Archiv der Kategorie: Filme

Kopfkino: Tommy can’t sleep

because of RATS!

Bei mir rattert gerade das Kopfkino los. Der Kurzfilm ist ne tolle Vorlage für ein Horror-RPG! Wie eigentlich alles von DIE ANTWOORD. Ist zwar jetzt nicht genau mein Musikgeschmack, aber ich find die Band klasse!

 

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Karneval der Rollenspielblogs und Corlys Themenwoche 69: Der Troll und das ewige Leben.

Ich bin drüben bei Corlys Blog auf ein interessantes Thema gestoßen, dass wunderbar auch in unseren diesmonatigen Karneval passt: Das ewige Leben. Immerhin versprechen ja Religionen im Allgemeinen (bis auf die Ausnahme des Buddhismus) eben jenes ihren Anhängern. Zeit also, sich hier einmal damit auseinanderzusetzen.

Was haltet ihr vom ewigen Leben?

Boah, gute Frage. Als Christ freue ich mich auf ein ewiges Leben bei Gott, wobei ich gerne noch 50, 60 Jahre in diesem irdischen Jammertal leben möchte. Anders gesagt: mir gefällt das sterbliche Leben samt seinen Genüssen einfach viel zu gut.

Als Rollenspieler, Bayer, Gamer und Leseratte weiß ich, dass ewiges Leben meist einen Haken hat. Ewiges Leben bedeutet eben nicht zwangsläufig ewige Jugend und ewige Schönheit. Ewiges Leben bedeutet auch, dass man jeden, den man irgendwann liebt, zu Grabe tragen muss. Ewiges Leben bedeutet, dass man Königreiche erschafft und dabei zusehen muss, wie sie wieder vor die Hunde gehen. Ewiges Leben bedeutet, dass man zu einem Zeitpunkt wirklich alles, was es auf dieser Welt gibt, gesehen und getan hat. Es bedeutet das Ende allen Genusses, weil der Genuss endlos ist. Endloses Leben wäre unter diesem Gesichtspunkt eine endlose Strafe.

Welche Bücher, Filme, Serien kennt ihr zum Thema ewiges Leben?

Ahh, jetzt wird so richtig interessant!

Bücher:

Dead Man River (Vampire), Chroniken der Unsterblichen (da steht es ja fast schon im Namen, ebenfalls Vampire), Das Bildnis des Dorian Grey (ein Bild sichert hier ewiges Leben)

Filme:

So ziemlich jeden Vampirfilm der je gedreht wurde, vor allem Interview mit einem Vampir und  Dracula, Skelleton Key und Seelen (obwohl der eine Horror und der andere Sci-Fi ist, behandeln beide doch das gleiche Grundthema: Unsterblichkeit durch eine wandernde Seele (bzw. körperwechselnden Außerirdischen. Hmmm, dann müsste Stargate noch dazu), Das Bildnis des Dorian Grey (again)

Serien

Highlander!

 

Theaterstücke:

Als Baier ein Muss: Brandner Kasper und das ewige Leben (zwei Mal ganz toll verfilmt, einmal mit dem genialen Gustl Bayerhammer als Petrus, einmal mit Bully als Boandlkrammer. Für mich gehört es zu Fronleichnam dazu, einen der beiden Filme zu sehen)

 

Wie seht ihr ewiges Leben aus kirchlicher Sicht?

Ich zitiere hier man den Katechismus:

ARTIKEL 12

„ICH GLAUBE DAS EWIGE LEBEN

1020 Der Christ, der sein Sterben mit dem Sterben Jesu vereint, versteht den Tod als ein Kommen zu Jesus und als Eintritt in das ewige Leben. Wenn die Kirche über den sterbenden Christen zum letzten Mal im Namen Christi die Lossprechungsworte gesprochen, ihn zum letzten Mal mit einer stärkenden Salbung besiegelt und ihm in der Wegzehrung Christus als Nahrung für die Reise gespendet hat, sagt sie zu ihm mit sanfter Bestimmtheit:

Mache dich auf den Weg, Bruder (Schwester) in Christus, im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des Heiligen Geistes, der über dich ausgegossen worden ist. Heute noch sei dir im Frieden deine Stätte bereitet, deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion, mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem heiligen Josef und mit allen Engeln und Heiligen Gottes … Kehre heim zu deinem Schöpfer, der dich aus dem Staub der Erde gebildet hat. Wenn du aus diesem Leben scheidest, eile Maria dir entgegen mit allen Engeln und Heiligen … Deinen Erlöser sollst du sehen von Angesicht zu Angesicht . . .„ (Sterbegebet, „Commendatio animæ“).

Der Himmel

1023 Die in der Gnade und Freundschaft Gottes sterben und völlig geläutert sind, leben für immer mit Christus. Sie sind für immer Gott ähnlich, denn sie sehen ihn, „wie er ist“ (1 Joh 3,2), von Angesicht zu Angesicht [Vgl. 1 Kor 13,12; Offb 22,4].

„Wir definieren kraft Apostolischer Autorität, daß nach allgemeiner Anordnung Gottes die Seelen aller Heiligen … und anderer Gläubigen, die nach der von ihnen empfangenen heiligen Taufe Christi verstorben sind, in denen es nichts zu reinigen gab, als sie dahinschieden, … oder wenn es in ebendiesen damals etwas zu reinigen gab oder geben wird, wenn sie nach ihrem Tod gereinigt wurden, auch vor der Wiederannahme ihrer Leiber und dem allgemeinen Gericht nach dem Aufstieg unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus in den Himmel, das Himmelreich und das himmlische Paradies mit Christus in der Gemeinschaft der heiligen Engel versammelt waren, sind und sein werden, und nach dem Leiden und Tod des Herrn Jesus Christus das göttliche Wesen in einer unmittelbaren Schau und auch von Angesicht zu Angesicht geschaut haben und schauen – ohne Vermittlung eines Geschöpfes“ (Benedikt XII.: DS 1000) [Vgl. LG 49].

1024 Dieses vollkommene Leben mit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, diese Lebens- und Liebesgemeinschaft mit ihr, mit der Jungfrau Maria, den Engeln und allen Seligen wird „der Himmelgenannt. Der Himmel ist das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks.

1027 Dieses Mysterium der seligen Gemeinschaft mit Gott und all denen, die in Christus sind, geht über jedes Verständnis und jede Vorstellung hinaus. Die Schrift spricht zu uns davon in Bildern, wie Leben, Licht, Frieden, festliches Hochzeitsmahl, Wein des Reiches, Haus des Vaters, himmlisches Jerusalem und Paradies: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist; das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1 Kor 2,9).

1029 In der Herrlichkeit des Himmels erfüllen die Seligen weiterhin mit Freude den Willen Gottes. Sie tun dies auch in bezug auf die anderen Menschen und die gesamte Schöpfung, indem sie mit Christus herrschen; mit ihm werden sie „herrschen in alle Ewigkeit“ (Offb 22,5) [Vgl. Mt 25,21.23].

VI Die Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde

1042 Am Ende der Zeiten wird das Reich Gottes vollendet sein. Nach dem allgemeinen Gericht werden die Gerechten, an Leib und Seele verherrlicht, für immer mit Christus herrschen, und auch das Weltall wird erneuert werden.

„Die Kirche … wird erst in der himmlischen Herrlichkeit vollendet werden wenn zusammen mit dem Menschengeschlecht auch die gesamte Welt, die mit dem Menschen innigst verbunden ist und durch ihn auf ihr Ziel zugeht, vollkommen in Christus erneuert werden wird“ (LG 48).

1043 Die Schrift bezeichnet diese geheimnisvolle Erneuerung, die Menschheit und die Welt umgestalten wird, als „neuen Himmel und neue Erde“ (2 Petr 3,13) [Vgl. Offb 21,1]. Der Ratschluß Gottes, „das All in Christus wieder unter ein Haupt zu fassen, alles, was im Himmel und auf Erden ist“ (Eph 1,10), wird sich dann endgültig verwirklichen.

1044 Wenn Gott „alles neumacht (Offb 21,5), im himmlischen Jerusalem, wird er seine Wohnung unter den Menschen haben. „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,4) [Vgl. Offb 21,27].

1045 Für den Menschen wird in dieser Vollendung voll und ganz die Einheit des Menschengeschlechtes hergestellt sein, die von Gott seit der Welterschaffung gewollt wurde und deren „Sakramentgleichsam die pilgernde Kirche war (LG 1). Die mit Christus Vereinten werden die Gemeinschaft der Erlösten bilden, „die heilige Stadt“ (Offb 21,2) Gottes, „die Frau des Lammes“ (Offb 21,9). Diese wird nicht mehr unter der Sünde, den Unreinheiten [Vgl. Offb 21,27.], der Eigenliebe, die irdische Gemeinschaft der Menschen zerstören oder verwunden, zu leiden haben. Die beseligende Schau, in der sich Gott den Auserwählten unerschöpflich öffnet, wird die nie versiegende Quelle von Glück, Frieden und Gemeinschaft sein.

1051 In seiner unsterblichen Seele erhält jeder Mensch gleich nach dem Tod durch Christus den Richter der Lebenden und der Toten in einem besonderen Gericht feine ewige Vergeltung.

1052 Wir glauben daß die Seelen aller die in der Gnade Christi sterben das Volk Gottes bilden nach dem Tod der am Tag der Auftrstehung da die Seelen mit ihren Leibern wieder vereinigt werden endgültig besiegt wird“ (SPF 28).

1053 Wir glauben daß die große Schar derer die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind die himmlische Kirche bildet Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott so wie er ist Dort sind sie auch verschieden dem Grad und der Art nach Teilhaber jener göttlichen Herrschaft die der verherrlichte Christus ausübt zusammen mit den heiligen Engeln. Sie legen für uns Fürsprache ein und helfen uns in unserer Schwachheit durch ihre brüderliche Sorge (SPF 29).

1056 Dem Beispiel Christi folgend macht die Kirche die Gläubigen auf die „traurige, beklagenswerte Wirklichkeit des ewigen Todes“ (DCG 69) aufmerksam, die man auch „Höllenennt.

1057 Die schlimmste Qual der Hölle besteht im ewigen Getrenntsein von Gott Einzig in Gott kann ja der Mensch das Leben und das Gluck finden. Dafür ist er geschaffen und das ist seine Sehnsucht.

1059 Die hochheilige Römische Kirche glaubt fest und behauptet fest daß am Tage des Gerichtes alle Menschen mit ihren Leibern vor dem Richterstuhl Christi erscheinen werden um über ihre Taten Rechenschaft abzulegen (DS 859) [Vgl. DS 1549]

1060 Am Ende der Zeiten wird das Reich Gottes zu seiner Vollendung gelangen Dann werden die Gerechten an Leib und Seele verherrlicht für immer mit Christus herrschen und auch das materielle Universum wird umgestaltet weiden Gott wird dann im ewigen Leben alles in allen sein (1 Kor 15 28).

Quelle: Vatikan

 

Wenn ewiges Leben möglich wäre würdet ihr es wollen?

Ewiges Leben im Diesseits? Verlockend. Zumindest die ersten 100 Jahre. Danach, glaube ich, wäre es die Hölle auf Erden. Also: All good things must end, but give me atleast 100 jears.

Wie stellt ihr euch das ewige Leben vor?

Irdisch? Horror. Nach 150 Jahren hat man alle seine direkten Angehörigen begraben. Mit Pech ist die ganze Familie ausgestorben. Freunde? Trifft man auf dem Friedhof wieder. Politik? Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Eine Generation vorher waren die Vereinigungskriege… und nun… Krieg gegen den Terror, Krieg gegen Nordkorea?

Religiös? Da hab ich ehrlich gesagt Probleme, mir die körperliche Auferstehung von den Toten und das Ewige Leben auf einer neuen Erde vorzustellen. Ich glaube eher an ein Aufgehen in Gott. Ewige Glückseligkeit in der direkten Gottesschau. Puh, echt schwer, das zu beschreiben.

Forschung auf ewiges Leben? Was meint ihr dazu?

Ja, nützlich. Da wird zum Zelltod geforscht, was man für den Kampf gegen Krebs brachen kann, zur biologischen Uhr, zu Genen und Krankheiten… der Traum von der Unsterblichkeit ist, ähnlich dem Traum vom All, ein Pfad, an dessen Rand allerlei nützliche Kräuter wachsen.

 

Und nun zur Brücke mit dem Rollenspielkarneval

Religionen versprechen Unsterblichkeit oder Ewiges Leben (ich bin der Meinung, dass man hier ein bisschen schärfer Differenzierung, als das Corly getan hat. Unsterblichkeit heißt, dass man keines natürlichen Todes sterben kann, Ewiges Leben erlangt man durch die Hilfe eines Gottes (vorzugsweise des richtigen Gottes) nach dem Tod als Dankeschön für die Mitgliedschaft im Verein und ein gutes (heiliges) Leben)

Die Helden_innen sind Teil einer Religion. Ihr geistiges Oberhaupt hat ein Ritual gefunden, mit dem man unsterblich wird. Die Helden_innen müssen eine Queste durchführen um die Paraphelia für das Ritual zu besorgen. Dafür wird ihnen eine Teilnahme am Ritual angeboten. Erst im letzten Moment erkennen sie, dass das Ritual sie in Vampire verwandeln wird…

Die Helden_innen sind Teil einer Religion, die ihren Schäfchen Ablässe verkauft, um schneller und vor allem Sündenfrei ins Ewige Leben zu kommen. Die Helden_innen können entweder auf seiten der Religion stehen und den Handel unterstützen (und davon profitieren, immerhin ist da eine „Vermittlergebühr“ drin) oder gegen die Schergen der Religion ins Feld gehen (jaaaa, das Lutherszenario). Was ist, wenn die Gottheit der Religion sich plötzlich manifestiert und das Geschäft stören will? Kann man einen Gott töten?

Die Helden_innen werden in eine entlegene Region des Reiches geschickt, um für die Kirche Nachforschungen zu betreiben. Angeblich sollen dort Verstorbene aus ihren Gräbern auferstanden sein und wie in ihrem früheren Leben unter den Menschen wandeln. Eine Zombie-Apokalypse oder der Beginn des Himmelreichs auf Erden?

American Gods vs American Gods

So, auf Anraten von Rorschachhamster habe ich mir „Americhan Gods Directors Cut“ von Neil Gaiman besordt und… verschlungen! Hey, das zählt definitiv zu den besten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe und ich habe dieses Jahr viele Bücher gelesen. DAS BUCH IST GROSSARTIG! Wers noch nicht gelesen hat, sollte es sich dringend besorgen und lesen.

Die Frage aller Fragen ist aber: Was ist besser? Buch oder Serie? Und hier ist meine Antwort darauf:

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Wo sind die Titten? Ein paar Gedanken zu Games of Thrones Staffel 7 Episode 3

Gestern (wohl eher schon heute Morgen) hatte ich endlich Zeit, mit meiner Holden die dritte Folge der siebten Staffel GoT zu schauen. Meine Frau, die Liebe meines Lebens und Sinn meines Daseins, ist ja eher nicht sooo der Fantasy-Typ. Zum Rollenspielen hat sie nie einen Zugang gefunden, American Gods hält sie für das Ergebnis eines ordentlichen Drogenrausches und standhaft weigert Sie sich, auch nur einen Teil der HdR-Trilogie anzuschauen. Aber Game of Thrones… da ist mein Sternchen seit Anfang an dabei. Danke dafür!

Am Ende der Folge entspann sich dann folgender Dialog:

Meine Holde: „Man merkt, dass die Serie den Büchern nun voraus ist und dass er [G.R.R. Martins, A.d.V] nur dem Drehbuchschreiberling und dem Regisseur verraten hat, wo er hinwill, und nicht das Drehbuch selber geschrieben hat.

Der Troll: ?????

Meine Holde: Ist dir nichts aufgefallen? Es fehlen Titten! Es geht nicht mehr zur Sache!

Der Troll: ?!?

Meine Holde: Ja! In dieser Folge gab es nur eine lasche, kleine, unbedeutende einzige Sexszene. Die eine zwischen Madame Königin und ihrem Bruder, da ist im Nachmittagsprogramm mehr los! Das hatten wir schon mal erotischer [stimmt. Staffel 1, Episode 1]. Und der Blut-Gemetzel-Faktor war auch schon mal brutal höher. Anstatt Taten nur Dialoge, die brabbeln sich zu Tode!

Der Troll: Also ich fand die Szene im Kerker von Königsmund schon recht Brutal. Ellaria Sand muss ansehen, wie ihre Tochter langsam an dem Kuss des Todes stirbt und die Ketten sind zu kurz als dass sie Ihre Tochter in die Arme nehmen könnte…

Meine Holde: Ja schon, aber in den ersten staffeln hätte man gesehen, wie das Gift zu wirken beginnt und die Sandviper sich vor Schmerz windet und in die Ketten wirft.

Bis zu einem gewissen Punkt muss ich meiner Frau recht geben: Der Gore-und der Sexanteil haben sich in der siebten Staffel bisher nach unten entwickelt. Es gab ja nicht mal ne ordentliche Schlacht um Rosengarten: Heer marschiert auf, die Anführer posieren in die Kamera –Schnitt- Lennistersoldaten steigen über Leichenberge und die Szene im Turm. Dafür steigt aber der Diplomatie- und Ansprachenfaktor deutlich. Den Platz um die beste Szene der Folge teilen sich die Begegnung zwischen Daenerys Targaryen und Jon Schnee auf Drachenstein sowie die gerade angesprochene Szene zwischen Olenna Tyrell und Jaime Lennister.

 

Ich freue mich schon auf Folge 4, die ich wieder zusammen mit meiner Herzallerliebsten anschauen werde.

Blog-O-Quest, Follow Friday und Rollenspielerkarneval

Doctore Domani organisiert diesen Monat den Blog-O Queste unter dem Thema „Über den Tellerrand“. Mit Lückenfragen. Na toll. Wenn ich etwas Hasse, dann Lückenfragen. Nun, ok, treten wir die Fragen in die Tonne (Scusi, Doctore, es liegt nicht an Dir, es liegt am mir) und blicken ein wenig über den Tellerrand und plaudern aus dem Nähkästchen.

Der letzte große Blick über den Tellerrand war für mich vor ein paar Wochen bei der Überarbeitung des „König der Huren“. Ich war gerade dabei zu überlegen, wie ich das Abenteuer… kontroverser machen konnte. Kontrovers ist es, es hat immerhin zwei Andeutungen von…last euch überraschen. Ich hatte Angst, dass es in der Zensur gleich durchfliegt. Also habe ich nach etwas gesucht, was die Geschichte einerseits etwas abmildert (und besonders der EMMA-Fraktion den Wind aus den Segeln nimmt) andererseits eine neue Schärfe ins Spiel bringt. Kurz, ich wollte das Abenteuer gendern (wenn Du, geneigter Leser, jetzt aufschreist und hier kommentieren willst, dann habe ich es genau für Dich getan). Darum habe ich mich an einen ehemaligen Schüler gewannt, einen Transgender, der heute in Berlin studiert. Er hat mir die Augen geöffnet und mich in die Welt des genderns eingeführt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar und seither versuche ich alles, was ich hier so an Abenteuer online stelle, zu gendern. Nebenbei, ich suche noch Rollenspielerinnen, die mir mein Abenteuer lektorieren und dadurch mein Trojanisches Pferd noch… trojanischer(?) machen.

Bevor hier jemand „Buuh, SJW!“ schreit: Geschlechter- und Sexualspezifische Themen interessieren mich schon eine ganze Weile. Homosexualität gehört für mich spätestens seit meiner Ausbildung vor 20 Jahren zum normalen Leben dazu, einer meiner Chefs war ein Homosexueller. Ich habe auch kein Problem damit, in Schwulenclubs zu gehen, tatsächlich trauern meine Frau und ich dem Isey in Straubing nach. Das Lokal gehörte einem Frauen meiner Frau und dessen Partner und dort konnte man richtig tolle Partys feiern. Aber Tansgender oder das Gendern waren für mich Neuland. Nach der Zusammenarbeit und einem Telefonat bin ich auf die Welt da draußen neugierig geworden und ich werde sie mir erschließen.

Die zweite Frage der Blog-O-Queste ist schon interessanter. Zur Zeit lese ich „Der Schwalbenturm“. Eine Ausnahme, denn normalerweise lese ich eher keine Fantasy-Literatur. Ich bin eher Fan von guten Krimis (bitte keine Thriller mit Serienmörder oder so einem Gedöns. Mein Geschmack geht eher in Richtung des Klassischen Ermittlers. Das spiegelt sich auch in den Krimmiserien wieder, die ich mir gern anschaue: Lewis, Death in Paradise, Inspector Barnaby, Wilsberg und der Tatort aus Münster (beste Folge: Sag nichts) oder Historisches, wie zum Beispiel „Die Reise mit der Snark“, die als Ferienlektüre auf meinem Stapel liegt, gleich neben einem Pater-Brown-Roman (womit ich den aktuellen Follow Friday erschlagen habe). Ich find Fantasy-Literatur teilweise ermüdend, weil leider zu oft das Klischee von Elfen Zwergen und den Rest wiederkaut wird. Ich lebe jetzt 23 Jahre mit DSA und anderen Fantasy-Settings, ich habe da jetzt schon so viel gesehen, da gibt mir Fantasy nichts mehr.

Wo wir gerade bei Fantay-Settings und Fantasy-Systeme sind: Ich bliche da auch gerne über meinen DAS/Rakshazar-Tellerrand. Weniger die Systeme, ich bin kein Regel-Fuzzy, sondern viel lieber Settings und Abenteuer. Grad heute habe ich „Beutelschneider“ runtergeladen und gelesen und finde dieses System erfrischend anders und für mich neu. Der Blick ins „Iron Gods“ hat mich ja auch zu weitreichenden Überlegungen veranlasst und meine Einstellung zu SyFi in Fantasy-Settings grundsätzlich geändert. Das Fate-Setting mit den Tschernobyl-Tieren hat mich an „Ratten!“ erinnert, einem Setting, von dem ich ebenfalls Begeistert war. Tiere als Helden… ich liebe es und warte schon jetzt ungeduldig auf „Die Schwarze Katze“. Gefallen gefunden habe ich auch an Pathfinder und Splittermond, letzteres dürfte ich ja im Rahmen meiner Feenwelt-Recherche genauer lesen und auch die Wandernde-Stadt-Geschichte hat mich dazu gebracht, mich mit Splittermond auseinanderzusetzen. Wohlgemerkt mit dem Setting, nicht mit der Systemmechanik. Das einzige Rollenspiel außer DAS, bei dem ich mich tatsächlich in die Regeln eingelesen habe, war die 3te Edition von Shadowrun. Ich bin damals nicht mit dem System warm geworden, das lag vor allem daran, wie das Hacken dargestellt wurde. Das Setting war auch eher… Geschmacksache. Später habe ich den berühmtesten Cyberpunk-Roman gelesen, der hat mich auch nicht so recht vom Hocker gehauen, was durchaus komisch ist, SiFy-Filme liegen mir nämlich.

Über den Tellerrand meiner Ausbildung schaue ich auch gern, wenn es um Tema Rollenspiel im täglichen Leben geht (ich bin studierter Wirtschaftspädagoge mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik). Ich liebe nämlich die Pressemitteilungen von Archäologen, Paläontologen und Biologen. Neu entdeckte Arten, frisch ausgegrabene, untergegangene Städte, neueste Erkenntnisse über den Stammbaum des Menschen… gnau mei Weda, wie man hier in Bayern sagt. Besonders der Stammbaum der Menschen wurde ja in den letzten Monaten ordentlich durcheinandergewirbelt. Imho schreiben die Natur und die Geschichte die besten Quellbücher, die Natur die Bestiarien, die Geschichte die Hintergrundbeschreibung. Schaut euch z.B. diese drei Videos an. Großartig!

 

Der Troll sieht fern…

bzw. nutzt seine Amazon-Prime-Mitgliedschaft aus (gibt es dafür eigentlich schon ein Verb???).

American Gods

Ich glaub, ich brauch nicht mehr zu erwähnen, das ich ein Fan der Serie bin und sie für das beste aus USA seit South Park halte. Und ja, ich werde auch das Buch lesen. Versprochen.

Die beste Folge war bisher „A Murder of Gods“. Vulcans Stadt Vulcan, in der Patronen der Marke Vulcan gefertigt werden… genial!

 

Taboo

Von der Serie bin ich ein bischen enttäuscht. Ich hab die erste Staffel durch undsie will immer noch nicht zünden. Dabei wären hier eigentlich alle Zutaten für eine gute Serie vorhanden: Mystery, Style (Delaneys Klamotten. Ich find die totschick. In meiner Gothik-Zeit hätte ich die auch gern gehabt), Rache, Sex… Irgendwie ist aber die Mischung eher langweilig geworden.

 

Mia and Me Staffel 3

Die Qualität der Geschichten erreicht leider nicht mehr die der Staffeln eins und zwei. Obs daran liegt, dass die ikonische Mia Rosabell Laurenti Sellers altersbedingt durch die etwas weniger charismatische Margot Nuccetelli ersetzt wurde? Nein, sicher nicht, ist doch der Kern der Serie die animierte Welt Centopia. Die ist nachwievor genial, erinnert an Klimt und päsentiert sich kindgerecht geheimnissvoll. Aber der Ablauf der Geschichten hat sich seit der ersten Staffel nicht verändert!

Die Bösen bedrohen die Einhörner und Centopia => Mia kommt mit einem Orakel (das Leitthema der Episode) => McGuffin für den finalen Kampf gegen das Böse wird gesucht. 78 Folgen lang.

Auch der Bösewicht ist hier eher… nicht ganz so gut. Panthea (Staffel 1) war eine alternde Diva, die um jeden Preis wieder jung sein will, Rixel ein fetter, übertrehter… exotischer Elf, der so gerne Dunkelelf werden möchte. Dax, der Insektenmann hingegen ist ein überheblicher, aufgeblasener Fatzke ohne rechte Sympathien.

 

Achja… zu Mia and Me hätte ich gern ein Rollenspiel! Die Welt bietet so viele Möglichkeiten für interessante Abenteuer…

 

Trun: Washingtons Spies

Meine alternative zu Taboo. Ich hab erst angefangen, kann also noch nicht sagen, wie gut es wird.

Kona he maikai kiʻiʻoniʻoni i

Ich hab mir gestern mit meinen Kindern Vaiana angesehen. Der Film war richtig gut. Das Südseefeeling kommt gut rüber, die Titelheldin (die Tochter des Chefs… zählt das als Disney-Prinzessin? Laut Aussagen im Film eher nicht…)gefiel, weil sie aktiv vorgeht und sich nicht ihrem Schicksal ergibt. Im Gegenteil: Als designierte Herrscherin übernimmt sie Verantwortung für ihre Gemeinschaft! Die Suche nach Liebe (das Happy End) steht gar nicht im Fokus ihrer Taten. Toll gefiel mir auch die Lösung des Problems. Das Vulkan- bzw. Lava-Monster wird nicht getötet sondern mit einer Geste der Entschuldigung und Verständnis in das zurückverwandelt, was es eigentlich ist. Der Soundtrack ist… der Wahnsinn! Ich hab seit „König der Löwen“ keinen so guten Soundtrack mehr gehört! Und Ja, ich kenne die Kontroverse um die Kolonisierung von polynesischen Mythen oder um das Gewicht des Halbgottes Maui (Diabetes ist ein großes Problem bei den Natives von Hawaii bis Neuseeland). Trotzdem: Der Film ist top.

 

Ich hab mich ja hier schon mal an einem Setting versucht, das auf dem rakshazarischem Äquivalent zur Südsee, den jomischen Inseln, spielt  und war daran grandios gescheitert. Ich wollte ein Abenteuer aus Sicht der Eindringlinge beschreiben (was mir relativ gelungen ist) und dann das gleiche Szenario aus Sicht der Natives darstellen (was dann in die Hose gegangen ist. Ich hatte ja damals noch Glück. Heutzutage darf ja eine Künstlerin / ein Künstler kein Bild mehr malen, dass über ihren kulturellen bzw. hautfarblichen Kontext hinausgeht… IMHO Blödsinn. Da macht sich schon jemand Gedanken, wie sie ein Thema so umsetzen kann, dass sie bei ihrem Publikum Emotionen und Nachdenken auslösen kann, und dann wird sie angefeindet. Ich glaub, bei dem Streit geht es eigentlich um was ganz anderes…).

Würde ich die Ruine meines Szenarios heute nochmal besuchen und umschreiben, ich würde eine Sandbox mit drei Fraktionen (Schiffsbesatzung, Küstendorf, Bergbewohner) daraus machen. Die Spieler wählen dann eine Fraktion aus, erhalten ein, ich nenn es mal: Missionsziel, erhalten vorgefertigte Charaktere und bespielen dann die einzelnen besonderen Orte der Insel. Eigendlich hätte ich Lust darauf, es juckt mir in den Fingern, doch zuerst muss der Hurenkönig und die Axt des Kuros raus.

 

Wo wir grad bei Inseln sind… um Inseln ist ja im Regelfall Wasser, manchmal mehr und manchmal viel Meer (PHUN). Ich hab die Sommerlektüre vorgezogen und bin heute mit dem Schwarm fertiggeworden. Tolles Buch, toller Wissenschafts-Action-Sifiy-Thriller. Hoffentlich verfilmen sie das nicht, und wenn, dann nur als mehrteilige Serie. Seit dem ersten Lesevergnügen und dem erneuten Lesen sind jetzt gut 12 Jahre vergangen. An seiner Aktualität, Intensität und den dahinterliegenden wissenschaftlichen Grundlagen hat sich nichts geändert. Ich kann nur raten, sich diesen Tausend-Seiten-Wälzer zu besorgen und zu lesen.

Der Osterhase hat mir „Titan“ gebracht, mit dem geht es jetzt weiter (und vielleicht sehe ich dann auch Eagle Eyes im milderen Licht).

 

In diesem Sinne: nofo a!