht. Aber Troll, höre ich euch sagen, hast du nicht selbst geschrieben, dass Krankheiten und Essen im Rollenspiel das gleiche Schicksal teilen und nur interessant sind, wenn sie Kern der Story sind? Ja, und ich bleibe bei meiner Aussage und will auch noch ein paar Ideen geben, wie von Essen ausgelöste Krankheiten Teil eines Abenteuers werden können.

Seit Urzeiten versuchen die Menschen Nahrungsmittel haltbar zu machen. Braten, räuchern, pökeln… all das verlängert die Haltbarkeit von Lebensmittel entscheidend. Niemand wäre im Mittelalter auf die Idee gekommen, Fleisch ein paar tage oder gar Wochen abhängen zu lassen. Außer zu großen Festen wurde damals vor allem vor Weihnachten (eine Sau, die vor Weihnachten gemästet wird) geschlachtet, aus Fleisch wurde entweder ein Stück Gselchts (meine Frau suhrt noch jedes Jahr unseren Anteil ein. Die macht das super!) oder Blut-, Leber und andere Würste. Käse und Butter entstanden auch aus der Idee heraus, aus der Milch irgend etwas zu machen, das länger als ein, zwei Tage genießbar war. Schaut euch doch mal die guten alten Tom-&-Jerry Cartoons an. Da kommt täglich der Milchmann, stellt zwei Flaschen ab und nimmt die alten mit… weil das alles keine H-Milch war (in London werden immer noch 3% der Milch so ausgeliefert). Die größte Erfindung im Bereich der Haltbarmachung war der Kühlschrank und die Gefriertruhe. Nur dadurch können wir heute Fisch aus dem Pazifik genießen.

Schimmel kann Lebensmittel vernichten… bis auf zwei drei Arten, die man für Käse und Edelsalami braucht und die Arten, die uns noch wirksames Penizillin liefern, sind Schimmel giftig für uns Menschen. Doof nur, das Schimmelpilze die verbreiteten Pilze des Planeten sind. Früher war auch Mutterkorn durchaus ein Problem.

Aber nicht nur verdorbene Nahrungsmittel können problematisch sein, auch Krankheiten und Parasiten führen dazu, dass man später ein Mahl bereut. In meiner Heimat gefürchtet ist vor allem der Fuchsbandwurm. Ganz böser Parasit. Tötlich.

Auch Algen können Lebensmittel, vor allem Krabben, Krebse und Muscheln, vergiften.

Abenteueridee:

Die Helden kommen in ein Küstendorf, in dem die ganze Bevölkerung darbend daniederliegt (anders gesagt, die kotzen und scheißen sich die Seele aus dem Leibe). Schuld sind die Meeresfrüchte, die im Dorf Grundlage der Ernährung ist. Steckt ein übler Kult dahinter? Tiefe Wesen? Oder ist dieser Vorfall der Auftakt zu einem Vernichtungsfeldzug einer unbekannten, maritimen Wesenheit gegen die Weltmeere verseuchenden Menschen?

So was ähnliches gab es auch schon mal im MM, glaub ich. Da gings um eine dämonische Krankheit, die ihre Opfer als Algenteppich zerfließen lässt. Und auch Frank Schätzings immer noch bester Roman „Der Schwarm“ hat ein ähnliches Thema.

Bush Meat und Road Kill sind in einigen Teilen der Welt nach wie vor Nahrnungsquelle. Und Krankheitsquelle. Ebola-Ausbrüche gehen auf solches Wildfleisch zurück. Gut, für uns hier in Deutschland ist jetzt das kein großes Thema. Doch wie sieht es in der Postapokalypse aus? Auch für Vampierinnen dürfte sich die Frage stellen, ob jedes Blut, dass sie so saugen, bekömmlich ist. Ja, schon klar, Vampierinnen sind untot, aber irgend eine Art Kreislauf und Zellleben dürften sie ja haben, sonnt würden sie ja am Untoten Leibe verfaulen. Lass das magisch, dämonisch oder göttlich sein… und durch fiese Viren ordentlich gestört werden.

So, jetzt ist es wieder soweit… ich geh mal das Keramik besuchen… bis bald…

Memoria Myrana 53 ist draußen!

Die MM53 ist draußen, und zwei meiner Abenteuer sind drin.

Ich fühle mich… befreit. Die zwei Abenteuer lagen bei mir schon lange auf Halde oder auf dem Fertig-aber-nicht-Gelayoutet-Haufen.

Die Geschichte zum Turm des Mordai begann damals im November 2015. Die Idee selber habe ich von einem alten, japanischen Märchen, der Hexe im Turm. Ich dachte damals, dass sich das super für das asiatische Setting Tharuns eignen würde. Ich hab auch schon relativ bald die ersten Zeilen getippt, hab aber dann die Zeilen genommen und im September des darauffolgenden Jahrs in meinen Papierkorb gelegt. Nachdem ich dann für die MM 50 den Zorn der Nanja fertiggeschrieben habe (das jüngere Abenteuer, das seit Januar 2016 in meinem Kopf rumspukte), was übrigens überraschend schnell ging, hab ich mich dann daran gemacht, den Turm zu beenden. Die Pläne zum Turm stammen von Jochen Willman, der den Turm aus den Infos im Text erstellt hat. Danke an der Stelle dafür.

Die Axt des Kuros gärt auch schon seit 2016. Damals habe ich noch im Rakshazar-Forum ein Brainstorming gemacht. Der Text stammte dann aber aus meiner Feder. Ich mag die Idee mit der Sidequeste um die Überreste von Eisenpelz. Die Idee mit den jungen Yetis und Nedermannen, die im Darm die Helden per Schneebälle traktieren, die stammte von einem Reddit-Beitrag. In die MM hat es dann die Axt auf, zugegeben, dreiste weise geschafft. Da ich den Fuß ja schon in der Tür hatte, hab ich einfach mal das Abenteuer angeboten. Schließlich bezeichnet sich MM selbst als das Fanmagazin für Dere außerhalb Aventuriens. Richtig glücklich bin ich über die Illustrationen. Zum einen finde ich den Yeti von maren-B, den ich so richtig schön fies finde. Der Grund, warum ich die Axt aber ins MM bringen wollte, war die Seitenansicht des Giganten. Tatsächlich fand sich dann eine Illustratorin, unser Neuzugang bei MM, Helena Stieber.


Lasst mich aber schnell auch noch den Rest des Magazins besprechen.

Der mayenische Schmuggler von Kai Frederic Engelmann stellt einen zwielichtigen Archetypen vor. Ich liebe ja solche Chars. Eine, mit Ecken und Kanten, eine, die mit es dem Gesetz nicht so genau nimmt aber auch nicht abgrundtief Böse ist. Also genau das Richtige für mich.

Verrat im Grenzland ist eine gute, kleine Kurzgeschichte. Passend zum aktuellen Rollenspielkarneval geht es auch hier um Luftschiffe und deren mutige Piloten. Autor ist Dennis Maciuszek.

Als nächstes haben wir mit RanHyAr von Claas Rhodgeß eine neue NPC. Eine Nyamaunir, eine Piratin. Und, divers, divers, eine mit einer Beeinträchtigung, die gute ist auf dem linken Auge bilnd.

Mirgel, das Spiegelversteck aus der Feder von Yodin ist Mythos, Artefakt, McGuffin und Schauplatz zugleich. Wer seine Heldinnen schon mal in eine etwas andere Dimension schicken wollte, für dem dürfte Mirgel ein Blick wert sein.

Mit Nia’E’Shalia – Tanz der Herrin von Daniel Bluhm gibt es ein weiteres Artefakt mit entsprechend mystischer Geschichte.

Daniel Bluhm ist auch der Autor der Kurzgeschichte Vesayama – Heimweh – III. Und dann kommen da ach schon meine beiden Abenteuer.


Apropos Abenteuer… Bei MM läuft gerade eine Mitmach-Aktion. Sendet eure Ideen zum Thema Myranor an die Redaktion, wir setzen sie dann um. Eine Idee hab ich mir ja schon vom d6idears geklaut: Dort kam man auf die Idee, das ein Luftmagier einen alten Flugplatz reaktivieren will. Das passt super ins High-Fantasy-Myranor. Da gibt es auch einen Idealen Ort dafür, oben im Norden. Ich sag nur soviel: Wikinger trifft auf Ortinopter. Also meldet euch!

 

Karneval der Rollenspielblogs: Flieger und Piloten – Disneys Piloten

Ob ihr es glaubt oder nicht, in den späten 80gern und frühen 90gern aufzuwachsen, war ein wahrer Segen. Damals kamen nämlich die besten Disney-Serien aller Zeiten heraus, von deren Ruhm Disney bis heute zehrt. Wenn man sich die Produzenten der Serien ansieht, dann ist dieser Erfolg von mindestens vier gleich guten Serien kein Geheimnis mehr, da saßen immer die gleichen Leute in wechselnder Konstellation zusammen.

Was den Disney-Stoff aus den 80gern für diesen Karneval interessant macht ist, dass es hier coole Flugmaschinen und interessante Piloten-Charaktere gibt. Es lohnt also ein genauer Blick.

 

Duck Tales – Neues aus Entenhausen (100 Folgen, 1987-1990)

Duck Tales war sozusagen die Initialzündung der Disney-Serien. Kindgerechte, leichte, unterhaltsame Folgen. Die neue Serie ist sogar noch witziger und besser als das Original. Für diesen Karneval ist aber eine Ente besonders wichtig: Launchpad McQuack oder in Deutschland besser bekannt als Quack, der Bruchpilot (übrigens eine Anspielung auf Heinz Rühmanns Rolle als Quaxs, der Bruchpilot). Ein netter, freundlicher, etwas tollpatschiger Pilot, der es schafft, jedes Flugzeug, das er fliegt, zu bruchlanden.

Meine Lieblingsfolgen sind übrigens die ersten Folgen der ersten Staffel. Familienzusammenführung… check, Panzerknacker…. check, mysterioser Boss im Hintergrund… check, Quack und gleich mal ne Bruchlandung in den Alpen… check.

In Duck Tales spielt Quack leider nur eine kleine Nebenrolle. Aber anscheinend reichte diese Nebenrolle aus, um ihn als Sidekick für Disneys hauseigenen Superhelden zu Qualifizieren:

 

Darkwing Duck (91 Folgen, 1991)

Darkwing Duck lässt sich ganz einfach beschreiben: Batman trifft auf Disney. Mit Benjamin Buxsbaum (Poison Ivy)m Quackerjack (der Jocker himself), Eisalinde von der Frost (Arnold Schwarzenegg… äh, ich mein natürlich Mr. Freeze) und Tuskernini (der Pinguin) wurden sogar drei Batmanschurken adaptiert.

Quack tritt hier als Sidekick des Helden auf und darf den Donnervogel, die Adaption des Batwings, fliegen. Wenn ich so in meinem Hirn krame, dürfte er in Darkwing Duck viel weniger Bruchlandungen hingelegt haben als bei seinem alten Arbeitgeber.

Meine Lieblingsfolge ist Folge 36, im Original „Dry Hard“. Da geht es gegen einen aus Wasser bestehenden, quasi unzerstörbaren, Feind.

 

Chip und Chap – Die Ritter des Rechts (65 Folgen, 1989-1990)

Kann man aus A-Hörnchen und B-Hörnchen, zwei Nebencharakteren im Disney-Universum, coole Helden machen? Ja, kann man. Chip und Chap liefen hier den Beweis, zusammen mit ihren Freunden stellen sie sich verrückten Wissenschaftlern und Maffiabossen in den Weg.

Für diesen Karneval relevant ist aber Trixi (aka Gadget Hackwrench). Trixi ist die Tüftlerin der Truppe, hochintelligent, freundlich und die Pilotin der Truppe. Auch zwei Flugzeuge gehören zur Rettungstruppe. Zum einen der Rettungsflieger, ein Luftschiff – Flugzeug -Hybrid aus einem Luftballon und einer alten Flüssigwaschmittelflasche. Zum anderen das viel weniger eingesetzte Retterbowing, ein kleines, schnelles Flugzeug, das eigentlich als Ersatz dient.

Meine Lieblingsfolge ist eine PSA gegen Sekten (Folge 27: The Case of the Cola Cult). Einfach großartig!

 

 

Kapitän Blau und seine Tollkühne Crew (65 Folgen, 1990 – 1991)

Und nun, meine Damen und Herren, kommen wir zum Highlight dieses Blogeintrags. Die beste Abenteuerserie der 90ger.

Hier stimmt einfach alles. Richtig gute Charaktere (wer immer auf die Idee kam, aus Balu, dem faulen Bären aus dem Dschungelbuch einen Piloten zu machen, dem gebührt ein Orden), tolle Orte (Cape Suzette, die Insel von Louie, Drübenien…) interessante Flugzeuge (die Seegans, eine Conwing L-16 (ein fiktives Flugzeug, der echten Fairchild C-119 Flying Boxcar nachempfunden), die Eisengeier (ein Luftschiffflugzeugträger. Allein schon die Idee eines Luftschiffflugzeugträgers ist großartig!)

Für alle, die das Pech hatten, damals noch nicht geboren zu sein, hier mal eine kleine Zusammenfassung. In dieser Serie geht es um die Abenteuer des Piloten Balu und seinen Navigator Kid Wolkenflitzer, einem Ex-Piraten und Waisenjungen. Die Serie spielt irgendwann in den fiktiven 1938gern (Hubschrauber und Düsentriebwerk sind noch nicht weit verbreitet/erfunden). Die Beiden müssen sich gegen Kommunisten, Kapitalisten (Shir Khan) und Luftpiraten behaupten. Wenn ich Lieblingsfolgen benennen soll, fallen mir auf Anhieb locker ein halbes Dutzend ein.

 

Gut, einen Minuspinkt gibt es dann doch. TaleSpin, so der Orginaltitel, war ein wahres

File:German Bratwürste.jpg

Verschiedene Bratwürste an einem Stand auf dem Nürnberger Hauptmarkt CC: BY-SA Gerhard Bissell 2008

Die beiden einzigen Frauen in den Abenteuern sind Rebecca Cunnigham und ihre Tochter Molly. Im Gegensatz zu Trixi oder Kiki (Eddie Erpels Adoptivtochter) oder auch nur Nicky, die in den neuen Duck Tales ein Update bekommen hat, dass sich sehen lassen kann, tauchen sie nur am Rande auf und treiben die Story auch nicht so voran. Tokenchicks der schlechtesten Sorte. Gut, die anderen weiblichen Wesen, die ich grade erwähnt habe, sind eigentlich auch nur Tokens, aber zumindest aktive Tokens, die ins geschehen eingreifen und Persönlichkeit besitzen. Der Konflikt zwischen Balu und Rebecca ist übrigens nur auf den ersten Blick ein Konflikt zwischen Mann und Frau, tatsächlich geht es aber darum, dass Rebecca die Firma, die Balu gehört hatte, übernommen hat.

Kommen wir wieder zurück zu den Piraten, den Luftschiffen, den Kanonen von Cape Suzette und den Flugzeugen. Ganz ehrlich, mich wunderts, dass daraus noch niemand ein RPG gemacht hat. Alles, was man für ein RPG braucht, ist hier drin. Gut, bis auf die Regeln, vielleicht. Also ich warte auf eine Fate-Umsetzung, aber auch für ein reines Erzählrollenspiel müsste da was drin sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume

So, erst mal an alle ein gutes Neues Jahr! Nachdem sich der Dampf der Knaller und Raketen verzogen hat und der Krawall den letzten Tagträumer geweckt hat, wird es Zeit, mal den Karneval auszuwerten.

Greifenklaue (in zwei Beiträgen) und ich stellen ein paar visuelle Reize für Kopfkino vor. Die fliegenden Inseln und die Treppen zum Brunnen im ersten Post und die Stadt auf dem Steinkopf im zweiten Beitrag haben es mir angetan. Auf die Illustratoren, die uns mit visuellen Reizen versuchen, sang ich ein Hohelied, im speziellen auf Kirsten Schwabe. Kirsten illustriert für die Memoria Myrana, bei denen ich ja auch irgendwie mit drinnen hänge…

Sandfox von Sandkastenspiele beschreibt in seinen Blogeintrag, wie man so einen Tagtraum fassen und in Textform gießen kann. Das ist ein wirklich interessanter Text, denn so ähnlich fang ich meine Tagträume auch ein. Ergebnis eines solchen eingefangenen Traums ist Yimrheim. Ich freue mich da schon auf den angekündigten Kommentar von blut_und_glas

Timberware beschreibt, wie man Tagträume bzw. Tagtraumsequenzen erzählerisch darstellt.

Manchmal lassen mich Informationsfetzen nicht mehr los. Eine Sendung im Deutschlandfunk z.B. löste bei mir die Frage aus, warum eine Abenteurerinnengruppe dringend einen Barden braucht, wenn es in einen spinnenverseuchten Dungeon geht. Natürlich wegen des einzigen Antidots gegen Spinnengift – Tanzen! Ein anderes mal ist es ein Youtube-Video zu einem Ur-altem (sorry fürs Wortspiel…nicht) Brettspiel, das bei mir Kopfkino auslöst.

Einen Eintrag ins Monsterhandbuch gab es diesen Monat auch von mir, die Drud. Auf d6idears gibt es die passenden Beutelschneider-Werte. Bei Ackerknecht gabs dann die Idee zu einem Kegel-basierten Regelsystem und boom… Kopfkino. Mal schaun, vielleicht gibt es dann im Sommer ein neues Abenteuermodul.

Was ist… ein Tagträumer? Spiele im Kopf, d6idears gleich zweimal und ich hatten da verschiedene Vorstellungen. Von einer, an Mesoamerika angelehnte, Kultur über gekaperte Vergnügungsschiffe und eine Bezeichnung für Kundschaft der TCG bis zu träumenden Schülern, da war alles dabei.

Von d6idears gibt es natürlich wieder einen Blick ins Archiv.

Es hat wieder einmal Spaß gemacht, einen Rollenspielerkarneval zu leiten. Die Beiträge waren interessant, vor allem das Was ist Spielchen. Das Vergnügungsschiff wird ich mir mal genüsslich klau… leihen 😊. Ich freu mich schon auf 2019!