Karneval der Rollenspielblogs: Stimmung -Im Arsch mit deiner Stimmung!

Bevor diesen Monat die ganzen Soundtrack-Empfehlungen, Patschui-Kerzen-Kaufrezensionen, Kaiser-Reto-Kuchenrezepte und Inneneinrichtungstips (nur echt mit Wandtatoo) eintreffen, eine kleine Gegenpolemik.

Weniger ist oft mehr

Hintergrundmusik

Habt ihr das auch schon erlebt? Man will grade eine tolle Runde zocken und im Hintergrund soll leise die Stereoanlage dudeln. Schnell einen passenden Sound ausgewählt… und schon hat man in der intensiven Liebesszene Battlemucke im Hintergrund oder beim Anschleichen durch den Forst, wenn alle Spieler_innen gespannt dem Meister lauschen, startet Pater Gabriel. Stimmung: Im Arsch!

Natürlich weiß ich, dass ohne Musik der Weiße Hai kaum so aufregend wäre wie mit der ikonischen Melodie. AAAAABER: Filme sind visuelle Medien, durch die Mucke wird das gesehene verstärkt, Bild und Film sind zwei verschiedene Kanäle. Als Lehrer weiß ich, je mehr Sinnesorgane angesprochen werden, desto besser bleibt das gelernte erhalten bzw desto intensiver wird gelernt. Musik und Sprache (das Medium beim Rollenspiel) sind aber ein und der selbe Kanal.

Mein Lösungsansatz für dieses Dilemma: Setze Musik nie als Hintergrundmusik ein. Nutze kurze Musikstücke (<3min) als Einstieg in eine Szene, als Appetizer. Lass den Rest der Szene deine Stimme wirken.

 

Ausleuchtung

Kerzen sind keine adäquate Ausleuchtung. Darum hat Edison die Glühbirne erfunden. Wenn ich in einem halbdunklen Zimmer das Ergebnis meines Würfelwurfs erraten muss, hab ich keinen Bock aufs Spiel. Außerdem gibt es Leute, die bei mäßigen Licht sofort einpennen.

 

Duftkerzen

Könnt ihr ruhig machen, ich riech nur nix. Ich habe eine Nasenscheidewandverkrümmung, Geruchsstechnisch bin ich eine absolute Nulpe. Hey, als meine Kinder Babys waren, hab ich nicht mal gerochen, wenn die in die Windel geballert hatten, was wiederum ein Vorteil war. Rosenduft, Lavendel oder Patschuli… wenn ich einen guten Tag habe, erahne ich ihren Geruch, sonst k.v. Fazit: Kann man sich sparen, wenn Spieler_innen wie ich am Tisch sitzen.

 

Stimmungskiller

Handy, Telefon, Katze, Hund Maus… raus.

 

Deko

Es ist sicher nett, wenn ein Abenteuer im Dschungel spielen soll und sich der_die Gastgeber_in Mühe gibt, seine Wohnung in eben selbigen zu verwandeln. Fraglich ist, ob die Mitspieler_innen diesen Aufwand zu schätzen wissen. Ich hatte meine Besten Runden um 14:00 uhr, bei offenen Fenstern, am Küchentisch (original mit dreckigen Tellern im Hintergrund).

 

Stimmung – brauchts des?

Ja, brauchts, aber die muss von den Spielern_innen und vom der_dem Meister_in kommen. Der ganze Kram drumrum ist nett, aber nicht notwendig.

6 Gedanken zu „Karneval der Rollenspielblogs: Stimmung -Im Arsch mit deiner Stimmung!

  1. Seanchui

    Gute Punkte, gerade die ausreichende Beleuchtung finde ich, kann man nicht oft genug erwähnen :-).

    @Deko: stimme ich prinzipiell zu. Ich habe allerdings das Glück einen eigenen (Keller)raum NUR dem RPG widmen zu können. Den habe ich auch ein bißchen hergerichtet :-). Aber Du hast recht, wir haben auch schon schön im Wohnzimmer gespielt!

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  2. schwarzwaldschrat

    Wichtige Ergänzung zu Kerzen und Duftkerzen: Sie sind auch massive Sauerstoffräuber, besonders wenn in seiner dunklen Nerdkammer ein Dutzend davon aufstellen muss und die Fensterverhüllung effektive Lüftung verhindert. Niewohvolles Spiel ist da spätestens nach 2 Stunden nicht mehr zu erwarten.

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  3. Pingback: [Karneval der Rollenspielblogs] Juli 2018: Abschlussbeitrag | Timber's Diaries

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