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Karneval der Rollenspielblogs: Stadt-Land-Dungeon: Meine persönlichen Favoriten

Es wird an der Zeit, mal meine persönlichen Top-Abenteuer vorzustellen, die sich grob in das Raster Stadt-Land-Dungeon einteilen lassen. Beginnen wir mit…

Stadt

  • Die Herren von Chorhop: Ich fand es sehr erfrischend, in diesem Abenteuer die Rolle von Ordnungskräften zu Übernehmen und eine Stadt am Laufen zu halten. Oft genug sind ja die Helden auf der anderen Seite unterwegs. Der Staatsbesuch aus Al’Anfa am Ende rundet das Abenteuer ab.
  • Rabenblut: Noch so ein Abenteuer aus dem Tiefen Süden. Hier mochte ich das Fraktions-Interaktions-System, das ich prompt für Gefangen in den Nebelauen… geliehen habe. Mein Highlight: Zornbrechts versuch einer feindlichen Übernahme des Helden_innen-Anwesens.
  • Die wandelnde Stadt: Klar, die Stadt wandelt durch die Wildnis Rakshazars, aber die Helden_innen leben die meiste Zeit in den Zelten der Stadt und versuchen, den Machtkampf zweier fanatischer Gruppen zu überleben. Von meinem Kumpel, dem Riesländer. Check it Out!
  • Tödlicher Wein: Havena, ganz früh in der Geschichte des Rollenspiels DSA. Meiner Meinung nach funktioniert das Abenteuer am besten mit einer moralisch fragwürdigen Gruppe, die werden am Ende den jugendlichen Drogenpantscher wohl nicht an die Obrigkeit ausliefern.
  • Schatten über Riva : Was habe ich als Jugendlicher nicht Zeit in dieser Stadt verbracht. Ich kannte jede Gasse, Jedes dreckige Geheimnis. Ich watete durch die Kanalisation, kämpfte gegen necromantische, Hestehot beschwörende Druiden, gegen Orks und Larven… und war etwas enttäuscht, dass in der Riva-Karte der Orkland-Box das Hohlberker-Viertel keine Rolle mehr spielte. Was ist denn nochmal aus der Bevölkerung geworden?

Land

  •  Tore im Eis / Ingerimms Rache: Ja, ich gebe es zu, als Autor bin ich hier befangen. Hier steckt halt mein Herzblut drin.
  •  Wildermark-Kampagne: Kriegskampagnen gehören für mich zum Thema Land. Und diese Kampage gehört für mich zu den besten, weil abwechslungsreichsten Kampagnen.Und weil man da geradewegs in die Hölle gehen kann… im wahrsten Sinn des Wortes 🙂
  • In Liskas Fängen: DAS perfekte Wildnis-Abenteuer. Nur das Ende fand ich doof. Ich Darf den Schatzhort des Riesenlindwurms nicht bis zur letzten Dukate plündern weil sonst der Hausherr kommt und mein Helden_innenleben beendet? MEISTERWILLKUR!
  • Das Lied des Lor: Mal ein Abenteuer aus Myranor. Die Helden_innen verhindern durch ihr Handeln, dass ein Feenwesen aufhört, ihr Liedlein zu spielen und… ach, ich hätte eine Spoilerwarnung vorwegschicken sollen? Na, egal. Der Hauptdarsteller des Abenteuers ist das Land am Lor, dass die Helden hier bereisen. Toll!
  • Unsterbliche Gier / Bastubuns Bann: Ich gehöre ja zu der erlesenen Elite, die die 7G noch im Original, in DSA3 gezockt haben. Zwei Bände sind mir dabei im Gedächtnis geblieben: Unsterbliche Gier, in dem sich die Helden_innen als Vampirjäger betätigen (mit einem Goblin-Vampir als Gegner) und Bastrubuns Bann, in dem man die Tulamidenlande bereist, um hinweise auf einen Uralten Echsenbannfluch zu finden.

Dungeon

Im Unterschied zu Stadt und Land tauchen hier gleich drei Abenteuer auf, die nichts mit DSA, Myranor oder Rakshazar zu tun haben.

  • Iron Gods (Pathfinder), vor allem Fires Of Creation und The Divinity Drive halte ich für eine Offenbarung, wenn es um die Vereinbarkeit von Laser und Morgenstern geht. Im Blog hab ich dem Ganzen hier eine ganze Reihe gewidmet.
  • Ravenloft: Auf dieses Abenteuer hat mich Tagschatten gebracht. Ich habe zwar selber noch kein D&D gespielt, aber das einmalige an diesem Dungeoncrawler fällt ins Auge. Gleich am Anfang legt eine Wahrsagerin den Helden_innen die Karten und verrät, wo sich die Waffe gegen den Endboss, den Erzobervampir, finden lässt. Und dann geht es hinein ins Schloss… bereitete euch auf einen Guppen-Wipe-Out vor. Der passiert.. oft!
  • Last but not least:Die Hütte im Sumpf (Splittermond). Ist ein Dorf im Sumpf ein Dungeon? Ja, wenn dieses Dorf in einem Bild existiert, in Zonen unterteilt ist, in denen die Geschichte bei verlassen neu gestartet wird und die Helden_innen drei Herzen zerstören müssen, um wieder aus dem Bild voll blutrünstiger Dörfler, untoten Mädchen und Kleksmoster zu entfliehen… Habe ich schon erwähnt, dass das eigentlich eine Rettungsmision sein soll? Das Abenteuer ist zwar ein Fan-Abenteuer, aber eines von hoher Qualität.

Kommen wir nun zu den aventurischen Vertretern des gepflegten Dungeoncrawls.

  • Der Krieg der Magier: Der Dungeon war eigentlich nicht besonders schwer. Der Reiz des Dungeons war es vielmehr, mal MTV-Crips beim größten aventurischen Schwarzmagier aller Zeiten zu spielen und zu sehen, was Bombarad so alles in seiner Hütte hat. Unser Gruppenmagier damals war grün vor Neid!
  • Unheil über Arivor: Das erste Abenteuer hier in der Aufzählung, dass nach DSA5-Regeln geschrieben wurde. Nicht, dass die anderen Abenteuer nicht ebenfalls tolle Dungeons hätten, nein, ich habe dieses gewählt, weil ich Avior liebte und nun eine Stadt in Trümmern und voller verschütteter, durch den gefallenen Stern freigelegter,Dungeons habe. Mein Highlight: Der Dungeon unter dem Theater mit dem Kor-Tempel.

 

Natürlich ist die Aufzählung rein subjektiv. Aber ich würde mich freuen, Eure Meinung und Eure Best-Of zu lesen.

Sternenfall III

Teil Zwei der Geschichte:
Der Überfall kurz vor Sonnenuntergang kam unerwartet und er war schnell und brutal. Die Wachen hatten nicht einmal Zeit, ihre Schädelbrecher zu ziehen, bevor die Quitax, riesige fleischfressende Laufvögel, ihnen den Kopf abrissen. Die Sänftenträger flohen in den Dschungel oder fielen unter den Schwertkeulen. Ihre Schwestern starben den schrecklichsten Tod. Sie wurden in den letzten Strahlen der Sonne aus ihren Sänften gezerrt und gingen sofort in Flammen auf. Wären nicht der Mensch und der Nagahzauberer aus dem Wald über dem Gebirgspfad hervorgebrochen und  hätten mit Magie und Metall vier Reiter in die Hölle geschickt, dann währe sie die nächste lebende Fackel gewesen. Nur einer entkam. Nach Sonnenuntergang schickte sie den Nagah und den Menschen zu ihren Göttern. Der Zauberer war so überrascht, er konnte nicht einmal schreien. Dem Menschen riss sie die Beine aus und schlitzte ihn mit seinem eigenen Schert den Bauch auf.

Oh großer Kriegsgott, der Du ohne Gesicht bist, denn niemand ist würdig, in seiner letzten Stunde dein Gesicht zu sehen und der Du ohne Namen bist, denn du hast viele Namen, und dein Name ist Herrschaft und Krieg, gib mir Kraft! Lass mich hier nicht verrecken! Nicht im Ipexco-Dschungel, nicht weil wir einer bedrängten Frau in Not geholfen haben, nicht wegen eines verdammten Steins, der vom Himmel fiel! Langsam kroch Hamed weiter, bei jeder Bewegung spritzte das Blut aus den Stümpfen seiner Beine, quoll seine Gedärme hervor. Dann jedoch erhörte ihn sein Gott und der Wunsch nach Rache und der Hass ließen ihn weiterleben, auch als sein Herz zu schlagen aufhörte.

Thin’Chha Angankor Zaatzt Chr hatte alles von einen Baum aus beobachtet. Den Angriff auf die Ipexco, die Vampirin, die den Strategonen und seine Meisterin tötete, die Verwandlung des Strategonen in ein tötliches, gefährliches Wesen. Nun lag es an ihm, den Meteor zu finden…
Ene meine mäste, was raschelt im Geäste? Ein Dämonenefrosch queck, queck, queck, und du bist weg! Der Abzählreim war das letzte, was dem Sirdak durch den Kopf schoß, bevor ihn die Dämonenkröte verschluckte.

Sternenfall II

Und weiter gehts mit Geschichten rund um den Sternenfall in Rakshazar:

Der Priester betrat den kleinen Saal der Garnison. Die Quitax-Reiter des Bel-Quiratl blickten erwartungsvoll auf den mit Narben überzogenen, in Alligatorenleder gehüllten Priester.

„Vor fünf Nächten fiel ein Stern vom Himmel. Tízoc Quetzerú, Du und deine Reiter werden nach Osten reiten und das Herz des Sterns finden und zu mir bringen. Reitet  über das Gebirge zum großen Fluss. Dort müsste das Herz zu finden sein.“ „Ihr habt den Rabuun gehört, Männer. Bereitet euch vor und deckt euch mit genug Proviant für euch und die Vögel ein. Wir werden unterwegs nicht zum Jagen anhalten!“ Lachend, prahlend und voll Vorfreude auf die Expedition verließen die Männer den Saal und gingen zu den Vogelställen hinüber.

„Meister,“ fragte Tízoc nachdem seine Männer den Raum verlassen hatten, „ was hast Du mit dem Herz des Sternes vor?“ „Das Herz besteht aus Metal. Wir werden daraus Pfeilspitzen gießen, die alle Rüstungen dieser Welt durchdringen! Wir werden dann ausziehen und alle Feinde Bel-Quiratls in ihrem eigenen Blut ertränken. Das wird das größte Schlachten aller Zeiten werden!“ „Aber Rabuun, ist es uns Kindern Sumacoatls nicht verboten, Metall zu verarbeiten?“ „Ja und nein. Uns ist es verboten, Erz aus der Erde zu schürfen und zu verhütten, ja. Aber dieses Metall stammt nicht aus der Erde…“

„Ein Stern viel vom Himmel. Ein Zeichen. Geht und findet den Stern, im Osten, jenseits der Maruberge. Nimm deine beiden Schwestern, drei Sänften und die Träger sowie fünf unserer Tempelkrieger.  Bringt mir den Stern und lasst ihn nicht in die Hände unserer Feinde fallen!“

So sprach vor wenigen Tagen die höchste Priesterin Mar´bitlo zu mir. Mit zwei Priesterinnen verließ ich noch in derselben Nacht Mitlaxal in Richtung Osten. Tagsüber saßen wir in unseren Sänften, sicher geschützt vor den Strahlen der Sonne hinter dickem, dunklem Stoff und ließen uns tragen. Nachts marschierten wir neben unseren Dienern her, um ihnen Mut zu machen und sie anzutreiben. Drei Stunden wandern, eine Stunde rasten, bis wir die Mauern der Blutsäuferstadt Kamilinaxo sahen…

Die Suuad’Har-Priesterin goss den heißen Tee in eine Schale und reichte sie dem jungen Sirdak. Dann fuhr sie fort: „Die ganze Schöpfung scheint in Unordnung zu sein. Die Sterne verlassen ihre Bahnen, manche verschwinden ganz andere tauchen an anderen Orten auf, obwohl sie dort nie stehen dürften. Saturas Auge, die Sternenkonstellation die die Wanderungen unseres Volkes auslöst, war im letzten Jahr viermal zu sehen. Oder zumindest haben das ein Paar Stämme geglaubt und sind viermal auf Wanderschaft gegangen. Nicht wie üblich alle vier Jahre. Und sie haben sich auch viermal gepaart und das Gelege bei jedem Mal verlassen. Eine Verschwendung von Leben und Zeit! Nun, Du wirst nach Angankor gehen und dort die Stelle von Thin’Chha Angankor Zaatzt Chr, dem Diener der Zauberin Zaatzt einnehmen. Du wirst herausfinden, was sie in der Hauptstadt wissen und du wirst mir berichten!“ „Aber wird es nicht auffallen, wenn ich plötzlich Diener der Zauberin sein soll?“ „Die Nagah können einen Sirdak nicht von einem anderen unterscheiden. Es wird nicht auffallen. Du wärst übrigens bereits der sechste Spion, den ich so einschleuse…“ „Oh großer Kriegsgott, der Du ohne Gesicht bist, denn niemand ist würdig, in seiner letzten Stunde dein Gesicht zu sehen und der Du ohne Namen bist, denn du hast viele Namen, und dein Name ist Herrschaft und Krieg, sende uns ein Zeichen!“ H’Shinxio-Priesterin Thin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom aus Sccri Buccan rief jetzt schon eine Woche ihren Gott auf dem Steelenfeld an. In dieser Nacht geschah es dann tatsächlich. Ein Stern viel vom Himmel. Im Nordosten, irgendwo jenseits des Kithomont ging der Stern hernieder. Keine zwei Tage später war der menschliche Strategone Hamed, ein Mitglied des Kultes der Säulen und Jahrgangsbester der Stategonenschule, Teil der Expedition Thin’Chha Angankor Tzachzatzt Zaatzt Sahsmar Chrs, um den Meteoriten zu bergen.

 

Der Sternenfall in Rakshazar I

Ich wurde hier indirekt gefragt, was der Sternenfall wohl für die Bewohner von Rakshazar bedeuten würde. Nun, hier die Antwort…

„Hast du es schon gehört? Der alte Al Meschenun wurde von einem Rubin aus der Sternensenke erschlagen“
„Wie? Erschlagen? Von einem Rubin aus der Sternensenke??“
„Genau. Na ja, nicht erschlagen, eher erschossen. Die Wucht war so groß, dass es ihn fast zerteilte. Den Unterkiefer hat man erst ein paar Tage später gefunden. Unten. Im Hafen. Seit Wochen schon fallen ab und zu Steine aus der Sternenschenke.“ „Mmh. Im Hafen erzählen sich die Fischer, dass neuerdings Sterne ins Meer fallen. Bildet die Sternensenke nicht den Sternenhimmel ab?“ „Ganz richtig.“ „Na, dann ist doch alles klar. Ein Stern, der vom Himmel gefallen ist, hat in der Sternensenke auch nichts mehr zu suchen. Diese dummen Leute sollten Helme tragen, sag ich dir!“ „Ein böses Omen, so oder so. Ich bin mir sicher, dass ich schon früher davon gelesen habe… Was hältst du davon, wenn wir uns einmal schlau machen? Ich kenne den geheimen Zugang zur Bibliothek…“

Zwei Tage später

„Und? Was hast du gefunden?“ „Nur eine alte Schriftrolle über den Glauben der Tharai. Die halten Tag und Nacht für zwei Gottheiten, die sich ständig bekriegen. Wenn eine Gottheit Oberhand bekommen sollte, so würde nach ihren Glauben die Welt untergehen. Sterne sind so was wie Lichter des Taggottes in der Nacht und jeder Stern, der vom Himmel fällt, bringt die Welt ihrem Ende näher. Und du?“ „Nur die übliche Sage vom Gott Ingror, der allen Lebenden grimmt, weil sie andere Götter anbeten und seine Söhne Teithros und Korthros als Meteore auf die Erde schleudert, um alles Leben auszulöschen. Der übliche Mist halt, den die Brokthar glauben. Und bei einem wilden Orkstamm im Norden heißt es sinngemäß, dass ihr großer Oberorkgötze seinen Feinden die Zähne ausschlägt und sie daraufhin zur Erde fallen. Und wenn kein Feind mehr übrig ist, steigt er hinab und macht das selbe mit uns…“ „Nun, dann haben wir schon mehrere Völker, bei denen fallende Sterne den Weltuntergang einleiten… Zeit, einen guten Schnaps zu trinken, was meinst du?“ „Warte, warte. Ich hab auch noch was erfreuliches: Aus dem magischen Kern des gefallenen Sternes lassen sich Schwerter schmieden, mit denen man selbst Karfunkel spalten kann und unsere Vorväter aus dem fernen Kunkun sollen den Kern zu Augen verarbeitet haben, mit denen man durch die Zeit sehen konnte. Die Vaesten halten die fallenden Steine gar für den Kopf ihres kopflosen Gottes!“ „Kopfloser Gott? Ich bin zu nüchtern für diese Märchen. Auf in die Taverne!“ „Ach, da fällt mir noch was ein… sag mal, heißt es nicht in den alten Legenden, dass die Vorväter einst von einem brennenden Hammer aus dem Himmel erschlagen wurden?“ „Taverne sag ich. Jetzt.“

Dialog zweier Zelotim im Heiligtum des Amazth, Yal-Mordai, vor ein paar Tagen