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Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume

So, erst mal an alle ein gutes Neues Jahr! Nachdem sich der Dampf der Knaller und Raketen verzogen hat und der Krawall den letzten Tagträumer geweckt hat, wird es Zeit, mal den Karneval auszuwerten.

Greifenklaue (in zwei Beiträgen) und ich stellen ein paar visuelle Reize für Kopfkino vor. Die fliegenden Inseln und die Treppen zum Brunnen im ersten Post und die Stadt auf dem Steinkopf im zweiten Beitrag haben es mir angetan. Auf die Illustratoren, die uns mit visuellen Reizen versuchen, sang ich ein Hohelied, im speziellen auf Kirsten Schwabe. Kirsten illustriert für die Memoria Myrana, bei denen ich ja auch irgendwie mit drinnen hänge…

Sandfox von Sandkastenspiele beschreibt in seinen Blogeintrag, wie man so einen Tagtraum fassen und in Textform gießen kann. Das ist ein wirklich interessanter Text, denn so ähnlich fang ich meine Tagträume auch ein. Ergebnis eines solchen eingefangenen Traums ist Yimrheim. Ich freue mich da schon auf den angekündigten Kommentar von blut_und_glas

Timberware beschreibt, wie man Tagträume bzw. Tagtraumsequenzen erzählerisch darstellt.

Manchmal lassen mich Informationsfetzen nicht mehr los. Eine Sendung im Deutschlandfunk z.B. löste bei mir die Frage aus, warum eine Abenteurerinnengruppe dringend einen Barden braucht, wenn es in einen spinnenverseuchten Dungeon geht. Natürlich wegen des einzigen Antidots gegen Spinnengift – Tanzen! Ein anderes mal ist es ein Youtube-Video zu einem Ur-altem (sorry fürs Wortspiel…nicht) Brettspiel, das bei mir Kopfkino auslöst.

Einen Eintrag ins Monsterhandbuch gab es diesen Monat auch von mir, die Drud. Auf d6idears gibt es die passenden Beutelschneider-Werte. Bei Ackerknecht gabs dann die Idee zu einem Kegel-basierten Regelsystem und boom… Kopfkino. Mal schaun, vielleicht gibt es dann im Sommer ein neues Abenteuermodul.

Was ist… ein Tagträumer? Spiele im Kopf, d6idears gleich zweimal und ich hatten da verschiedene Vorstellungen. Von einer, an Mesoamerika angelehnte, Kultur über gekaperte Vergnügungsschiffe und eine Bezeichnung für Kundschaft der TCG bis zu träumenden Schülern, da war alles dabei.

Von d6idears gibt es natürlich wieder einen Blick ins Archiv.

Es hat wieder einmal Spaß gemacht, einen Rollenspielerkarneval zu leiten. Die Beiträge waren interessant, vor allem das Was ist Spielchen. Das Vergnügungsschiff wird ich mir mal genüsslich klau… leihen 😊. Ich freu mich schon auf 2019!

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Von Kegelbahnen und Kaulquappen

Ich hab hier nch zwei interessante Links gefunden. Der erste geht zu Kollege Ackerknecht: Ein Besuch auf einer Kegekbahn hat bei ihm die Synapsen angeschmissen und raus kam ein Regelsystem fpr Rollenspiele auf basis von Kegelwürfen. Alle Neune, Herr Ackerknecht! Das Hat bei mir die Synapsen angeworfen und… später vielleicht mehr. Der Film muss erst noch geschnitten werden, dann läuft er im Kopfkino….

Der zweite Link war irgendwie Klickbait. Aber für Rollenspieler in Fantelalter-Settings vielleicht interessant: Wie verhütet frau ohne Pille? Oh, ja… Triggerwarnung: Einige der Verhütungsmethoden bringen dich um oder machen dich unfruchtbar.

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Was ist… ein Tagträumer

Alex ist ein Tagträumer. Im Unterricht sitzt er an seinem Platz nahe am Fenster und starrt aus dem Fenster. Seine Mitschüler lachen ihn aus, sein Lehrer schimpft, wenn er wieder einmal mit den Kopf nicht beim Unterrichtsstoff ist, sondern wieder weit in seiner Traumwelt ist.

Doch Alex ist ein Tagträumer, eine mächtige, gottähnliche Wesenheit. Wenn er träumt, dann entstehen neue Welten! Physik, Biologie, die Bewegung von Sternen am Himmel… all das existiert nur, weil Alex aus dem Fenster starrt und vor sich hinträumt. Wird Alex geweckt so fällt dieses erträumte Universum, eines von vielen im Multiversum, in sich zusammen. Weltuntergang!

In diesem Sinne sind die Lehrer und auch die Mitschüler nichts weiter als bösartige Dämonen, die die Vernichtung von Alex Universen im Sinn haben. Wie lange kann sich Alex Traumwelt Milfenheim noch halten?

Alex sucht übrigens noch eine vertrauenswürdige Person, die seinen Traum, die seinen Traum weiterträumen kann, um Milfenheim vor dem weltzerstörenden Erwachen zu retten…

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Vom Tanze und seinen rollenspielerischen Möglichkeiten

Warum ist Enrico davon überzeugt, dass die Gruppe für den Ausflug ins Spinnenverseuchte Schloss dringend einen Barden braucht?
Keine Ideen?

Na wegen der Trarantella!

Ok, ich gebs zu, der Gedankenpfad ist nicht leicht zu wandeln, aber genau das ist so ein Informationsfetzen, der bei mir Tagträume (und Ohrwürmer) hervorgerufen hat, die mich seit einer Woche nicht mehr loslassen. Schuld ist in diesem Fall der Deutschlandfunk, der Samstags um 10 die Sendung Klassik-Pop-et cetera sendet. Darin werden bekannte Regisseurinnen, Musikerinnen und Dirigentinnen gebeten eine Stunde lang Programm zu machen. Ich hör den Sender immer, wenn ich meine Mädels zu Karate fahre. Vor ein paar Wochen wurde da eine Tarantella gespielt und darauf hingewiesen, dass diese Musik- und Tanzrichtung lange Zeit als Heilmittel gegen den Biss einer Tarantel galt.
Zack, Kopfkino! Ich wollte ja schon seit einiger Zeit einen Bestiariumseintrag für Riesenspinnen machen, und darum hat diese Information bei mir Bilder von Tanzenden Heldinnen neben den Kadavern von Riesenspinnen hervorgerufen.
Und jetzt bin ich Arschloch: Eine Tarantella kennt jeder on euch, nämlich die Tarantella Neapoletana. Ich brauch nur ein paar Worte zu tippen und ihr habt die nächsten 10 Minuten einen Ohrwurm.

Pizza, Pasta, Pizza Pasta….

You are welcome!

Eine Tarantella ist ein klassisches, süditalienisches Volkslied bzw. Volkstanz. Der Tanz scheint noch aus der Zeit Roms zu stammen, von Dionisus oder Diana-Kulten. Erstmals schriftlich erfasst wurde die Tarantella 1630 dann das jesuitische, deutsche Genie Athanasius Kircher.
Die Idee hinter der Tarantella war ja, dass die Leute glaubten, dass der Biss einer Tarantel schmerzhafte Muskelkontraktionen und sogar den Tod hervorrufen konnten. Um den Gebissenen zu heilen, musste er tanzen. Und weils sich allein so schlecht tanzt, muss das ganze Dorf gleich mittanzen. Durch den flotten Tanz (6/8 bis zu 12/8 Rhythmus) soll der Körper das Gift ausschwitzen, bevor es Schaden anrichten konnte.

[…] e trovammo il misero contadino oppresso da difficile respirazione, ed osservammo inoltre, che la faccia, e le mani erano incominciate a divenir nere. E perchè il suo male era a tutti noto, si portò la Chitarra, la cui armonìa subito, che da lui fu intesa, cominciò a mover prima li piedi, poco dipoi le gambe. Si reggeva appresso sulle ginocchia. Indi a poco intervallo s’alzò passenggiando. Finalmente fra lo spazio di un quarto d’ora saltava si, che si sollevava ben tre palmi da terra. Sospirava, ma con empito sì grande, che portava terrore a‘ circostanti; e prima d’un’ora se gli tolse il nero dalle mani, e dal viso, riacquistando il suo natio colore.

Übersetzung:
[…] and we found the poor peasant oppressed with difficult breathing, and we observed also that the face and hands had started to be become black. And ‚cause his illness was known to all, a guitar was brought, whose harmony immediately that he was understood, began first moving the feet, legs shortly afterwards. He stood on his knees. Soon after an interval he arose swaying. Finally, in the space of a quarter of an hour he was leaping, nearly three palms from the ground. Sighed, but with such great impetus, that it terrorised bystanders, and before an hour, the black was gone from his hands and face, and he regained his native colour
Cancellieri, Francesco (1817). Lettera sopra il Tarantismo, l’aria di Roma, e della sua campagna. Seite 11

Mal abgesehen, dass Spinnen den Menschen äußerst selten beißen, hatten die auch die völlig falsche Spinne im Verdacht. Nicht die Tarantel war so giftig, dass sie auch den Menschen schaden konnte, sondern die Schwarze Witwe. Nun, Sei es drum, jedenfalls tauchte die Tarantella ab dem 17. Jhdt. immer wieder in Heilkundebüchern auf und ab den 19. Jhdt. beschäftigten sich auch Schubert, Rossini, Listz und Strauß (der Sohn) mit der Tarantella. Heck, die italienisch Nationalhymne ist eigentlich eine Tarantella!

Und im Rollenspiel?

Das naheliegendste ist natürlich ein neues Zauberlied für den Barden. Ein mächtiger Zauber, der das Gift aus dem Blut treibt. Doch wo steht der Zauber bzw. wie erlernt ihn der Barde?
Vielleicht tatsächlich aus einem Buch für Heilkunde. So ein Buch wäre dann vollgestopft mit Rezepten für Heiltränken, anatomischen Zeichnungen, Bastelanleitungen für Amulette, eine seitenlange Abhandlung über den Nutzen von Biebergeil und Noten für ein, zwei Tarantellas.
Vielleicht aus einem Notenbuch, in dem nicht nur Tarantellas, sondern auch Melodien alla Erich Zann. Wer also unbedarft die Musikstücke spielt, der findet sich plötzlich Aug in Aug mit einem anderweltlichen Schrecken wieder, eventuell einem Spinnendämon, gegen dessen Biss nur eine Tarantella hilft.

Vielleicht ist in dem Notenbuch aber auch eine revolutionäre Idee wie die Zwölftontechnik versteckt, und ein bekannter Musikkritiker / Komponist ist auf der Jagd nach dem Buch, um es zu zerstören.

Der Barde könnte natürlich auch den Tanz von anderen Barden lernen. Vielleicht gibt es eine Bardenschule, die aus einigen Bardinnen am Dorfbrunnen besteht. Die muss man erst mal überzeugen, dass sie der Heldenbardin eine Tarantella beibringen. Mögliche Questen könnten sein, dass ein aufdringlicher Verehrer zur Räson gebracht werden soll, Plakate für ein Konzert verteilt, Ordnungshüter bestochen, Musikinstrumente einem Leihhaus auslösen (oder stehlen), einen Liebhaber entführen o.ä. und natürlich Vorgespielt werden muss. Gabs da nicht in Monkey Island III ein berühmtes Banjoduell?

Vielleicht findet ja nicht die Gruppenbardin das Büchlein, sondern ein anderer magiebegabter Charakter. Zeit, über Multiclassing nachzudenken…

Karneval der Rollenbspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Yimrheim

Von draust vom Walde komm ich her,

ich muss euch sagen, mich frieret gar sehr…

So, als kleines Geschenk vom Nikolaus, hier mein Abenteuersetting Yimrheim für Beutelschneider. Dieses Bild hier war der Ausgagngspunkt für mein Kopfkino. Für Beutelschneider wollte ich schon lange was schreiben, da ich das System richtig, richtig genial finde.

In Yrmirheim geht es um eine Stadt in einem antarktischen Süden, die, wie die grüne Oase, die sie umgibt, auf dem Rücken eines Riesen liegt. Zwerge habe ich auch drin. allerdings als feiste Maden, basierend auf dem isländischen Skalden Snorri.

Es gibt hier auch eine Regelerweiterung für die Seefahrt in Beutelschneider. Vieleicht Ausgangspunkt für ein Piratensetting?

Viel Spaß mit Yimrheim!