Blog-o-Quest #29: Das perfekte Rollenspiel

Es ist mal wieder Zeit für eine Queste. Nachdem ich die von Januar nicht mitgemacht habe, will ich diese hier beantworten:

1. Über- und Unterwürfeln, Poolsysteme, Karten ziehen oder erzählerische Fakten schaffen – die Liste der Mechanismen ist lang. Die perfekten Rollenspielregeln
passen zur Spielwelt, sind einfach zu erlernen und bilden möglichst viele mögliche Handlungen der Helden ab. Beutelschneider finde ich an dieser Stelle gelungen, was ich gerne hätte,  wäre eine Beispielkampagne.

2. EDO, Sword & Sorcery, Harte SF, Postapokalypse – so viele Genres. Das perfekte Rollenspielsetting
gibt es so nicht. Ich bin zwar Fan von Fantasy und S&S, mag aber durchaus auch pulpige Settings.

3. Aufwändige Hardcover, günstige Taschenbücher, Boxen oder PDFe. Das perfekte Starterprodukt
ist eine Box mit einem Schnellstarter-Regelbuch, sechs Archetyp-Charaktären nach den Schnellstarter-Regeln, zwei Abenteuern, den benötigten Würfeln/Karten/Murmelsäckchen und einer guten, optischen Aufarbeitung.

4. Metaplot und Sandkasten, Splat-Books und Hintergrundbände, One-Shots und Kampagnen – Möglichkeiten, sich in einem Rollenspiel auszutoben, gibt es viele . Die perfekten Ergänzungspublikationen
sind Hintergrundbände mit Plothooks, Abenteuerbände, in denen neben zwei Vollwert-Abenteuern auch noch zwei One-Shots oder One-Page-Abenteuer stehen und Metaplots, damit Leben in die Bude kommt.

5. Würfel, Spielleiterschirm, Kartenwerk oder Spielkarten. Das perfekte Rollenspielzubehör
sind Spielleiterschirme. Ich finde die recht nützlich, um schnell einen Überblick über Regeln, Preise usw. zu haben. Ich finde den Theaterritter-Spielleiterschirm von DSA cool.

Bonusantwort
Und dieses perfekte Produkt darf dann gerne geschrieben / publiziert werden von
jemanden, der es kann, genügend Ressourcen zur Verfügung hat und das Produkt liebt

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Des Trolls Monsterhandbuch und Karneval der Rollenspielblogs „Olle Kamelle“ (Re:Monster [Mai 2013]: Von bronzenen Stieren und mechanischen Pferden

Panik! Chaos! Weltuntergang! Belchion ist mit seinem Monsterhandbuch fertig! So nebenbei, ich find das Monsterhandbuch super gelungen, die Texte kurzweilig und die irdische Herkunft diverser Monster toll recerchiert. Um diese Arbeit zu würdigen, hab ich ja schon seit einiger Zeit mein eigenes Monsterhandbuch am laufen, in dem ich Monster poste, die mir drüben fehlen oder die einen speziell rakshazarischen Ansatz besitzen.

Beginnen möchte ich mit einem Bekanntem, dem Khalkotaurus auch unter dem Namen Bullen von Kolchis bekannt. Die Sage geht so, dass der Gott Hephaistos dem König von Kolchis zwei bronzene, feuerspeiende Bullen schenkte. Als Jason dann vorbeikam, um das Goldene Vlies zu erlangen, musste er beide Stiere zähmen, ein Feld damit pflügen und Drachenzähne pflanzen. Im Laufe der Zeit und durch verschieden Adaptionen in verschiedenen Medien (wobei D&D und Harryhausen eine große Rolle gespielt haben mag) zu mechanischen, feuerspeienden, versteinernden Monstren. Genau an dem letzteren hab ich mich ein bischen gestört. Versteinern, gut und Recht. Das ist aber imho eher für eine Gorgone wie Medusa was als für ein Monster aus Messing und Bronze. Statt die Gegner zu stein erstarren zu lassen, fände ich es besser, sie in Bronze- oder Messingstatuen zu verwandeln. Und wenn wir grad dabei sind… mit Feuer läßt sich doch auch was anfangen. Flammen, die aus Nüstern, Wunden, Lüftungsschlitzen an der Flanke schießen, glühend heißes Metall… hey, hier könnte sogar ein Schwachpunkt der Kreatur liegen! Die Stiere können zum einen überhitzen und schmelzen oder duch Eiszauber und Wasser zur Bewegungslosigkeit runtergekühlt werden.

 

Die zwei Bronzebullen

Zwischen dem Marhamal,Kurotan, KhurKez Kau und Ronthar erzält man sich schauerliche Geschichten von zwei Bullen, die das Land durchziehen und, wohin sie auch kommen, Verwüstung und Tod hinterlassen. Die Bullen beständen, so sagt man, ganz und gar aus Bronze, Messing, Eisen und Silber, auf ihrer Haut seinen edle Steine eingelassen, ihre Augen seien gar leuchtende Rubine. Sich den aggresiven Tieren zu nähern brächte jedoch den Tod, zum einen würde im Inneren der Tiere der heiße Zorn Ingors glühen und sie könnten Feuer spucken, zum anderen besäßen sie die Fähigkeit, Ihre Feinde in metallene Stauen zu verwandeln (was an und für sich noch nicht tödlich wäre, ein entsprechend erfahrener Schamane könnte die Unglücklichen wieder zurückverwandeln, doch… Metall ist in Rakshazar kostbar und so landen viele in Schmelzen und werden zu Schwertern, Pfeilen und Rüstungen verarbeitet). Den Orks gelten die zwei Bronzebullen als dem RashRag und Zochgrash heilig, die meisten Menschen sehen darin die Reittiere von Korthro und Teithors, die am Anfagn der Zeit das Land im Auftrag Ingors verwüsten und alles Leben auslöschen sollten. Gerüchten zufolge planen die Kuros-Priester in Kurotan demnächst eine Queste gegen die beiden Stiere.

Größe: 2,30 Schritt (mit Schwanz); 2,50 Schritt Schulterhöhe Gewicht: 1400 Stein
MU 12 KL 9 (t) IN 12 CH 12 FF 10 GE 12 KO 18 KK 23
LeP 80 AsP – KaP – INI 12+1W6
VW 6 SK –4 ZK 4 GS 9
Hörnerstoß (Bulle): AT 9 TP 1W6+6 RW kurz
Überrennen: AT 8 TP 2W6+5 RW kurz
Flammenstrahl**: FK 12 LZ 2 TP 2W6 RW 10/15/20
Verwandelnder Blick***: FK 12: LZ 10 RW 10/15/20
RS/BE 5/0
Aktionen: 1
Sonderfertigkeiten: Überrennen (Überrennen), Zu
Fall bringen (Hörnerstoß)
Talente: Einschüchtern 8, Körperbeherrschung 4, Kraftakt 12,Selbstbeherrschung
6,Willenskraft 12
Anzahl: 2 Bullen
Größenkategorie: groß
Typus: Tier, nicht humanoid
Beute: Metalle und Edelsteine im wert von 40000 TE
Kampfverhalten: Die Bronzebullen greifen jeden an, der sich ihnen nähert. Sobald sie Überhitzen oder Unterkühlen, brechen sie den Kampf ab und bleiben stehen, bis sie wieder auf eine Annehmbare Temperatur kommen
Flucht: Bronzebullen fliehen nicht
Jagd: –1
Sagen und Legenden (Monster):
• QS 1: Wenn du einen Bullen bemerkst, lauf! Sein Blick verwandelt dich in Metall, sein Atem röstet Dich, sein Horn spießt dich auf.
• QS 2: Die Tiere sind Sendboten der Kriegs- und Totengötter Rakshazars.

  • QS 3+: Wenn sich ein Bulle zu sehr in den Kampf hineinsteigert, überhitzt er. Er bleibt dann stehen und kühlt sich ab. Das gibt dir Zeit zu verschwinden. Es st aber auch schon vorgekommen, dass der Bulle zu viel Feuer gespuckt hat, auskühlte und zumindest vorrübergehend zusammenbrach.
  • Packesel: Bronzebullen können ein Gewicht von bis zu 300 Stein tragen.

***) Versteinernder Blick: Wen immer der Bronzebulle anblickt, der wird zu Metall (1-9 Bronze; 10-15 Messing, 16-18 Kupfer, 19-10 Eisen). Die Reichweite der Wirkung des Blicks erstreckt sich bis zu maximal 20 Schritt und verursacht den Status Versteinert (siehe Seite XXX). Ein Held kann sich dagegen mit einer Probe auf Willenskraft erschwert um 10 wehren. Gelingt ihm die Probe, so erhält er stattdessen 3 Stufen Paralyse und 2 Stufen Verwirrung. Wer zu Metall wurde, zurückverwandelt werden. Den Blick einzusetzen kostet den Bronzebullen 1 Aktion es kann nur ein Ziel mit dem Verwandelten Blick treffen. Der Blick erhöht den Zustand Innere Hitze um eine Stufe.

**) Feuerstrahl: Leicht entflammbare Ziele können durch den Odem in Brand geraten. Bei einer 1 bis 2 erleidet der Held den Status Brennend durch seine brennende Kleidung. Der Feuerodem richtet sich maximal gegen zwei Ziele pro Anwendung, die maximal 2 Schritt voneinander entfernt sind. Je 5 SP sinkt der Zustand Innere Hitze um eine Stufe.

Innere Hitze: Die Bronzebullen haben normalerweise Stufe III. Alle 5 KR steigt die Stufe um eins an.

Stufe 0: Das innere Feuer des Bronzebullen ist erloschen. Er ist Tot.

Stufe I: Der Bulle fällt in eine Kältestarre. Die nächsten 2W20 KR wird er einfach auf seinen Platz stehen und sich nicht mehr bewegen. Wird der in dieser Zeit duch Wasser oder Eis weiter abgehühlt, so kann seine Stufe auch auf 0 sinken. Nach Abauf der Pause wird die Stufe wieder auf II gesetzt.

Stufe II: Der Bulle kühlt aus. AT, PA, GE, KK +3, GS 6

Stufe III: Normalzustand

Stufe IV: Der Bulle heitzt sich auf. AT,PA -2, GS 12

Stufe V: Der Bulle überhitz. Die nächsten 2W20 KR wird er einfach auf seinen Platz stehen und sich nicht mehr bewegen. Wird der durch Feuer weiter erhitz, droht er zu Schmelzen und die Stufe wird auf VI gesetzt.

Stufe VI: Der Bulle schmiltzt. Zurück bleibt ein See aus Metall und Edelsteinen. Er ist Tot.
Schmerz +1 bei: 60 LeP, 40 LeP, 20 LeP, 5 LeP oder weniger

 


Beim nächsten Monster, dem meschanischen, fliegenden Pferd wird die Geschichte hinter dem Monster schon etwas schwieriger aufzudecken. Bei den Khalkotaurui kann man die Gesichte bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen, bei dem mechanischen, fliegenden Holzpferd zumindest bis 1704-1708 zurückverfolen, als von Antoine Galland die Tausendundeine Nacht ins französische übersetzte und neue Geschichten (pikanterweise gerade die bekannteren, z.B. Sindbad, Ali Baba und Alladin) hinzfügte. Was folgt, ist eine Adapption und Wandlung der Geschichte in verschiedenen Filmen und Medien. Heute ist aus dem ursprünglichen Pferd aus Ebenholz ein komplexes Wesen aus Holz, Zahnrädern, Schrauben und Flügeln geworden. In der Geschichte um das Pferd klingen imho zwei berümte geflügelte Pferde nach. Pegasus (für uns warschaeinlich das bekanntere Pferd) und Buraq, das geflügelte Wesen, mit dem Mohammad mit dem Erzengel Gabriel des Nächtens nach Jerusalem ritt.

Es gibt einen Unterschied zwischen den beiden Bestien, die so ähnlich, sprich künstlich, sind. Während die Stiere eher das zerstörerische, wilde,tierische darstellt und von einem Gott geschaffen wurde, so ist das Holzpferd Ergebnis von Forschung, Wissenschaft und (schwarzer) Magie. Damit einget es sich auch vorzüglich für Steampunk-Settings, in dem nimmermüde mechanische Pferde Kutschen ziehen oder der mechanischen Kavallarie als Reittiere dienen. Für die Welt des Schwarzen Auges bedeutet das, dass hier nur ein entsprechend vortschrittliches Setting wie Myranor oder Aventurien dafür in beracht kommen…

 

 

Das fliegende Holzpferd

In einer großen Kiste im Hesinde-Tempel zu Teremon lagert ein Schatz aus den Zeiten des großen Seekönigs und Erfinders Odenius des Tüftlers. Ein Pferd aus Holz, Zahnrädern und Leihnwand, zerlegt in seine Einzelteile. Werden diese, gemaß des Bauplans, der irgenwo im Schloss der Seekönige versteckt ist, zusammengebaut, so besitzt man eines der größten Wunderdinge, die je ein Mensch geschaffen hat. Durch Betätigung von Hebeln und Schaltern auf den Rücken des Tieres kann man es in Schritt, Trab und Galopp versetzen und zieht man die Zügel an, so erhebt sich das Pferd tatsächlich in die Luft! Angeblich lassen verschiedene Mächtige aus Yol-Ghurmark nach der Kiste und vor allem nach den Bauplänen suchen…

Größe: 2,20 Schritt lang; 1,50 Schulterhöhe Gewicht: 1000 Stein
MU 10 KL 9 (t) IN 12 CH 12 FF 8 GE 14 KO 23 KK 25
LeP 80 AsP – KaP – INI 13+1W6
VW 7 SK 0 ZK 0 GS 12
Tritt: AT 15 TP 1W6+5 RW mittel
Biss: AT 12 TP 1W6+1 RW kurz
Niederreiten: AT 14 TP 2W6+4 RW mittel
RS/BE: 0/0
Aktionen: 1
Vorteile/Nachteile: keine
Sonderfertigkeiten: Mächtiger Schlag (Tritt)
Talente: Einschüchtern 4, Fliegen 12, Körperbeherrschung 4, Kraftakt 8, Selbstbeherrschung
4, Sinnesschärfe 4,
Anzahl: 1
Größenkategorie: groß
Typus: Tier, nicht humanoid
Beute: 300 Stein an Federn, Zahnrädern, Edelsteinchen…
Kampfverhalten: Das mechaniche Pferd kämpft so, wie es sein Reiter befielt
Flucht: siehe Kampfverhalten
Jagd: –2
Mechanik:
• QS 1: Das muss eine Erfindung von Odenius dem Tüftler sein.
• QS 2: Das Pferd wird über Hebel und Knöpfe gesteuert.
• QS 3+: Mit einem Bauplan ließe sich eine Herde dieser Maschienen bauen
Sonderregeln:
Packesel: Mechanische Pferde können ein Gewicht von biszu 200 Stein tragen.
Schmerz +1 bei: 60 LeP, 40 LeP, 20 LeP, 5 LeP oder weniger

 

Karneval der Rollenspielblogs Februar 2018 – Re: Hitzewelle (August 2014)

Nachdem ich hier über Eiszeit geschrieben habe und grade mein “Olle Kamelle” Karnevalsumzug ist, nutze ich die Gelegenheit, schnapp mir mitten im Winter das Thema Hitzewelle und berichte über das Ende der letzten großen Eiszeit, einer Warmzeit, Klimaerwämung, untergegangene Länder und Fantasy-Rollenspiel.

Doggerland, Sudna, Sahul, Beringa

In diesem Post geht es vor allem Um Doggerland und die Landbrücke zwischen England und dem Kontinent. Grund dafür ist, das das hier ein deutschsprachiges Rollenspielblog ist, die meisten Lesen aus dem deutschsprachigen Raum kommen und uns somit die Jacke Doggerland näher als die Hosen Sudna, Sahul und Beringa sind. Letzteres sind ebenfalls Landbrücken, die zur gleichen Zeit das gleiche Schicksal ereilte wie eben Doggerland.

Damit sind wir schon beim ersten wichtigen Punkt: die Zeit. Wir befinden uns ganz grob (+-ein paar Hundert Jahre) im Jahr 10.000 bis etwa 7.200 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Die letzte Eiszeit, die Weichsel-Würm_kaltzeit, neigt sich ihrem Ende zu. Die Eiszeitlichen Geltscher geben gerade die Gegend um Berlin frei (und legen damit den sandigen Grund dafür, dass tausende Jahre später ein Flughafen einfach nicht fertig wird), Hamburg ist gletscherfrei, Dänemark eisbedeckt. Unter dem zurückweichenden Eismassen taucht eine Landbrücke auf, die den heutigen Kontinent mit England verbindet: Doggerland, benannt nach jenen Hügeln, die später die Doggerbank bilden sollten. Der Rain floss hier durch, die Themse… zuerst war die Landschaft eher eine Tundra. Kalt, Permafrostboden… nicht unbedingt ein toller Lebensraum. Aber je länger die Hitzewelle, die später Holozän genannt wurde und bis heute anhält, andauerte, desto lebenswerte wurde der Flecken. Kiefern und Lärchenwälder, Elche, Fische, verdammt viele Fische in den Flüssen und Seen… Ideal für unsere Urgroßvorcousins, die Söhne und Töchter Ursulas.

Rückgang der Gletscher heißt Klimawandel heißt irgendwo muss das Eis der Gletscher hin heißt der Meeresspiegel stieg. Zu beginn der Hitzewelle lag der Meeresspiegel rund 60 Meter tiefer als heute. Der Meeresspiegel stieg schnell: etwa 2 cm je Jahr. Ok, das hört sich jetzt ach nicht sooo viel an. Den meisten Menschen damals dürfte es zunächst nicht aufgefallen sein, vor allem bei einer Lebenserwartung von etwa 30 Jahren. Nebenbei… Lebenserwartung heißt nicht, dass es keine 60- jährigen Opas oder Omas gab, es heißt nur, dass verdammt viele vor ihrem 30. Geburtstag mit den Würmern Tango tanzten. Nehmen wir an, Oma Uruuk, eine rüstige 40gerin, würde gerne am Atlantikstrand ihrer Jugend Muscheln sammeln. Tja, Oma Uruuk, Pech gehabt, dein Strand liegt nun fast einen Meter unter Wasser. Rechnet euch selbst aus, wie viele Generationen es brauchte, bis die Küstensümpfe versalzen, die Ebenen überschwemmt und die Lebensgrundlage in Doggerland vernichtet war. Den Rest gab das Storegga-Ereignis dem Paradies auf Erden. Unterirdisches Methaneis wurde schlagartig Gasförmig, es kam zur Mutter aller Tsunamis, Doggerland war Geschichte (welche Auswirkungen ein solches Ereignis heute hätte, kann man in “Der Schwarm” nachlesen.

Fassen wir mal den Ausflug in die Geschichte kurz zusammen: Eine anhaltende Hitzewelle (Die Durchschnittstemperaturen stiegen damals um 6° C!) erschuf ein kleines Paradies zwischen England, und Kontinentaleuropa, die anhaltende Hitzewelle zerstörte das kleine Paradies, aber nicht, weil das Land verdorrte und zur Wüste wurde sondern weil der Meeresspiegel um bis zu 120 Meter anstieg. Nur so nebenbei… uns wirds nicht viel besser gehen, wenn der Klimawandel nicht zumindest gebremst wird. Shanghai liegt nur 4 Meter über NN, teile der Altstadt deutlich darunter und die investieren jetzt schon in Pumpentechnik. Mir als Bayer kanns ja egal sein, wenn von Hamburg bis Kassel alles absäuft, dann haben wir immerhin direkten Zugang zur See und können unsere BMWs noch besser exportieren…

Hitzewellen im Rollenspiel – anders als Gedacht

Normalerweise heißt ja eine Hitzewelle im Rollenspiel wir spielen das Karlifornia-Szenario. Dort führte eine sechs Jahre andauernde Hitzewelle zu krassen Auswirkungen auf die Natur und Einschränkungen im täglichen Leben für die Menschen und zu tollen Fotos. Was aber zumindest im Rollenspiel oft übersehen wird ist, dass globale Hitzewellen auch zum Anstieg des Meeresspiegels führen können und im Endeffekt Land unter für viele Küstenstriche bedeutet.

Rollenspieltechnisch habe ich die Idee unter anderem für mein tolles, unglaubliches, geniales (voll gegen die rakshazarische Wand gefahrenes) Feenabenteuer “Bis zum Hals” verbraten. Ok, hier wars ein magischer Badestöpsel, der die Feenweld zum Absaufen brachte, aber die Richtung stimmt.

Besser ist es in “Bergungskreuzer Möwe” umgesetzt. Gut, hier waren es Außerirdische, die in einer fiktiven Kaiserzeit die Welt mit einem Hitzestrahl unter Wasser gesetzt haben, aber Hitzewelle ist Hitzewelle. Mir gefällt dieses Fate-Szenario verdammt gut, nicht nur wegen der 80ger Jahre Musik, auch wegen dem direkten Seezugang für uns Bayern. Nur dass das schon jetzt klar ist: Falls es einmal dazu kommen sollte, dass Restdeutschland baden geht, wird Bairisch die Amtssprache.

Wo wir gerade bei Hitzestrahlen sind: Kein Agenten-RPG ohne den verrückten Wissenschaftler, der mit seinen Hitzestrahl die Polkappen schmelzen will. Im Auftrag ihrer Maiestät, sie haben die Lizenz zum Töten, 007.

Filmisch mit dem Thema hat sich Waterworld auseinandergesetzt. Auch hier gabs eine Hitzewelle, auch hier versank das Land in den Fluten.

Die Frage bleibt auch, wie eine Gemeinschaft mit Klima-Flüchtlingen umgeht, die von den versinkenden Küsten ins Hochland flüchten, ihre Kultur und Sprache mitnehmen und sich dort so gar nicht integrieren wollen. Was, wenn die den lokalen Wasser- und Regengott für den Untergang ihrer Heimat verantwortlich machen und öffentlich den Kult bekämpfen?

Hitzewellen führen auch zum Abschmelzen von Gletzschern. Mit Glück liegt da ein Ötzi rum, mit Pech ein Untoter Ötzi oder eine Armee Untoter Ötzis oder Nazis.

Fazit

Beim Thema Hitzewelle sollte man nicht nur auf wachsende Steppen und Wüsten schauen, sondern auch versinkenden Küsten im Blick haben. Hier liegt noch Potential, mit dem, im wahrsten Sinne des Wortes, gespielt werden kann.

 

 

Corlys Themenwoche: Märchen – Ein Blick ins Bücherregal

Meine Lieblingsbloggerin Corly hat mal wieder eine Themenwoche zu  Märchen am Start. Zeit, sich mal wieder damit zu beschäftigen…

Welche Märchen kennt ihr?

Natürlich viele von den Grim-Brüdern (vor allem die bekannten Märchen), die von Wilhelm Hauff, H.C. Anderson. Die interessantere Frage ist, vor allem, wenn ich auf die letzte Frage schiele, wann denn ein Märchen ein Märchen ist.

Märchen (Diminutiv zu mittelhochdeutschmære = „Kunde, Bericht, Nachricht“) sind Prosatexte, die von wundersamen Begebenheiten erzählen. Märchen sind eine bedeutsame und sehr alte Textgattung in der mündlichen Überlieferung (Oralität) und treten in allen Kulturkreisen auf. Im Gegensatz zum mündlich überlieferten und anonymen Volksmärchen steht die Form des Kunstmärchens, dessen Autor bekannt ist. Im deutschsprachigen Raum wurde der Begriff Märchen insbesondere durch die Sammlung der Brüder Grimm geprägt.

Im Unterschied zur Sage und Legende sind Märchen frei erfunden und ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt. Allerdings ist die Abgrenzung vor allem zwischen mythologischer Sage und Märchen unscharf, beide Gattungen sind eng verwandt. […]

Charakteristisch für Märchen ist unter anderem das Erscheinen phantastischer Elemente in Form von sprechenden und wie Menschen handelnden Tieren, von Zaubereien mit Hilfe von Hexen oder Zauberern, von Riesen und Zwergen, Geistern und Fabeltieren (Einhorn, Drache usw.); gleichzeitig tragen viele Märchen sozialrealistische oder sozialutopische Züge und sagen viel über die gesellschaftlichen Bedingungen, z. B. über Herrschaft und Knechtschaft, Armut und Hunger oder auch Familienstrukturen zur Zeit ihrer Entstehung, Umformung oder schriftlichen Fixierung aus.[..]

Quelle: Wikipedia

Demnach wäre der Grüffelo auch ein Märchen. Ein gereimtes, neues Märchen.

Welche Bücher über Märchen kennt ihr?
Hauffs Märchen-Almanach auf das Jahr 1826
Von meinem Bruder habe ich zum Geburtstag die Geschichten aus 1001 Nacht bekommen.
Ein Verwandter meiner Frau hat sich die grimmschen Märchen vorgenommen.
Ein Märchenbuch gehört imho in jedes Haus, vor allem, wenn man Kinder hat.

Wieso faszinieren euch Märchen so?
Weil es schöne, kurzweilige Geschichten sind, die man locker memorieren und dann adaptieren kann. Für einen Rollenspieler sind sie zugleich ein Quell an Inspiration, aus dem tolle Abenteuer oder gar Abenteuersysteme entstehen können.

Sind Märchen eigentlich für Kinder geeignet?
Ja. Nein. Kommt immer auf das Märchen an. Ich glaube, wir Erwachsenen lesen in bestimmte Märchen mehr oder andere Sachen rein als Kinder.

Was haltet ihr von den ganzen Märchenadaptionen?
Super. Alte Geschichten, neu erzählt, finde ich toll. Wenn ich z.B. das Märchen “Dornröschen” erzähle, dann kommt in meiner Version der Prinz auf dem Motorrad an und hat einen Heckenschere dabei. Blasphemie, höre ich? 1886 wurde das Auto erfunden, 1885 das Motorrad und die Computertechnologie ist nicht mal 100 Jahre alt. Vielleicht rettet der Prinz Dornröschen in einer zukünftigen Version per Drone?
Die Neufassung der Salzprinzessin fand ich gelungen.

Wie glaubt ihr kamen die Menschen von damals auf die Idee für diese Märchen? (Manche sind ja schon uralt)
Volksmärchen haben etwas bäuerliches, behagliches, Wenn man bedenkt, wie lange lange Winterabende ohne Strom und nur mit Kerzen und Kienspan sein können… Zudem werden in den Geschichten archetypische Lebenssituationen verhandelt, Moralvorstellungen weitergegeben, der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten… Das Märchen stammte, imho, aus den Hütte der Armen, der Handwerker und Bauern. Erst die Aufklärung hat die Geschichten zwischen Buchdeckel gepresst und dem Bürgertum zugänglich gemacht.

Karneval der Rollenspielblogs Februar 2018: Olle Kamelle -Einstiegspost

Hellau! Kille-Wau, Allaf oder wie auch immer… Willkommen zum Karneval der Rollenspielblogs im Februar. Den ersten Umzug, den ich organisiere, eine kleine Sensation, denn noch in der Blog-O-Queste zum Thema Blogaktionen ging ich ja felsenfest davon aus, sowas nicht zu machen.

https://i1.wp.com/www.teilzeithelden.de/wp-content/dl/Logo_RSPKarneval_500px.png

Olle Kamelle

Beim aktuellen Umzug soll es jetzt nicht um altes, klebriges Zuckerwerk gehen, dass in Massen auf diversen Real-Life-Karnevalsumzügen unter das Volk gebracht wird. Nein, es geht um Eure Beiträge, eure Bonbons, zu bisherigen Umzügen, die vielleicht schon seit Dezember 2011 (so lange gibt es unseren Karneval schon) auf Halde liegt und nun endlich unters Volk will. Es geht um Eure Erwiderungen auf Beiträge, die Ihr nie geschrieben hat, weil plötzlich der Monat vorbei war. Es geht um Euren neuen Blick auf ein altes Thema – es ist ja zwischen heute und Eurem Eintrag einiges an Wasser die Donau runtergeflossen, vielleicht habt Ihr aus gutem Grund Eure Einstellung zum Thema von damals überdacht – es geht um Eure Ergänzungen.

Hier, im Forum, findet Ihr eine Übersicht über alle durchgeführten Umzüge. Lest sie Euch durch, schnappt ein Thema, schreibt darüber und blogt es.

 

Die Regeln

Lasst mich in den Kommentaren oder hier im Forum wissen, was ihr veröffentlicht. Der Übersichtlichkeit halber noch eine Bitte: Beginnt den Titel Eures Beitrags bitte mit  RE: [Titel des Orginalumzugs] .

Beteiligt euch am RSP-Karneval in einem Medium eurer Wahl (Blog, Vlog, Forumspost oder einfach in den Kommentaren unten) u
Das Logo für den Karneval gibt es, jeweils transparent, in klein und in groß.

Kapitäns Log: Nachtrag

Weil der Februar so kurz ist, Ihr genügend Zeit zum Vorbereiten haben sollt und ich meinen Trollsatus gerecht werden will, poste ich den Eingangspost schon heute. Deal with it 🙂

Trotzdem: Macht bitte bei Timbers und Ninianes aktuellem Karneval mit!

Geplante Veröffentlichungen
Re: Hitzewellen am 1.Februar
Re: Monster jeweils am 2. Februar und am 14. Februar

Rollenspielerfrühstück: Nazi-Kühe aus Hitlers Laboren bedrohen die Menschheit!

Sie sind groß, sie sind bösartig und aggressiv und eine Erfindung der Nazi: Hitlers Monster-Stiere! Lest hier exclusiv alles über die Nazi-Stiere, die ursprünglich in Deutschland ausgewildert werden sollten. Vielleicht lebt ein solches Monster auch in Deiner Nähen?

Weiterlesen

Das Rollenspielerfrühstück: Der_die Troll_in gendert durch…

Frühstück: Kaffee

Harfenklänge: Liquido – Narcotic

Ich gendere ja seit einiger Zeit meine Einträge, oder, zumindest versuche isch es. Gestern bin ich in der taz auf einen interessanten Artikel gestoßen, der aufzeigt, wie es mit dem Gendern so in anderen Sprachen aussieht.

Jetzt werden sich sicher einigen von euch fragen, was das ganze SJW-Gegendere-Gedöns mit Rollenspiel zu tun hat. Mehr als man auf den ersten Blick vermuten möchte.

  1. Ich kenne leider kein Rollenspielsystem, das gendert. Wenn sich keine Personengruppe dadurch ausgeschlossen und vom Spiel abgestoßen fühlt, dann gut. Wenn aber das potentielle Spieler_innen von unser aller Lieblingshobby abhält, dann ist es ein Drama. Ein Drama, das, durch einen relativ kleinen Kniff in der Sprache, gelöst werden kann.
  2. Wir sind Rollenspieler_innen. Uns begegnen in unseren Fantasy-Welten ab und an Lebensformen, die nicht in das binäre Geschlechterschema passen. Beispiel gefällig? Last und in den DSA-Kosmus nach Myranor blicken, da haben wir gleich zwei Rassen, die aus dem klassischen Schema fallen: die geschelchterwandelnden Chimärenwesen Ravesaran und die Meereswesen Norkosh, die gleich mit sieben, dem Lebensalter angepassten, Geschlechtern leben (müssen). Wenn Spieler_innen solch exotische Helden_innen spielen wollen oder der_die Meister_in in als NPC einbauen möchten, stoßen auch wir Rollenspieler sprachlich schnell an eine Grenze.

Versteht mich nicht falsch, das soll jetzt kein Aufruf sein, alles und jedes zu gendern (bloß nicht, ich würde mein Alleinstellungsmerkmal verlieren!), sondern sich mal mit der Sprache im Rollenspiel auseinanderzusetzen.