Schlagwort-Archive: Der Troll privat

Karneval der Rollenspielblogs: Flieger und Piloten – Disneys Piloten

Ob ihr es glaubt oder nicht, in den späten 80gern und frühen 90gern aufzuwachsen, war ein wahrer Segen. Damals kamen nämlich die besten Disney-Serien aller Zeiten heraus, von deren Ruhm Disney bis heute zehrt. Wenn man sich die Produzenten der Serien ansieht, dann ist dieser Erfolg von mindestens vier gleich guten Serien kein Geheimnis mehr, da saßen immer die gleichen Leute in wechselnder Konstellation zusammen.

Was den Disney-Stoff aus den 80gern für diesen Karneval interessant macht ist, dass es hier coole Flugmaschinen und interessante Piloten-Charaktere gibt. Es lohnt also ein genauer Blick.

 

Duck Tales – Neues aus Entenhausen (100 Folgen, 1987-1990)

Duck Tales war sozusagen die Initialzündung der Disney-Serien. Kindgerechte, leichte, unterhaltsame Folgen. Die neue Serie ist sogar noch witziger und besser als das Original. Für diesen Karneval ist aber eine Ente besonders wichtig: Launchpad McQuack oder in Deutschland besser bekannt als Quack, der Bruchpilot (übrigens eine Anspielung auf Heinz Rühmanns Rolle als Quaxs, der Bruchpilot). Ein netter, freundlicher, etwas tollpatschiger Pilot, der es schafft, jedes Flugzeug, das er fliegt, zu bruchlanden.

Meine Lieblingsfolgen sind übrigens die ersten Folgen der ersten Staffel. Familienzusammenführung… check, Panzerknacker…. check, mysterioser Boss im Hintergrund… check, Quack und gleich mal ne Bruchlandung in den Alpen… check.

In Duck Tales spielt Quack leider nur eine kleine Nebenrolle. Aber anscheinend reichte diese Nebenrolle aus, um ihn als Sidekick für Disneys hauseigenen Superhelden zu Qualifizieren:

 

Darkwing Duck (91 Folgen, 1991)

Darkwing Duck lässt sich ganz einfach beschreiben: Batman trifft auf Disney. Mit Benjamin Buxsbaum (Poison Ivy)m Quackerjack (der Jocker himself), Eisalinde von der Frost (Arnold Schwarzenegg… äh, ich mein natürlich Mr. Freeze) und Tuskernini (der Pinguin) wurden sogar drei Batmanschurken adaptiert.

Quack tritt hier als Sidekick des Helden auf und darf den Donnervogel, die Adaption des Batwings, fliegen. Wenn ich so in meinem Hirn krame, dürfte er in Darkwing Duck viel weniger Bruchlandungen hingelegt haben als bei seinem alten Arbeitgeber.

Meine Lieblingsfolge ist Folge 36, im Original „Dry Hard“. Da geht es gegen einen aus Wasser bestehenden, quasi unzerstörbaren, Feind.

 

Chip und Chap – Die Ritter des Rechts (65 Folgen, 1989-1990)

Kann man aus A-Hörnchen und B-Hörnchen, zwei Nebencharakteren im Disney-Universum, coole Helden machen? Ja, kann man. Chip und Chap liefen hier den Beweis, zusammen mit ihren Freunden stellen sie sich verrückten Wissenschaftlern und Maffiabossen in den Weg.

Für diesen Karneval relevant ist aber Trixi (aka Gadget Hackwrench). Trixi ist die Tüftlerin der Truppe, hochintelligent, freundlich und die Pilotin der Truppe. Auch zwei Flugzeuge gehören zur Rettungstruppe. Zum einen der Rettungsflieger, ein Luftschiff – Flugzeug -Hybrid aus einem Luftballon und einer alten Flüssigwaschmittelflasche. Zum anderen das viel weniger eingesetzte Retterbowing, ein kleines, schnelles Flugzeug, das eigentlich als Ersatz dient.

Meine Lieblingsfolge ist eine PSA gegen Sekten (Folge 27: The Case of the Cola Cult). Einfach großartig!

 

 

Kapitän Blau und seine Tollkühne Crew (65 Folgen, 1990 – 1991)

Und nun, meine Damen und Herren, kommen wir zum Highlight dieses Blogeintrags. Die beste Abenteuerserie der 90ger.

Hier stimmt einfach alles. Richtig gute Charaktere (wer immer auf die Idee kam, aus Balu, dem faulen Bären aus dem Dschungelbuch einen Piloten zu machen, dem gebührt ein Orden), tolle Orte (Cape Suzette, die Insel von Louie, Drübenien…) interessante Flugzeuge (die Seegans, eine Conwing L-16 (ein fiktives Flugzeug, der echten Fairchild C-119 Flying Boxcar nachempfunden), die Eisengeier (ein Luftschiffflugzeugträger. Allein schon die Idee eines Luftschiffflugzeugträgers ist großartig!)

Für alle, die das Pech hatten, damals noch nicht geboren zu sein, hier mal eine kleine Zusammenfassung. In dieser Serie geht es um die Abenteuer des Piloten Balu und seinen Navigator Kid Wolkenflitzer, einem Ex-Piraten und Waisenjungen. Die Serie spielt irgendwann in den fiktiven 1938gern (Hubschrauber und Düsentriebwerk sind noch nicht weit verbreitet/erfunden). Die Beiden müssen sich gegen Kommunisten, Kapitalisten (Shir Khan) und Luftpiraten behaupten. Wenn ich Lieblingsfolgen benennen soll, fallen mir auf Anhieb locker ein halbes Dutzend ein.

 

Gut, einen Minuspinkt gibt es dann doch. TaleSpin, so der Orginaltitel, war ein wahres

File:German Bratwürste.jpg

Verschiedene Bratwürste an einem Stand auf dem Nürnberger Hauptmarkt CC: BY-SA Gerhard Bissell 2008

Die beiden einzigen Frauen in den Abenteuern sind Rebecca Cunnigham und ihre Tochter Molly. Im Gegensatz zu Trixi oder Kiki (Eddie Erpels Adoptivtochter) oder auch nur Nicky, die in den neuen Duck Tales ein Update bekommen hat, dass sich sehen lassen kann, tauchen sie nur am Rande auf und treiben die Story auch nicht so voran. Tokenchicks der schlechtesten Sorte. Gut, die anderen weiblichen Wesen, die ich grade erwähnt habe, sind eigentlich auch nur Tokens, aber zumindest aktive Tokens, die ins geschehen eingreifen und Persönlichkeit besitzen. Der Konflikt zwischen Balu und Rebecca ist übrigens nur auf den ersten Blick ein Konflikt zwischen Mann und Frau, tatsächlich geht es aber darum, dass Rebecca die Firma, die Balu gehört hatte, übernommen hat.

Kommen wir wieder zurück zu den Piraten, den Luftschiffen, den Kanonen von Cape Suzette und den Flugzeugen. Ganz ehrlich, mich wunderts, dass daraus noch niemand ein RPG gemacht hat. Alles, was man für ein RPG braucht, ist hier drin. Gut, bis auf die Regeln, vielleicht. Also ich warte auf eine Fate-Umsetzung, aber auch für ein reines Erzählrollenspiel müsste da was drin sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Troll hört Podcast

Gestern habe ich mir zwei brandneue Podcasts angehört, den eskapodcast zum Thema Elefantismus im Rollenspiel und den neuen Genderswapped Podcast zum Thema Liebe, Sex und Romantik im Rollenspiel, auf ihre Folge zum Thema Personal Play will ich auch noch kurz eingehen.


Erstmal zum eskapodcast. An der aktuellen Folge habe ich zwei deutliche Kritikpunkte. Der erste ist wohl der schwerwiegendste: Die vier Talker vermischen da viele Begriffe und vergleichen, imho, Äpfel und Birnen.

Ein Rollenspielsystem ist die Gesamtheit eines Rollenspiels, bestehend aus Regelsystem, Fluff und Abenteuer.

  • Ein Regelsystem beinhaltet alle Regeln (Basis und Zusatzregeln) eines Rollenspielsystems.
  • Fluff sind alle Texte und Bücher, die keine (oder wenig neue) Regeln beinhalten und kein Abenteuer sind. Das können Regionalbeschreibungen, Geschichtsbücher, Ingame-Notitzbücher, Musik-CDs usw. sein.
  • Abenteuer sind Geschichten, die die Spielerinnen gemeinsam mit einer Spielleiterin erleben.

Nehmen wir mal als Beispiel DSA. Das Rollenspielsystem DSA beinhaltet verschiedene Subsysteme (Myranor, Rakshazar, Tharun…). Das Regelsystem beinhaltet, für DSA5 momentan noch 11 Bände. Fluff sind hier die ganzen Regionalbände, die Havena-Box usw. Abenteuer sind glaub ich, selbsterklärend.

Wenn wir von explodierenden Rollenspielsystemen sprechen, dann sollten wir schauen, wo denn das Rollenspielsystem explodiert. Explodiert das Regelsystem, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass dahinter ein simulationistischer Ansatz dahintersteckt, genau wie bei DSA. Wenn ein Rollenspielsystem beim Fluff explodiert, dann hat das auch was mit simulationistischen Ansätzen zu tun oder, wie bei Fate, dass das Regelsystem universell angelegt ist und dass da Leute ihre eigenen Welten beschreiben. Wenn ein Rollenspielsystem bei den Abenteuern explodiert, dann ist das ein ziemlich gutes Zeichen: Es gibt viele Spielerinnen, die das Rollenspielsystem nutzen, der Verlag lässt Fanabenteuer zu, es gibt viele Autorinnen… Hier wollen wir eine Explosion. Wenn man über Elefantismus im Rollenspiel redet, sollte man genau hinschauen, wo das ganze explodiert.

Dann wird da noch von einer Nulllinie des Rollenspiels geredet, die nur theoretisch existiert. Das Beispiel war, dass sich da vier Freundinnen zusammensetzen und ein Abenteuer spielen, in dem sie Bankräuber sind, die eine Bank überfallen wollen. Das Abenteuer ist ausgedacht, die Regeln werden am Tisch gemacht, Fluff on the Flight. Dazu wollte ich noch anmerken, dass es diese Rollenspielsysteme gibt. Wer Kinder ab 2 Jahren hat, der kann das auch beobachten… im „kindlichen“ Rollenspiel. Gib kleinen Kindern ein paar Playmobilfiguren, Schleichtiere und Legos, und sie spielen komplexe Abenteuer. Spätestens mit vier Jahren ist denen sogar klar, was eine klassische Heldenreise ist. Sie können es zwar nicht benennen, aber die spielen es.

Sollten die Kleinen je auf die Idee kommen, ihre Abenteuer zu verschriftlichen (kommen die nicht, zumindest nicht vor der Pubertät), wurde das Rollenspielsystem wachsen (Regelsystem + Fluff + Abenteuer). Warm könnten Kinder auf die Idee kommen? Weil sie möchten, dass jemand anders ihre Abenteuer nachspielt. Darum wachsen Rollenspielsysteme.


Zum Genderswapped-Podcast. Zuerst einmal zum Personal Play oder Barbie Play, wie es auch (abfällig) genannt wird. Mir war bis zu dem Podcast noch nicht mal bewusst, dass es für dieses Phänomen einen Namen gibt. Ich kann mich übrigens an keinen meiner Rollenspieler, mich eingeschlossen, erinnern, der nicht irgendwann mal Personal Play betrieben haben. Ich finde übrigens Barbie Play nicht despektierlich und bekenne mich schuldig, mit zumindest zwei meinen Helden wie mit Püppchen gespielt zu haben.

Nebenbei mal eine Anekdote: Vor ein paar Jahren hat mich meine Frau mal gefragt, mit welchem Spielzeug ich denn so in meiner Kindheit gespielt habe. Also hab ich aufgezählt: He-Man, Turtels, GI-Jo… Meine Frau brach daraufhin in lautes Gelächter an und ich musste mir den ganzen Abend anhören, dass ich als Junge mit Püppchen gespielt hätte. Mich hat vor allem eines geärgert: Tief im Grunde des Arguments hatte meine Frau mal wieder recht ☹

Beim Thema Sex und Romantik im Rollenspiel war ich überrascht, welche herausragende Rolle dies anscheinend in den Runden der Vögtinnen spielt und vor allem, wie oft deren Chars mit Bordellen zu tun haben. Zeit für schamlose Werbung: Hier geht’s zum König der Huren, meinem diversen, inklusiven Abenteuer im Bordell! KdH 22.12.2017

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Ein Blick in den Vorführraum

Mal sehen, was ich bisher alles unter dem Aspekt Kopfkino gemacht habe…

Ich habe letztes Jahr auf das Modern Male Witch Project verlinkt. Mir gefallen diese modernem Hexer ziemlich gut. Androgyn, mystisch, sexy, modern. Tolle Kombination und ein Garant für Kopfkino. Ich finde mich auf jeden Fall in diesem Hexer wieder:

Wie? Nichts okkultes in diesem Bild entdeckt? Schaut mal auf den Schreibtisch neben dem Handy oder hinten an die Wand beim Fenster oder in den Papierkorb oder auf den Zaubertrank am Fenster… Das ist auch etwas, was ich im Harry-Potter-Universum schmerzlich Vermisse: Mindestens die Hälfte der Zauberer und Hexen sind ja Halbblüter. Bis zum 11. Lebensjahr haben die ja ganz normal in der Welt der Muggels gelebt und hatten Kontakt mit Smartphone, Internet und ab 2001 mit Wikipedia. Dass da noch keiner auf die Idee gekommen ist, sein Muggelgeschwisterchen um ein Zauberbuchwiki zu bitten? Oder ein Notebook mit persönlichen Notizen mit sich herumschleppt? Funktioniert elektronische Technik in Hogwarts nicht und wen ja, warum? Keine Steckdosen? Dan zaubere ich mir halt welche! Kein WLan? Dan zauber ich mir eines! Wie würde sich Hogwarts verändern, wenn die (digitale) Technik Einzug hielte?

 

Mein nächstes Kopfkino war das Bild eines korsischen Klappmessers. Der Spruch darauf – mögen alle deine Wunden tödlich sein – der war es, der bei mir eine Assoziationskette ausgelöst hat.

 

Kopfkino kann zu einem Produkt führen. Dankbare Quelle ist hierfür dungeoninspiration. Dort stieß ich im August letzten Jahres auf dieses Bild

das mich dann zu diesem One Sheld inspirierte: Die Ruine von Yal Qadhifa

Ein anderes Bild, diesmal von Meanwhile back in the Dungeon, inspirierte mich für das Beutelschneider-Settin Yimrheim. Das  und  God of War IV und die nordische Mythologie. Das Setting ist soweit fertig und ich werde es diesen Monat noch veröffentlichen.

Grundsätzlich ist Kopfkino (vor allem visuelles Kopfkino) schuld an so ziemlich jeden Abenteuer, das ich bisher geschrieben habe.

  • Die Augen der Lath =>  Dedective Dee und Asterix erobert Rom
  • Tore im Eis => auch ein Bild auf MbitD
  • Ingerims Fluch => Dino-Riders
  • Die Axt des Kuros => Attak on Titan, Futurama (Parasites Lost)
  • Gefangen in den Nebelauen => die Odyssee, Sindbad-Verfilmungen mit Harryhausen
  • König der Huren => Mulin Rouge (der Film und vor allem der Titelsong), das Antanzen, Geld werfen auf Tänzerinnen

Noch habe ich diesen visuellen Input nicht in ein Abenteuer umgesetzt, aber ich könnte mir da eine Namenlosen-Priesterin vorstellen… bösartig, verschlagen, sexy (auf eine kinky Art und Weise).

Natürlich höre ich auch gerne Musik. Momentan sind Heilung mein Favorit. Die Waldhexe in Yimrheim entstand aus einem Kopfkino, das ich nach dem Song Fylgija Ear hatte.

Ich finde die Band gerade so richtig genial. Also so richtig genial. Pagan-Folk vom Feinsten!

So, das war ein kleiner Einblick in den Vorführraum meines Gehirns. Ich hoffe, die Führung hat gefallen 🙂

 

Fantastische Medienumschau – Kinderserien und ein Buch von Caspers in der Rezension

Ich bin ja, dank meiner Kinder, auch am Kinderserien gucken. Dabei sind mir ein paar Serien aufgefallen, über die ich sprechen will. Zum Teil, weil ich die Serien richtig gut finde, zum Teil weil sie mit Rollenspiel zu tun haben… zumindest im weitesten Sinne.

 

Von Indianern und Rittern

Yakari

Alles Gute zum Geburtstag, Yakari. Seit 10 Jahren läuft auf dem KIKA diese Serie. In Yakari geht es um einen kleinen Sioux. Der von seinem Totemtier, Großer Adler, die Fähigkeit verliehen bekam, mit Tieren reden zu können. Gemeinsam mit seinem Pferd, Kleiner Donner, und deinen Freunden Regenbogen und Kleiner Dachs erlebt Yakari viele Abenteuer in der Prärie und den Wäldern und Bergen Amerikas. Dabei stehen sie ihren tierischen Freunden bei und helfen auch dem Stamm bei so mancher Aufgabe.

Ich finde die frühen Staffeln der Serie ab 2005 ziemlich gut, vielleicht wegen des Zeichenstils. Natürlich ist mir auch klar, dass auch hier ein einseitiges Bild der First Nations gezeichnet wird und nur Präriebewohner porträtiert werden. Trotzdem: Die Abenteuer sind schön und kindgerecht, Konflikte werden (relativ) gewaltfrei gelöst (von Steinwürfen, um hungrige Wölfe zu vertreiben abgesehen), der Stamm wird als große Familie mit spezifischen Aufgaben je Stammesmitglied gezeigt und auch eher nutzlose Individuen wie Fettauge oder Müder Krieger finden ihre Aufgabe im Stamm. Nach heutigen Standards wäre der ein hoch integrativer Laden…

Was mich Rollenspieltechnisch aber umtreibt, wenn ich die Serie sehe, ist, welche Charakterklasse wohl Yakari hat.  Er ist der Sohn eines Stammeskriegers. Er redet mit Tieren und schützt die Umwelt. Er hat Kontakt mit Geistern und hat schon manche spirituelle Queste für den Stamm gelöst… Wenn ich der Stammesmedizinmann Der-der-alles-weiß wäre, würde ich Yakari dringend in die Lehre nehmen. Der wäre der ideale Kandidat für einen Waldläufer-Druiden…

Ritter Rost

Ja, auch hier liebe ich den Stil. Ich finde, das Schrottland eine verrückte, tolle, außergewöhnliche Welt ist und ideal für Abenteuer in ihr währe. Genau das Richtige für ein RPG. Kolbenfesserchen, Kampf gegen die Bürokratie (Ratzefummel), lebendige Gebrauchsgegenstände… wenn man daraus nicht ein Abenteuer machen kann, dann weiß ich auch nicht mehr.

Der kleine Ritter Trenk

Auch so eine Perle klassischer Animationskunst. Ein kleiner Bauernjunge flieht vor dem grausamen Ritter Wertolt, tauscht mit dem Ritterssohn Zink die Rollen und wird Knappe bei Ritter Hans, dem Intimfeind Wertolts. Ich find die Serie deshalb so toll, weil sie Abenteuer an wiederkehrenden Orten mit wiederkehrenden… NSCs bietet, mit Tekla ein Prinzeschen, dass die gängigen Klischees brechen will. Das Finale der Serie ist genial. Trenk kämpft gegen einen echten Drachen und… dringend selberschauen.

Robin Hood – Schlitzohr vom Sherwood Forest

Nach der ganzen Lobdudelei bisher mal echte Kritik. Ich find die Serie schlecht. Das liegt vor allem daran, dass es hier in der keinen richtigen Fortschritt, keine Geschichte hinter den einzelnen Folgen gibt. Gut, gibt’s bei Yakari auf den ersten Blick auch nicht, auf den zweiten gibt es sehr wohl Folgen, die aufeinander aufbauen. Tierfreunde, die immer wieder kehren und sich an gute Taten von Yakari erinnern oder von ihm gehört haben. Hier fehlt so etwas, was die Serie irgendwie… uninteressant macht. Es gibt aber auch hier eine gute Idee fürs Rollenspiel: Maid Marian, der Drache Drako, der in einen Hamster verwandelt wurde, und ein Grimoire. Die Idee ist, dass die junge Magierin Marian mit Hilfe des Zauberbuches versucht, dem Drachen seine wahre gestallt zurückzugeben, jedoch ständig scheitert und die Zauber nur Chaos und Verwirrung verbreiten. In der Serie wird es so dargestellt, als ob Marian daran schuld wäre, ich hege allerdings den Verdacht, dass das Zauberbuch nichts taugt. Vielleicht sind die Zauber darin falsch (oder unvollständig) beschrieben, die Handschrift, in der es verfasst wurde, eine Sauklaue, Tee und Saucenflecke auf der Seite usw. Warum gehen wir in unseren Fantasy-Rollenspielsettings immer davon aus, dass Zauberbücher wissenschaftliche Abhandlungen über Magie sind und alles, was zwischen den Buchdeckeln steht, wahr ist? Gefährliche Zauberbücher sind in der Fantasy meist Bücher, die entweder wahnsinniges Wissen (Necronomicon) enthalten oder irgendwie belebt sind und nach den Lesern schnappen. Warum gibt es so wenige Zauberbücher, die gefährlich sind, weil der Autor total inkompetent war und die Zauber Fehler enthalten?

 

 

Wieder die Islamisierung des Kinderprogramms

Nein, es soll nicht „wider“ heißen. Nein, das wird jetzt keine polemische Hetzrede gegen Muslime im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Nein, ich möchte hier zwei Kinderserien vorstellen, die im arabischen bzw. persischen Kulturraum spielen, zwischen denen 41 Jahre liegen. Zum einen SherazadeGeschichten aus 1001 Nacht, um anderen Arabische Nächte: Sindbads Abenteuer.

Sherazade ist eine tolle Serie, animiert, wie heutzutage alles, die auf gute alte Erzähltugenden zurückgreift und mit bekannten Elementen aus den Geschichten aus 1001 Nacht spielt. Die Geschichte: Der alte Sultan ist tot, es lebe Sultan Karim, der zweitgeborene Sohn des Sultans. Das kann der Erstgeborene, Shazaman, natürlich nicht hinnehmen, er platzt der Hexe Domnja Sad in den Thronsaal und verwandelt den Prinzen in ein Monster. Gemeinsam mit der Tochter des berühmten Magiers BBBB, Sherazade, sucht Sultan Karim nun nach dem Baum des Lebens, um wieder zum Mensch zu werden und seinen Bruder den Thon zu entreißen. Dabei helfen ihnen Aladin, Dr. Duman Sindbad der Seefahrer (gemeinsam mit Sindbad dem Träger. Ich feiere noch immer, dass auch dieser Charakter der Sindbad-Geschichte übernommen wurde) und Prinzessin XXXX aus der Kristallstadt. Auf der Seite der Gegner stehen Imps und die vierzig Räuber, der Vogel Rock genauso auf wie das fliegende hölzerne Pferd. Wir haben also einen Cast aus wiederkehrenden Charakteren, wiederkehrende Orte, die mehrmals aufgesucht werden müssen, um Progress in der Geschichte zu haben (etwas, was man mittlerweile aus verschiedenen Computerspielen kennt) und einen roten Faden, der sich bis ins Finale durchschlängelt. Mein Lieblingscharakter ist übrigens Osman, der Hauptmann der Palastwache der goldenen Stadt. Er ist Jugendfreund von Karim, gehorcht aber dem Usurpator Shazaman und wird erst gegen Ende der Serie wieder ein Guter, der im Monster seinen Freund und wahren Sultan erkennt. Mich erinnert dieser Charakter an die Gemälde von Ludwig Deutsch.

Eines fehlt aber in der Serie: der Islam. In der ganzen Serie taucht kein Moslem auf, kein Muezzin ruft, kein Freitagsgebet, nicht mal eine Moschee. Die Serie ist absolut religionsfrei. Das ist durchaus überraschend, weil ja die Geschichten aus einer Welt und Zeit stammen, in der Religion durchaus eine Rolle spielte. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich fragte, ob die orientalische Fantasy/Märchen-Kinderserie meiner Kindheit, Sindbad, auch so Religionsfrei war. Ich konnte mich duster an Das Abendgebet in einer Folge erinnern. Also hab ich mir die Serie auf amazon gekauft und… erste Folge, erste Minuten… Freitagsgebet in der Moschee, betende Gläubige, Muezzinrufe. Was hat sich denn in den vierzig Jahren zwischen den Serien verändert, dass aus Kinderserien, die im Orient spielen.

In Sindbad geht es um Sindbad, den Sohn eines reichen Kaufmanns, der, inspiriert von seinem Onkel Ali, einem Seemann, auszieht und in den weiten der arabischen Welt Abenteuer erlebt. Begleitet wird er von Shela, einer in einen Vogel verwandelte Prinzessin, begleitet. Die Abenteuer selbst sind an den Geschichten aus 1001 Nacht angelehnt. Da gibt es z.B. auch Aladin und Ali Baba, fliegende Teppiche, der Vogel Rock und meinem Lieblingsding, dem fliegenden Holzpferd.

Ok, die Animation ist nicht State oft the Art und die Synchronisation… reden wir nicht darüber. Trotzdem ist es eine der schönsten Serien meiner Kindheit. Auf amazon kann man sich die Serie ansehen.

Wo wir gerade bei Kinderserien im Orient sprechen… Die Abenteuer des jungen Marco Polo ist ebenfalls eine richtig gute Kinderserie. Marcos Vater, Nicolo Polo ist in China geblieben und Marco, ein Halbwaise, der von dem bösen Geschäftspartner seines Vaters aus dessen Haus geschmissen wird, macht sich mit seinem Freund Luigi und der chinesischen Prinzessin (Spoiler: Not) Shi La Won auf die Reise von Venedig bis an den Hof des Khans. Meine Lieblingsfolge ist die in Afghanistan, wo sie an einem Buzkaschi-Turnier teilnehmen. Auch die Floge, in der zwei Gauner versuchen, Seidenspinnerraupen nach Europa zu entführen (was im Real Life ja auch geschehen ist).

 

Wenn Glühwürmchen morsen

Ich mag Ralph Caspers eigentlich nicht. Der ist mir zu aufgedreht, zu verrückt. Seine Witze in Wissen macht Ah! sind mir zu… mäh. Aber eins muss man ihm lassen: Fantastische Geschichten schreiben kann er! Das Büchlein „Wenn Glühwürmchen morsen“ ist voll fantastischer, fantasievollen Geschichten. Dort werden von einem Kind Millionen Fliegen gezüchtet, die dann so abgerichtet werden, dass ein Teppich fliegen kann, dort morsen Glühwürmchen im Auftrag eines Alienmädchens den Namen an Greta, Herr Hänsel und Frau Gretel betreiben einen Süßigkeitenladen und im Erikaweg woht tatsächlich ein Pirat samt Papagei auf der Schulter. Die Geschichten sind nicht lang, vier bis sechs Seiten im Schnitt, also ideal für eine Gutenachtgeschichte. Meine Älteste zählt das Büchlein zu ihren Lieblingsbüchern und ich sehe das durchaus als Qualitätsmerkmal an. Dringend lesen.

 

Bis Bald, euer Dnalor

Mal etwas Offtopic

Ich hab seit kurzem einen zweiten Blog, in dem es vor allem um Religion und Kirche ge… Hey! Nicht wegklicken! Der ist auch für Rollenspieler unter Umständen interessant! Ja, wirklich! Vor allem ist er interessant, weil er sich mit dem Thema Religion au der Sicht eines distanzierten, aber positiven Betrachters auseinandersetzt. Wir hatten ja letzte Jahr hier die Diskussion, in wieweit die existierenden Götter des Rollenspiels die Sicht der Gläubigen auf die Welt beeinflussen. Ich hab da die These vertreten, dass die Gläubigen im Rollenspiel genauso reagieren würden wie Gläubige im realen Leben, da letztere auch an die Existenz eines Gottes glauben. Wie dass dann im realen Leben aussieht, könnt ihr auf der Seite der Kirchenfledermaus Leander erfahren.

Grade eben habe ich einen Artikel zum drohenden Schisma veröffentlicht. Ja, der orthodoxen Kirche droht gerade eine Spaltung! Mehr dazu hier.

Bis Bald, euer Troll

Karneval der Rollenspielblogs: Ein Tag im Sommer – Die ersten Tage des Sommers…

… sind die letzten Tage des Schuljahres. Und alle Jahre wieder stellt sich für Pädagoginnen die Frage, was man denn so in den letzten Tagen nach Notenschluss und vor Zeugnisvergabe mit der lustlosen Masse der pubertierenden oder spätpubertierenden Schülerinnen machen könnte. Filme anschauern? Da sind die Schulleiter (und in der Berufsschule auch die Betriebe) dagegen. Urheberrechtsverletztung und Zeitverschwendung und so. Prüfungsvorbereitung? Wird nach zwei Tagen auch langweilig. Projekte? Määäh.

Ich will hier kurz Alternativen vorstellen, die wir Rollenspieler haben, und welche Möglichkeiten hier versteckt sind.

 

Die Werwölfe von Düsterwald

Die Werwölfe sind nun seit 17 Jahren auf dem Markt und haben schon fast das gesamte Schulsystem durchdrungen. Sprich: In den Klassen gibt es mindestens ein Viertel der Schüler, die das Spiel schon mal in den Vorgängerschulen, Jugendfreizeiten oder im Urlaub gespielt haben. Das macht es für einen Lehrer ziemlich einfach, das Spiel einzusetzen. Er muss dann nicht mehr selber den Spielleiter machen, sondern kann auch als Spieler mitspielen. Zum Spiel selber brauche ich, glaub ich, nichts mehr zu sagen. Die Werwolfspielerinnen entscheiden, wer am nächsten Tag nicht mehr erwacht, die Dorfbewohner entscheiden, wer am nächsten Tag auf dem Scheiterhaufen landet (hoffentlich ein Werwolf). Wenn die Werwölfe am Schluss übrigbleiben, dann haben die Bürger verloren.

Das Land Og

Das Land Og ist ein lustiges kleines Bier-und-Brezel-Rollenspiel. Nett, lustig, gut. Das Tolle an dem Spiel ist der limitierte Wortschatz, den die Spielerinnen bzw. deren Chars haben. Halbe Klugheit Wörter Wortschatz ist nicht gerade viel. Mit Pech… Stinkig und Essen, dann wars das. Wer schon mal einen wirklich limitierten Barbaren spielen will, ist hier genau richtig.

Ich habe dieses Jahr mit einer Klasse Das Land Og gespielt und damit mehrere pädagogisch wertvolle Stunden entwickelt. Das zusammenfassende Thema der Stunden war Kommunikation. Zuerst ließ ich die Schüler selbst entscheiden, wie groß ihr Wortschatz war, ließ die Charakterklassen und Talente usw. außen vor (alle Schüler waren Steinzeitmenschen). Danach habe ich sie das erste Szenario spielen lassen. Ok, die Schüler haben sich natürlich gefragt, was das Ganze soll. Ich habe sie selber drauf kommen lassen… durch offene Fragen.

  • Was hast du gefühlt, als du deinen Steinzeitmenschen gespielt hast.
  • Was hat dich genervt und warum?
  • Was hätte dir beim Spielen geholfen?
  • Wart ihr früher schon mal in einer Situation, in der ihr euer Gegenüber nicht verstanden habt?

 

Die Fragen zielen darauf ab, dass die Schüler (in meinem Fall Berufsschüler), in dem Ausbildungsjahr tatsächlich eine neue Sprache (Fachsprache) gelernt haben, dass ihnen ein Wörterbuch geholfen hätte und dass die Spracheinschränkung tierisch nervt. Damit kann man in verschiedene Richtungen arbeiten: Man könnte ein Fachwörterbuch entwickeln, über Kommunikation allgemein sprechen (Vier-Ohren-Modell) oder für Marvin den Steinzeitmenschen einen Kommunikations-Guide für das 21.Jhdt. entwickeln (was ich gemacht habe). Lustig und eine Beschäftigung für 5-8 Unterrichtsstunden.

 

Fröbelturm

Der Fröbelturm ist jetzt zwar kein Rollenspiel, man kann aber mit diesem Spiel wunderbar die Rollen der einzelnen Schülerinnen in der Klasse bzw. seine eigene Lehrerrolle überdenken. Das Spiel besteht aus einem Kran, an dem Schnüre hängen, und sechs Holzklötzen, die im oberen Viertel eine Einkerbung haben. Da muss der Kran rein, den Klotz aufrichten und zu einem Turm stapeln. Der Kran wird durch die gespannten Schnüre bewegt, die von den Schülern gehalten werden. Soweit sogut. Man kann in einem ersten Versuch verbale Kommunikation verbieten, man kann sie aber auch erlauben. Schnell wird man erkenne, wer in einer Klasse die Wortführer sind, wer Kompromissbereitschaft zeigt, wer Außen vor ist.

Die Rolle der Lehrerin beeinflusst übrigens das Ergebnis. Zeigt ihnen die Lehrerin einen hohen Turm als Beispiel, versuchen die Schüler einen hohen, wackeligen Turm zu machen. Zeigt ihnen die Lehrerin einen niedrigen, stabilen Turm, wird ein niedriger Turm nachgebaut.

 

 Beutelschneider

Natürlich kann man auch ein richtiges Rollenspiel mit den Schülern spielen (sollte die Klasse klein genug sein). Es müsste aber ein Rollenspiel sein, das einfache Regeln besitzt… wie Beutelschneider. Das Regelwerk ist nur wenige Seiten dick, ein Sack mit farbigen Murmeln schnell organisiert, als Setting hätte ich Yimrheim in petto (wird am Nikolaustag online gestellt).

 

 

Blogrezension: Ein Blick in Tassanders Werkstatt

Ich schau ja ab und zu in andere Blogs rein um zu sehen, was meine werten Bloggerkollegen so machen. Momentan habe ich Tassanders Werkstatt genauer unter Beobachtung. Der werkelt da gerade an der Gabreta Silva-Kampagne herum. Da die ACKS OSR Kampagne im Bayrischen Wald zur Zeiten Commodus spielt, also quasi in meinem Wohnzimmer, verfoge ich mit interesse das, was dort drüben gebastelt wird. Als Hintergrundfan fand ich den Hintergund– den Götter– und den Hexmap-Artikel besonders interessant. Als alter Servinodurum-Bewohner kann ich übrigens noch ein paar Infos liefern:

Nach den Makromanneneinfällen blieben in Servinodurum 800 Bogenschützen aus dem heutigen Palistina/Syrien stationiert. Es gab einen bedeutenden Donauhafen und Servinodurum war ein wichtiger Handelshafen. Die Makromanneneinfälle haben aber das Umland stark verwüstet, der Staubinger Römerschatz ist Zeuge dieser Einfälle.

Was mich aber richtig geflasht hat ist der gelungene Versuch, Orks, Gnolle und andere Fantasy-Rassen ins Setting einzubauen. Tolle Idee und geradezu passend für meinen Hummanuidenmonat.

Eagle Aye… du kannst Dich warm anziehen, da wächst eine große Konkurrenz heran!