Schlagwort-Archive: RPG-Karneval

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Vom Tanze und seinen rollenspielerischen Möglichkeiten

Warum ist Enrico davon überzeugt, dass die Gruppe für den Ausflug ins Spinnenverseuchte Schloss dringend einen Barden braucht?
Keine Ideen?

Na wegen der Trarantella!

Ok, ich gebs zu, der Gedankenpfad ist nicht leicht zu wandeln, aber genau das ist so ein Informationsfetzen, der bei mir Tagträume (und Ohrwürmer) hervorgerufen hat, die mich seit einer Woche nicht mehr loslassen. Schuld ist in diesem Fall der Deutschlandfunk, der Samstags um 10 die Sendung Klassik-Pop-et cetera sendet. Darin werden bekannte Regisseurinnen, Musikerinnen und Dirigentinnen gebeten eine Stunde lang Programm zu machen. Ich hör den Sender immer, wenn ich meine Mädels zu Karate fahre. Vor ein paar Wochen wurde da eine Tarantella gespielt und darauf hingewiesen, dass diese Musik- und Tanzrichtung lange Zeit als Heilmittel gegen den Biss einer Tarantel galt.
Zack, Kopfkino! Ich wollte ja schon seit einiger Zeit einen Bestiariumseintrag für Riesenspinnen machen, und darum hat diese Information bei mir Bilder von Tanzenden Heldinnen neben den Kadavern von Riesenspinnen hervorgerufen.
Und jetzt bin ich Arschloch: Eine Tarantella kennt jeder on euch, nämlich die Tarantella Neapoletana. Ich brauch nur ein paar Worte zu tippen und ihr habt die nächsten 10 Minuten einen Ohrwurm.

Pizza, Pasta, Pizza Pasta….

You are welcome!

Eine Tarantella ist ein klassisches, süditalienisches Volkslied bzw. Volkstanz. Der Tanz scheint noch aus der Zeit Roms zu stammen, von Dionisus oder Diana-Kulten. Erstmals schriftlich erfasst wurde die Tarantella 1630 dann das jesuitische, deutsche Genie Athanasius Kircher.
Die Idee hinter der Tarantella war ja, dass die Leute glaubten, dass der Biss einer Tarantel schmerzhafte Muskelkontraktionen und sogar den Tod hervorrufen konnten. Um den Gebissenen zu heilen, musste er tanzen. Und weils sich allein so schlecht tanzt, muss das ganze Dorf gleich mittanzen. Durch den flotten Tanz (6/8 bis zu 12/8 Rhythmus) soll der Körper das Gift ausschwitzen, bevor es Schaden anrichten konnte.

[…] e trovammo il misero contadino oppresso da difficile respirazione, ed osservammo inoltre, che la faccia, e le mani erano incominciate a divenir nere. E perchè il suo male era a tutti noto, si portò la Chitarra, la cui armonìa subito, che da lui fu intesa, cominciò a mover prima li piedi, poco dipoi le gambe. Si reggeva appresso sulle ginocchia. Indi a poco intervallo s’alzò passenggiando. Finalmente fra lo spazio di un quarto d’ora saltava si, che si sollevava ben tre palmi da terra. Sospirava, ma con empito sì grande, che portava terrore a‘ circostanti; e prima d’un’ora se gli tolse il nero dalle mani, e dal viso, riacquistando il suo natio colore.

Übersetzung:
[…] and we found the poor peasant oppressed with difficult breathing, and we observed also that the face and hands had started to be become black. And ‚cause his illness was known to all, a guitar was brought, whose harmony immediately that he was understood, began first moving the feet, legs shortly afterwards. He stood on his knees. Soon after an interval he arose swaying. Finally, in the space of a quarter of an hour he was leaping, nearly three palms from the ground. Sighed, but with such great impetus, that it terrorised bystanders, and before an hour, the black was gone from his hands and face, and he regained his native colour
Cancellieri, Francesco (1817). Lettera sopra il Tarantismo, l’aria di Roma, e della sua campagna. Seite 11

Mal abgesehen, dass Spinnen den Menschen äußerst selten beißen, hatten die auch die völlig falsche Spinne im Verdacht. Nicht die Tarantel war so giftig, dass sie auch den Menschen schaden konnte, sondern die Schwarze Witwe. Nun, Sei es drum, jedenfalls tauchte die Tarantella ab dem 17. Jhdt. immer wieder in Heilkundebüchern auf und ab den 19. Jhdt. beschäftigten sich auch Schubert, Rossini, Listz und Strauß (der Sohn) mit der Tarantella. Heck, die italienisch Nationalhymne ist eigentlich eine Tarantella!

Und im Rollenspiel?

Das naheliegendste ist natürlich ein neues Zauberlied für den Barden. Ein mächtiger Zauber, der das Gift aus dem Blut treibt. Doch wo steht der Zauber bzw. wie erlernt ihn der Barde?
Vielleicht tatsächlich aus einem Buch für Heilkunde. So ein Buch wäre dann vollgestopft mit Rezepten für Heiltränken, anatomischen Zeichnungen, Bastelanleitungen für Amulette, eine seitenlange Abhandlung über den Nutzen von Biebergeil und Noten für ein, zwei Tarantellas.
Vielleicht aus einem Notenbuch, in dem nicht nur Tarantellas, sondern auch Melodien alla Erich Zann. Wer also unbedarft die Musikstücke spielt, der findet sich plötzlich Aug in Aug mit einem anderweltlichen Schrecken wieder, eventuell einem Spinnendämon, gegen dessen Biss nur eine Tarantella hilft.

Vielleicht ist in dem Notenbuch aber auch eine revolutionäre Idee wie die Zwölftontechnik versteckt, und ein bekannter Musikkritiker / Komponist ist auf der Jagd nach dem Buch, um es zu zerstören.

Der Barde könnte natürlich auch den Tanz von anderen Barden lernen. Vielleicht gibt es eine Bardenschule, die aus einigen Bardinnen am Dorfbrunnen besteht. Die muss man erst mal überzeugen, dass sie der Heldenbardin eine Tarantella beibringen. Mögliche Questen könnten sein, dass ein aufdringlicher Verehrer zur Räson gebracht werden soll, Plakate für ein Konzert verteilt, Ordnungshüter bestochen, Musikinstrumente einem Leihhaus auslösen (oder stehlen), einen Liebhaber entführen o.ä. und natürlich Vorgespielt werden muss. Gabs da nicht in Monkey Island III ein berühmtes Banjoduell?

Vielleicht findet ja nicht die Gruppenbardin das Büchlein, sondern ein anderer magiebegabter Charakter. Zeit, über Multiclassing nachzudenken…

Karneval der Rollenbspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Yimrheim

Von draust vom Walde komm ich her,

ich muss euch sagen, mich frieret gar sehr…

So, als kleines Geschenk vom Nikolaus, hier mein Abenteuersetting Yimrheim für Beutelschneider. Dieses Bild hier war der Ausgagngspunkt für mein Kopfkino. Für Beutelschneider wollte ich schon lange was schreiben, da ich das System richtig, richtig genial finde.

In Yrmirheim geht es um eine Stadt in einem antarktischen Süden, die, wie die grüne Oase, die sie umgibt, auf dem Rücken eines Riesen liegt. Zwerge habe ich auch drin. allerdings als feiste Maden, basierend auf dem isländischen Skalden Snorri.

Es gibt hier auch eine Regelerweiterung für die Seefahrt in Beutelschneider. Vieleicht Ausgangspunkt für ein Piratensetting?

Viel Spaß mit Yimrheim!

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume

Freitagabend. In wenigen Minuten beginnt der Samstag. Die Session dauert nun schon fünf Stunden und beginnt ihren Tribut zu zollen. Enrico ist vor ein paar Minuten weggedöst, Marie und Julianne sind noch wach, Ali gönnt sich noch einen Schluck aus der Buddle.

Gespielt wird Pathfinder, Hausregeln, eine eigene Kampagne. Im Auftrag eines Kind-Königs sollen sie das Land befrieden. Der Herzog, der zugleich der Onkel des Königs ist, hat ihnen eine Reihe an Problemen geschildert. Die Gruppe hat sich dazu entschlossen, als erstes einmal die Burg m Adlerpass von Riesenspinnen zu säubern.

DM: „Der Herzog gesteht euch noch zwei Mietlinge zu, die ihr frei wählen dürft. Ich hab da mal ein paar vorbereitet, wählt aus, dann spielen wir noch kurz die Anreise und lassens für heute gut sein.“

Plötzlich spring Enrico auf, sein Stuhl fällt polternd um: „Barden! Wir brauchen einen Barden!“
Verständnislos blicken vier Augenpaare auf Enrico. Lauter fragende Gesichter…

 

Eine Frage an euch: Warum hat Enrico recht und die Gruppe braucht dringend einen Barden? Laßt euer Kopfkino mal laufen und postet eure Idee hier in die Kommentare. Auflösung kommt dann nächste Woche.

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino – Ein Hoch auf unsre Illustratorin, Illustratorin, Illustratorin…

„Wobei Feedback… Ich freue mich ja auf den Tag, wo die Illustrationen tatsächlich in einer Rezi oder einem Kommentar erwähnt werden sollten… le sigh“ Kirsten Schwabe

Kirsten hat da vollkommen recht, zumindest was meine Rezensionen (und, soweit ich gelesen habe, auch einiger anderer Blogger), angeht. Gern lassen wir uns über Satz und Layout aus (meist aber auch negativ alla „Textwüste!!“ „Voller Rechtschreinbfehlen !eins11!“) oder über den Inhalt des zu rezensierenden Textes. Wir reden über Regelmechaniken und Plottöcher, Sandkästen und Schienen. Wir reden so gut wie nicht über die exzellente Arbeit der Illustratorinnen, die die wirren Texte, die wir Schreiberlinge mit Bildern illustrieren sollen, Textwüsten zerreißen oder, ganz simpel aber brutal schwer, dem Büchlein/Fanzine/whatever ein ansprechendes Cover bescheren. Da lebt auch der Norddeutsche nach dem urbayrischen Motto „net gschimpft is globt gnua“. Dabei sind gerade die Illus die Dinge, an denen unser Auge hängen bleibt, die zur Kaufentscheidung beitragen und das Kopfkino anregen.

Heut möchte ich mal die Gelegenheit ergreifen und mir mal ein paar Illustratorinnen rausgreifen und, soweit das mein beschränkter Kunstsinn / Kunstwissen zulässt, besprechen. Gleich vorweg: Die Rezension ist alles andere als objektiv, da ich die Illustratorinnen kenne und mit ihnen in Projekten zusammenarbeite bzw. zusammengearbeitet habe.

Schnappen wir uns doch als erstes die oben zitierte Kirsten Schwabe. Wer immer ein Memoria Myrana Heftchen (bzw. PDFchen) gelesen hat, ist schon über ihre Zeichnungen gestolpert. Um ihre Arbeit rezensieren zu können, hab ich mich genauer mit ihrer derivantart-Seite auseinandergesetzt. Da sind nicht nur Bilder aus den Memoria Myrana drin, bei der sie seit Ausgabe 21 mitwirkt. Auch viele Portraitbilder und Tuschezeichnungen, die nichts mit Fantasy zu tun haben, lassen sich dort finden.

Meine Favoriten sind aber eindeutig die Tierwesenzeichnungen. Dieses Fell! Laut Kirsten waren vor allem die Felle zu Tusche und Bleistiftzeiten richtig fuchsig, für die farbigen Illustrationen nutzt sie spezielle Photoshop-Pinsel. Bestaunen kann man dies besonders gut bei diesem Ocipardir. Zoomt mal auf die Ohren!

Zwei weitere Bilder will ich noch genauer herausnehmen. Zum Einen die Nagarusha, die zusammen mit dem Ocipadir in der aktuellen MM 51 drin ist. Wer meinen Blog liest, der weiß ja welch besonderes Verhältnis ich zu diesen Scheiß echsenwesen habe. Mir geht’s wahrscheinlich so wie dem Protagonisten in Schatten über Innsmouth. Eines Tages wird ich aufwachen und einen Echsenmenschen erstellen…

Nunja, zurück zum Thema. Nagah, also die Fantasy-Verbindung zwischen Mensch und Schange, die gibt es in vielen Rollenspielen. Auch bei uns in Rakshazar haben wir Nagah. Damals gabs eine riesige Kontroverse, wie wohl die Dinger aussehen sollen. Schuppenloser Oberkörper mit Haren? Reptilienoberkörper ohne Haare. Busen? Warum brauchen eierlegendes Wesen, das ganz klar Reptil und kein Säuger ist, einen Busen und wenn ja, mit oder ohne Nippel? Wir haben uns damals darauf geeinigt, dass die rakshazarischen weiblichen Nagah keinen Busen haben.

Die myranischen Nagarusha haben, laut Kirstens Bild und dem dazugehörigen Text, Busen. Was Sinn macht, wie sie ihre aus den Eiern geschlüpften Jungen säugen. Und Federn, die ich an einem Schlangenwesen besonders stylisch finde. Ich hab auch im Magazin nachgelesen, bei der Generierung gabs auch noch die Möglichkeit von Hörnchen über den Augen und Kobra-Hals.

Zum Anderen möchte ich auf ein Bild verweisen, das für so Kunst-Analphabeten wie mich interessant ist, von dem ich gerne wieder ein Update hätte und das jeder Künstler machen sollte. Draw this again: Tonks zeigt Tonks aus der Harry- Potter-Serie im Manga-Stile von 2004 und dann nochmal 2012. An diesem Stück sieht man toll den Fortschritt, den Kirsten gemacht hat.


Fazit: Kirsten Schwabe ist eine wirklich gute Zeichnerin (und auch Autorin, aber darum geht’s hier jetzt nicht), die hervorragend zeichnen kann. Felle! Ich hab noch keine solche Felle gesehen! Also insgesamt Daumen nach oben.

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume – Ein Blick in den Vorführraum

Mal sehen, was ich bisher alles unter dem Aspekt Kopfkino gemacht habe…

Ich habe letztes Jahr auf das Modern Male Witch Project verlinkt. Mir gefallen diese modernem Hexer ziemlich gut. Androgyn, mystisch, sexy, modern. Tolle Kombination und ein Garant für Kopfkino. Ich finde mich auf jeden Fall in diesem Hexer wieder:

Wie? Nichts okkultes in diesem Bild entdeckt? Schaut mal auf den Schreibtisch neben dem Handy oder hinten an die Wand beim Fenster oder in den Papierkorb oder auf den Zaubertrank am Fenster… Das ist auch etwas, was ich im Harry-Potter-Universum schmerzlich Vermisse: Mindestens die Hälfte der Zauberer und Hexen sind ja Halbblüter. Bis zum 11. Lebensjahr haben die ja ganz normal in der Welt der Muggels gelebt und hatten Kontakt mit Smartphone, Internet und ab 2001 mit Wikipedia. Dass da noch keiner auf die Idee gekommen ist, sein Muggelgeschwisterchen um ein Zauberbuchwiki zu bitten? Oder ein Notebook mit persönlichen Notizen mit sich herumschleppt? Funktioniert elektronische Technik in Hogwarts nicht und wen ja, warum? Keine Steckdosen? Dan zaubere ich mir halt welche! Kein WLan? Dan zauber ich mir eines! Wie würde sich Hogwarts verändern, wenn die (digitale) Technik Einzug hielte?

 

Mein nächstes Kopfkino war das Bild eines korsischen Klappmessers. Der Spruch darauf – mögen alle deine Wunden tödlich sein – der war es, der bei mir eine Assoziationskette ausgelöst hat.

 

Kopfkino kann zu einem Produkt führen. Dankbare Quelle ist hierfür dungeoninspiration. Dort stieß ich im August letzten Jahres auf dieses Bild

das mich dann zu diesem One Sheld inspirierte: Die Ruine von Yal Qadhifa

Ein anderes Bild, diesmal von Meanwhile back in the Dungeon, inspirierte mich für das Beutelschneider-Settin Yimrheim. Das  und  God of War IV und die nordische Mythologie. Das Setting ist soweit fertig und ich werde es diesen Monat noch veröffentlichen.

Grundsätzlich ist Kopfkino (vor allem visuelles Kopfkino) schuld an so ziemlich jeden Abenteuer, das ich bisher geschrieben habe.

  • Die Augen der Lath =>  Dedective Dee und Asterix erobert Rom
  • Tore im Eis => auch ein Bild auf MbitD
  • Ingerims Fluch => Dino-Riders
  • Die Axt des Kuros => Attak on Titan, Futurama (Parasites Lost)
  • Gefangen in den Nebelauen => die Odyssee, Sindbad-Verfilmungen mit Harryhausen
  • König der Huren => Mulin Rouge (der Film und vor allem der Titelsong), das Antanzen, Geld werfen auf Tänzerinnen

Noch habe ich diesen visuellen Input nicht in ein Abenteuer umgesetzt, aber ich könnte mir da eine Namenlosen-Priesterin vorstellen… bösartig, verschlagen, sexy (auf eine kinky Art und Weise).

Natürlich höre ich auch gerne Musik. Momentan sind Heilung mein Favorit. Die Waldhexe in Yimrheim entstand aus einem Kopfkino, das ich nach dem Song Fylgija Ear hatte.

Ich finde die Band gerade so richtig genial. Also so richtig genial. Pagan-Folk vom Feinsten!

So, das war ein kleiner Einblick in den Vorführraum meines Gehirns. Ich hoffe, die Führung hat gefallen 🙂

 

Karneval der Rollenspielblogs: Kopfkino und Tagträume

Kennt ihr das auch? Da surft man irgendwo im Netz rum, stolpert über ein nettes Bildchen oder eine interessante Nachricht und… ZACK!… da geht das Kopfkino los und lässt einen nicht mehr raus aus seinen Fängen.

Genau mit dem Thema Kopfkino und den daraus resultierenden Tagträumen will ich mich gemeinsam mit euch auseinandersetzen.

Was hat bei euch in letzter Zeit Kopfkino ausgelöst? Ein Film? Ein Buch? Die Hörspielversion von „Die Berge des Wahnsinns“? Oder eine Begebenheit im Alltag? Das hängt auch mit dem Stimmungs-Karneval zusammen, da ich glaube, dass vor allem Musikuntermalungen im Rollenspiel (wenn sie denn richtig eingesetzt werden) Kopfkino auslösen können. Lasst mir eine Rezension zu eurem letzten Kopfkino da. Habt ihr schon mal euer Kopfkino ins Rollenspiel übertragen? Ich persönlich kann gar nicht anders, als solche Einfälle weiterspinnen und dann irgendwo niederschreiben, sei es Als Abenteuer oder als Eintrag in den Blogpapierkorb. Ich würde sonst verrückt werden!

 

Was war euer schönster Rollenspiel-Tagtraum? Träumt ihr denn vom Rollenspielen bzw. von euren Chars?

Hatten eure Chars schon mal im Spiel Tagträume? Welche und wie wirkte sich das auf das Spiel aus? Sind Tagträume das gleiche wie Visionen und wie gelangt man noch mal gleich in dem Traumlande? Gibt es Monster und Bedrohungen, die auch Tags über in Träume eindringen können und nach alter Freddy Krüger Manier die Chars terrorisieren? Sind Tagträume gar gefährlicher als Träume in der Nacht, wo Teddy und Traumfänger oder das gute alte „Bevor ich mich zur Ruh begeb…“ vor den schlimmsten Alpträumen schützt?

Wenn Trigger ein positives, kreatives Kopfkino auslöst, wie verhält es sich dann mit Traumata, die eigentlich nichts anderes als negatives Kopfkino ist? Hattet ihr schon mal Chars mit Trauma und wie habt ihr das ausgespielt?

Ihr seht schon: Dieser Monat bietet ein weeeeeeites Feld und ich freue mich schon auf eure Beiträge!

Karneval der Rollenspielblogs: Das Böse, das Böööööööse!

„Ab und zu kann aber etwas Abgrundtiefböses, ohne wenn und aber, wie ein Dämon oder so, wunderbar erfrischend klar sein,…“

Kommentar von rorschachhamster

Wir leben in einem Zeitalter, das vom Schwarz-Weiß-Denken abgekommen ist und die Grautöne des Lebens anerkannt und schätzen gelernt hat. Vor ein paar Jahren war es en vogue, Diebe, Sträuner. zwielichtige Händler oder Söldner zu spielen und eben nicht mehr den strahlenden Paladin. Die deutlichste Ausprägung der grauen Welle war, im Bereich DSA, die Neudefinierung der Orks () und Goblins (). Plötzlich waren die Orks eben nicht mehr die Mordbrenner und die Goblins nicht nervige, kleine Straßenräuber, sondern plötzlich kulturschaffende Rassen. Mit bestimmten Motiven. Und einem Leben neben dem Hauptjob Handlanger des Bösen. Die Änderung hatte drei Auswirkungen auf das Rollenspiel:

  1. Die Spieler sehen die Orks und Goblins nicht mehr zwingend als böse Monster an. Wer eine Kultur hat, der agiert im Rahmen der Kultur. Wenn ich als Spieler diese Kultur verstehe, verstehe ich auch, wieso jemand auf eine bestimmte weise handeln muss. Wenn ich verstehe, wieso ein bestimmtes Wesen so und nicht anders handelt, kann ich meine Handlungen so anpassen, das wir Konflikte (relativ) friedlich lösen. Plötzlich wollten alle meine Helden mit den Goblinstraßenräubern verhandeln. Hier, ein paar Groschen und eine Axt für euch und nun haut ab, wir sind euch sowieso überlegen.
  2. Es gab Spieler, die dann gerne Ork oder Goblin spielen wollten (was ich toll finde, mich aber als Meister in den Abenteuern sehr herausfordert, diese Außenseiter in die Spielwelt einzubinden).
  3. Dadurch verloren die Orks und Goblins als typische Handlanger des Bösen an potential und tauchten nicht mehr so häufig auf.

Die OSR entstand, meiner Meinung nach, nicht nur aus dem Wunsch, regelleichte Spielsysteme zu haben, sondern auch aus den Verlangen, mal wieder so richtig durch die Horde Goblins zu metzeln, ohne sich um den kleinen Glup Gedanken zu machen, der hier seinen Vater, den besten Jäger der Sippe, verliert.


Dämonen, Chtullu und andere Überwesen als Böses haben durchaus ihren Reiz, vor allem weil die richtig böse sein können, ohne einen triftigen Grund. Es liegt halt in der Natur der Dämonen. Mein bester Spielleitermoment war, als ein Magier versucht hat, einen niederen Dämon auf einen Erzdämon zu hetzten, der niedere Dämon den Big Boss grüßte und mit ihm einen Smalltalk +ber die Hölle begann. Der Spieler, ein ziemlich extrovertierter, lauter Spieler, wurde ganz still, blätterte durch alle Magiebücher, stapelte die dann im rechten Winkel an der Tischkante, schaute in die Runde und ließ ein „Wir sind gefickt“ in die Runde. Ich habe den Spieler nie zuvor und nie wieder danach so verstört gesehen. Der Nachteil an den Überwesen ist, dass sie oft einen Beschwörer braucht, um sie in die Spielwelt zu holen. Dämonen, die einfach so auftauchen, sind eindeutig Cosmic Horror.


Ich habe hier jetzt vor allem über die Handlanger des Bösen geschrieben. Das hat einen guten Grund. Ich bin immer noch der Meinung, dass der Endgegner, der Oberbösewicht, nicht nur Böse um des Bösen willen sind, sondern eine klare Motivation haben. Auch der Weltenvernichte-Magier, der den Dämon des Weltunterganges beschwört, braucht einen guten Grund, warum er die Welt zerstören will.