Sternenfall II

Und weiter gehts mit Geschichten rund um den Sternenfall in Rakshazar:

Der Priester betrat den kleinen Saal der Garnison. Die Quitax-Reiter des Bel-Quiratl blickten erwartungsvoll auf den mit Narben überzogenen, in Alligatorenleder gehüllten Priester.

„Vor fünf Nächten fiel ein Stern vom Himmel. Tízoc Quetzerú, Du und deine Reiter werden nach Osten reiten und das Herz des Sterns finden und zu mir bringen. Reitet  über das Gebirge zum großen Fluss. Dort müsste das Herz zu finden sein.“ „Ihr habt den Rabuun gehört, Männer. Bereitet euch vor und deckt euch mit genug Proviant für euch und die Vögel ein. Wir werden unterwegs nicht zum Jagen anhalten!“ Lachend, prahlend und voll Vorfreude auf die Expedition verließen die Männer den Saal und gingen zu den Vogelställen hinüber.

„Meister,“ fragte Tízoc nachdem seine Männer den Raum verlassen hatten, „ was hast Du mit dem Herz des Sternes vor?“ „Das Herz besteht aus Metal. Wir werden daraus Pfeilspitzen gießen, die alle Rüstungen dieser Welt durchdringen! Wir werden dann ausziehen und alle Feinde Bel-Quiratls in ihrem eigenen Blut ertränken. Das wird das größte Schlachten aller Zeiten werden!“ „Aber Rabuun, ist es uns Kindern Sumacoatls nicht verboten, Metall zu verarbeiten?“ „Ja und nein. Uns ist es verboten, Erz aus der Erde zu schürfen und zu verhütten, ja. Aber dieses Metall stammt nicht aus der Erde…“

„Ein Stern viel vom Himmel. Ein Zeichen. Geht und findet den Stern, im Osten, jenseits der Maruberge. Nimm deine beiden Schwestern, drei Sänften und die Träger sowie fünf unserer Tempelkrieger.  Bringt mir den Stern und lasst ihn nicht in die Hände unserer Feinde fallen!“

So sprach vor wenigen Tagen die höchste Priesterin Mar´bitlo zu mir. Mit zwei Priesterinnen verließ ich noch in derselben Nacht Mitlaxal in Richtung Osten. Tagsüber saßen wir in unseren Sänften, sicher geschützt vor den Strahlen der Sonne hinter dickem, dunklem Stoff und ließen uns tragen. Nachts marschierten wir neben unseren Dienern her, um ihnen Mut zu machen und sie anzutreiben. Drei Stunden wandern, eine Stunde rasten, bis wir die Mauern der Blutsäuferstadt Kamilinaxo sahen…

Die Suuad’Har-Priesterin goss den heißen Tee in eine Schale und reichte sie dem jungen Sirdak. Dann fuhr sie fort: „Die ganze Schöpfung scheint in Unordnung zu sein. Die Sterne verlassen ihre Bahnen, manche verschwinden ganz andere tauchen an anderen Orten auf, obwohl sie dort nie stehen dürften. Saturas Auge, die Sternenkonstellation die die Wanderungen unseres Volkes auslöst, war im letzten Jahr viermal zu sehen. Oder zumindest haben das ein Paar Stämme geglaubt und sind viermal auf Wanderschaft gegangen. Nicht wie üblich alle vier Jahre. Und sie haben sich auch viermal gepaart und das Gelege bei jedem Mal verlassen. Eine Verschwendung von Leben und Zeit! Nun, Du wirst nach Angankor gehen und dort die Stelle von Thin’Chha Angankor Zaatzt Chr, dem Diener der Zauberin Zaatzt einnehmen. Du wirst herausfinden, was sie in der Hauptstadt wissen und du wirst mir berichten!“ „Aber wird es nicht auffallen, wenn ich plötzlich Diener der Zauberin sein soll?“ „Die Nagah können einen Sirdak nicht von einem anderen unterscheiden. Es wird nicht auffallen. Du wärst übrigens bereits der sechste Spion, den ich so einschleuse…“ „Oh großer Kriegsgott, der Du ohne Gesicht bist, denn niemand ist würdig, in seiner letzten Stunde dein Gesicht zu sehen und der Du ohne Namen bist, denn du hast viele Namen, und dein Name ist Herrschaft und Krieg, sende uns ein Zeichen!“ H’Shinxio-Priesterin Thin’Chha Sccri Buccan Zhachtzt Tzachza Fuch Gom aus Sccri Buccan rief jetzt schon eine Woche ihren Gott auf dem Steelenfeld an. In dieser Nacht geschah es dann tatsächlich. Ein Stern viel vom Himmel. Im Nordosten, irgendwo jenseits des Kithomont ging der Stern hernieder. Keine zwei Tage später war der menschliche Strategone Hamed, ein Mitglied des Kultes der Säulen und Jahrgangsbester der Stategonenschule, Teil der Expedition Thin’Chha Angankor Tzachzatzt Zaatzt Sahsmar Chrs, um den Meteoriten zu bergen.

 

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