Archiv für den Monat Oktober 2019

Des Trolls Monsterhandbuch: – Equus: Von Pferden, Pegassi und Kelpies

Ein Rätzel: In allen Fantelalter-RPGs kommt es vor. Jede Held*in, die was auf sich hält, hat eines. Ein Hexxer aus einer ganz berühmten Buch- /Spiel- /RPG- /Netflix-Reihe nennt seine immer „Rotauge“, damit er sich nicht immer neue Namen merken muss.

Erraten, es geht heute um die Vertreter der Familie Equus. Pferde. Esel. Zebra. Hybride. Und ihre mythologischen Verwandten.

Auf der Suche nach dem Urahn

Hunde stammen von Wölfen ab, Katzen von der Savannenkatze, Pferde vom Wildpferd. Domestition, Baby, soweit klar? Naja… nein. Die den Pferden sieht die Sache viel komplizierter aus als beispielsweise bei den Hundeartigen. Erstmal gibt es in der Familie Pferd zwei Hauptlinien (caballines (die heutigen Hauspferde) und non- caballines (Esel und Zebra)), die sich zwar untereinander paaren können, aber nur sterilen Nachwuchs haben (Maultier, Maulesel, Zonkey und Zerd). Hundeartige dagegen zeugen zeugungsfähigen Nachwuchs (darum gibt es in den USA auch eine Kojotenart, die einen ordentlichen Schuss Wolfsblut in den Adern hat und auch für den wilden Wolf Europas sind streunende Hunde ein Problem, weil die den Genpool verwässern). Dann kommt noch hinzu, dass wir in unserer gemeinsamen Geschichte irgendwann mal den gemeinsamen Urahn, das Wildpferd, verloren haben. Dazu muss ich etwas ausholen. Das, was heute als Wildpferd bezeichnet wird (Mustang, Dartmoore Pony und Camargue) alles verwilderte Hauspferde sind. Heißester Kandidat auf ein echtes Ur-Wildpferd war das Przewalski-Pferd. Das sieht auch mit seinem Aalstrich, seiner Fellfarbe und seinen überproportional großen Kopf richtig urwüchsig aus. Tja, und dann hat man letztes Jahr die Genetik des Zossen entschlüsselt und siehe da… ein verwildertes Hauspferd. Nicht, dass die Geschichte dieses Pferdes damit weniger spannend wird: Es wurde wahrscheinlich in der mittleren Kupferzeit irgendwo in Russland gezähmt, domestiziert und dann als ungeeignet für die zwecke eines Reitervolkes befunden und verwildern lassen. Das letzte wirkliche Ur-Wildpferd war wohl der Tarpan (von dem es warscheinlich zwei Formen, den Waldtarpan und den Steppentarpan, gab). Das scheinen auch die Pferde zu sein, die unsere Vorfahren in der Steinzeit an Felswänden verewigt haben. 1910 starb dann der letzte reinrassige Tarpan. Die Rasse hatte sich aber sowieso überlebt, weil sie sich zu stark mit verwilderten Hauspferden gekreuzt hatte. Apropos Tarpan… Nazi! So, da ich jetzt eure Aufmerksamkeit wieder habe: Die Brüder Heck, die auch für die Hitler-Kuh zuständig waren, haben in den 30gern nach der gleichen, bescheuerten, erfolglosen Methode versucht, auch ein Urpferd zurückzuzüchten.

 

Poseidon, Kelpie, mechanisches Ross: Pferdemythen aus aller Welt

Man nehme: Eine Karte der Welt und einen fetten, fetten Textmarker. Dann setzte man bei den Britischen Inseln an und ziehe einmal einen wirklich fetten Streifen durch die Kontinente Europa, Asien, Afrika und Amerika und schon hat man alle Länder, in denen es Pferdemythen gibt. Buraq und das Mechanische Pferd im Nahen Osten, Ašvieniai bei den Slaven, El Morzillo bei den Maya oder Kaki und Hayagriva in Indien. Überall lassen sich Götter, Geister und Gewalten in Pferdeform oder einfach nur besonders tolle Klepper finden.

Für mich als Mitteleuropäer sind zwei Regionen ob ihrer mystischen Pferdewesen definierend. Zuerst natürlich… Griechenland. Das fängt schon mit Poseidon an. Der Gott des Meeres ist zugleich Schutzgott aller Pferde (weshalb der Rundenzähler im Hippodrom zu Rom später auch Fischform hatte. Die Römer haben ja Poseidon als Neptun verehrt). Mit seiner Frau Amphitrite zeugte er Triton und Areion (das laut anderen Quellen das Ergebnis eines Techtelmechtels mit Demeter war. Anscheinend teilte Poseidon seine… Vorliebe für außerehelichen Sex… mit seinem jüngeren Bruder), ein schnelles, unsterbliches und sprechendes Pferd. Bei dem Drama Sieben gegen Theben spielt es eine Rolle, auch in der Illias taucht es an einer Stelle auf. Auch Pegasus, DAS geflügelte Pferd und heute fester Bestandteil der Fantasy, geht auf eine Liebschaft zurück, und zwar mit Medusa. Bevor hier Witze mit steinharten Penissen in den Kommentaren auftauchen: Das Liebesspiel war laut spätgriechischen Quellen schuld für Medusas aussehen. Die Beiden haben im Tempel der Athene gef*ckt. Athene fand das nicht lustig. Poseidons Kutsche wird von Seepferdchen gezogen, bessergesagt, von Fisch-Pferd-Mischwesen, den Hippokampen (und übers Seepferdchen kam das Wort auch in die Biologie, dort bezeichnet die lateinische Schreibweise eine Hirnregion). Auf Odyseus war Poseidon ja wegen zwei Vorfällen richtig sauer. Zum einen hat er mit dem Trojanischen Pferd ein altes Seefahreropferritual entweiht und dann killt der Typ zum anderen auch noch seinen Son Polyphem.

In der griechischen Mythenwelt tummeln sich auch noch Xanthos und Balios, die sprechenden Pferde vor Achilles Streitwagen, Kyllaros, ein ebenfalls sprechendes Pferd, das von Poseidon an Hera geschenkt, von der aber sogleich an einen Argonauten weitergereicht wurde. Ichthyokentauren, eine wilde Mischung aus Fischschwanz, Pferdevorderfüßen und Menschenoberkörpern, Zentauren, die seit Harry Potter jeder kennt und Bukephalos, der Hengst von Alexander – ich sauf mir einen Rausch an und wenn ich Nüchtern werde, hab ich die Welt bis zum Hindukusch erobert – dem Großen, der sich laut Legende vor seinem eigenen Schatten fürchtete. Selbst fleischfressende Pferde gibt es da, die Rosse des Diomedes. Der Hypogreif mag sich stark nach griechischer Mythologie anhören, ist aber eine Erfindung des Renaissancedichters Ludovico Ariosto, der ihn für die Sage des seligen Rolands erfunden hat.

Verlassen wir Griechenland, gehen wir auf die Britischen Inseln, hinein in die keltische Sagenwelt. Oh Boy, da muss irgendetwas ziemlich schief gelaufen sein in der Beziehung zwischen Pferd und Menschen. Egal ob in Irland, Wales, Schottland oder England, ja sogar in Schwedenn (als Import aus der Wikingerzeit): Ein Pferdegeist / Kobold / Feenwesen spuckt in den Seen und Mooren und pflanzt Furcht in die Herzen der braven Bewohner. Der Kelpie (oder Each Uisge in Schottland bzw. Bäckahäst in Schweden).

Dieser Wassergeist taucht in der Form eines schönen Pferdes oder Ponys an Flussläufen, Seen Tümpeln und Mooren auf und bezaubert unbedarfte Reisende, vor allem Kinder. Kaum hat das Opfer Platz auf dem Rücken des Wesens genommen, schon kleben diese fest. Der gestaltwandelnde Kelpie reitet dann mit ihnen ins Wasser, taucht unter und ersäuft die Unglücklichen. Woher kommt der Glaube an das Kelpie? Gute Frage, da die erste schriftliche Erwähnung des Wortes war 1674 in Kirkcudbright (dort, wo auch The Wicker Man von 1973 gedreht wurde (absoluter Kultfilm, sehenswert, aber: Affinity Link)). Es gibt die Hypothese, dass der Bäckahäst zuerst da war und auf skandinavische Pferdeopfer zurückgeht, andere meinen, dass das Phänomen von Wasserhosen auf den Lochs beschreiben wird, ich glaube aber eher, dass hier von der einfachen Bevölkerung versucht wird, eine – für sie rationale –  Erklärung dafür zu finden, warum spielende Kinder ins Wasser fallen und dort ertrinken oder warum ein Reisender gerade dieses berühmte Sumpfloch nicht gekannt hat und darin versank. Dafür spricht auch das Keltische Biest, dass auf manchen Gedenksteinen aus dem 9. Jhdt. zu sehen ist. So was ähnliches kennt man übrigens unter dem Namen Kappa in Japan, dort ist es eine froschähnliche Kreatur, die die Reisenden und Kinder ersäuft. Bei denen setzte dann im 20. Jhdt. der Wandel vom gefürchteten Yōkai zum harmlosen Kuschelmonster ein, also zu einer Zeit, in der immer mehr Leute schwimmen konnten.

 

DSA und die Pferde: Von Rahja und Elfenpferden

Schauen wir uns mal unser allseits beliebtes DSA an. Auch dort tummeln sich Zauberpferde, Rossgottheiten und Pferdedämonen.

Beginnen wir mit Rahja, der Göttin der Liebe, des Rausches und… der Pferdezucht. In Teshkal gilt sie als Mutter der Pferdegottheiten Tharvun und Sulva, in Almada wird sie als Pferde- und Weingöttin verehrt, bei den Ferkina wird sie als brünstige Stute verehrt, die Novadis kennen sie als Gemalin Raschtulas und als Pferdedämonin. Auch ihre Gegenspielerin, die Erzdämonin Belkelel, hat Pferde in ihrem Dienste: Shadifriit sind z.B. Nachkommen von Pferden und pferdegestaltigen Laraanen und tauchen in der neuen Aranien-Spielhilfe auf. Yash’Natam ist ein Dämon aus dem Gefolge Nagrachs, der auch Paavi-Ponys beeinflusst hat (in der Borbarads Erben Spielhilfe war mal die rede von fleischfressenden Pferden). Wir haben Einhörner (da hatte ich ja auch schon mal was im Blog), Zauberpferde, Hippogreifen und natürlich auch ganz normale Pferde und Esel (In Myranor sogar Zebras).

 

Thirty Thirty und andere Pferdemenschen

Wenn man am Mensch-Pferd Hybride denkt, fällt einem da sofort die Zentauren ein, die ich ja oben schon erwähnt habe. Pferdekörper, Menschenoberkörper. Entstanden sollen sie auf Rat Heras sein, nachdem sich Konig Ixion bei einem Gelage an einer Wolke vergangen haben soll. Dementsprechend waren alle Zentauren (bis auf Cheiron, der von Kronos abstammte und damit Halbbruder von Zeus war) ebenfalls brünstig, gewalttätig und gern besoffen. Mir fällt aber da noch was ein, etwas, was tieeeeef in meiner Kindheit liegt: Bravestarr! Da hatte der Titelheld Marshall Bravestarr einen treuen Begleiter: den Hippodruid Thirty-Thirty. Thirty-Thirty ist ein Roboter, der seine Gestalt von der eines stolzen Hengstes in einen Humanoiden mit Pferdekopf wandeln kann. Als Humanoid heizt der Feinden mit seiner überdimensionalen Schrotflinte ein. Ich fand seinen aggressiven, offenen Charakter immer schon interessanter als der doch etwas glatte Marshall.

 

Im Rollenspiel

Für Rakshazar hab ich hier schon drei Pferderassen entworfen.

Für das Kelpie hab ich mir das System Dungeon Slayer ausgesucht.

Kelpie

Kelpies sind bösartige Wassergeister, die an Bächen und in Mooren auf ihre Opfer warten. Sie erscheinen ihnen in Gestalt eines wunderschönen Ponys, doch wehe dem Kind oder dem Wanderer, der dann auf seinen Rücken klettert! Es wird ihn nicht mehr loslassen und hinabziehen in ein Nasses Grab! Diese Wesen der Dunkelheit tauchen mit Vorliebe in der Abenddämmerung und an trüben Tagen auf, magisches oder heiliges Licht scheuen sie, ebenso wie den Ruf einer Glocke.

 

 

Dann hätte ich noch eine Referenz an Thirty-Thirty, die Pferdemenschen (für Fantasy – Settings) bzw. Hippodruids (für alles, was in den Weltraum geht). Für die Werte nehme ich hier mal Savage Worls Abenteuer Edition her.

Hippohomo / Hippodruid (Wildcard)

Hippohomos / Hippodruids sind wilde, starrköpfige und gewalttätige Gesellen, die gerne in kleinen Herden auftreten. Werden sie angegriffen, ziehen sie sich zunächst zurück, sammeln sich mit anderen Herden und schlagen dann gemeinsam zurück. Sie können die Gestalt wandeln und als normale Pferde erscheinen oder als Humanoide mit Pferdekopf. In letztere Form benutzen sie gerne Fernkampfwaffen mit großer Durchschlagskraft (je nach Setting Armbrüste oder Schrotflinten). Hat man jedoch ihr Vertrauen oder gar ihre Freundschaft errungen, dann weichen sie einem nicht mehr von der Seite. Sie Hassen Ungerechtigkeit, Sklaverei ist ihnen ein Gräuel, sind sprachbegabt und paaren sich auch gerne mit Pferden und Menschen, jedoch ohne Nachkommen zu zeugen.

Attribute: Geschicklichkeit W8, Konstitution W8, Stärke W12, Verstand W8, Willenskraft W6
Fertigkeiten: Athletik W8, Kämpfen W4, Schießen W12 Wahrnehmung W6
Bewegungsweite: 12; Parade: 4; Robustheit: 9
Talente: Flink, Aufmerksamkeit (Geruch) oder Aufmerksamkeit (Sensoren)
Spezialfähigkeiten:

  • Größe 2: Gewicht etwa 150 kg
  • Tritt: Stä+W4 nach vorne oder hinten.
  • Raufbold:

Raufbolde erhöhen ihre Robustheit um 1 und verursachen Stärke+W4 Schaden, wenn sie mit ihren Fäusten oder Füßen angreifen
Ausrüstung: Armbrust, Schwer 15/30/60 2W8 2 1 W6 4 400 Anmerkungen: Wird mit Kurbel gespannt. Nachladen 2.

oder Abgesägte Doppelflinte 5/10/20 1–3W6 — 1 2 W4 3 150 oder Laser-Gewehr 30/60/120 3W6 2 3 100 W6 4 700

Rezension: Roll Inclusive – Ein zweiter Blick ins Buch

Auf FB kam der Wunsch auf, ich möge doch ein Essay aus dem Buch genauer besprechen und rausarbeiten, wo denn der Mehrwert fürs Rollenspiel sei. Meine Wahl fällt auf Auf Augenhöhe – Von Hierarchie, Community Standards und was Feminismus damit zu tun hat von Judith Vogt.

 

Wer kontrolliert das Spiel?

Im ersten Absatz legt die Autorin dar, dass wir alle uns in irgendwelchen hierarchischen Strukturen befinden, ob dauerhaft oder vorrübergehend, gesellschaftlich diktiert oder freiwillig eingegangen. Damit hat Frau Vogt recht. Wer mit mir DSA spielt, begibt sich in eine hierarchische Struktur mit mir als Spielleiter (meine liebste Rolle) und sich selbst als Spieler*in. Ich versuch zwar, das Machtgefälle so klein wie möglich zu halten, in dem ich offen würfle und auch auf Vorschläge, Kritik und Ideen meiner Spieler*innen eingehe, aber… Hierarchie. Das Gefälle Spielleiter*in / Spieler*in wird dann im zweiten Kapitel aufgegriffen

„Rollenspiel ist in der Regel kein kompetatives Hobby, es ist ein Teamspiel, eine gemeinsam erzählte Geschichte – die Macht, die die Spielleitung ausübt, ist dazu da, Spannung aufzubauen, und somit sitzt jede*r wortwörtlich am selben Tisch“

Im dritten Kapitel geht es jetzt sozialwissenschaftlicher zu als in den ersten beiden, hier wird der Begriff der Macht in power-to und power-over (die Macht, eigene Ziele zu erreichen und die Macht, Wiederstände zu überwinden) zerlegt. Beide Mächte können von der SL gefördert, zugebilligt oder entzogen werden. Im Rollenspiel kommt zu die power-with hinzu, die Macht über die gemeinsame Gestalltung der Spielwelt. Das Player Empowerment zählt als Tool in diese Sparte der Macht.

Erster Mehrwert des Artikels: Ich war mir bisher über die Machtebenen im Spiel nicht bewusst. Dass die Machtebenen auch nach, vor und neben dem Spiel wirken, war mir aber schon bewusst, weil ich einmal eine Störung auf der Persönlichen Ebene in eine Gruppe hatte, die sich auf das Speil auswirkte.

Weiter wird in diesem Kapitel beschrieben, dass ein Machtgefälle zwischen den Geschlechtern gibt. Dieses Machtgefälle wird im nächsten Kapitel genauer erklärt. Männliche Spieler träfen Entscheidungen objektiv, weibliche Spieler emotional, so die landläufige, sexistische, falsche und von der Autorin nicht vertetene Meinung, aber unter Umständen führt diese Meinung in unserer nach Objektivität lechzenden Welt dazu, dass Spielerinnen von ihren männlichen Mitspielern in ihren Entscheidungen marginalisiert werden. Verständlicherweise ein Frusterleben, weil die Selbstwirksamkeit nicht mehr gegeben ist. Dabei ist jede Entscheidung, auch von uns XYlern, emotional getroffen und nicht immer rein wissenschaftlich nachvollziehbar. Diese Machtteilung zwischen objektiv männlich und emotional weiblich ist nicht immer durchschaubar, und als Beispiel für Rollenspiele, die diese Machtverteilung thematisieren, wird Kagematsu genannt.

 

Von Macht Haben und Macht geben

Neues Kapitel, neuer Schwepunkt. Im Kapitel Macht in der Rollenspielgemeinschaft geht es um eine Machtverschiebung in der Rollenspielcommunity. Wir nutzen mittlerweile Crowdfundings und PDF-Shops und verschieben so die Kapitalströme weg vom klassischen Rollenspielladen. Wir unterstützen Indie-Spiele und Fanprojekte, nehmen also Spielzeit (und damit indirekt Marktmacht) von den großen Playern am Markt weg.

Interessanter Gedanke, der mir so noch nicht gekommen ist. Tatsächlich hab ich, im Gegensatz zu DSA4.1, kaum physische Bücher für die 5. Edition. Alle physische Bücher, die ich habe, hab ich mir im Laden gehöhlt, alle PDfs über Crowdfunding und DriveThruRPG. Auch vom System her bin ich umgestiegen. Vor 15 Jahren war ich ausschließlich DSAler, mittlerweile liegen viele andere, teils Indie, Systeme auf meiner Platte. Ich bin also Teil einer Erschütterung der Macht 😊

Weiter geht’s mit dem Thema Gatekeeping, also dem bewussten oder unbewussten aufbauen von Zutrittsbarrieren zum Rollenspiel. Lasse ich Frauen, LSBQTusw und PoC am Spieltisch zu, gestallte ich das Spiel inklusiv und einladend, lege ich die X-Card auf den Tisch und kümmere mich um eine angemessene Repräsentation oder verhalte ich mich abweisen? Als Beispiele werden Gamer Gate und Sad Puppy Gate genannt. Das Sad Puppy gete kannte ich bisher noch nicht, aber beim Gamer Gate wäre ich seeeehr vorsichtig, da es auf der „guten Seite der Macht“ zwielichtige Personen gab, die psychisch istabile Personen in den Tod trieben oder mit Bully Hunters einen richtigen Betrug durchführten. Das Gatekeeping im Rollenspiel scheint, laut Essay, weniger zu werden, wir Rollenspieler werden aber dazu aufgerufen, selber aktiv zu werden und unsere passiv-weltoffene Einstellung, die wir alle haben, in eine wirkliche Einladung zu verwandeln. Auf FB heißt es ganz oft, wenn es um Roll Inclusive geht, dass dieses Buch überflüssig sein, weil man ja im Rollenspiel eh alles spielen könne und der eigene Tisch auch für den schwulen trans* Chinesen offen stehe. Ja, gut, hast du aber dass dem schwulen trans* Chinesen gesagt? Was machst Du, dass sich der SchTr*Ch an deinem Tisch, in deiner Runde angenommen fühlt? Liegt die X-Card aus?

Um diese Offenheit zu gewährleisten, gibt es auf Cons die Community-Standards, die mit Frau Vogt stark verwobenen Organisatoren der 3W6 Con in Wien werden hier sehr gelobt. Auch auf Savety-Tools wird in dem Essay eingegangen. Seit ich ein paar Vrotbildungen über Traumata und Sonderpädagogik gemacht habe, finde ich die Savety Tools richtig und wichtig, auch in Gruppen, die schon seit Ewigkeiten zusammenspielen. Die schwere Geburt eines Kindes oder die Krebserkrankung eines Angehörigen können Traumata auslösen, die dann nicht an den Spieltisch gehören. Als weitere Tipps werden eben die Nano-Games genannt, die bestimmte Probleme thematisieren, Diskussionen anregen und zu einem, für alle tragbaren, Gruppenkonsens führen. Im letzten Abschnitt wird auf die Gegenargumente eingegangen. Hauptgegenargument, und in den Sozialen Medien immer wieder vorgebracht ist ja, dass die X-Card und die anderen Savety-Tools zum Machtmissbrauch durch einige Spieler führen könnte. Eine legitime Sorge, die aber, laut Autorin, durch den Schutz vor unbeabsichtigten triggern von Traumata mehr als aufgewogen wird.

„Als soziale Wesen bauen wir uns Hierarchien, aber als intelligente und empathische Wesen können wir diese Hierarchien durchschauen, damit ein harmonisches Miteinander für alle gewahrt bleibt. Einfache Mechanismen, bei denen ich zum Selbst-Ausprobieren einlade, können uns allen dabei helfen. Eine Gute Geschichte ist schließlich ein >>Team Effort<<!“

Dem kann ich nur zustimmen. Wie in meiner Hauptrezension bereits gesagt, finde ich das Nano-Game Vor der Schlacht super. Und auch im Zusatzmaterial für uns Backer ist gleich drei Nano-Games dabei, die mir sehr gefallen: Mansplaining, Raumschiffstart 0800 Ortszeit und Mein Geheimnis.

 

Update 31.10.2019: Auf Wunsch von Judith Vogt habe ich den entsprechenden Absatz, der zurecht in ihrem Komentar bemängelt wird, noch mal klarer formuliert.

Rezension: Roll Inclusive – Ein Buch mit Sprengkraft!?

Seit Samstag habe ich mein Exemplar von Roll Inclusive nun in den Händen und dieses Buch hats in sich. Zieht man den Anhang ab, so hat man 311 Seiten voll Essays zum Thema Inklusion im Hobby Rollenspiel und vier Nano-Games, die uns die Herausgeber, Aşkin-Hayat Doğan, Frank Reis und Judith Vogt uns da als Ergebnis des Croudfundings Anfang des Jahres präsentieren. Jedes Essay ist um die 18 DIN A5 Seiten lang und setzt sich mit einem Aspekt von Inklusion auseinander. So geht es in Liebesgrüße von der Lebkuchenperson von Oliver Baeck um die Repräsentation geschlechtlicher Vielfalt in den Rollenspielwelten, In Psychische Auffälligkeiten im Rollenspiel von David Grade um die Darstellung von psychischen Erkrankungen in Spielen wie CoC, wo es ja einen Wert für Geistige Stabilität gibt oder DSA, wo Wahnvorstellungen, Ängste oder Zwänge als Nachteil gesehen werden oder in Nur einen Würfelwurf entfernt von Lena Falkenberg um Politik im Rollenspiel.

Alle Beiträge, auch die, wie People of Color zwischen Othering und adäquater Repräsentation von Aşkin-Hayat Doğan, mit dem ich nicht ganz D’accord gehe, sind positiv geschrieben.

Positiv geschrieben bedeutet, hier werden zwar Probleme angesprochen (wie unter anderem toxische Männlichkeit und Body Shame in Das Spiel mit eingefahrenen Rollenbildern – Ganz schön hässlich?), gleichzeitig niemand, der diese Probleme (unbewusst) ins Spiel trägt, beschimpft sondern Auswege und Lösungsansätze aufzeigt. Oft wird auf Rollenspiele verwiesen, die bestimmte Aspekte der Inklusion gut gelöst haben.

Richtig interessant sind die Nano-Games, wobei hier mein Liebling Vor der Schlacht ist, dass sich wunderbar in andere Games einbauen lässt und vor der entscheidenden Konfrontation mit dem Oberschurken emotionale Tiefe (und dann, falls eine Held*in das Zeitliche segnen sollte, Pipi in den Augen) ins Spiel bringt.

Nun bleiben noch drei Fragen offen. Für wen ist dieses Buch gedacht, brauche ich das alles in meiner Runde und gehört das Buch auf den Scheiterhaufen, weil es soziale Sprengkraft besitzt?

Das Buch richtet sich zuerst einmal an Spielleiter*innen, die zum Brechen eingefahrener Klischees ermutigt werden und denen geholfen wird, neue, inklusive Elemente ins Rollenspiel einzubauen. Es richtet sich auch an Spieler*innen, die entweder zur Mehrheitsgesellschaft gehören (in unserem Hobby immer noch Cis-Hetero-Weiß (ein Begriff, der übrigens im ganzen Buch nicht negativ verwendet, sondern nur zur Beschreibung der Mehrheitsgesellschaft verwendet wird)) oder zu den PoC, LGBTQIA+, Menschen mit Behinderung, die gerne Rollenspiel spielen (möchten). Erstere werden für die zweite Gruppe sensibilisiert (nochmal: sensibilisieren heißt nicht, dass man für ein Verhalten kritisiert wird, es heißt, dass man auf andere Erfahrungswelten und Gefühle hingewiesen wird), zweiteren wird Mut gemacht, ins Rollenspiel einzusteigen und sich dort mit ihren Erfahrungen einzubringen. Zuletzt richtet sich das Buch auch an Weltenbauer und Abenteuerschreiber, die ja in einer Schlüsselposition sind, wenn es um die Erschaffung inklusiver Welten geht. Selbst ich, in meiner Position als Lehrer, kann aus diesem Buch neue Inspirationen ziehen, wenn es um die Erstellung inklusiver Arbeitsblätter geht (dann werden in den Beispielaufgaben auch Arabische Namen und mehr Frauennamen verwendet, um mal einen ersten Schritt zu nennen).

Brauche ich das Buch in meiner Runde? Wenn ich seit 30 Jahren jeden Donnerstag DSA in einer festen Gruppe mit immer den gleichen Leuten spiele, die ich schon kenne, seitdem wir gemeinsam im Kindergarten in den Sandkasten geschissen haben… wahrscheinlich nicht. Ich kann dann auch die nächsten 30, 40 Jahre DSA spielen und Spaß dabei haben, ohne je eine Zeile dieses Buches gelesen und umgesetzt zu haben. Das ist gut so. Wenn ich mein Rollenspiel aber öffnen will, neue Erfahrungen zulassen will, neue Leute ins Hobby einführen will, dann sollte ich dieses Buch lesen und einzelne Vorschläge daraus (der die darin vorgeschlagenen Rollenspiele bzw. die Nano-Games) durchaus versuchen.

Ins Feuer mit dem Buch? Immerhin hat es eine enorme politische und soziale Sprengkraft. Gestern ist ja das Disputorium des RSP-Bolgs wegen dieses Buches in die Luft geflogen. Statt sich ernsthaft mit dem Buch auseinanderzusetzen und auch berechtigte Kritik zu formulieren, wird hier, wegen Gendersternchenwitzen und Schattenbannen, ein ideologischer Stellvertreterkrieg geführt, bei dem nichts außer verbrannte Erde zurückgelassenwird. Den Mist hab ich schon auf Facebook dicke. Dort wurde ja vor ein paar Monaten heftigst gestritten, ob Ulrich Kieslow ein genialer Schriftsteller oder ein sexistischer Groschenromanschreiber war. Grundsätzlich scheinen wir (weltweit) verlernt zu haben, ordentlich zu diskutieren, sich empathisch in andere Personen hineinzuversetzen, Kompromisse zu schießen und unauflösbare Widersprüche (jemand kann tolle Abenteuer oder Romane oder Serien schreiben und gleichzeitig ein Arschloch sein) auszuhalten. Und wir haben auch verlernt, sich mal zu denken „Depp“ und eine toxische Diskussion zu verlassen. Auf jeden Blödsinn muss ich nicht ständig reagieren. Das Buch selber, um darauf zurück zu kommen, ist, was es ist. Ein Werk, dass zum reflektieren eigener unbewusster Verhaltensweisen und Einstellungen. Das ist gut und wichtig. Wenn ich mit Aussagen im Buch übereinstimme, dann super, wenn nicht, auch gut. Das Buch verdammt keinen Spieler, kein Spiel, keinen Spielstil, es weist lediglich Alternativen auf, die neue, interessante Wege öffnen. Geh sie oder geh sie nicht, Hauptsache, du hast Spaß dabei.

 

Update 23.10.2019: Ich hab den letzten Absatz umgeschrieben. Mir geht es nicht darum, rauszufinden, wer den nun Schuld an dem ganzen Schlamassel hat (akut wohl ein Agitator im Forum und ein Admin, der darauf reagiert und seine Version der Geschichte erzählt, so zumindest die Version der Geschichte, die mir in den Kommentaren erzählt wird, global, wie in meinem Kommentar gestern nochmal angedeutet wohl wir als Gesellschaft, weil wir verlernt haben,konstruktiv zu diskutieren, Deppen auszuhalten und auszuschalten). Mir geht es darum, dass die drei Threads, die zum Zusammenbruch des ganzen geführt haben, Roll Inclusive als Ausgangspunkt hatten. Auf dieser unserer buckligen Erde gab es schon Bücher, deren Erscheinen zum Untergang ganzer Kulturen beitrugen, die Blut an ihren Seiten kleben haben und die wegen ihrer Aussagen oder Autoren auf Scheiterhaufen verbrannt wurden. Bücher, die in Archiven weggesperrt wurden oder auf Indizes stehen. Roll Inclusive hat aber, imho, wegen seines Inhalts nicht diese Sprengkraft und daher diese Stellung nicht verdient.

Update gleicher Tag, etwas später: rechter gestrichen. Agitator aber bleibt.

Karneval der Rollenspielblogs: Reisen – Wölfe im Battery Park

Was ist das schrecklichste, was Dir als reisender nachts im Battery Park in New York passieren kann?

Anscheinend ist die Antwort: Von einem Wolf gefressen zu werden.


Über die Geschichte bin ich dank fefes Blog gestolpert. Das hat mich dann nicht mehr losgelassen und frei nach fefes Wunsch, sich doch mal mehr Medienkompetenz draufzupacken, hab ich dann mal zu recherchieren begonnen. Rausgekommen ist folgende Geschichte:

Ende der 70ger und zu Beginn der 80ger muss New York ein richtiges Höllenloch gewesen sein. Korrupt, dreckig, voller Krimineller und Junkies. Das Ganze muss so schlimm gewesen sein, dass es bis heute, also gut 40 Jahre später, nachhallt. Grade erst ist ja der Joker-Film rausgehommen. Der spielt, wie alle Filme des Batman-Universums, zwar in Gotham, doch spiegeln die New York in den frühen 80gern wieder (wie auch Ghostbusters und andere Filme). Im Jahr 1977 wurde dann Ed Koch Bürgermeister. Er trat mit dem Walversprechen an, die Stadt aufzuräumen und wollte mit den Sprayern beginnen. Die hatten sich zu einer Plage (fürs Establishment) entwickelt. Sein Vorschlag war es, nachts Wölfe auf den Betriebsbahnhöfen der U-Bahn freizulassen. Die sollten dann die Sprayer verjagen. Angst, dass da einer gebissen oder gar gefressen wird, hatte Koch nicht, schließlich wären die letzten Jahrzente keine tödlichen Angriffe wilder Wölfe auf Menschen in Nordamerika gemeldet worden. Um eine Gewöhnung der Wölfe an den Menschen (und somit eine Gefahr für den rechtschaffenden Wähler) zu vermeiden, sollten die Wölfe alle zwei Wochen getauscht werden. Doch einige Wölfe entkamen durch die Tunnel und streiften duch den New Yorker Untergrund. kommen sie in den verschiedenen Parks raus und würden dort auf die Jagt gehen. Weil sie dabei auch vor Menschen nicht zurückschrecken, seien die Parks auch nachts geschlossen (der Battery Park zum Beispiel ab 1:00 Uhr). Die Polizei soll davon wissen und viele Vermisstenfälle auf die Wölfe schieben. Um den Opfern der Wölfe zu gedenken, errichtete Joseph Reginella im Battery Park, jenem Park, in dem der Werwolf-Film Wolfen gedreht wurde, eine Statue zu Ehren der Wolfsopfer aufgestellt.

Die Geschichte ist… zumindest gut erzählt und enthält wie jede Sage einen waren Kern. Ed Koch hatte damals tatsächlich vorgeschlagen, die Betriebsbahnhöfe einzuzäunen und darin Wachhunde einzusetzen. Mittarbeiter waren darüber besorgt, schließlich könnten die Hunde ja jemanden anfallen (und der die Stadt dann verklagen). Daraufhin schlug Koch tatsächlich vor, wilde Wölfe einzusetzen, wie er in diesem Interview erzählt. Das ganze war also eher ein dunkelschwarzer Witz auf Kosten der ängstlichen Mitarbeiter, umgesetzt wurde das nicht, auf Rücksicht auf die Wählerschaft. Joseph Reginella wiederum ist ein bekannter Künstler und hat schon mehrere Statuen zu Fake-Geschichten aufgestellt.

Trotzdem: Die Familie Canidae ist weltweit auf dem Vormarsch. In New York z.B. durch Canis latrans, besser bekannt unter dem Namen Kojote. Von denen wurden tatsächlich schon Individuen in New York gesehen und ganz ehrlich, ich als Laie könnte frühmorgens vor der dritten Tasse Kaffee Wolf und Kojote nicht auseinanderhalten, zumal beide so nah verwand sind, dass es da immer wieder Einkreuzungen gibt. Aber auch bei uns breitet sich ein kleiner Hund aus Asien aus, der Goldschakal hat mittlerweile Österreich erreicht und es ist wohl nur eine Frage von Jahren, bis der auch hier in Bayern unterwegs ist. Kleine Beruhigung: In einigen Gebieten Deutschlands wird er nicht auftauchen. Er mag nämlich keine Wolfsreviere. Dann haben wir noch Wölfe, die aus Osteuropa zuwandern und natürlich unsere rotpelzigen Freunde, die Füchse. Nachdem die Impfkampagnen gegen Tollwut in den 80gern und 90gern so erfolgreich war, dass sie sich ordentlich vermehren konnten, zieht es immer mehr Rotfüchse in die Städte, wo es Fressen im Überfluss gibt. Untersuchungen zeigen, dass Stadtfüchse sogar gesünder sind, als ihre Vetter auf dem Land.

 

Und was bringt die Geschichte fürs Rollenspiel?

Die Geschichte ist doch eine Steilvorlage für (Teenie-) Abenteuer, die in den 80gern in New York (oder Gotham) spielen. Niemand erwartet ein Wolfsrudel mitten in der Stadt. Außerdem bietet es sich an, einen oder mehrere Werwölfe in das Rudel einzubauen. Quasi ein urbanes Werwolf-Setting. Natürlich kann man das auch in die Fantasy transformieren: Die reiche Adlige hält in seinem Garten ein Rudel Wölfe / Hunde / Hybriden, um Einbrecher abzuschrecken. Vielleicht ist sie selber ja auch ein Werwolf?

Besonders interessant fand ich ja den Aspekt mit den Kojoten in der Stadt. Kojoten gelten in vielen Mythen der Native Americans als Trickster, Gestaltwandler und Kulturbringer. Der Kojote, der sich den Anschein eines Wolfes gibt, um den Weißen Mann in seinem Steinzelt zu narren… herrlich! Außerdem gibt es hier die Möglichkeit, mal andere Werhundeartige einzuführen, die nicht ins Klischee des Werwolfes passen. Werkojoten, die furchtbar schlau und kontrolliert sind, Werfüchse (ok, in der japanischen Sagenwelt gibt es die schon) Werschakale. Vielleicht ist die grazile, langbeinige, äthiopische Schönheit in der U-Bahn auch ein Werwolf?

Zuletzt sollte es für uns Fantasy-Rollenspieler auch mal eine Anregung sein, das gewohnte Trope des Wolfsrudels, das die Held*innen verfolgt, zu überdenken und duch andere Tiere zu ersetzen.

Karneval der Rollenspielblogs: Reisen – Die Brigatai vom Lotussee-Gasthaus

Wer reist, der braucht was zum Rasten. Ein Gasthaus zum Beispiel. Also hab ich mich mal dran gemacht und ein Gasthaus für Tharun (da hab ich schon lang nichts mehr gemacht, wird also wieder Zeit) entwickelt. Auf die Idee für das Gasthaus haben mich diverse asiatische Filme gebracut und das Bildchen hier. Ich bin noch nicht ganz fertig, das Ding ist also Work-in-Progress. Die NPCs fehlen noch und ein kurzes Szenario. Für das habe ich schon ein paar Ideen, ich denke, ich gehe da Richtung Detektiv-Abenteuer.

Die Idee hinter dem Gasthaus ist ja, dass hier der Wirt der Bösewicht im Hintergrund ist. Zumindest in Deutschland ist dieses Trope durchaus bekannt, z.B. in dem Wirt vom Tischlein Deckdich oder der vom Teufel als Advokat.

Das Gasthaus steht auf der Insel Shi‘ Asi in dem gleichnamigen Archipel im Reich Lana, meinem persönlichen Lieblingsreich in Tharun. Mehr zur Isel findet sich in Die Welt der Schwertmeister auf S 192.


Die Brigatai vom Lotussee-Gasthaus.

Am Wegesrand der Straße, die Dhably und Mailin verbindet, steht an einem besonders pittoresken See, in dem der Lotus besonders schön gedeiht, liegt ein Gasthaus. Nach außen macht es einen noblen Eindruck, so dass auch einige Hohe Guarai mit ihrer Familie herkommen, um, mit Blick auf den Lotussee, ihren Tee zu genießen, doch hinter der Fassade brodelt es und eine Gefahr hat sich in den Mauern breit gemacht, die das Idyll bedroht.

 

1 Die Ställe und Lagerräume

Guarai sind eigendlich nicht die Zielgruppe des Gasthauses. Es wurde auf Anweisung des Archipelar Aedh Dagan gebaut, um den Warenverkehr zwischen Dhably und Mailin zu erleichtern und den Händlern die möglichkeit zu geben, in schützenden Mauern zu Schlafen. Um die Tiere der Händler versorgen zu können und die Waren sicher zwischenzulagern, wurde rechts der Straße, die die beiden Städte verbindet, ein großer Stall und vier kleine Lagerräume errichtet. Zwei runde Tore verbinden diesen Teil des Gasthauses mit der Außenmauer des eigentlichen Anwesens. Zur Blauen Stunde werden die Tore geschlossen und blockieren so den Weg zwischen Dhably und Mailin, den per Dekret des Archipelars ist es Reisenden verboten, die Straße zu verlassen.

In einem Der Lagerräume gibt es eine geheime Tür, die sich nur von innen öffnen lässt. Im Gleichen Raum ist zudem eine Falltür versteckt, die in die Kellerräume führt.

 

O2 Das Tor zum Gasthaus

Ein Hölzernes, kleines Torgebäude. An einer der Säulen hängt eine Liste mit Dienstleistungen, die das Gasthaus bietet. Das Tor ist reich mit Tierdarstellungen beschnitzt.

 

O3 Der Innenhof

Rund um den Innenhof führt ein gepflasterter Weg zu den einzelnen Gebäudeteilen. In der Mitte des Innenhofs befindet sich ein Steingarten und ein kleiner Teich, in dem ein paar Lotuse blühen. Der Teich ist aber nur ein Abklatsch des Sees. Was nur einem gut ausgebildeten Botaniker auffallen dürfte, ist, dass sich der Lotus deutlich von dem Lotus auf dem See unterscheidet. Wächst draußen gewöhnlicher, rosa Lotus. Im Teich des Gasthauses jedoch wächst jedoch ein Lotus, dessen Blütenblätter eine purpurne Farbe aufweisen. Zudem scheinen sich ein paar gefleckte Hybriden dort breit gemacht zu haben.

 

O4 Schlafsäle für die Händler

Rechts und links neben dem Eingangstor befinden sich zwei kleine, einstöckige Gebäude. In ihnen schlafen die Händler, die hier rast machen. Jedes Gebäude hat 4 Schlafräume, die durch dünne Papierwände voneinander abgetrennt sind und bis zu sechs Personen Platz auf Bambusmatten platz finden. Die Qualität ist durchaus annehmbar, es wird täglich gelüftet und gewischt, die Matten sind sauber und jeder Gast erhält auch frische Laken und Decken. (P 3, Q 4, S 48). Es gibt nur Fenster und Türen zum Innenhof hin, keine Fester nach außen.

 

O5 Küchengebäude

Geht man vom Tor aus nach links weiter, erreicht man nach dem Schlafsaal der Händler ein zweistöckiges Gebäude, in dem die Küche untergebracht ist. Im ersten Stock, zu dem es auch einen geheimen Zugang gibt, schläft das Küchenpersonal und die Bediensteten, im Erdgeschoß werden die Speisen zubereitet und von hier aus von Bediensteten zu den Speisesälen gebracht. Es gibt nur Fenster und Türen zum Innenhof hin, keine Fester nach außen.

 

O6 Speisesaal für die Händler

Dem Küchengebäude gegenüber liegt der Speisesaal für die Händler und die Dienerschaft der Hohen Guarai und Schwertmeister. Auf zwei Stockwerken kann hier gespeist werden. Die Wände sind schlicht weiß gekalkt, auf jedem Tisch steht eine Vase mit einer Lotusblüte vom See. Es gibt nur Fenster und Türen zum Innenhof hin, keine Fester nach außen, was zur Folge hat, dass der einzige Lotus, den die Gäste hier zu Gesicht bekommen, der Lotus des Teiches (o3) ist.

 

O7 Räume der Wirtsfamilie

Neben dem Küchengebäude schließt sich ein kleines, einstöckiges Gebäude an, dass nur von der Küche aus betreten werden kann (nun durch einen geheimen Zugang vom Keller aus). In dem Gebäude leben der Wurt und seine Frau zusammen. Im Gegensatz zu den Gebäuden der Händler und dem Küchengebäude besitzt dieses Haus tatsächlich Fenster nach Außen, auf den Lotussee. Sogar ein kleiner Steg führt vom Haus in den See hinaus. Dafür hat das Wohnhaus, wegen seiner Ecklage, kein Fenster in den Innenhof. Das Haus ist geschmackvoll eingerichtet. Zu Geschmackvoll für einen einfachen Wirt…

Von den Räumen der Wirtsfamilie gibt es einen geheimen Zugang zum geheimen Dachboden des großen Speisesaals.

 

O8 Großer Speisesaal für Guarai und Künstler

Gegenüber dem Eingangstor liegt ein zweistöckiges Gebäude, das große seiner Art im Gasthof. In diesem Gebäude dürfen ausschließlich Guarai, Hohe Guarai und Schwertmeister, letztere im ersten Stock, und Hofkünstler speisen. Im Erdgeschoss führen die Türen hinaus auf eine breite Terrasse, die einen malerischen Blick auf den Lotussee preisgibt. Hierher kommen Künstler aus Dhablyr und Mailin, um Ansichten des Sees auf Porzellan und Seide zu bannen. Dauergast Dong Nagad steht sogar schon zur violetten Stunde auf der Terrasse und malt auf allem, was nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurde. Als Einziges Gebäude besitzt der Große Speisesaal eine Decke im ersten Stock, so dass ein theoretisch ein Dachboden, tatsächlich ist aber das Stockwerk gerade so groß, dass eine Person sich darin kriechend Fortbewegen könnte. Dazu kommt, dass sich hier im Dach eine vom Innenhof und vom See aus unsichtbare Luke befindet. Der Zugang zu diesem geheimen Stockwerk befindet sich in den Räumen der Wirtsfamilie.

 

O9 Schlafräume der Guarai

An den Speisesaal der Guarai schließt sich ein Zweistöckiges Gebäude an, dass vom Speisesaal aus betreten werden kann und große Fenster hinaus zum See hat. Die vier Schlafräume im Erdgeschoss sind für die Guarai und hohen Guarai reserviert, die hier die Nacht hier verbringen, im ersten Stock sind zwei Räume für Schwertmeister (oder Hohe Guarai, so keine Schwertmeister zu Gast sind) reserviert. Die Räume sind sauber und gepflegt, auf den Bambusmetten liegen weiche Matratzen mit Seidenbezug, die Decken aus Seide sind dezent mit Lotusmotiven bemalt, in jedem Zimmer steht eine Vase mit Lotusblumen auf einem kleinen Beistelltisch, jeder Zaum hat einen mehr oder minder großen Waffenhalter und einem kleinen Bildchen Shin-Xirit, vor dem Meditiert werden kann. Dennoch: Reisende Guarai zahlen hier vor allem den Blick auf den See und weniger den Service. (P6, Q4, S 6)

 

U10 Lagerräume

Unter dem Küchengebäude und dem Wohnraum des Wirtes liegen die Lagerräume für Essen, Wein und Schnaps des Gasthauses. Versteckt hinter der Holztäfelung des Raumes sind der Geheime Zugang zum Haus des Wirtes und zu dem Speisesaal der Brigantai

 

U11 Der Speisesaal der Briganti

Gleich hinter dem Lagerraum befindet sich ein großer, rechteckiger Raum, der von den Brigantai als Speisesaal genutzt. Von hier führt ein Tunnel zum Ausgang zu den Ställen und den dortigen Lagerraum. Ein weiterer Tunnel führt zur Waffenkammer und den Schlafräumen, der dritte Tunnel, der hier abzweigt, führt zum Zelltrakt. Über eine in der Wandverkleidung versteckte Tür gelang man in den Tempel der Schatten. Der Raum ist überraschend luxuriös eingerichtet, für ein Brigantaiversteck. Die Wände sind mit Holz getäfelt, der Tisch in der Mitte des Raumes ist groß und aus poliertem Stein, der Raum dank dutzender Öllämpchen ausreichend ausgeleuchtet.

 

U12 Der Schlafraum der Briganti

Der Schlafraum der Brigantai ist einfach, aber geschmackvoll eingerichtet. Auf frischen Matten lagern die Brigantai, neben jeder Matte steht eine kleine Kiste mit persönlichen Dingen. Sogar eine kleine, abgetrennte Latrine gibt es hier unten, der jeden Tag von einer stummen Bediensteten gelehrt.

 

U13 Der Tempel des Schattens

Direkt unter dem Teich des Innenhofes befindet sich, zehn Schritt unter der Erde, ein Tempel des Gottes ohne Namens. Mitten im fünf Schritt durchmessenden, runden Raum steht eine Säule, auf der, in einem Relief, der Moment festgehalten ist, in der der Gott ohne Namen nach Glost greift. Ger Gott trägt erkennbar eine Maske, die einen Rakshazar darstellen soll. Hinter der Maske verbirgt sich eine Pfanne, in der ein purpurfarbenes Pulver liegt, ein Rohr mit Ventil führt hoch in den Teich, dass genauso wie ein zweites Rohr, ebenfalls mit Ventil, dass in den Kamin der Küche führt, vom Schlafraum des Schattens aus bedient werden können. Wird das Ventil geöffnet, tropft Wasser in das Pulver, das sofort ein giftiges Gas produziert. Das Gas ist leichter als Luft und sammelt sich in Kopfhöhe all jener, die unbefugt im dem Tempel des Schattens eindringen. An der Säule befindet sich auch ein Schalter, der die getarnte Falltür zum Schlafraum des Schatten öffnet.

 

U14 der Schlaufraum des Schattens

Der Schlafraum des Schattens liegt gut zwei Schritt unter dem Tempelraum undkann durch eine Geheime Falltür betreten werden. Die tiefe Lage hat einen Vorteil: Von hier aus kann der Schatten den Tempelraum komplett mit giftigem Gas fluten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, abwarten und den Tempel auch von hier aus entlüften. Der Raum ist überraschend Geschmackvoll eingerichtet und da der Tempelraum meist mit frischer Luft versorgt wird, ist ach hier unten die Luft gut.

Die Wände des Raumes sind mit Seidentapeten bespannt, die an zwei Seiten als Motiv die Städte Dhablyr und Mailin von Land aus gesehen darstellen. Die anderen beiden Seiten sind mit Dschungelbildern bespannt, hier ist vor allem das Spiel mit Licht und Schatten hervorzuheben. Vor einer der Dschungelwände steht ein Tisch voll alchemistischer Zutaten, an der gegenüberliegenden Seite steht ein Regal mit verschlüsselten Schriftrollen. In der Mitte des Raumes steht eine Hölzerne Kiste, die die Schlafstätte des Schattens beinhaltet (und noch fiese vergiftete Dornen für alle bereithält, die die Kiste mit Gewalt öffnen wollen).

 

U17 die Waffenkammer

Die Waffenkammer ist ein kleiner Seitenraum direkt dem Schlafraum. Dort lagern die Waffen der Brigantai. In einer Kiste lagern 5 Kurzspangen und je ein Köcher mit 10 Pfeilen, an den Wänden hängen Langhölzer, Kurzspangen und Äxte, Spanger.

 

U18 Der Gefangene Rakshazare und der Zellentrakt

Der Gefangenentrakt ist ein langer, breiter und hoher Gang, an dessen einer Seite drei Zellen sind. Der wichtigste Gefangene ist wohl der Rakshazare Fettauge, der als Gefängniswächter und, wenn Not am Mann ist, als schwere Infanterie dient. Der Rakshazare wurde von den Brigantai als Kind entführt, aufgezogen und trainiert.

 

Fettauges Werte
Größe: 2,3 Schritt Gewicht: 800 Stein
INI 13+1W6 PA 14 LeP 65 RS 3  KL 7 IN 11 GE 12 KO 25 KK 30
Keule: DK S AT 16 TP 3W6+4
Faust: DK HN AT 18 TP 2W6+5 TP (A)
GS 8 AuP 80 MR 6
Größenkategorie: groß
Besondere Kampfregeln: Fettauge hat keine besonderen Fähigkeiten, wie etwa Blitze oder eine Feuerlohe, aber dafür hat der vierarmigen einköpfige in jeder Kampfrunde 4 Attacken.

 

Die Bewohner des Gasthauses

Der Wirt

Jin Kong ist der Sohn eines Schwertmeisters am Hofe des Archipelars. Kurz bevor er die Prüfung zum Hohen Guarai ablegen konnte, zog er zusammen mit seinem Vater aus, um einen Rakshazaren am Lotussee zu töten. Das Monster war stärker, als die zwei Männer annahmen: der Schwertmeister wurde regelrecht zerfetzt, Jin konnte zwar das Monster töten, verlor aber dabei sein linkes Bein. Das er die Prüfung nicht mehr ablegen konnte, dass er, der Sohn aus einer Reihe von großen Schwertmeistern, sein leben als Guarai fristen sollte und dass er, offiziell als Belohnung für seine Tat, den Wirt in einem Gasthaus spielen sollte, an dem sein Vater das Leben und er „nur“ das Bein verlor, zerfraß ihn innerlich. Kein Wunder, dass die Lehren des Schattens hier auf fruchtbaren Boden fielen. Dass ihm zwei Finger an der Hand fehlen, schiebt er offiziell auf seinen Kampf, tatsächlich hat er diese schon vor Jahren dem vergessenen Gott geopfert.

Jin ist der Kopf hinter den Brigantai des Lotussees. Er koordiniert die Überfälle auf reisende Händler, er plant Entführungen und erpresst Lösegeld. Mordaufträge gibt er an den Schatten weiter. Dabei sorgt er dafür, dass keine Spur zu ihm zurückverfolgt werden kann und dass die versteckten Zugänge tagsüber gut gesichert sind.

Jins Frau, Mai stammte aus einer alten Gastwirtefamilie. Sie weis um die Geschäfte ihres Mannes, unternimmt aber nichts dagengen bzw. deckt diese, da sie ihr ein Leben in Luxus emöglicht.

 

 

 

 

Karneval der Rollenspielblogs: Reisen – Reisen wie einst Dracula

Für uns in der realen Welt ist eine Reise von Straubing nach Friedrichskoog kein Problem. Man steigt in ein Auto (am besten zu zweit, damit man während der Fahrt wechseln kann), schnappt sich nen Red Bull und düst dann die gut 900 km in 12 Std (incl. Pausen und Stau um Hamburg) runter.

Fantasy-Wesen, die gewissen Einschränkungen unterliegen, wie etwa Vampire, sieht die Sache schon anders aus. Tageslicht ist ja für die tödlich (zumindest in den meisten Erzählungen, mit Ausnahme von Twighlight und interessanterweise Dracula). Ein Stau auf der A2 kann da eine tödliche Gefahr werden, wenn die nächste Ausfahrt weit, das nächste Motel noch weiter und kein Sarg und menschlicher Diener zur Stelle ist. Wie Reisen also Vampire, wenn sie im Auftrag ihres Fürsten in eine andere Stadt müssen?

 

Per Schiff

Schauen wir mal in den Original-Dracula. Wie kommt der Graf aus Transsilvanien nach England? Per Schiff. Das unglückliche Schiff hört man auf den Namen Demeter. Der Graf wurde mit seinem Sarg voll Heimaterde an Bord gebracht, das Schiff wird in Whitby angespült, die Mannschaft ist verschwunden, der Kapitän tot und ans Steuerrad gebunden.

Hier taucht ein, für einen reisenden Vampir, zwei wichtige Tropes auf: Vampire müssen in ihrer Heimaterde schlafen und Vampire schlafen in Särgen. Letztes ist eine total gute Idee für alle, die nicht der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden dürfen und in einem Sarg ist auch genug Platz für Heimaterde.

In einem modernen Setting gibt es sogar etwas, was noch viel besser als ein Sarg (oder entsprechende Kiste) ist, einen Container. Darin ist sogar Platz für eine luxuriöse Einrichtung, einem ordentlichen Bett (mit einer Matratze voll Heimaterde) und einem Kühlschrank mit Blutkonserven. Die Mannschaft auszulutschen ist eine blöde Idee, da man ja am Tag die Kontrolle über das mehrere Tonnen schwere Schiff verliert.

 

Per Bahn

Im Grunde gilt das für die Reise per Schiff gesagte auf für die Bahn. Zudem könnte der Vampir von Welt ja einen eigenen Reisewagon haben, so wie es zu Kaisers Zeiten für den Adel und für Präsidenten und heute bei Diktatoren üblich ist. Diese Wagen können   sein: Gold, Edelhölzer, Leder, Seide und… ein edler Whiskey. Der König von Ägypten hatte gar eine eigene Lock, die Umgebaut wurde.

Schiene und Schiffe haben einen riesen Vorteil: Theoretisch braucht man dazu (zumindest in modernen Settings), keine Minions, die die Reise organisieren und durchführen. Vampir von Welt kann das heutzutage selbst über Internet und Speditionsunternehmen organisieren, das Verladen und den Transport übernehmen dann andere.

 

Per Auto

Siehe Oben, der Stau auf der A2. Für die Reise per Auto brächte man auf jeden Fall einen menschlichen Gehilfen, der das Auto fährt und ein Heck, dass sich komplett abdunkeln lässt. Ein Caravan oder ein Sprinter mit Ausbau wollte das Auto schon sein, es sei denn, der Vampir will in der Holzklasse reisen. Dann tuts auch ein Leichenwagen.

 

Per Flugzeug, Luftschiff und Helikopter

Schwierig, schwierig. Holzklasse, würde ich sagen. Sprich: Ein Bestattungsunternehmen müsste unseren Vampir samt speziellem Transportsarg im Frachtraum versenden. Ichhab mich noch nicht durch die Unterlagen von Lufthansa Kargo gearbeitet, aber das ist mit sicherheit ein Papierkrieg. Minions und Leichenwagen braucht man auch noch, um an Bord zu kommen. Also insgesamt sehr aufwendig. Ich glaube, wenn der reisende Vampir Zeit hat, sollte er lieber per Seefracht reisen.

 

Zu Fuß oder fliegend

Warum sollte ein Vampir, der fliegen kann (sei es von Natur aus, durch einen Vampirumhang oder in Gestalt einer Feldermaus), nicht aus eigener Kraft reisen? Wichtig bei dieser Art von Reise ist jedenfalls eine gute Planung. Wo kann ich mich den Tag über verstecken? Gibt es sichere Plätze (Burgruinen, Grüfte, Höhlen, alte, aufgegebene Gehöfte, Scheunen und alles möglichst ohne stöhrende Menschen) auf der Route? Wo kann ich jagen? Welche Gegend sollte ich meiden, weil dort Vampirjäger (oder Werwölfe) leben? Wie viel Heimaterde muss ich zum Schlafen mitnehmen (wenn es reicht, dass meine Füße mit Erde bedeckt sind, dürfte ein Rucksack voll ausreichen. Doch wie soll den eine Hufeisennasenfledermaus transportieren?)?

Fazit:

Als Vampir zu reisen ist echt nicht ohne. Es braucht in jedem Fall eine ordentliche Planung. Und Minnions. Gefolgsleute, die einem an den Stationen die Reise erleichtern, die sich um sichere Schlafplätze kümmern und um ausreichend Blut. Ohne die beiden Sachen müssen Vampire an dem Ort bleiben, an dem sie gerade sind. Fürs Rollenspiel ergeben sich daraus drei Abenteueransätze: Die Held*innen sind Vampire und müssen eine Reise planen, die Held*innen sind Minnions und müssen dafür sorgen, dass Vampirfürst Vlad sicher durchs Münsterland reist oder die Held*innen sind Vampirjäger und müssen dafür Sorgen, dass die aufgespürte Vampirin die Stadt nicht mehr verlassen kann.

Achja… die Jahreszeiten. Vampire sollten im Winter reisen, da hat man mehr Zeit, bevor die Sonne aufgeht.

Karneval der Rollenspielblogs: Reisen – Blick ins Archiv II

Hier noch ein paar Links aus meinem Blog zum Thema Reisen:

Reisen mit Riesen: Ein Bild, das gut zum Abenteuer Ingerimms Rache passt.

Hoppe, hoppe Reiter: Jeder Reise in Kurotan sollte ein Reittier haben…

Mit Schalk im Nacken reist es sich lustiger.

Und hier wird erklärt, wie man in Rakshazar so reist.