Werkstattbericht: Jominische Inseln – Das Reich der Parnhai

Eine neue Woche, ein neuer Blick in unsere Werkstatt. Heute mal was südseemäßiges: die Jomischen Inseln.

Jominische Inseln – Das Reich der Parnhai

Grenzen: Kap Parhami im Norden, Gelbes- und Nebelmeer im Osten, Feuermeer im Süden und der Unbezwingbare Ozean im Westen

Landschaft: größere Inseln mit vulkanisch aktiven (Jomin, Manamek und Shesal) und inaktiven Mittelgebirgen (Kasa), Regenwaldinseln mit teils sumpfigem Landesinneren (Parhini, Olum und Urum), umgeben von klarem, türkisblauem Wasser und unzähligen und kleineren, unbewohnten Inseln.


Klima:
auf Jomin warmes, trockenes Wetter, reicher Niederschlag im Winter, sonst sehr trocken. Auf den anderen Inseln ebenfalls warm, im Landesinneren meist schwül. Die Inseln werden oft von schweren Stürmen oder dichtem Nebel heimgesucht. Ständige Brise von Ost-Süd-Ost.


Wildvorkommen:
Grillenanbeterin, Süßkäfer, kleine Reptilien, Ratten und Vögel, Tulux, Khamedo, Alligator, Doumfaars, Arthropleura, Klippsegler, Kurih, Pim Pim, Federschleichen, Flugrammler (sehr häufig), Filterechse, Flinkklaue (häufig), Schreckensklaue, Rasnex, Riesland-Raubmöwe, Riesenbombardierkäfer, Riesenhornisse, Riesenoulu, Riesenratte, Panzergrakk, Baumsauger, Pici-Coatl, Hummerier, Risso, Krakonier (gelegentlich, vor allem an den Küsten und in den Sümpfen),(gelegentlich), Boa-szaha, Dämonenkröte, Heldaye, Krankenmolch, Hammerkopf (selten), Vulkanschrate, Baumschrate, Riesen, Perlmeerdrachen (selten), Axaluun, Riesenschnapper, Shahana-Tiger (sehr selten). Sehr fischreiche Küsten.


Pflanzenvorkommen:
Mangroven, Vizrangyi, Bananen, Kumquatzz, Bitterarangen, Schachtelhalme, Glatthalm, Nehvizdyella, Lebensbaum, Lianen, diverse Orchideenarten, Farne, Panzerbeere.


Reiche, Städte, besondere Orte:
hunderte Dörfer der Olaoduori-Parnhai entlang der Küsten und in den Sümpfen mit bis zu drei Dutzend Einwohnern, mindestens ebenso viele Dörfer der Erishuori-Parnhai in den Bergen und Dschungeln mit etwas weniger Einwohnern. Die Dörfer liegen oft an geschützten Orten.

Handel: Zitrusfrüchte, Fleisch, Vizrangyi-Holz, Sklaven, Perlen, Muscheln, Schildplatt, Schiffsladungen versunkener Schiffe.


Mysteria:
die verlorene Stadt Namakari, dutzende versunkene Schiffe rund um Jomin, teilweise 2500 Jahre alt, mysteriöse Grünhäute auf den südlichen Inseln


2 Thema der Region

Uralte Mysterien liegen auf und um die Inseln verstreut; überwuchert von Orchideen, Farnen und Kumquatzz, bedeckt vom türkisblauen Meer oder verborgen in malerischen Bergen. Gleichzeitig sind die Inseln Heimat und Hauptsiedlungsgebiet der Parnhai. Aber auch Sirdak leben hier und untermeerische Kulturen siedeln an den Küsten. Da die Inseln regelmäßig von Stürmen heimgesucht werden und Drachen, Riesen, Wald- und Vulkanschrate ihren Tribut fordern, sind die Einheimischen alles andere als erfreut, wenn auch noch Sklavenjäger die Inseln „besuchen“.

Die Inseln bieten sich natürlich für klassische Entdecker- und Erobererabenteuer an. Auch Piratengeschichten funktionieren hier gut, vor allem auf und um Jomin. Die Inseln bieten aber genauso die Möglichkeit, ein umgedrehtes First-Contact-Szenario zu spielen. Wie würden die Parnhai-Eingeborenen einer abgelegenen Insel reagieren, wenn plötzlich ein Schiff an ihrer Küste anlegt, ein paar Bronzeäxte schwingende Fremde von Bord springen, ihr Wild jagen, ihren Frauen und jungen Männern nachstellen, ihre Tabus missachten und am Schluss noch glauben, dass ihnen die Insel und alles darauf gehört…

3 Geschichte und Mythen der Region

„Mama Prahini schenkte uns einen Katamaran, der so groß war, dass man einen Tag brauchte, um vom Bug zum Heck zu schwimmen. Und Mama Mounun führte unser Boot an diese Küsten. Und Ipex stieg aus dem Boot und Schlug die Schlangenmenschen, und Parnhai Mit-dem-Grünen-Haar stieg aus dem Boot und pflanze die erste Banane und jagte den ersten Piri-Piri.“

– mündlich überlieferte Legende von der Insel Kasa

„Zum Reiche Unlon gehörten auch … vorbei an der Meerenge von Jomin … Yal-Kalabeth“

– Aus dem Logbuch der Prinzessin Nahema, etwa 370 v. BF, verrottet zurzeit in der Magierakademie in Khunchom

… waren wir gerade von einem Raubzug zurückgekehrt und teilten die Beute am Strand, als einer meiner Mannschaft ein fremdes Schiff am Horizont ausmachte. Ich sag’s euch, so etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen! So hoch wie eine Palme war die Bordwand über dem Wasser, mit gleich drei Masten! Und lang war dieses Schiff. So lang wie vier meiner Trimarane und so breit wie zwei! Woher das Schiff kam? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass weder die Amhas noch die Leute aus Yal-Mordai ein solches Schiff besitzen. Nicht einmal die Khittorianer segeln auf solchen Schiffen… Nun, was soll ich sagen, natürlich haben wir gleich den Trimaran zu Wasser gelassen und haben versucht, das fremde Schiff anzugreifen. Aber es war zu schnell. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob wir es mit unserer Ballista getroffen haben und das, obwohl unsere Schamanin den Segen der Windgeister in den Schaft des Speeres bannte…“

Aus den Erzählungen einer Nokuova-Olaoduori von Jomin, irgendwo aufgeschnappt

 

4 Die Region heute

      4.1 Landschaft

Die Jominischen Inseln sind eine Inselgruppe aus neun Hauptinseln, diversen Sandbänken und Korallenriffe, sowie kleineren, teilweise unentdeckten Inseln. Die Hauptinseln sind zumeist recht hügelig und dicht bewaldet. Auf Jomin, Manamek, Shesal und Kasa finden sich gar Berge mit bis zu 800 Schritt Höhe. Auch einige aktive Vulkane lassen sich dort finden. Das Wasser rund um die Inseln ist von türkisblauer Farbe und der Tidenhub beträgt knapp einen Schritt.

 

     4.2 Klima

Bis auf den reichlichen Regen in den Wintermonaten herrscht auf Jomin warmes, trockenes Klima. Schwere Stürme und dicke Schwaden vom Nebelmeer suchen die anderen Inseln heim. Scheint jedoch die Sonne und weht nur die leichte, ständige Brise aus Ost-Süd-Ost, so ist das Wetter angenehm tropisch.

      4.3 Tier- und Pflanzenwelt

Neben diversen Insekten, Reptilien, tausenden Fischarten und kleineren Säugetieren leben Risso, Krakonier, Hummerier, Krakenmolche, Vulkanschrate, Baumschrate, Riesen und Perlmeerdrachen auf und um die Inseln. In den tiefen Wassern rings um die Küsten tummeln sich baumhohe Riesenschnapper, deren Panzer so dick sind, dass kein Speer sie verletzen kann und selbst Riesen die Biester nicht knacken können.

Neben den im Südosten Rakshazars weit verbreiteten Mangroven, Vizrangyi, Schachtelhalm, Glatthalm, Nehvizdyella, Lebensbäumen, Lianen, diversen Orchideenarten und Farnen wachsen auch Bananen, Kumquatzz, Bitterarangen und Panzerbeeren auf den Inseln. Laut den Legenden der Olaoduori-Parnhai stammen die Bananen und Bitterarangen aus der Heimat der Parnhai, weit südlich der Inseln.

     4.4 Kulturen

Die Jominischen Inseln sind groß. Allein die Hauptinsel Jomin ist fast so groß wie das komplette Dreistromland. Meist dauert es Wochen, bis ein Vertreter der einen Kultur einen Vertreter einer benachbarten Kultur trifft. Wenn die beiden herrschenden Parnhai-Völker dann nicht gerade Tauschhandel treiben, so führen sie gegeneinander Krieg. Die Olaoduori-Parnhai sind berüchtigte Piraten, vor allem rund um Jomin. Darunter haben vor allem die Händler aus den sanskitarischen Stadtstaaten zu leiden. Mit Sirdak und vereinzelten Nagah pflegt man hingegen keinen Kontakt; mehr noch, man fürchtet sie sogar. Zu den Untermeerischen pflegen nur die Olaoduori-Parnhai Kontakt (meist Tauschhandel) und zu den Vulkan- und Baumschraten nur die Erishuori-Parnhai.

Ab und zu steuern auch Tocamuyac die Inseln an, um mit den Olaoduori-Parnhai Tauschhandel zu treiben und die ein oder andere „körperliche Beziehung“ einzugehen.


4.5 Besondere Orte

Die verlorene Stadt Namakari

Die Stadt bestand einst aus zwei Stadtteilen, die jeweils von einer Mauer umgeben waren. Die Alte Stadt bildete das Zentrum; denjenigen Teil Namakaris, der bereits vor der Ankunft der Kunkomer existierte. Vieles erinnert an die Städte der Nagah-Archaen, vermischt mit der Architektur der Kunkomer. Da die Alte Stadt am Rand des Flusstales errichtet wurde, ist dieser Teil der Stadt zwar von den wild wuchernden Pflanzen der fruchtbaren Jominischen Inseln überwuchert, aber noch begehbar. Die jahrtausendealten Gebäude verfallen langsam aber sicher und so muss man immer wieder über Trümmer steigen, um sich fortzubewegen. Auch Spuren der Auseinandersetzungen vergangener Jahrhunderte sind überall zu finden. Die größte Gefahr droht einerseits von Untoten, die tagsüber in den riesenhaften Gebäuden hausen und nur bei Nacht zum Vorschein kommen, andererseits von ihren einstigen Beherrschern, den zu Ghulkönigen degenerierten Mogulen von Unlon. Diese halten sich meist in der Nähe des einstigen Palastes auf, thronend auf dem höchsten Punkt der Stadt.

Die Neue Stadt bildeten einst jene Viertel der Metropole, die von aventurischen Siedlern errichtet wurden. Diese Viertel liegen nahe beim Fluss und waren schon immer von Überschwemmungen bedroht. Das Kentern der Schwimmenden Festung, die einen Teil des Flussbetts blockierte und so einen See aufstaute und umleitete, hat in den letzten Jahrhunderten dazu geführt, dass die Neue Stadt fast vollständig von Wasser und Schlamm verschlungen wurde. Nur vereinzelt ragen Mauerreste oder ganze Gebäuden über die Oberfläche des faulig riechenden Schlicks. Viele Schätze und Geheimnisse des alten Unlon liegen hier begraben, doch gleicht die Suche nach ihnen jener nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Heute siedeln die Parnhai vom Haus Shesals im Gebiet des ehemaligen Hafens und um die gekenterte Festung herum. Sie haben aus dem Holz der Umgebung Hütten gebaut, die auf Stelzen im Schlick stehen und durch Stege und Seile miteinander verbunden sind. Zur Fortbewegung nutzen die Parnhai wendige Ruderboote, mit denen sie auch vor den Untoten und Ghulen fliehen, sollten diese plötzlich auftauchen, um „Frischfleisch“ zu ergattern. Die Parnhai leben hauptsächlich vom Fischfang und der Alligatorenjagd. Ihre Hexendoktoren haben aber auch Verwendungsmöglichkeiten für viele der seltsamen Pflanzen gefunden, die in Ruinennähe wachsen.

Unter den Hexendoktoren der Parnhai ist Lumbaga führend, eine der ältesten und angesehensten Dienerinnen Shesals. Unter ihrem Einfluss haben sich die hier ansässigen Sippen fast vollständig von der Verehrung Prahinis abgewandt und huldigen einer düsteren, ekstatischen Variante ihres Glaubens, bei der nun eindeutig Shesal im Mittelpunkt steht. Die Ghule werden zwar gefürchtet, die Hexendoktoren verehren sie jedoch auch als Totengeister und Diener Shesals. Als besonderer Machtbeweis gilt es, den Kontakt zu einem dieser mächtigen Totengeister zu suchen und ihn mit magischen oder rein psychologischen Mitteln unter Kontrolle zu bringen, um somit Einblick in die Absichten Shesals zu erhalten. Diese Kontrolle ist aber äußerst gefährlich, wird sie doch bisweilen instabil, wenn der verschlagene Restverstand eines ehemaligen Stadtherrn die Oberhand gewinnt. Schon viele Hexendoktoren fielen so dem Wirken der Ghule zum Opfer.


4.6 Wichtige Personen

Lumbaga, die oberste Paioderishu von Namakari

Die Paioderishu Lumbaga (70 Sommer, runzelig, buckelig, lange, knochige Finger, dunkelgrünes, fast schwarzes Haar) ist die unheimliche Herrin des früheren Unlon und heutigen Namakari. Ihre Vorfahren haben einst die Stadt wiederentdeckt und in der ehemaligen Festung einen Shesal-Tempel gegründet. Doch erst ihr gelang die völlige Verdrängung aller anderen Götterdiener aus der Stadt. Dank ihrer Kräfte konnte sie auch einen mächtigen Ghul zu unterwerfen, der ihr nun in ihren sinisteren Ritualen assistiert.

Lumbaga weiß um den Trank der alten Magiermogule, kennt die Zutaten sowie die Nebenwirkungen und hat ihn schon mindestens einmal gebraut. Auch weiß sie, dass zwei weitere alte Übel hinter dem Trank her sind, wobei sie den Grünen Mann als das größere Fährnis betrachtet. Allen Fremden steht sie ablehnend gegenüber und so mancher Glücksritter wurde dank ihrer Kräfte Guhlfutter oder untoter Diener am Heiligtum.

Der Grüne Mann

Vor vier Jahrhunderten zogen ein Zelothim, ein Weißpelzork und fünf Schatzsucher aus Yal-Mordai aus, um das Geheimnis des Ewigen Lebens zu finden. Nur der Ork, den man nun den Grünen Mann nannte, kam zurück. Der Name ist hier durchaus wörtlich zu nehmen, denn sein Parnhaisymbiont hat das ursprünglich weiße Fell moosgrün werden lassen.

Während der Suche nach Namakari zerbrach die Gruppe bevor die Stadt erreicht wurde. Seit dieser Zeit sind Al-Hrastor, der Auftraggeber des Zeloten, und der Grüne Mann erbitterte Feinde. Wo immer möglich, sabotiert der Grünling die Suche des Sultans nach dem Ewigen Leben. Dafür hat er sogar einen eigenen Kult der Prahini gegründet, der vor allem in Shahana und Yal-Mordai viele Anhänger unter der Landbevölkerung und den Gärtnern der Reichen und Schönen findet. Dort gibt er die Göttin (ursprünglich die Parnhai-Göttin des Süßwassers, Bootsbaus und Lebens) als Herrin der Pflanzen, des Wachsens, Gedeihens und der Gesundheit aus und lässt sich selbst als heiliges Wesen verehren. Die Gläubigen nutzt er als Schläger, Spione und Saboteure gegen den Sultan von Yal-Mordai.

Der Grüne Mann nutzt den Kult auch, um immer wieder Abenteurer anzuheuern, die für ihn versuchen sollen, den Trank der alten Mogule von Unlon in Namakari zu finden, da er es nicht wagt, die Stadt selbst zu betreten.

Der Ork selbst glaubt übrigens nicht an die Macht der Parnhai-Göttin, vielmehr ist er treuer Anhänger Kamesh‘s, des kopflosen Orkgottes der Wiedergeburt, Macht und Rache. Ihm hat er bereits zwei Finger, drei Zehen, die Nase und Teile seines Gemächts geopfert.

5 Meisterinformationen bzw. Mysteria et Arcana

 Unlon

Ursprünglich war die Stadt Unlon eine Gründung durch Nagah-Archaen Splittergruppen, die sich nicht von ihren ozeanischen Wurzeln verabschieden wollten und immer noch ihre alten Meeres- und Schicksalsgottheiten anbeteten. Die Nagah waren sehr erfolgreiche Seefahrer; sie erreichten in ihren Binsenschiffen sogar Aventurien, genauer gesagt eine Koralleninsel nahe Maraskan, die in den folgenden Jahrtausenden in vielen aventurischen Quellen fälschlicherweise ebenfalls Unlon genannt wurde und heute unter dem Namen Buli bekannt ist. Ab etwa 900 v. BF entdeckten Tulamiden die Stadt im Riesland. Was mit losen Handelskontakten begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Kolonie des Diamantenen Sultanats. Schon um 450 v. BF stellten die Menschen drei Viertel der Einwohner sowie den Sultan. Von hier aus wurden die Kolonien Rakshazastans angesteuert um Schattensteine, wilde Tiere und Vizrangyi gegen Getreide, Porzellan und Stoffe zu tauschen.

In der Geschichte der Stadt brach der Kontakt mit Aventurien mehrmals über Jahre ab, nach 255 v. BF sogar vollständig. Während des Interregnums am Ende der II. Dynastie war Unlon angeblich der Heimathafen für den Piraten und Sultans-Sprössling Muamar i’ben Sheranbil, wobei einige Quellen, die schon seit Jahrhunderten in der Silem-Horas-Bibliothek in Selem verrotteten, den Schluss zulassen, dass der Pirat nur die Insel Buli kontrollierte.

Nach 250 v. BF führten die sogenannten Mogule von Unlon die Geschicke der Stadt bis zu ihrem Untergang um etwa 390 BF. Die Magokraten waren Meister der Untotenbeschwörung, aber auch der Heilung. Sie waren geradezu besessen von der Suche nach einer Möglichkeit, das Leben bis ins Unendliche zu verlängern. In der Stadt lebten zu Beginn dieses Zeitraums neben der Herrscherschicht der Magier die letzten Nagah, einige Tausend Sanskitaren und ebenso viele Parnhai-Sklaven, sowie hunderte Untote, die vor allem stupide, schwere, körperliche Arbeit erledigten. Gegen 350 BF fanden die Mogule tatsächlich einen Trank, der das Leben aller magiebegabten Anwender um Jahrzehnte verlängerte und die Alterung verlangsamte. Nichtmagischen Nutzern des Trankes wurde zumindest ein schönes Äußeres gewährt. Der Trank hatte aber einige Nebenwirkungen, von denen Wahnsinn und Unfruchtbarkeit noch die Harmlosesten waren. Die Nutzer des Trankes verrotteten innerlich und entwickelten einen Heißhunger auf Menschenfleisch. Die normale Stadtbevölkerung musste die Hauptlast dieses Hungers tragen. Auch Kriege und Stürme kosteten das Leben etlicher Stadtbewohner. Um 390 BF kam es, nach dem Ausbruch einer Ghulseuche, zum Aufstand der letzten Parnhai-Sklaven und Nagah gegen die Herren der Stadt. Die Mogule versuchten, mit der Schwimmenden Festung der Stadt zu entkommen, strandeten jedoch in der Hafeneinfahrt, so dass aus den Hafenbecken ein abgeschlossener See wurde. Der Aufstand wurde durch die Zombiegarde der Stadt niedergeschlagen, Unlon entvölkert. Die Mogule verließen die Festung wieder, fraßen sich in der Stadt satt und verwandelten sich immer mehr in Ghule. Die Stadt versank für zwei Jahrhunderte in Vergessenheit.

Vor fünf Jahrhunderten entdecken die Paioderishu, die Hexendoktoren der Erishuori, die Stadt, eroberten gemeinsam mit zweihundert Stammeskriegern die Schwimmende Festung, sowie den Großteil des Hafens, benannten die Stadt in Namakari um und errichteten in der gestrandeten Festung das bedeutendste Heiligtum Shesals.

Die Stadt liegt im Fokus des Interesses verschiedenster Parteien. Al-Hrastor sucht verzweifelt nach den Überresten der Stadt, seit ihm einige interessante Dokumente in die Hände gefallen sind, aus denen er zu erkennen glaubt, dass das Geheimnis wahrer Unsterblichkeit in Namakari zu suchen ist. Ihm voraus ist sein Gegenspieler aus Shahana, der Grüne Mann. Er hat Namakari bereits gefunden und war bereits einmal dort. Allerdings steht ihm die Stadt nicht offen – die Hexendoktoren haben ihm unmissverständlich klargemacht, dass er hier nicht erwünscht ist. So könnte sich ein Konflikt zwischen den beiden Parteien anbahnen, dessen Kernfrage ist, wer in Zukunft über die Hexenmeister Namakaris gebietet. Und schließlich sind da noch die zahlreichen Schatzsucher, die auf der Suche nach der untergegangenen Stadt sind – und wer weiß, was passieren wird, wenn einer von ihnen die Stadt schließlich tatsächlich findet und feststellen muss, dass die Parnhai nicht gewillt sind, ihn hier nach Schätzen suchen zu lassen.

 Die Lage der verlorenen Stadt

Im Prinzip wissen nur ihre Bewohner, wo genau sich Namakari, das einstige Unlon, befindet. Gerüchte aber kann man in allen Hafenkaschemmen Rakshazars hören. Meist wird erzählt, die Stadt läge irgendwo im Dreistomland oder in der Sumocolbucht.

Die tatsächliche Lage der Stadt kann von dir frei auf den Jominischen Inseln verortet werden.

Die Schwimmende Festung

„Jetzt hör mir mal zu. In dieser Stadt, Namakari, da gibbet auch so eine Schwimmende Festung, genau wie hier in Yal-Mordai. Nur ist die halb im Meer versunken und versperrt die Zufahrt zum Hafen. In den Kavernen der Festung soll ein Brunnen mit dem Wasser des Ewigen Lebens stehen, bewacht von untoten Menschenfressern und halb verwesten Trollen. Der Besitz der Krone der Festung macht dich unbesiegbar, allerdings auch zu einem Untoten. Gold und Perlen in unglaublichem Ausmaß sollen in den Türmen liegen und jedem, der diese Schätze berührt, soll die Hand verfaulen. Das Haus Shesals, des Totengottes der Parnhai, soll sich ebenfalls in den Mauern der Festung befinden, und die Schätze, die die Parnhai dort lagern, die sind auch verflucht. Aber ich kenn da einen Zelothim, der die Flüche brechen kann und eine Karte, die uns zur Stadt führt. Und Du hast ein Schiff…“

– Gespräch eines Schatzsuchers zu einem Weißpelzork, Yal-Mordai, vor vier Jahrhunderten

 

Grüne Haut und finstre Götzen

„Fahr nicht wohin die Sonne stärker scheint und die Schwaden nur selten aus dem Osten ziehen. Grüne Teufel leben dort und opfern ihren Geisterherrschern Numin und Arkanschi, ihre Gesichter versteckt hinter grausigen Masken. Handeln tun sie nur mit denen unter dem Meer und den Floßmenschen. Ihre Katamarane werden angetrieben von vielen Ruderern, und einer von ihnen trägt immer einen langen Stecken um die Ungeheuer des Ozeans mit seinen Ruderern zu füttern. In dunklen Höhlen handeln sie mit Blut und Gebeinen um die Lakaien ihrer Götzen hinunterzurufen…“

– Erzählung einer Erishuori-Parnhai Paioderishu

„… Grausige Krieger im Bunde mit dunklen Götzen? Pah! Beste Beute für Sanskitaren und Tocamuyac. Sie nehmen Grünhäutige immer gern, um sie an weißhäutige in schwarzen Rüstungen zu verkaufen, die jenseits der Inseln leben sollen. Aber Vorsicht: Wenn ihre Priester dich erwischen, wie du ihre Mädchen klaust – die sind nämlich hübsch und kurvig während die Männer dick und faul sind – dann rufen sie Rachegeister mit Schwert und Peitsche aus den Schatten. Du erkennst sie an ihren Masken, oft grotesk bemalte Fratzengestalten. Und darunter? NICHTS, weil sie ihren Götzen ihr Gesicht opfern, das schwöre ich!“
– Geschichte eines Olaoduori-Parnhai Piratenfürsten


6 Abenteuerideen/Szenariovorschläge

Ein Prinz aus Ribukan besitzt eine Schatzkarte, die die Lage eines untergegangenen Schiffes aus den Dunklen Zeiten zeigen soll. Die Helden werden angeheuert, den Schatz zu bergen und ihn sicher nach Yal-Mordai zu bringen, wo er verkauft werden soll. Im Hafen steht für dieses Unterfangen die Galeere „Taku iti Pone“ bereit. Das versunkene Schiff soll sich vor der Ostküste Mamaneks befinden. Dumm nur, dass die einheimischen Olaoduori-Parnhai genau dieses Wrack als Tabu betrachten, hatte es doch einen besonders großen, unheilbringenden Schattenstein geladen. Die Helden müssen sich nicht nur bei der Bergung mit Parnhai auf Trimaranen herumschlagen…

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Ein Gedanke zu „Werkstattbericht: Jominische Inseln – Das Reich der Parnhai

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