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Karneval der Rollenspielblogs: Verschworen – Gottesmann und Hexenmeister

Heut geht es um eine Verschwörung, die im Jahr 1588 in Trier stattfand, die bis heute Konsequenzen hat. Es geht um die Verschwörung gegen Dietrich Flade. Ich hab mir diese Verschwörung rausgesucht, weil man anhand dieser Geschichte

  • die Merkmale einer Verschwörung wunderschön rausarbeiten kann (imho viel besser als die Beispiele, die Machiavelli nennt),
  • die Akteure der Verschwörung und deren Motivation kennen lernen,
  • die Folgen einer gelungenen Verschwörung aufdecken
  • und uns überlegen, wie wir diese Verschwörung in Fantasy-Settings einbauen können.

 

Das Opfer: Dietrich Flade

Dietrich war ein wohlhabender, wichtiger, gelehrter und einflussreicher Bürger seiner Stadt. Er studierte in Löwen, Orleans und Speier, war Doktor beider Rechte (d.h. des Kirchenrechts und der weltlichen Rechte), zehn Jahre Vize-Schultheis, danach Schultheis des Domkapitels und anschließend der Stadt Trier selbst. Schultheis – das bedeutet nichts anderes als dass er von seinem Landesherrn, dem Kurfürsten und Erzbischöfen von Trier als oberster Verwaltungs- und Steuerbeamten eingesetzt wurde. Ab 1558 vertat er als Kurfürstlicher Rat seinen Herren auf Reichstagen und vor dem Reichsgericht. Letzteres ist zumindest… interessant, da er der Stadt Trier damals 4.000 Gulden geliehen hat. Ein Kredit, mit dem die Stadt einen Prozess vor dem Reichsgericht anstrengte, um reichsunmittelbar, also nur dem Kaiser Untertan, zu sein. Die Geschichte ging dann 1860 schief, die Stadt war verschuldet (ab 1581 war dann ihr Gläubiger auch noch offizieller kurfürstlicher Statthalter) und immer noch dem Kurfürsten Untertan. 1586 ernannte die Universität Trier zu ihrem Rektor.

Dietrich war Hexenjäger. In seiner Funktion als Richter brachte er einige Hexen auf den Scheiterhaufen. Die Geständnisse holte er sich unter Folter, damals gängige und gute Praxis.

Ein Merkmal einer Verschwörung ist es, dass das Opfer immer Macht besitzt. Macht kann vieles sein: Eine große Anhängerschaft, eine bestimmte politische Position, Geld, Wissen. Egal on Cäsar, Lincoln oder JFK: Die Opfer waren mächtige Personen.

 

Die Verschwörer: Peter Binsfeld und Erzbischof Johann VII. von Schönenberg

Peter stammte, im Gegensatz zu Dietrich, nicht aus einer reichen Familie. Er der Sohn eines Bauern und hütete die Ziegen einer Abtei, bis der dortige Abt sein Talent erkannte und ihn im Kloster und in Rom studieren leiß. 1568 kam er als Priester aus Rom zurück, durfte sich bewähren, in dem er durch Wort und Tat verhinderte, dass Prüm lutherisch wurde. Innerhalb von 13 Jahren stieg Peter dann zum Weihbischof von Trier und Titularbischof von Azutos auf. Da war er noch keine 40 Jahre. Die Ämter behielt er auch unter dem reformfreudigen neuen Kurfürsten und Erzbischof Johann VII, dem Dienstherrn Dietrichs.

Es gibt Männer, die wollen die ganze Welt brennen sehen. Peter gehörte dazu. Auf seine Initiative hin fand in Trier und Umgebung eine der schlimmsten Hexenjagten der Geschichte statt.

Johann VII stammte aus einer alten Adelsfamilie. Kanonikatsanwärter mit 13, Teheologiestudent mit 21, zwei Jahre später Domkapitular, später Domprobst, dann 1580 endlich Erzbischof. Ach Johanns Werdegang kann als steil bezeichnet werden, wobei sein Weg durch seien Herkunft schon vorgezeichnet war. Johann war katholisch, aber reformfreudig. Er brachte den lotterhaften Klerus der damaligen Zeit auf Linie mit dem Konzil von Trient, gründete Priesterseminare und führte, kaum dass er zum Erzbischof ernannt wurde, den Gregorianischen Kalender ein. Er war aber eben auch ein streng katholischer Landesherr, der gegen den Protestantismus und natürlich auch das Hexenunwesen kämpfte. Ob er an der Verschwörung gegen seinen eigenen Stadthalter beteiligt war, weiß man nicht. IMHO hat er das Vorgehen Peters zumindest geduldet, profitiert hat er auf jeden Fall davon.

Ein Merkmal von Verschwörungen ist, dass die Verschwörer von einer Mission angetrieben werden oder zumindest, wie im Falle Peters, von Neid und Missgunst zerfressen sind oder sich Vorteile (Macht) aus der Verschwörung versprechen.

 

Das Motiv: Streit um die Hexenverfolgung und 4.000 Gulden Schulden

Dietrich und Peter lagen überkreuz. Peter wollte gerne in Trier noch mehr Hexen brennen sehen und die Hexenverfolgung ausdehnen, Dietrich war dagegen und wollte nur handeln, wenn (durch die Folter bestätigter) begründeter Verdacht vorlag. Vor allem wollte Peter jene brennen lassen, die auf seinem Weg nach oben im Weg waren. Und Dietrich war ihm im Weg.

Da war auch noch das 4.000-Gulden-Motiv, das man imho nicht Vergessen sollte. Gut, die Sache lag fast 30 Jahre zurück, aber Dietrich hatte den Feinden seines Kurfürsten (Johanns Vorvorgänger) Geld geliehen, um in die Reichsunmittelbarkeit fliehen zu können. Andere Städte hatten dies genutzt, um protestantisch zu werden. Pikantes Detail am Rande: Dietrichs Frau, Barbara Reichwein, Witwe des Trierer Leibarztes des Kurfürsten Johanns des VII war eine geborene Walter aus Augsburg. Ihre Familie war protestantisch.

Wie auch immer, Dietrich musste weg!

 

Die Verschwörung: Vom Hexenjäger zum Hexenmeister

„Du bist also am Sabbat zum Friedhof gegangen und hast dem Satanas den Arsch geleckt?

„Ja!“

„Wer noch?“

„Niemand, ich allein…AUUUUUUU!“

„Wer noch?“

„Die Hebamme, die Bimsberger Anne!“

„Wer noch?“

„Der Schwarzmüller. Und der Jud Abraham Levi. Bitte, nicht die Zange …. AUUUUUU!“

„Der Flade Dietrich, der Schultheis von Trier auch?“

„AUUUU!“

„Bedenke wohl, der Schultheis auch?“

„Ja, ja, der auch, der besonders!“

Fiktives Gespräch im Malefizenhaus.

Im Jahr 1587 häuften sich die „Besagungen“ (Anschuldigungen einer Person, von einer vermeintlichen Hexe unter Folter ausgesagt). Die Verschwörung nahm ihren Lauf. Dietrich wurde am 4. Juli 1588 verhaftet und der Hexerei angeklagt. Peter war klug genug, die Befragungen nicht selbst zu leiten. Aber Diethelm hatte noch Freunde, unter anderem den Komtur des deutschen Ritterordens. Der Floh mit ihm am 8. Oktober, brachte ihn aber nach vier Tagen wieder nach Trier zurück. Ein Vögelchen hatte ihm gesteckt, dass er gerade einem gefährlichen Hexenmeister geholfen hat. Am 22. April 1589 folgte das Geständnis unter Folter, am 18 September folgte das Urteil: Tod durch Feuer, als Gnade das Erdrosseln vor der Verbrennung. Noch am selben Tag wurde Dietrich hingerichtet.

Machiavelli schriebt im einst:

Man muss wissen, dass es zwei Arten zu kämpfen gibt: mit den Gesetzen und mit der Gewalt. Die erste Art ist dem Menschen eigen, die zweite den Tieren; da aber die erste oft unzulänglich ist, muß man zuweilen auf die zweite zurückgreifen.

Ein Merkmal einer Verschwörung ist, dass zu Gewalt gegriffen wird. Schnell, tödlich, überraschend. Nach Machiavelli sollen auch möglichst wenige von der Verschwörung wissen. Ich halte Peter und Johann für die Verantwortlichen der Verschwörung gegen Dietrich. Johann, wie wir gleich sehen werden, profitierte finanziell von Dietrichs Tod. Peter schreibt noch im selben Jahr einen Traktat, der auch auf den Gerichtsakten des Prozesses gegen Dietrich basiert und für das nächste Jahrhundert zu dem Standartwerk jedes Hexenjägers, neben dem Hexenhammer, versteht sich. Zudem beerbet Peter Dietrich im Rektorenamt der Universität Trier.

Mit Machiavelli möchte ich auch schließen:

Einem Machthaber darfst du weder so nah stehen, dass sein Sturz dich mitreißt, noch so fern, dass du im Fall seines Sturzes nicht bereit bist, auf seine Trümmer zu steigen.

 

Schulden aus der Vergangenheit: Die Folgen des Urteils

Dietrichs gesamtes Vermögen ging an den Kurfürsten. Einschließlich eines gewissen Schuldscheins über 4.000 Gulden. Die Zinsen, so verfügte der Erzbischof, sollten an die fünf Trierer Innenstadtpfarreien gehen, zur Aufbesserung des Priestergehalts. Und das tun sie heute noch. 430 Jahre nach dem Tod Dietrich Flades zahlt die Stadt Trier jährlich 362,50 Euro an das Bistum, allen politischen Versuchen zum Trotz, die Zahlung zu beenden.

 

Der Fall Dietrich Flade als Inspiration im Rollenspiel

Das erste, dass mir so durch den Kopf ging, als ich von Dietrich gelesen habe, war HEXXEN1733. Gut, die Geschichte Dietrichs trug sich ein paar Jahrhunderte zuvor zu, aber heißt es nicht auch, dass sich Geschichte immer wiederhole?

Dietrich könnte in einem Abenteuer auch wieder aus dem Grabe erstehen: Als Vampir, Rachedämon oder nur als unglückliche, verlorene Seele, die gerne ihren guten Ruf wiederhergestellt hätte. In den ersteren Varianten zieht ein mordender Rachegeist durch die Stadt, in letzterer werden die Heldinnen beauftragt, Peter der Verschwörung zu überführen (was seeehr schwer werden dürfte).

Hätte Peter nicht mit 54 Jahren die Pest geholt, hätte er vielleicht eine Verschwörung gegen dien Kurfürsten geplant. Die Heldinnen hätten dann vielleicht dem Erzbischof zu Hilfe eilen müssen, um gegen den ehemaligen Mitverschwörer zu kämpfen. Was, wenn dabei die Beteiligung an der Verschwörung gegen Dietrich Flade aufgeflogen wäre?

Vielleicht war aber auch Peter ein Hexenmeister und Teufelsdiener, der seine Seele gegen eine Kariere getauscht hatte und Dietrich ist ihm auf die Schliche gekommen. Vielleicht hat Dietrich auch irgendwo Aufzeichnungen darüber versteckt. Hochbrisante Papiere, für die Peter ohne Zewifel über Leichen gehen würde…

 

Quellen:

Wikipedia zu Dietrich, Peter und Johann VII

Die Geschichte auf SWR.de, Focus und Zeit.

Karneval der Rollenspielblogs: Warum ich keine an die Realität angelehnte Verschwörungen in Rollenspiel spielen möchte

Unser Hobby Rollenspiel ist ziemlich vielfältig. Vom Spielstil über Würfel vs. Erzählspiel, von dem System hin zu den Settings. Vor allem die Settings. Dort das klassische Fantasy-Settings, da der Weird West, drüben Vampire und Werwölfe und da hinten im Schatten seh ich ein paar Tentakel.

Vor allem bei Settings, die in der „realen“ Welt spielen, könnte man ja auf die Idee kommen, mal ein paar Verschwörungsmythen (Ich werde in Zukunft in Anlehnung an den Hoaxilla-Potcast hier nicht mehr von Verschwörungstheorien reden) zu googlen und die ins Setting einzubauen.

Bei dieser Idee habe ich Bachschmerzen.

  • So werden die Gefahren, die von solchen Verschwörungsmythen ausgehen, trivialisiert. Das von Verschwörungsmythen Gefahr ausgeht, dürfte seit Pizzagate und Christ Church klar sein. Ich möchte keinen Verschwörungsmythos spielen, bei dem in der Realität Menschen in Gefahr sind und sterben.
  • Ich möchte nichts spielen, dass antisemitische oder antiislamische oder antichristliche Untertöne hat (siehe Hoaxilla-Podcast)
  • Ich möchte als Meister nichts leiten, was bei meinen Spielerinnen den Mustererkennungsmechanismus unseres Gehirns aktiviert und sie möglicherweise in einen Verschwörungsmythos hineinzieht.

Mustererkennung ist übrigens ein gutes Stichwort. Unser Gehirn kann ziemlich gut Muster und zusammenhänge erkennen. Das brauchten wir zumindest in der Steinzeit: Busch wackelt, kein Wind => Renn! Der Tiger ist hinter Dir her! Unsere Mustererkennung ist so gut, sie erkennt sogar Muster, wo keine sind. Und zusammen mit Einer gewissen Filterblasenmentalität und dem Dunnig-Kruger-Effekt… viola: Verschwörungsmythos. Wer übrigens gerade einer Verschwörungstheorie beim Entstehen zusehen will, der soll sich mal die Kommentarspalten zum Brand von Notre Dame durchlesen. Ich weiß nicht, wie viele davon Trolle sind, ich weis aber, dass hier mit gaaaanz gefährlichen Mitteln gespielt wird!


Das 13. Jahrestreffen der Aluhutfreunde e.V.

Mir schwebt grade die Idee zu einem Micro-Rollenspiel vor: Die Spielerinnen ziehen aus vier Pötten (ein Pot für Wer, ein Pot für Was, ein Pot für Womit und einer für Wozu) je einen Zettel. Nun schlüpft eine Spielerin in die Rolle einer Verschwörungsgläubigen, die anderen in die Rolle von Noch-nicht-Gläubigen. Die Verschwörungsgläubige versucht, die anderen von ihrer Theorie zu überzeugen. Dafür hat die Spielerin 5 Minuten Zeit. Die anderen Spielerinnen stimmen danach ab, ob die Theorie Kanon wird oder nicht. Die Spielerin links neben der Verschwörungsgläubigen wird neue Verschwörungsgläubige und versucht ihrerseits, die anderen von ihrer Theorie zu überzeugen. Zudem muss irgendwie ein Anknüpfungspunkt zum Kanon gefunden werden. Wenn alle Spielerinnen ihren Verschwörungsmythos vorgetragen haben, endet das Spiel. Der Kanon wird noch einmal vorgelesen und als Verschwörung in das nächste, reguläre Rollenspiel (System egal) eingebaut.

Karneval der Rollenspielblogs: Verschworen – Und es gibt es doch…

… die ideale Verschwörer-Kampagne. Allerdings wurde die vor 13 Jahren veröffentlicht. Ich rede von der Königsmacher-Kampagne, die das Rokoko-Setting des Horas-Reiches nachhaltig veränderte und zu einer der Besten Regionalbeschreibungen von DSA4.1 führte.

Bevor wir uns aber gegen das Horasreich verschwören… Achtung, Spoiler!


Dreh und Angelpunt der ganzen Geschichte ist Timor Firdayon, einer der vier Kinder Amene Horas, ziemlich hohes Tier der Phex-Kirche. Das verschwinden seines älteren Bruders lässt ihn nicht mehr los. Dieser war nämlich 24 Jahre zuvor an einem Umsturzversuch beteiligt und wurde von seinen Mitverschwörern kurzerhand gemeuchelt (Tod ist das Schicksal jeder gescheiteten Verschwörung). Timor ist mittlerweile den Verschwörern, der Gruppe Mantikor, auf den Fersen und hat zumindest eine grobe Ahnung, wer denn alles da seine Klauen nach dem Horasreich ausgestreckt hat.  Als Timor seine Mutter über seine Vermutungen informieren will, ist diese bereits tot, gemeuchelt von der dritten Partei, den Dienern des Namenlosen. Was folgt ist ein Bürgerkrieg zwischen Timor und seiner Schwester. Die Heldinnen stehen im Dienste Timors und sollen nun die Gruppe Mantikor aufstöbern, die Timor auch hinter dem Bürgerkrieg vermutet.

Ich finde die Kampagne aus mehreren Gründen gelungen… obwohl ich ja im Allgemeinen nicht so von Detektiv- oder Verschwörungsabenteuern begeistert bin. Erstens trifft man hier eine ganze Menge bekannter NPCs aus dem Lieblichen Feld wieder, einigen, wie dem Sklavenhändler Zwerg Pokallos, auch aus der Anfangszeit des Schwarzen Auges. Zweitens spielt man hier nicht die großen Schlachtenlenker, sondern die Heldinnen im Schatten des Konflikts, deren Handlungen mehr Einfluss haben, als ihnen Bewusst ist, drittens finde ich es gut, dass nach jedem Szenario die Reaktion der Fraktionen beschrieben wird.

Die Kampagne endet auch nicht, nachdem die Gruppe Mantikor in „Masken der Macht“, dem zweiten Band der Kampagne vernichtet wurde. Es wurden ja Hinweise auf eine Verschwörung hinter der Verschwörung gefunden! Und ein Kaiserdrache will auch noch auftreten und zwischen der Mutter seines Kindes und dessen Onkel vermitteln. Ohne Frieden gäbe es keine Splitterdämmerung.


Fazit:

Die Königsmacherkampagne ist tatsächlich einer der Wenigen Fälle, bei denen ein Verschwörungsabenteuer funktioniert. Es funktioniert, weil die Heldinnen die Verschwörung nicht selbst entdecken (das hat Timor schon erledigt) sondern weil sie als schnelle Eingreiftruppe dorthin reist, wo die Verschwörer ihre Pläne spinnen, die Pläne aufdecken, an Timor rückmelden und zur nächsten Verschwörung weiterreisen. Timor (bzw. die Meisterin) obliegt es, die Informationen der Heldinnen zu bewerten und ins große Puzzle einzuordnen und diese den Heldinnen mitzuteilen. Damit ist auch das Abenteuer für jene Spielerinnen interessant, die nicht so auf Intrigen und Rätzel lösen stehen.

 

Karneval der Rollenspielblogs: Verschwörung – Nokramur: Eine Verschwörung in Ribukan

Ein finsterer Kult hat sich verschworen, um die Herokratie Kurotans zu vernichten und ihren Gott Nokramur eine späte Rache geben.


Der Lehre des Kultes nach ist Nokramur der Gott der wilden Bestien, der Natur und der Verformung. Er soll als lebender Gott über die Stadt geherrscht haben, die heute den Namen dessen trägt, der ihn endgültig den Gar ausgemacht hat: Kurotan.

Ja nachdem, welches Mitglied der Verschwörung man fragt, erhält man verschiedene Geschichten, bevor sie dich entweder ihrem Gott opfern oder in ihre Reihen aufnimmt. Frägt man den Ikosi, der Xhoulajambo für die Ausbildung der Reittiere des Mata Ikosi zuständig ist, wird er dir erzählen, dass Nokramur der Sohn des Janga-Rhumat. Er wird dir erzählen, dass Nokramur die Töchter und Söhne der Lath fraß. Er wird dir erzählen, dass der Fremde Krieger kam, ein Krieger ohne Namen, der Nokramur jagte und ihn in einer Stadt aus Stein erschlug, seinen Vater aber in Ketten legte. Und er wird dir erzählen, dass der Tod ihrer Kinder die Lath in den Wahnsinn trieb und der Tanz begann.

Fragst du die Schwarzkünstler der Broktar, so wird er dir erzählen, dass Nokramur einst ein großer Zauberer war, der Tiere unter seine Kontrolle zwingen und die Natur nach seinem Willen formen konnte. Er wird dir von einer Macht erzählen, die jenseits allen lag, dass bis dahin auf Rakshazar gesehen wurde. Ein Gott. Und er wird dir erzählen,wie ein Kunger Krieger aus Rntjar einst auszog, um die Heilige Stadt zu stürmen und dort Nokramur in Gestalt eines roten Basilisken zu enthaupten. Mit einer steinernen Axt, die bis vor kurzem im Schädel eines Eisgiganten steckte.

Frägt man im Lumpenviertel von Kurotan, so wird man ganz verrückte Geschichten hören. Von Rattenwesen, die im Untergrund leben und nach dem Blut der Kurotaner gieren. Von einem Händler, der seinen Reichtum dem toten Gott verdankte und ihm sein Töchterlein opfern wollte (Das Raksahazar-Abenteuer „Blutiger Tribut“ im Buch der Helden) und von Kutisten aus der Wüste, die auf der Suche nach dem Ort in der Aschewüste sind, an dem sie ihren Gott wiedererwecken wollen, um damit Kurotan zu erobern.


Der Kult im Spiel

Der Kult dient im Spiel als klassische Geheimorganisation. Helden können lokale Zirkel ausheben, nur um danach festzustellen, dass im Schatten ein Puppenspieler lauert, der seine Fäden in Kurotan genauso zieht wie in Xhoulajambo. Ziel des Kultes ist die Eroberung Kurotans, da diese Stadt dem Kult als Heilig gilt. Bisher hat vor allem der Kult des Eisenpelz Verschwörungen gegen die Herokratie und die Kirche des Kuros rechzeitig entdeckt und neutralisiert. Doch die Wölfe sind wenige und der Kult bedient sich so vieler Seelen, denen sie Macht und Reichtum versprechen. Ebenfalls ein wichtiges Ziel ist die Wiederauferstehung Nokramurs. Irgendwo in der Aschewüste soll der letzte intakte Tempel des Kultes stehen. Dort muss ein Ritual ausgeführt werden, von dem heute noch niemand weiß, wie es aussehen soll, durchgeführt werden. Der Kopf des Basilisken, der im Thronsaal des Königs hängt, scheint eine gute Parafernalia zu sein…

Karneval der Rollenspielblogs: Verschworen – Eine namenlose Verschwörung für Rakshazar

Rakshazar hat ja als Besonderheit, dass hier viele Kulturen den Namenlosen mehr oder weniger offen Verehren. Beispiele gefällig?

Die Orks (vor allem die Weißpelze des Tals der Klagen) verehren ihn als Kamesh. Bei den Sankritaren in den Stadtstaaten gibt es Namenlosenkulte, die sich als kleine okkulte Gemeinschaften tarnen. Bei den Salchkaren stehen Drachen für alles Böse, wenn man bedenkt das Pydrakor dem Gott ohne Namen diente, dann gehören auch die Phyr-sac-cor der Nagah-Kulturen hier rein. Fenthún wird von den Vaesten angebetet, auch er ist eigentlich niemand geringeres als der Namenlose höchstpersönlich. Die Trolle beten zu ihm und in der Laht kennt man den fremden Krieger, der Schuld am Tanz der Lath sein soll.

 

Eine Geheimkult möchte ich aber herausgreifen. Den habe ich schon vor Urzeiten für Rakshazar geschrieben und als Kult aller Kriegsgötter den Nagah untergeschoben. Zentrum des Kultes ist Sccri Buccan, eine kleine Festungsstadt der Nagah am Ribun, also unweit von Ribukan. Dort gibt es eine Strategonen-Schule, an der Elitekrieger ausgebildet werden (übrigens auch Schuppenlose und Marus) sowie eine Pagode des H’Shinxio, des offiziellen Kriegsgottes der Nagah. Mit ihren Göttern sind die Nagah ziemlich streng. Sie teilen die Himmlischen in drei Bereiche auf: Das wärmste Nest, dem die Hauptgötter H’Stsiva, H’Shinxio und Ssahombri zugeordnet werden, das warme Nest, in dem nützliche Götter fremder Völker leben (Suuad’Har, und der oben erwähnte Phyr-sac-cor) und das kalte Nest, dem der Namenlose und die Dämonen zugeordnet werden. Gleich neben der Pagode liegt das „Feld der Tausend Götzen“. Die vielen fremden Zöglinge der Strategonenschule brachten im Laufe der letzten Jahrhunderte ihre eigenen Kriegsgötter mit nach Sccri Buccan. Wie bei der Gründung vereinbart durften die Fremden ihren Göttern eine Stele weihen und dort Opferrituale abhalten, solange sie die Oberhoheit des H’Shinxio-Kultes anerkannten. Herrin über die gut 20 Stelen und Garant der Oberhoheit H’Shinxios ist die junge H’Shinxio-Priesterin Thin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom, die in Ribukan (und inkognito auch in Yal-Mordai) die fremden Kulte studierte.

Und genau hier ist der ideale Ankerplatz für einen Namenlosen-Geheimkult. Die Stehlen stellen meist nur grobe, abstrakte Körper da, ohne oder mit nur angedeutetem Gesicht. Und tatsächlich ist die Herrin über das Feld der Tausend Götzen eine Priesterin des Namenlosen.

hin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom (Kultistin aus Sccri Buccan)

In Yal-Mordai kam die junge Priesterin Thin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom in Kontakt mit einem Kult, der einem gesichtslosen Kriegsgott huldigte, der seinen Gläubigen Macht, Sieg und Reichtum verspricht, wenn sie ihm nur genügend unschuldiges Blut, Seelen und, als Zeichen absoluter Untergebenheit, einen Teil ihrer selbst opfern. Fasziniert von diesem Kult ließ sich die junge Nagah zur Priesterin, ja mehr noch, zur Schwertmagierin des dunklen, namenlosen Gottes weihen. Das Weiheopfer war ihre Schwanzrassel, die sie offiziell im Kampf gegen einen Blutzahn verlor. Momentan versucht die charismatische, oberflächlich zunächst freundlich erscheinende Schwertmagierin an die Spitze des Tempels aufzusteigen, um dann Sccri Buccan aus der Herrschaft Assanras herauszulösen. Mit dem Priester Fuch und dem Orkkämpen Gom hat sie bereits zwei wichtige Verbündete für ihre Pläne gefunden.

 

Der Kult ist nicht ungefährlich. Direkt neben der Pagode und unter deren Schutz macht sich da der Namenlose im warmen Nest breit, die Ideologie des Kultes wird durch die ausgebildeten Strategonen in die Armee getragen. Der eigentliche Kriegskult der Nagah ist in Gefahr, und fällt erst einmal dieser, so kann niemand mehr den Namenlosen im Reich der Nagah Paroli bieten. Strategonen, die auf Abenteuerreise gehen und später eigene Reiche gründen, tragen den Kult in die Welt hinaus.

Karneval der Rollenspielblogs: Verschworen

Die Iden des März sind grade um, also Zeit, sich mal über Verschwörungen, Geheimgesellschaften und Verschwörungstheorien zu unterhalten.

Verschworen

Ich bin ja der Meinung, dass Verschwörungen im Rollenspiel das gleiche Schicksal haben wie Detektiv-Plots: Sie sind Mist. Entweder sind die Plots zu einfach, so dass sich die Spieler fragen, warum nur sie die böse Gräfin Sinistra vom Finstermoor durchschauen und ihren Griff nach der Krone verhindern können. Oder sie sind zu undurchsichtig, dass Machiavelli seine Freude daran gehabt hätte, die Spielerinnen aber nie im Leben darauf kommen, wer den hinter dem Anschlag auf den Präsidenten steckt. Doch vielleicht irre ich mich auch und eine Verschwörung im Rollenspiel (immerhin einer der Standartplots, neben der Dämonenbeschwörung und dem Relikt im Dungeon) geht ganz einfach und ihr habt super Beispiele dafür.

Geheimgesellschaft

Meister: „So, mein lieber Troll, was braucht man für eine ordentliche Weltverschwörung?“

Troll: „Einen Bösewicht! Besser… eine Gruppe an Antagonisten! Einen Geheimbund!“

Meister: „Und wer soll dieser Geheimbund sein?“

Troll: „Die Illuminaten! Die Namenlosen! Der Vatikan! Die NWO! Die Pharmalobby! Die Homöopathen!“

Meister: „Liebe Mitblogger, kennt ihr die Puppenspieler hinter den Kulissen?“

 

Verschwörungstheorien

Also hier bin ich echt hin und hergezogen. Einerseits sind Verschwörungstheorien eine super Grundlage für Abenteuer und Filme. Iron Sky, zum Beispiel, lebt ja von der Idee, dass die Haithabu-Flugscheiben existiert haben und mit The Hollow Earth Expedition gibt es sogar ein Rollenspielsystem, dass auf dem Glauben an eine hohle Erde spielt.

Andererseits habe ich bei den meisten Verschwörungstheorien richtig Bauchweh. Da schwingt viel braune Esoterik mit. Zudem haben diese Theorien teilweise drastischere Auswirkungen als man denken konnte, wenn man das erste Mal im Internet über Typen stolpert, die glauben, Matrix (Happy Birthday, alles Gute zum 20!) sei eine Dokumentation. Die Geschichte um Pizza Gate hat ja dazu geführt, dass da einer mit ner Waffe in die Pizzeria marschiert ist, weil er gefangene Kinder retten wollte, die sich Hillary Clinton angeblich für ihre Sexspielchen bestellt habe. Von Umvolkungstheorien, Christ Church und anderen Geschichten will ich erst gar nicht reden. In jüngster Zeit gab es wegen zumindest zwei Geschichten auch bei uns Rollenspeilern für Aufregung gesorgt haben. Einmal die Idee von Midgard 1880, dass die Protokolle der Waisen von Zion echt wären. Gut, die Geschichte ist schon 24 Jahre alt… ist aber letztes Jahr zumindest auf FB nochmal hochgekocht und wurde seitenlang diskutiert. Da gab es aber auch noch die Geschichte mit Vampires V5, die sich erblödet haben, die reale Verfolgung von Homosexuellen im Kaukasus als Kabale von Vampiren darzustellen. Ging nicht so gut aus, die Geschichte. Der Verlag hat seine Eigenständigkeit eingebüßt.

Wie geht ihr mit Verschwörungstheorien um? Welche nutzt ihr? Von welchen lasst ihr die Finger? Habt ihr Spielerinnen / Meisterinnen, die im echten Leben an Chemtrails, Illuminaten, Flugscheiben oder Big Pharma anhängen? Wie geht Ihr damit um?


Mitmachen dürfen wieder alle Blogger, Podcaster, Vlogger usw. Gebt mir Bescheid, wenn ihr etwas zu diesem Thema macht. Entweder hier unten in den Kommentaren, hier im Forum oder gebt Greg, den großen Grauen bescheid, wenn er euch wieder zu seinen Experimenten abholt. Der hat nächste Woche Sprühdienst mit mir. Chemtrails… ihr wisst schon 😉

Karneval der Rollenspielblogs: Essen und des Trolls Mosterhandbuch – Mit Essen spielt man nicht!

Was kann man so aus Essen machen? Essen natürlich… oder ziemlich fiese, leckere kleine Gegner, vor allem wenn ein Schwarzmagier in der Nähe ist. Beginnen wir mit dem

 

Untoten Wildschweinbraten

„Wir schlichen uns also an das Orklager heran. Konnten schon das gelbe in ihren Augen sehen und den Sohn der Bürgermeisterin, der da an einen Baum gefesselt war. Dann sagt doch tatsächlich unser Dunkelkünstler, wir sollen uns bereithalten, er würde für Ablenkung sorgen. Dachte, der würde da so einen Dämonen reinbeschwören oder den toten Ritter wiederbeleben. Doch plötzlich sprang denen das Wildschwein vom Lagerfeuer! Ja, das gare, leckere Wildschwein und plötzlich lief das Amork im Orklager! Die Schwarzpelze haben dumm geschaut. Wir auch. Solange, dass wir fast vergessen hätten, die Geisel zu befreien. Aber denkt mal an die Möglichkeiten! Ein gebratenes Schwein, dass rumläuft und wo jeder sein Stück braten runterschneiden kann!“

Größe: 1,00 bis 1,20 Schritt lang Gewicht: 200 bis 250 Stein

MU 15 KL 6 (t) INT 10 CH 10
FF 6 GE 8 KO 13 KK 13
LeP 20 AsPKaPINI 8+1w6
VW 5 SK -2 ZK 5 GS 10 tr>

Biss und Stoß: AT 15 TP 1W6+4 RW kurz
Rammen: AT 13 TP 1W6+3 RW kurz
RS/BE: 0/0
Aktionen: 1
Vorteile/Nachteile: Herausragender Sinn (Geruch) Lichtempfindlich (wirkt, obwohl Untote gebratene Wildschweine als Untote ansonsten nicht den Zustand Schmerz erleiden können)
Sonderfertigkeiten: Zu Fall bringen (Rammen)
Talente: Einschüchtern 1 Körperbeherrschung 4 Kraftakt Selbstbeherrschung 4 Sinnesschärfe 4 Verbergen 4 Willenskraft 4
Anzahl: soviele wie gebraten werden
Größenkategorie: mittel
Beute: 100 Rationen Fleisch,Trophäe (Hauer, 5 Silbertaler), Bratenspieß und Fleischermesser.
Kampfverhalten: Untote gebratene Wildschweine reagieren schnell aggressiv. Wer sich ihnen bis auf 10 Schritt nähert, wird, so die den Befehl Wache haben, angegriffen. Dabei attackiert das Wildschwein mit seinen Hauern und seinem gesamten Körper und führt Rammangriffe aus. Erst danach geht es zum Beißen und Stoßen über.
Flucht: Untote gebratene Wildschweine kämpfen bis zum letzten Fleischstück
Magiekunde (Untote)
# QS 1: Untote gebraten Wildschweine kämpfen bis zum bitteren Ende.
# QS 2+: Wenn es der Schwarzmagier befielt, kann man von der untoten Sau ein Stück abschneiden.
Sonderregeln:
Extrem Lichtempfindlich: Ist das gebratene Wildschwein direktem Sonnenlicht ausgesetzt, erleidet er 1 SP pro KR.
Essen fassen: Der Schwarzmagier kann vom Wildschwein Fleisch abschneiden. Wenn der dies Tut, verliert das gebraten Wildschwein für je 5 Rationen Fleisch einen LP. Das Fleisch schmeckt übrigens köstlich!
Empfindlich gegen Hiebwaffen und Zweihandhiebwaffen: Hiebwaffen und Zweihandhiebwaffen richten doppelte SP an. Totengöttern und der Travina geweihte Waffen richten in diesem Fall vierfachen Schaden an (statt nur den doppelten).
Untoten-Regeln: Für untote gebratene Wildschweine gelten die allgemeinen Untoten-Regeln.

 

Und weiter geht’s mit einem Golem, der nur aus Speisen besteht.

Golem aus Essen

„Das war die Chance. Wir wollten den Granden beim Bankett erledigen und als Diener getarnt konnten wir ganz nah an ihn ran. Und das Messer konnten wir auch ganz locker ranbringen. Alles lief wie am Schnürchen… bis plötzlich das Essen auf meiner Platte lebendig wurde und mich angegriffen hat! Ich weiß heute noch nicjht, ob ich über das Ding lachen oder weinen soll. Der Körper war der Kapaun, den ich servieren sollte. Der Kopf war eine Birne, die da auf der Platte als Dekoration rumlag. Das Tranchiermesser fest am rechten Flügel griff es mich an…“

MU 18 KL 7 IN 11 CH 11 FF 11 GE 12 KO 10 KK 10
LeP 15 AsP KaP INI 11+1W6
AW 6 SK 4 ZK 4 GS 4
Tranchiermesser: AT 11 PA 9 TP 1W6+1 RW mittel
RS/BE: 0/0
Sonderfertigkeiten: Präziser Stich II
Vorteile/Nachteile: keine
Erschaffungsschwierigkeit: +/–0
Talente: Einschüchtern 2, Körperbeherrschung 4, Kraftakt 3, Selbstbeherrschung 18, Sinnesschärfe 3, Verbergen 6, Willenskraft 8
Kampfverhalten: greift ohne große Taktik den erstbesten Gegner an
Flucht: flieht nicht
Schmerz +1 bei: empfindet keinen Schmerz
Sonderregeln:
Immunität gegen Merkmal Verwandlung: Der Golem aus Essen ist
immun gegen Zauber mit dem Merkmal Verwandlung.
Golem-Regeln: Für Golem aus Essen gelten die allgemeinen
Golem-Regeln.

Update 27.01.2017: blut_und_glas hat für Beutelschneider den untoten Wildschweinbraten umgesetzt. Hier gehts lang.