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Karneval der Rollenspielblogs und Corlys Themenwoche 69: Der Troll und das ewige Leben.

Ich bin drüben bei Corlys Blog auf ein interessantes Thema gestoßen, dass wunderbar auch in unseren diesmonatigen Karneval passt: Das ewige Leben. Immerhin versprechen ja Religionen im Allgemeinen (bis auf die Ausnahme des Buddhismus) eben jenes ihren Anhängern. Zeit also, sich hier einmal damit auseinanderzusetzen.

Was haltet ihr vom ewigen Leben?

Boah, gute Frage. Als Christ freue ich mich auf ein ewiges Leben bei Gott, wobei ich gerne noch 50, 60 Jahre in diesem irdischen Jammertal leben möchte. Anders gesagt: mir gefällt das sterbliche Leben samt seinen Genüssen einfach viel zu gut.

Als Rollenspieler, Bayer, Gamer und Leseratte weiß ich, dass ewiges Leben meist einen Haken hat. Ewiges Leben bedeutet eben nicht zwangsläufig ewige Jugend und ewige Schönheit. Ewiges Leben bedeutet auch, dass man jeden, den man irgendwann liebt, zu Grabe tragen muss. Ewiges Leben bedeutet, dass man Königreiche erschafft und dabei zusehen muss, wie sie wieder vor die Hunde gehen. Ewiges Leben bedeutet, dass man zu einem Zeitpunkt wirklich alles, was es auf dieser Welt gibt, gesehen und getan hat. Es bedeutet das Ende allen Genusses, weil der Genuss endlos ist. Endloses Leben wäre unter diesem Gesichtspunkt eine endlose Strafe.

Welche Bücher, Filme, Serien kennt ihr zum Thema ewiges Leben?

Ahh, jetzt wird so richtig interessant!

Bücher:

Dead Man River (Vampire), Chroniken der Unsterblichen (da steht es ja fast schon im Namen, ebenfalls Vampire), Das Bildnis des Dorian Grey (ein Bild sichert hier ewiges Leben)

Filme:

So ziemlich jeden Vampirfilm der je gedreht wurde, vor allem Interview mit einem Vampir und  Dracula, Skelleton Key und Seelen (obwohl der eine Horror und der andere Sci-Fi ist, behandeln beide doch das gleiche Grundthema: Unsterblichkeit durch eine wandernde Seele (bzw. körperwechselnden Außerirdischen. Hmmm, dann müsste Stargate noch dazu), Das Bildnis des Dorian Grey (again)

Serien

Highlander!

 

Theaterstücke:

Als Baier ein Muss: Brandner Kasper und das ewige Leben (zwei Mal ganz toll verfilmt, einmal mit dem genialen Gustl Bayerhammer als Petrus, einmal mit Bully als Boandlkrammer. Für mich gehört es zu Fronleichnam dazu, einen der beiden Filme zu sehen)

 

Wie seht ihr ewiges Leben aus kirchlicher Sicht?

Ich zitiere hier man den Katechismus:

ARTIKEL 12

„ICH GLAUBE DAS EWIGE LEBEN

1020 Der Christ, der sein Sterben mit dem Sterben Jesu vereint, versteht den Tod als ein Kommen zu Jesus und als Eintritt in das ewige Leben. Wenn die Kirche über den sterbenden Christen zum letzten Mal im Namen Christi die Lossprechungsworte gesprochen, ihn zum letzten Mal mit einer stärkenden Salbung besiegelt und ihm in der Wegzehrung Christus als Nahrung für die Reise gespendet hat, sagt sie zu ihm mit sanfter Bestimmtheit:

Mache dich auf den Weg, Bruder (Schwester) in Christus, im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des Heiligen Geistes, der über dich ausgegossen worden ist. Heute noch sei dir im Frieden deine Stätte bereitet, deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion, mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem heiligen Josef und mit allen Engeln und Heiligen Gottes … Kehre heim zu deinem Schöpfer, der dich aus dem Staub der Erde gebildet hat. Wenn du aus diesem Leben scheidest, eile Maria dir entgegen mit allen Engeln und Heiligen … Deinen Erlöser sollst du sehen von Angesicht zu Angesicht . . .„ (Sterbegebet, „Commendatio animæ“).

Der Himmel

1023 Die in der Gnade und Freundschaft Gottes sterben und völlig geläutert sind, leben für immer mit Christus. Sie sind für immer Gott ähnlich, denn sie sehen ihn, „wie er ist“ (1 Joh 3,2), von Angesicht zu Angesicht [Vgl. 1 Kor 13,12; Offb 22,4].

„Wir definieren kraft Apostolischer Autorität, daß nach allgemeiner Anordnung Gottes die Seelen aller Heiligen … und anderer Gläubigen, die nach der von ihnen empfangenen heiligen Taufe Christi verstorben sind, in denen es nichts zu reinigen gab, als sie dahinschieden, … oder wenn es in ebendiesen damals etwas zu reinigen gab oder geben wird, wenn sie nach ihrem Tod gereinigt wurden, auch vor der Wiederannahme ihrer Leiber und dem allgemeinen Gericht nach dem Aufstieg unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus in den Himmel, das Himmelreich und das himmlische Paradies mit Christus in der Gemeinschaft der heiligen Engel versammelt waren, sind und sein werden, und nach dem Leiden und Tod des Herrn Jesus Christus das göttliche Wesen in einer unmittelbaren Schau und auch von Angesicht zu Angesicht geschaut haben und schauen – ohne Vermittlung eines Geschöpfes“ (Benedikt XII.: DS 1000) [Vgl. LG 49].

1024 Dieses vollkommene Leben mit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, diese Lebens- und Liebesgemeinschaft mit ihr, mit der Jungfrau Maria, den Engeln und allen Seligen wird „der Himmelgenannt. Der Himmel ist das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks.

1027 Dieses Mysterium der seligen Gemeinschaft mit Gott und all denen, die in Christus sind, geht über jedes Verständnis und jede Vorstellung hinaus. Die Schrift spricht zu uns davon in Bildern, wie Leben, Licht, Frieden, festliches Hochzeitsmahl, Wein des Reiches, Haus des Vaters, himmlisches Jerusalem und Paradies: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist; das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1 Kor 2,9).

1029 In der Herrlichkeit des Himmels erfüllen die Seligen weiterhin mit Freude den Willen Gottes. Sie tun dies auch in bezug auf die anderen Menschen und die gesamte Schöpfung, indem sie mit Christus herrschen; mit ihm werden sie „herrschen in alle Ewigkeit“ (Offb 22,5) [Vgl. Mt 25,21.23].

VI Die Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde

1042 Am Ende der Zeiten wird das Reich Gottes vollendet sein. Nach dem allgemeinen Gericht werden die Gerechten, an Leib und Seele verherrlicht, für immer mit Christus herrschen, und auch das Weltall wird erneuert werden.

„Die Kirche … wird erst in der himmlischen Herrlichkeit vollendet werden wenn zusammen mit dem Menschengeschlecht auch die gesamte Welt, die mit dem Menschen innigst verbunden ist und durch ihn auf ihr Ziel zugeht, vollkommen in Christus erneuert werden wird“ (LG 48).

1043 Die Schrift bezeichnet diese geheimnisvolle Erneuerung, die Menschheit und die Welt umgestalten wird, als „neuen Himmel und neue Erde“ (2 Petr 3,13) [Vgl. Offb 21,1]. Der Ratschluß Gottes, „das All in Christus wieder unter ein Haupt zu fassen, alles, was im Himmel und auf Erden ist“ (Eph 1,10), wird sich dann endgültig verwirklichen.

1044 Wenn Gott „alles neumacht (Offb 21,5), im himmlischen Jerusalem, wird er seine Wohnung unter den Menschen haben. „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,4) [Vgl. Offb 21,27].

1045 Für den Menschen wird in dieser Vollendung voll und ganz die Einheit des Menschengeschlechtes hergestellt sein, die von Gott seit der Welterschaffung gewollt wurde und deren „Sakramentgleichsam die pilgernde Kirche war (LG 1). Die mit Christus Vereinten werden die Gemeinschaft der Erlösten bilden, „die heilige Stadt“ (Offb 21,2) Gottes, „die Frau des Lammes“ (Offb 21,9). Diese wird nicht mehr unter der Sünde, den Unreinheiten [Vgl. Offb 21,27.], der Eigenliebe, die irdische Gemeinschaft der Menschen zerstören oder verwunden, zu leiden haben. Die beseligende Schau, in der sich Gott den Auserwählten unerschöpflich öffnet, wird die nie versiegende Quelle von Glück, Frieden und Gemeinschaft sein.

1051 In seiner unsterblichen Seele erhält jeder Mensch gleich nach dem Tod durch Christus den Richter der Lebenden und der Toten in einem besonderen Gericht feine ewige Vergeltung.

1052 Wir glauben daß die Seelen aller die in der Gnade Christi sterben das Volk Gottes bilden nach dem Tod der am Tag der Auftrstehung da die Seelen mit ihren Leibern wieder vereinigt werden endgültig besiegt wird“ (SPF 28).

1053 Wir glauben daß die große Schar derer die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind die himmlische Kirche bildet Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott so wie er ist Dort sind sie auch verschieden dem Grad und der Art nach Teilhaber jener göttlichen Herrschaft die der verherrlichte Christus ausübt zusammen mit den heiligen Engeln. Sie legen für uns Fürsprache ein und helfen uns in unserer Schwachheit durch ihre brüderliche Sorge (SPF 29).

1056 Dem Beispiel Christi folgend macht die Kirche die Gläubigen auf die „traurige, beklagenswerte Wirklichkeit des ewigen Todes“ (DCG 69) aufmerksam, die man auch „Höllenennt.

1057 Die schlimmste Qual der Hölle besteht im ewigen Getrenntsein von Gott Einzig in Gott kann ja der Mensch das Leben und das Gluck finden. Dafür ist er geschaffen und das ist seine Sehnsucht.

1059 Die hochheilige Römische Kirche glaubt fest und behauptet fest daß am Tage des Gerichtes alle Menschen mit ihren Leibern vor dem Richterstuhl Christi erscheinen werden um über ihre Taten Rechenschaft abzulegen (DS 859) [Vgl. DS 1549]

1060 Am Ende der Zeiten wird das Reich Gottes zu seiner Vollendung gelangen Dann werden die Gerechten an Leib und Seele verherrlicht für immer mit Christus herrschen und auch das materielle Universum wird umgestaltet weiden Gott wird dann im ewigen Leben alles in allen sein (1 Kor 15 28).

Quelle: Vatikan

 

Wenn ewiges Leben möglich wäre würdet ihr es wollen?

Ewiges Leben im Diesseits? Verlockend. Zumindest die ersten 100 Jahre. Danach, glaube ich, wäre es die Hölle auf Erden. Also: All good things must end, but give me atleast 100 jears.

Wie stellt ihr euch das ewige Leben vor?

Irdisch? Horror. Nach 150 Jahren hat man alle seine direkten Angehörigen begraben. Mit Pech ist die ganze Familie ausgestorben. Freunde? Trifft man auf dem Friedhof wieder. Politik? Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Eine Generation vorher waren die Vereinigungskriege… und nun… Krieg gegen den Terror, Krieg gegen Nordkorea?

Religiös? Da hab ich ehrlich gesagt Probleme, mir die körperliche Auferstehung von den Toten und das Ewige Leben auf einer neuen Erde vorzustellen. Ich glaube eher an ein Aufgehen in Gott. Ewige Glückseligkeit in der direkten Gottesschau. Puh, echt schwer, das zu beschreiben.

Forschung auf ewiges Leben? Was meint ihr dazu?

Ja, nützlich. Da wird zum Zelltod geforscht, was man für den Kampf gegen Krebs brachen kann, zur biologischen Uhr, zu Genen und Krankheiten… der Traum von der Unsterblichkeit ist, ähnlich dem Traum vom All, ein Pfad, an dessen Rand allerlei nützliche Kräuter wachsen.

 

Und nun zur Brücke mit dem Rollenspielkarneval

Religionen versprechen Unsterblichkeit oder Ewiges Leben (ich bin der Meinung, dass man hier ein bisschen schärfer Differenzierung, als das Corly getan hat. Unsterblichkeit heißt, dass man keines natürlichen Todes sterben kann, Ewiges Leben erlangt man durch die Hilfe eines Gottes (vorzugsweise des richtigen Gottes) nach dem Tod als Dankeschön für die Mitgliedschaft im Verein und ein gutes (heiliges) Leben)

Die Helden_innen sind Teil einer Religion. Ihr geistiges Oberhaupt hat ein Ritual gefunden, mit dem man unsterblich wird. Die Helden_innen müssen eine Queste durchführen um die Paraphelia für das Ritual zu besorgen. Dafür wird ihnen eine Teilnahme am Ritual angeboten. Erst im letzten Moment erkennen sie, dass das Ritual sie in Vampire verwandeln wird…

Die Helden_innen sind Teil einer Religion, die ihren Schäfchen Ablässe verkauft, um schneller und vor allem Sündenfrei ins Ewige Leben zu kommen. Die Helden_innen können entweder auf seiten der Religion stehen und den Handel unterstützen (und davon profitieren, immerhin ist da eine „Vermittlergebühr“ drin) oder gegen die Schergen der Religion ins Feld gehen (jaaaa, das Lutherszenario). Was ist, wenn die Gottheit der Religion sich plötzlich manifestiert und das Geschäft stören will? Kann man einen Gott töten?

Die Helden_innen werden in eine entlegene Region des Reiches geschickt, um für die Kirche Nachforschungen zu betreiben. Angeblich sollen dort Verstorbene aus ihren Gräbern auferstanden sein und wie in ihrem früheren Leben unter den Menschen wandeln. Eine Zombie-Apokalypse oder der Beginn des Himmelreichs auf Erden?

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Rezension: Die Dame vom See – Endlich ein guter Gerald-Saga-Band!

‍Erlich gesagt: ich war ein bisschen vom Gerald-Zyklus enttäuscht. Versteht mich bitte nicht falsch, der Zyklus ist an sich nicht übel, ABER…ich hätte, nach dem ich die Kurzgeschichtensammlungen und die Witcher-Spiele gesehen habe, mehr erwartet. Mehr Monster, mehr moralische Dilemma, mehr… Witcher.

Dann habe ich „Die Dame vom See“ gelesen und oh Boy, die reißt es wieder raus!

Da wäre zuerst der Teil mit Ciri in der Feenwelt. Da ich mich ja momentan selber etwas mit Feen beschäftige und eine tolle Rezension zum Beitrag Pathfinders zu diesem Thema gelesen hab, fand ich diesen Teil großartig! Der Frust Ciris, wenn sie wieder daran scheitert, diese Welt zu verlassen, der Erlkönig, der für den Weg mit einem Menschenweib Aufputschmittel braucht und immer noch keinen hochkriegt, die Intrigen im Hintergrund, den Elfen feindlich gesonnenen Einhörner (erfrischend, mal Einhörner zu sehen, die nicht gut auf Elfen zu sprechen sind. Normalerweise ist ja das ganze eine regenbogenfarbene Sauce),

Dann die Sprünge Ciris in Zeit und Raum. Ich klaue mir zitiere im nächsten Abenteuer die Idee, Krankheiten aus anderen Welten in die Welt der Helden_innen bei Dimensionssprüngen einzuschleppen. Die Idee mit dem Floh, der alten Ratte und dem letzten Wunsch einer verreckenden Katze war köstlich!

Der Krieg zwischen den Königreichen im Norden und Nilfgard… ich habe selten eine so gute Beschreibung von Krieg gelesen wie hier! Vor allem nutzt der Autor dabei, so wie in der Rahmenhandlung, seine Macht als omnipotenter Beobachter voll aus, der_die Leser_in erfährt um das Schicksal der Charaktäre, wobei ihm_ihr wol der Klos im Hals steckenbleiben wird.

Nur das Ende, das war für mich ein Stich ins Herz. Den Hexer so krepieren zu sehen, bei einem Pogrom in Riva… das tat weh. Aber wer mit dem Schwert lebt… Bevor ich es vergesse: Vorsicht, da waren Spoiler.

Fazit: Das Buch ist der beste Teil der ganzen Reihe. Ich habs genossen und kanns nur weiterempfehlen!

Von blauen Gnomen und Inspirationen für Rakshazar Die Schlümpfe Heft 4/2017

Als Vater kommt mir ab und an auch Literatur (in diesem Fall ein Comic-Magazin) für Kinder in die Finger, die Ideen aufgreift, wie wir sie auch in unserer Riesland-Ausarbeitung vorfinden oder gar schon mal diskutiert haben (ja, wir haben schon mal an Schlümpfe in Rakshazar gedacht, ja, die Ausarbeitung war schon fortgeschritten, bevor der Alkohol nachgelassen hat und wir das dann verworfen).

In diesem Fall hat es mir die erste Geschichte aus dem Heft angetan: „Die wilden Nachbarn„.

Die Schlümpfe entdecken, dass sich auf der anderen Seite des Schlumpfflusses wild aussehende, haarige Kerlchen niedergelassen haben. Es kommt zum mäßig erfolgreichen Erstkontakt, Bälle, Stöcke und Erdklumpen fliegen hin und her, man liefert sich eine Musikschlacht (Schlumpfblaskapelle vs Drum-Gruppe der Wildlinge) und ignoriert sich erst man ein paar Tage. Die haarigen Nachbarn nutzen die Zeit, errichten aus Stroh primitive Hütten, holen den Rest des Stammes und entdecken, dass die Schöumpfbeerenlätter lecker schmecken. Sie stellen den Schlüpfen ein Ultimatum: Schlupfbeerblätter sonst Dorf kaputt. Die kleinen Blauen lehnen die Forderung ab, es kommt zum Krieg (ich glaub, das war das erste Mal, dass ich die Schlümpfe kämpfen gesehen habe). Die wilden entführen Baby. Dann passiert etwas, was mich als Erwachsener ein bischen verstört hat: Die Schlümpfe setzen C-Waffen ein. Ein Kriegsverbrechen in einem Kinder-Heft!!! Die Schlümpfe schießen ein Pulver per Raketen über den Fluss, das Stechmücken anlockt. Die Wilden ziehen sich zurück, der Anführer reagiert sogar allergisch auf die Mückenstichen. Das Baby wird von einem Kommando zurückgeholt, den haarigen Fremden ein Heilmittel überlassen. Diese ziehen daraufhin als „Freunde und gute Nachbarn“ wieder den Fluss hinauf in die Berge.

 

Hey Leute, ich weiß ja nicht, wie ihr das so seht, aber für mich ist das der Plot zu einem astreiner Rakshazar-Abenteuer.

Ersetze die Schlümpfe mit einem friedlichen Ork-/Legiten-/Vaesten-/Wasweisich-Dorf und die Haarigen mit Nedermannen, lass die Helden_innen als Dorfbewohner oder durchreisende Gäste oder gar schon als Söldner als Seiten der Dorfbewohner kämpfen. Ob ich das Kriegsverbrechen durch die Dorfbewohner durchführen lasse, das müsste ich mir überlegen. Vielleicht bekommen ja die Spieler_innen an dieser Stelle Skrupel, zumindest hoffe ich das.

In diesem Sinne: Schlumpfhausen liegt gleich links von Kurotan !Rakshazar - das barbarische Riesland!

Vikings Staffel 2: Intrigen, Verrat und ein Blutaar

Ich hatte gerade etwas Zeit und habe mir die zweite Staffel von Vikings reingezogen. Mri hat die Staffel 1 schon gut gefallen, Staffel zwei toppt aber die Sache noch. Das ganze Intrigenspiel, der Verrat, die Kriege unter den Vikingern… ich fands toll.

Worum gehts? Im Grunde darum, wer denn die Oberhand unter den Wikingern hat. Jarl Ragnar Lodbrok,der Jarl Borg oder König Horik. Alle anderen Figuren der Geschichte, etwa Lagertha,, Rollo, KönigEgbert uvm. betrügen oder werden von einem der drei Herrscher betrogen. Höhepunkte der Staffel sind der Blutaar an Jarl Borg und der Kampf Ragnar vs Horik. Auch die Glaubenskrise des Mönchs Athelstan, der zwischen Christentum und Odinsverehrung hin und herschwankt, gehören für mich zu den Höhepunkten.

Die Staffel  hat mich inspiriert, mein Versprechen beim Riesländer einzulösen und eine Geschichte für die sieben Kreuzer, dem Pulb-Magazin für Dere, zu schreiben.

 

Das Gathiadda-Syndrom

Haldingrad. Der zivilisierte Teil. Naja, eher der greade noch zivilisiete Teil. Dabei hatte Mortischa noch Glück. Eigendlich war sie ja seber Schuld daran. Was musste sie diesen Senator auch öffentlich, an ihrem Mentor und dem gesamten Haus vorbei, im Senat bezichtigen, ein diener der Dyrakal zusein. Alles nur auf Basis von ein paar lückenhaften Stammbäumen, ein paar Dokumenten aus zweifelhafter Quelle und einen beschworenen Totengeist, der dann vor dem Senat die gegneteilige Aussage machte. Sie hatte Glück, dass man sie hierher verbannte, auf eine einsame „Forschungsdomäne“ der Onachos (in Wirklichkeit war dies eher ein Gefängniss) am Rande der bekannten Welt. Die letzte Nachricht, die sie von ihrem Mentor erhielt, war beunruhigend gewesen. Kurz nach ihrer Abreise schrieb er einen Brief, der von Enttäuschung nur so triefte und zusätzlich die Nachricht erhielt, dass ein Anschlag auf ihr altes Zimmer stattgefunden hatte. Ein Feuerdämun verüstete das Zimmer, die neue Bewohnerin, die erst an jenem Abend eingezogen war, verbrannte bis zur unkenntlichkeit.

Nun saß sie auf Ahnenehr. einer Domäne nahe Lærvik. Die Domäne war ein kleines Fischerdorf, etwa 20 Familien lebten hier, fast alles Hialdinger. Nur ihr Diener war der einzige Nichtmensch. Ein räudiger alter Katzenmensch, zänkisch, verbiestert, eher Gefängnisswärter als Diener. Der Ort lag, sofern man das von diesen rauen Küsten sagen konnte, recht malerisch an einer steilen Klippe. Die Häuser waren auf schmalen Vorstprüngen an der Klippe gebaut, eine Steinerne Treppe führte vom Hafen, in dem ein altes Drachenboot lag, über die Terassen , auf denen die Häuser gebaut waren, hinauf zu ihrem Gefängnis, dem Dom von Ahnenehr. Hier sollte sie, eingesperrt in den stickigen Fluren und meist fensterlosen Zimmern, ihre Strafe ableisten und Ordnung in die hiesige Bibliothek bringen. Wobei der Begriff Bibliothek blanker Hohn war. Hier lagerten uralte Schullektüren des Hauses, zerschlissene Programmhefte der Theater in Trivina, alte Manuskripte nie veroffentlichter Bücher, Schundromane, Liebesbriefe und vieles mehr, was irgendwann mal auf Papier gebannt wurde, weil sein Autor es für aufschreibenswert hielt, aber von seinen Zeitgenossen als verschwendung von Zeit und Papier angesehen wurde. Wir Onachos werfen ja nichts weg, dachte Mortischa, als sie einen Packen über 200 Jahre alter Eienkaufslisten sortierte.

Gerade las sie eine Einkaufsliste, die ein Feinschmecker ihreres Hauses vor fast 500 Jahren in Balan Cantara geschrieben hatte. Amaunir auf Tharpurische Art. Einen  mittelschweren Amaunir,Maronen, Olivenöl, Tropenfrüchte, Mayenos-Feuerpulver ,Tharpurische Feuerschoten… sie fagte sich, wie ihr Diener bzw. Wächter schmecken würde. Bestimmt zäh und ungenießbar. Da fiehl ihr auf, dass es hell geworden war in dem kleinen Arbeitszimmer. Licht fiehl durch eines der wenigen Fester im Dom. Das Licht wäre nicht ungewöhnich, immerhin liegt das Fenster im Osten, wenn nicht gerade die magische, sich selbst umderhende und dabei laut mit einer geisterhaften Grabesstimme rufende, Sanduhr gerade Mitternacht angezeigt hätte. Schnell schob Mortischa einen Stul zum schmalen Fenster und kletterte hinauf, um besser ins Dorf sehen zu können. Was sie sah, ließ ihren Atem stocken.

Haldinger-Piraten….

To be Continued

Und jetzt… Werbung!

Ab sofort nutze ich Affiliate Links von Amazon. Weil ich geldgeil bin!? Eher nicht. ich möchte mir von dem Geld, wenn denn was reinkommt, ein paar Bücher querfinanzieren lassen oder ab und an ein Bildschen von einer namhaften Küstler_in für meine Abenteuer/Blogeinträge kaufen.

Also, nur damit ihr bescheid wisst: Der Troll will euer Bestes 😉

 

Hier gehts zu allen Rezensionen, die ich bisher gemacht habe,

Der Winter naht… und dieser Post hat fast nichts mit GoT zu tun

… den dieser Post ist eigentlich eine Buchbesprechung. Es geht um Die Welt aus den Angeln: Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart“. Auf dieses Buch bin ich bei meinen örtlichen Buchhändler gestoßen und der Klappentext hat mich sofort gefangen. In dem Buch wird die These vertreten, dass die kleine Eiszeit (die hier auf einen Zeitraum von etwa 1446 bis 1700 eingegrenzt wird) grundlegend für die kulturelle Entwicklung Europas war. Die Eiszeit löste, nach Meinung des Autors, eine Nahrungskriese aus, die zur Einkommenskriese beim Adel führte, was wiederum zur Entwicklung des Merkantilismus führte und zur Emanzipation der Städte und zum Humanismus und Atheismus.

Der erste Teil des Buches war noch interessant. Hier wurden historische Quellen bemüht. Die Zitate sing toll und entführen in die Gedankenwelt jener Protagonisten, für die der damalige Klimawandel der Vorbote der Apokalypse war.  Der zweite Teil des Buches war für mich nicht soll interessant. Hier wird das Leben einiger (jüdischstämmigen, niederländischen) Philosophen jener Zeit nachgezeichnet, den letzten Teil des Buches, ein kurzer Kommentar zum aktuellen Klimawandel hab ich nur kurz überflogen.

Mein Fazit: Das Büchlein kann man lesen, muss es aber nicht.

Aber… man kann das Buch als Ausgangspunkt für eigene Recherchen nutzen!

Als ich mich in die Recherce zu diesem Artikel gestürzt habe, meinte ich, das ich damit nach ein, zwei Stunden gewiss fertig wäre. Pustekuchen. Das Feld ist RIESIG! Also so wirklich RIESIG!

Beim Lesen des Buches kam mir der Gedanke, mal bei Adam Smiths Wohlstand der Nationen reinzuschauen. Good old Smithy hat, neben der Tatsache dass er so nebenbei die VWL erfunden hat, in seinem Wälzer eine interessante Sache gemacht. Im Ersten Buch, so ab S. 334 von 1204, hat er eine Tabelle mit Getreidepreisen für ein Quarter (2,91 hl Getreide), beginnend 1359 bis 1768. Das Tolle daran ist, dass sich Smithy die mühe gemacht hat, Durchschittspreise je Jahr zu bilden und die Preise auf seine damals aktuellen Pfund umzurechnen. Damit ist die Inflation aufgrund von Silberverknappung in den Münzen weg, auch die Silberschwemme der Kleinen Eiszeit (Silber aus Südamerika kam über Spanien auf den Markt und hat Spanien nebenbei ruiniert. Die heimliche, langsame Rache der Inkas) ist damit draußen. Kurz auf Wikipedia geschaut, wann dort Hungersnöte waren… aha… nehmen wir die in der Mitte, 1693 und 1694. Die tobte damals Hauptsächlich in Frankreich, und in ihrem Gefolge kam es zu einer Typhus-Epedemie, aber die Auswirkungen waren auch jenseits des Kanals zu spüren.

  • 1691: 1 £ 14 s. Je Quater zu 9 Bushel
  • 1692: 2 £ 6 s. 8 d.
  • 1693: 3 £ 7 s. 8 d.
  • 1694: 3 £ 4 s.
  • 1695: 2 £ 14 s.

1 £ = 20 s. (Schilling), 1 s. = 12 d. (Pence) Hab ich schon gesagt, wie sehr ich das metrische System liebe?

So, und wieviel ist das in heutigen Geld? Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Die Kaufkraft von Währungen wird heute anhand von Warenkörben berechnet, die sich im Laufe der Jahrzehnte verändern. Aber es gibt da in der House of Common Libary online ein Dokument, das beim umrechnen hilft. Wie gesagt, Smithy hat dafür gesorgt, dass wir uns um Inflation keine Gedanken machen. Die Umrechnungstabelle selbst geht bis 2011, das müsste uns hier reichen.

1750 Preisindex 5,1, 2011 Preisindex 927,9 => 927,9-5,1 = 922,8. Das bedeutet, ein £ aus dem Jahr 1750 hätte 2011 genauso viel Kaufkraft wie 922,8 £.

Der Preisanstieg von 1692 auf 1693 war 1£ und 1 s. oder 1,05 £. Umgerechnet auf heutige Verhältnisse ware das so, als wenn der Preis für Getreide je Quater um 968,94 £ steigen würde (Umgerechnet wäre das etwa 1161 €)! Hunzu kommt, etwa 80%+ der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft, ein Korn brachte etwa 4 Körner Ertrag, wenn es gepflanzt wurde (laut meinem Schwiegervater peilt er einen Ertrag von 1:40 an),  je ha Land waren 10 Arbeitskräfte nötig, um es optimal zu bestellen und lange Zeit wurden Abgaben an die Landesherren in Naturalien bezahlt und zwar so, dass ein großerer Etrag durch den Einsatz neuer Techniken (Düngung, Ochsen und Pferdepflug aus Eisen…) keinen Nutzen für den Bauern brachte (also nicht angewannt wurden).

Noch eine Kleinigkeit… die Baiern waren früher (bis etwa 1600) begeisterte Weintrinker/Weinbauern. Die Römer hatten ihn mitgebracht, die Urbevölkerung begeistert gesoffen. Ab der Kleinen Eiszeit wurde aber der Tropfen immer öfter so sauer, dass er kaum genießbar war. Der Siegeszug des Biers begann und viele Weinanbaugebiete (u.a. in Südschweden) verschwanden. Heute forscht man in Franken wieder mit Mittelalterlichen, heimischen Sorten, da die in wärmeren Klima besser Gedein und besseren Wein liefern.

Wärend der Kleinen Eiszeit tobte in Deutschland zudem noch der Dreißigjährige Krieg. Ich hab mal in der Chronik meines Heimatortes geschmökert: von 1632 bis Sept. 1634 konnten wegen Feinden im Land keine Hochzeiten, Taufen oder ordungsgemäße Beerdigungen durchgeführt werden. Für gläubige Christen ist das der absulute Horror. Das bedeutet in modern soviel wie kein Fernseher, kein Internet, Kein Mobifunk. 1649 wütete bei uns die Pest. 1688 gab es die erste Firmung seit langem. Das sakrament der Firmung ist insofern wichtig, weil damit die Gemeindemitgileder nach Kirchenrecht nicht mehr als Kinder, sondern als vollwertige Mitglieder galten (und dann Heiraten durften).1713 kam es zu einer Hungersnot, ein Scheffel Korn kostete 30 fl. (Gulden), der bessere Weizen gar 40 fl. Schneefall im Apfil 1726, und zwar so viel, „dass machmal in 2 bis 3 Wintern zusammenkommen“. Auf der Donau gab es Eisgang und Eisfuhrten. Es kam in Folge zu einer Missernte, weil die meisten Sämereien erfrohren. Am niederschmetternsten ist es, wenn der Cronist (ein Priester) schreibt, dass die Gebete der Gemeinde nicht viel geholfen hätten, es zwar im Dorf zumindest den halben normalen Ertrag gab, aber von Straubing bis Deggendorf runter das Getreide nicht keimte. Im Fogejahr sind dann, um Einstreu für die Tiere zu haben, die Scheunen, welche mit Stroh gedeckt waren, abgedeckt worden.

Es ist ein Schnitter / heist der Tod

hat Gwalt vom höchsten Gott.

Heut wetzt er das Messer:

es schneid schon viel besser:

bald wird er drein schneiden:

wir müssens nur leiden:

hüte dich schöns Böümelen.

[…]

O König / O Kayser / o Fürst und Herr /

förcht euch auch fürm Schnitter sehr:

der Hertzen Betrüber /

je länger  je lieber /

macht alles herunter /

thut keinem besonder.

Hüte dich schöns Blümelein.

Quelle: Bairisches Poeticum: Mundartgedichte aus zwölf Jahrhunderten von meinem Kollegen Peter Kasper. Schnitterlied, Unbekannter Autor, 1637 (mittem im Dreißigjährigem Krieg)

Wers nicht ganz so vergangen haben möchte… 1816/1817 gab es in Europa noch einmal eine große Kontinentübergreifende Hungersnot, das Jahr ohne Sommer. In meiner Heimatzeitung gab es vergangenen Feitag einen interessanten Artikel darüber: Normalerweise sollten wärend einer Landwirtschaftsschau, aus der sich deas Gäubodenvolksfest entwickelte (dringend vorbeischauen, läuft noch bis Mo Abend!), ein Wettlaufen stattfinden. 1816 musste das ausfallen, weil die Teilenhmer zu schwach zum Laufen waren und ein Wettkriechen den Organisatoren bestimmt nicht gefallen hätte. 1817 wurde die Draisine (sprich, das Fahrrad) erfunden und schon zwei Jahre später für der erste Straubinger damit den Stadtplatz rauf und runter.

Aber lieber Toll, was bedeutet das fürs Rollenspiel, immerhin bist Du ja ein Rollenspielblog!?

Verdamme viel, viel mehr als uns Rollenspieler bewusst ist. Ich möchte meine Gedanken hierzu an ein paar wichtigen Thesen festmachen.

1) Die Kleine Eiszeit hat unser Bild vom Winter bis heute beeinflusst.

Woran denkt ihr bei diesen Bildern?

 

Weiße Weihnachten? Winter Wonderland? Idylle? Beide Maler wurden während der kleinen Eiszeit geboren, Avercamp erlebte als Kind sogar eine der kältesten Perioden mit, Und diese Bilder haben dazu beigetragen, dass sich bei uns ein gewisses Bild vom Winter, eine gewisse Erwartung eingeschlichen hat, Wir wollen weiße Weihnacht, obwohl wir wissen, das die statistische Chance dafür München bei nur 30% liegt und Hamburg nur bei 15% (wir sprechen hier von einem cm Schnee, nicht mal genug für einen Mini-mini-Schneemann). Während der Kleinen Eiszeit gefror mehrmals die Themse komplett zu. Während der Kleinen Eiszeit formte sich in Russland das Zarenreich (von Ivan den Schrecklichen bis Peter den Großen, incl. Kirchenspaltung, Reichskriesen, Dynastiewechse und drei Pseudodimitris), was unser Russlandbild mit beeinflusst hat (Scherbenwelt, ich blicke auf Dich). Hell, selbst GOT greift Aspekte der Kleinen Eiszeit auf. Beispiel gefällig? In der laufenden Staffel treffen  Sandor Clegane mit Beric Donadarrion und der Bruderschaft ohne Banner auf eine Heruntergekommen Hütte und suchen dort nach Bier und Lebensmittel. Clegane hatte ja die Hütte schob früher aufgesucht und weiß, dass da nichts zu holen ist. Er bemerkt als einziger der Bruderschaft die Toten in der Ecke (den Vater, der, bevor er verhungerte, seine kleine Tochter umbrachte) und erinnert an das Leid der kleinen Leute. Er erweist den Toten den letzten Dienst und zeigt auch Torus von Myr die Folgen und Grenzen seines Handelns auf. Für mich war das eine der stärksten Szenen der gesamten Serie.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass diese kulturelle Prägung durch die Kleine Eiszeit langsam nachlässt, und zwar mit jedem Grad, mit dem das Klima wärmer wird. Momentan ErLeben wir einen Kulturkampf der Paradigmen, ähnlich jenem Kulturkampf, der im Buch beschrieben wird. Die Wissenschaftler, denen klar ist, dass sich das Klima ändert und dass der Mensch dafür mitverantwortlich ist (das entspricht den damaligen Philosophen, Humanisten und Atheisten) und jenen, die den Klimawandel für Fake News halten oder wenn sie ihn anerkennen, zumindest die Verantwortung des Menschen daran leugnen (Adel und meine kath. Kirche). Wird spannend, diesen Kampf zu verfolgen. Im Hinspiel hat ja die konservative Seite verloren, fürs Rückspiel siehts nicht besser aus.

 

2) Ein Teil der Rollenspiele spielt in einer Welt, die selber gerade eine kleine Eiszeit erlebt bzw. erlebt hat.

Nehmen wir ein paar Perlen aus dem Pool der Rollenspiele heraus: Scherbenlande und DSA.

Das Scherbenlande-Setting ist ein von der russischen Geschichte angehauchtes Setting. Das ist per Definition schon mal schattig, was das Klima angeht. Die Spieler übernehmen die Rolle von sogenannten Wölfen, die im Dienste des Zaren allerlei Gefahren für das Reich beseitigen und Verschwörungen aufdecken sollen. Das hört sich für mich stark nach den Opritschniki an, jener Terrorgruppe, die mit einem Besen (zum Auskehren der Feine) und einem Hunskopf (als Zeichen der Treue) als Feldzeichen ausgestattet waren und für den Zaren die Drecksarbeit erledigten. Auch die Kirchenspaltung spiegelt reale Ereignisse wieder. Wir haben hier also ein waschechtes Kleine-Eiszeit-Setting

Aventurien wiederum ist grade aus einer (magischen, dämonisch verursachten) Eiszeit raus. Die begann durch die Splitterträgein Glorania im Nordosten des Kontinents am 30 Firun 1019 BF  und dauerte bis 1027 bzw 1033 (je nachdem, ob das Tauen von Paavi oder der Tod der Eishexe als Enddatum genommen wird), also mindestens acht Jahre ohne Frühling. Da kommt man so langsam in GoT-Dimensionen… Leider hatte man hier das Potential einer Eiszeit in Aventurien nicht voll ausgenutzt. Dazu aber gleich mehr.

 

3) Die Rollenspiele versagen dabei, die Aspekte einer Eiszeit in Abenteurer einzubauen.

Was macht eine Eiszeit aus? Klar: Kälte. Zumindest in DSA4.1 gab es Regeln zu Erfrierungen und Kälteschutz. Das heißt, diesen Aspekt bekommt man noch einigermaßen Abgebildet.

Von oben wissen wir, dass Hunger ebenfalls ein Aspekt der Eiszeit ist. Außer bei „Unter Piraten“ ist mir noch kein Abenteuer untergekommen, in dem Nahrungsmittelknappheit und Hunger eine Rolle spielen. Ich hab da zwar mal das Körpergewicht als eine Art Sidequest in „Die Augen der Lath“ eingebaut, aber auch hier war nicht Hunger das Motiv, sondern eher das Gegenteil. Missernten. Eint Teilaspet von Hunger und etwas, was mir in den 10 Jahren Gloranien in der lebendigen Geschichte Aventuriens gefehlt hat. So ein riesengroßes Gebiet permanant vereist müsste normalerweise das Wetter zumindest des Bornlandes ordentlich durcheinandergewirbelt haben und zu etlichen Ernteausfällen führen.

Auch der Aspekt der Pestilenz kommt im Rollenspeil etwas zu kurz. Die Gleichung hierfür lautet: Eis => Hunger => schwachen Abwehrkräften => Pestilienzen. Nicht umsonst brach auch wärend und kurz nach der Kleinen Eiszeit die Pest wieder aus.Zumindest in DSA wurde das mit dem Ausbruch der Blauen Keuche in Nostria angedacht, leider nur als Botenartikel. Das wäre doch eine super Kulisse für ein Survival-Horror-Abenteuer gewesen. Aber dann bitte ohne die Möglichkeit, die Pestilenz wie im Herrn der Ratten zu stoppen. Pest quasi als ständige Gefahr im Hintergrund und nicht als Endboss.

Dann bleibt da noch Revolution/Krieg. Im eingangs erwähnten Buch steht, dass die Kleine Eiszeit viele gesellschaftliche Umwälzungen getriggert hat. Luther, Bauernaufstände, Wiedertäufer (z.B. in Münster, hier empfehle ich den ziemlich guten Wilsberg-Roman dazu), Merkantilismus, Absulutismus, Kriege… Damit kommen Fantasy-Rollenspiele in der Regel sehr gut klar, das sind auch die sichbaren Veränderungen in GoT, da gibt es Material dazu und vor allem, da gibt es Historische Beispiele, bei denen man abkupfern kann.

Was fehlt, ist ein Abenteuer/Kampange, die die Atribute der Eiszeit verknupft. Warscheinlich ist der Grund dafür, dass die Spieler hier durch ihre Helden weniger einfluss auf das Geschehen haben sondern zu (Mit)Gefangenen im Eis werden.

 

Update: Fehler behoben 11:07 Uhr 16.08.2016

American Gods vs American Gods

So, auf Anraten von Rorschachhamster habe ich mir „Americhan Gods Directors Cut“ von Neil Gaiman besordt und… verschlungen! Hey, das zählt definitiv zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe und ich habe dieses Jahr viele Bücher gelesen. DAS BUCH IST GROSSARTIG! Wers noch nicht gelesen hat, sollte es sich dringend besorgen und lesen.

Die Frage aller Fragen ist aber: Was ist besser? Buch oder Serie? Und hier ist meine Antwort darauf:

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