Des Trolls Monsterhandbuch: Biwa Bokuboku – Belebte Instrumente

So, ich mach mich mal des Vergehens der kulturellen Aneignung Schuldig und klaue was aus dem Japansichen. Einen Yokai… eine belebte Biwa.

Biwa-bokuboku aus Toriyama Sekiens Hyakki Tsurezure Bukuro (百器徒然袋). Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Biwa-bokuboku#/media/Datei:SekienBiwa-bokuboku.jpg

Yokai sind der traditionellen Shinto-Religion nach… nein, falscher Ansatz. Im Shinto gibt es mächtige Wesen, Kami und Yokai. Wir im Westen übersetzen das meist falsch als Götter und Dämonen, was aber eigentlich falsch ist. Beide können Menschen gegenüber gut oder böse sein, Beide sind mächtiger und stärker als Menschen und haben Sonderfähigkeiten. Der Unterschied liegt in der Verehrung. Kami werden in Schreinen verehrt, Yokai nicht. Biwa Bokuboku sind also solche Wesen, die nicht in Schreinen verehrt werden. Sie sind sogar eine spezielle Unterkategorie, die Tsukumogami. Das sind Gegenstände, die sehr alt sind (Minimum 100 Jahre) und dadurch eine eigene Seele entwickelt haben. Bitte wiedersprecht mir hier, wenn ihr es besser wisst.

Eine Biwa ist eine spezielle japanische Laute, die mit einem übergroßen Plaque traditionell von blinden buddhistischen Mönchen gespielt wurde. Hier gibt’s ein tolles Video zur Geschichte dieses Instruments.

Ein Biwa Bokuboku ist also eine lebendig gewordene Biwa, der ein Körper mit beinen und Armen gewachsen ist. Je nachdem, ob und wie gut die Biwa bisher gepflegt wurde, ist der Yokai ein trauriger Geist, der sein Unglück bejammert und nachts die Bewohner des Hauses mit schaurigen Melodien weckt, ein lustiger Geselle oder der die ganze Nacht Party machen will. Manche nehmen Reißaus und werden Straßenmusiker.  Im Computerspiel Nioh taucht der Yokai als Instrument auf, dass den toten Körper eines Mönchs kontrolliert und Musik spielt.

Über diesen Yokai bin ich dank dieses Videos gestolpert. Ich find ihn Klasse. Ein Objekt, das zum Leben erwacht und dessen Charakter davon abhängt, wie amn früher mit ihm umgesprungen ist. Ein Instrument, das am liebsten nur Musik machen will, die ganze Nacht lang. Ein Geist, der dich selbst dann nicht aus dem Bann lässt, wenn du vor Erschöpfung tot umgefallen bist.

Dieser Yokai schreit nach einer rollenspielerischen Umsetzung, z.B. für Tharun.

 

Kinshis Laute

Vor vielen Jahren lebte hier am Hofe ein Musiker, Kinshi mit Namen. Der hatte eine Laute, die war so fein und kunstfertig gefertigt, wie sie es hier im Reich keine Zweite gibt. Man sagt, die Laute sei ein Geschenk des Tharun persönlich gewesen, da Kinshi ein so herausragender Musiker war und bei einem Besuch des Tharuns hier im Reich den höchsten Herrscher so schön unterhalten hatte. Die Laute aber war mächtig, sehr mächtig. Wer immer sie spielte, der konnte Glück in die Herzen seiner Zuhörer bringen. Oder Angst und Entsetzen ins Herz seiner Feinde ziehen lassen. Mit dem Geschenk des Tharuns wuchs auch Kinshis Stolz und Hochmut. Es ging dann soweit, das er einen Platz an der Tafel des Archipelars verlangte und sich das Essen von den Niedrigen Guarai auftragen ließ. Über dieses ungebührliche Verhalten geriet er mit einem Schwertmeister so in Streit, dass dieser ihn zum Zweikampf forderte.

So kam es, dass sich zur roten Stunde der Schwertmeister und Kinshi in einem Bambushain unweit des Palastes gegenüberstanden. Kinshin spielte die Laute, wie noch nie gespielt hatte und der Schwertmeister verlor den Verstand ob der Musik. Bevor der Schwertmeister mit einer beiden seiner Halbschwingen selbst entleibte, schleuderte er die andere mit solch Wucht auf den Lautenspieler, dass dieser, getroffen, Tod zu Boden sank. Kinshis Laute jedoch wird noch heute hier in der Schatzkammer des Palastes verwahrt. Man sagt, dass die Laute alle 8x8x8 Götterläufe sich die Laute in eine junge Frau verwandelt, die zum Ort des Duells wandelt und dort vor Gram über den Tod Kinshins weint. Wer sie tröstet, findet am nächsten Morgen die Laute in seinem Besitz.

Märchen aus Jü

Kinshis Laute im Spiel

Die Laute ist ein Runengefäß aus Tharun. In ihr wurde eine FÜHLEN-Rune eingebaut, an die man nur kommt, wenn man die wunderschöne, wertvolle Laute zerstören würde. Sie kann daher diese Rune im Runendreieck ersetzen. Was die Geschichte übrigens nicht erzählt ist, das Kinshi noch zwei weitere Runen besaß, eine HÖHREN-Rune und eine GEIST-Rune. Diese sind in den Besitz des Kaithan gelangt, der diese längst weitergegeben hat.

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